Zweite Coronavirus-Welle in Südkurdistan möglich

Der Gesundheitsdirektor von Hewlêr (Erbil) gibt bekannt, dass die Gesundheitssituation übersichtlich und stabil sei. Demnach geht es den meisten Coronavirus-Patienten gut. Dennoch sei eine zweite Coronavirus-Welle möglich.

- Die Anzahl der positiven Corona-Fälle ist übersichtlich und stabil
- Engagement der KRG gegen das Corona-Virus wird gelobt
- Ein weiterer Anstieg von Infektionen ist dennoch zu erwarten


Wie der Gesundheitsdirektor Dr. Dilovan Mihemed berichtet, ist der Verlauf der Corona-Pandemie in Hewlêr stabil und übersichtlich. Demnach geht es den meisten Infizierten mittlerweile wieder gut. Es seien bis dato 177 Coronavirus-Fälle in Hewlêr protokolliert worden. 159 Menschen haben sich wieder erholt und durften das Krankenhaus verlassen. Die übrigen 18 Menschen befinden sich nach wie vor in medizinischer Betreuung. Laut dem Gesundheitsdirektor sind die verwendeten Medikamente bis zu einem gewissen Grad erfolgreich und vielversprechend. So hat sich auch der Sonderbeauftragte des irakischen Generalsekretärs bei der kurdischen Regionalregierung für ihr Engagement zur Bekämpfung von Corona bedankt. Trotz dessen ist die Gefahr nach wie vor präsent.

Ein weiterer Anstieg von Infektionen ist dennoch zu erwarten

Edham Ismail, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Irak, sagte am 28. April 2020 in Hewlêr, dass die Gefahr der Corona-Pandemie nach wie vor anhält. Demnach habe in einigen Regionen bereits eine zweite Welle von Infektionen begonnen. Daher sollte weiter der Schwerpunkt auf Gesundheitsmaßnahmen liegen. Außerdem sei es ebenso wichtig, dass Leben Schritt für Schritt wieder zu normalisieren.
Der stellvertretende Gouverneur von Duhok, Macid Sayed Salih, sagte, dass ein Anstieg der Infektionen auch in Duhok zu erwarten sei. Auch wenn die Zahlen übersichtlich und stabil sind, sei das Virus noch lange nicht bezwungen worden. "Wir erwarten von unseren Bürgern, dass sie sich an die Gesundheitsratschläge halten", so Macid Sayed Salih.

Editiert von Passar Hariky



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WHO verantwortlich für Coronavirus-Ausbruch in Rojava?

Die Autonome Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien hat in einem Statement die World-Health-Organisation beschuldigt, den Coronavirus Ausbruch in Syrien verschleiert zu haben und damit womöglich eine Kettenreaktion von Infektionen ausgelöst zu haben.

• Am 22.3.2020 ist ein 53-jähriger Mann erkrankt und wurde daraufhin fünf Tage später auf den Covid-19 Erreger in Damaskus getestet
• Das Resultat zeigte der Mann ist am Coronavirus erkrankt, am 02. April verstarb er
• Die World Health Organisation hat diesen Todesfall verschleiert


Ein 53-jähriger Mann aus Hassakeh ist am 22. März mit dem Covid-19 Erreger infiziert worden. Seine Probe konnte erst fünf Tage später in Damaskus getestet werden, woraufhin er in ein Krankenhaus nahe Qamishlo verlegt wurde. Das Testergebnis war positiv und der Mann ist kurze Zeit später am 02.April an der Krankheit verstorben.
Die syrische Regierung und die WHO räumten erst am 18. April 2020 ein, dass der Mann am Covid-19 Erregerstamm verstorben sei.

Die WHO leitet und koordiniert alle Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in Syrien. Sie erfasst Daten, führt Tests durch und leitet die Krankenhäuser bei den Maßnahmen zur Behandlung einer infizierten Person.
Die Organisation wusste bereits am 28. März zweifellos, dass der Mann am Coronavirus erkrankt ist, teilte dies aber niemanden mit.

Resultierend aus dieser Verschleierung hatten die zuständigen Behörden in der Autonomen Selbstverwaltung in Hassakeh nicht die Möglichkeit, die Kontaktpersonen des erkrankten Mannes zu isolieren, um einen Massenausbruch des Erregers zu verhindern.
Es ist davon auszugehen, dass von diesem Mann und seinen Familienangehörigen (im engen Kontakt mit ihm) dutzende Weitere Menschen infiziert wurden.

In einer Erklärung heißt es: „Wir, die Gesundheitsbehörde [der Autonome Selbstverwaltung], beschuldigen die World Health Organisation für den Ausbruch und die Existenz des Coronavirus in unserer Bevölkerung, weil sie den Ausbruch verschleiert haben und keine zuständige Behörde informiert haben“.
Die Autonome Selbstverwaltung kann derzeit keine Auskunft darüber geben ob und wie viele Menschen an dem Coronavirus erkrankt sind. Es ist unklar was die Intention der WHO hinter der Verschleierung war. Ob dahinter eine böswillige Absicht oder das Versagen der Institution steckt, ist ungeklärt. Auch ist unklar, ob das Assad-Regime informiert wurde.



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