Türkei verschweigt Corona Epidemie

Die World-Health-Organisation bestätigte vor wenigen Tagen, dass nun mehr als 100.000 Menschen weltweit am Covid-19 Erreger-Stamm (Corona Virus) erkrankt sind. Derzeit liegt die Zahl der bestätigten Todesopfer bei 3.584 Menschen. Experten vermuten allerdings, dass die Grauziffer deutlich höher istt.

Die Word-Health-Organisation bestätigt, dass 101 Länder derzeit vom Corona Virus betroffen sind. Betrachtet man die Liste dieser Länder fällt auf, dass nahezu jedes Land im mittleren Osten betroffen ist.
Nur die Türkei scheint vom Corona Virus verschont geblieben zu sein.

In der Türkei liegt der größte Flughafen der Welt, welcher tagtäglich von tausenden Menschen aus aller Welt besucht wird. Neben einer offenen Grenze mit dem Iran, welcher selber von einer Epidemie unbekannten Ausmaßes geplagt wird, verbringen täglich zehntausende Touristen aus dem asiatischen Raum und Europa ihren Urlaub in der Türkei. Wie kann es da also sein, dass die Türkei keinen Ausbruch des Corona Virus meldet?.

Die World-Health-Organisation erhebt keine eigenständigen Zahlen, sondern sammelt nur die Daten, die sie von den einzelnen Staaten bekommt. Diesen Mechanismus hat sich die Türkei zur Hilfe gemacht.

Um den Ausbruch des Corona Virus zu bekämpfen, hat die Türkei eine Türkeiweite zentrale Behörde geschaffen, die Proben aus den Krankenhäusern der Türkei auf den Erreger Stamm testet. Die Türkei hat im Zuge dessen, auch ein eigenes Test-Kit entwickelt welches ein fehlerfreies Resultat innerhalb von 15 Minuten liefern soll. Bisher hat nach türkischen Angaben keines dieser Test-Kits jemals ein positives Ergebnis angezeigt.
Es werden also alle Verdachtsfälle auf den Corona Virus von einer zentralen Regierungsstelle behandelt, welche ohne jeglichen Aufwand, alle Verdachtsfälle verschweigen kann, indem sie sich auf das Resultat dieser Test-Kits beruft.
Auch die gleichgeschalteten Medien in der Türkei, welche alle von der türkischen Regierung unter Erdogan, strengstens kontrolliert werden tragen dazu bei, dass die Türkei den Ausbruch weiterhin verschweigen kann.

Das es einen Ausbruch in der Türkei gibt, kann nicht mehr geleugnet werden. Soziale Medien sind voll von Aufnahmen von infizierten Menschen. In Istanbul beispielsweise zeigen Aufnahmen wie ein Mann unter Quarantäne von einem Krankenhaus in einen Krankenwagen verfrachtet wird und zu einem unbekannten Ort gebracht wird. Aus der türkischen Stadt Sakarya kommen ebenfalls solche Aufnahmen. Laut den türkischen Medien seien diese Aufnahmen, die zeigen wie Menschen in Quarantäne liegen nur reine Vorsichtsmaßnahmen, die keinen Ausbruch beweisen.
In den kurdischen Gebieten der Türkei melden Aktivisten bereits mehrere Ausbrüche des Corona Virus, allerdings kann dies weder bestätigt noch dementiert werden.

Auch im Ausland meldet man infizierte Menschen, die sich in der Türkei angesteckt haben. So hat sich ein Mann aus Nigeria und ein Mann aus Singapur in der Türkei mit dem Corona Virus angesteckt und trugen das Virus mit in ihre Heimatstaaten. Trotz dieser enormen Beweislage eines Ausbruches in der Türkei, verschweigt die Türkei weiterhin diesen Umstand und weigert sich die Daten der WHO offenzulegen.
Die Türkei möchte damit scheinbar einem Einbruch des Tourismus in der Türkei entgegenwirken und den türkischen Staat als virussicheres Urlaubsziel inszenieren.

Coronavirus erreicht Kurdistan

Der Coronavirus hat die Autonome Region Kurdistan erreicht. Die Sicherheitsbehörden melden, dass eine Vierköpfige Familie in der kurdischen Stadt Kirkuk infiziert wurde. Zuvor meldete die Zentralregierung im Irak, dass mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert wurden.

Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan hat, um den Ausbruch der Seuche zu bekämpfen, seit Mittwoch 27.02. alle schulischen Institutionen bis zum 10. März 2020 schließen lassen. Ab dem 10. März beginnen gleichzeitig die Ferien zum kurdischen Neujahrsfest Newroz. Das bedeutet, dass alle schulischen Institutionen bis zum 23. März 2020 geschlossen bleiben.

Als weitere Maßnahme hat die Regierung der Autonomen Region Kurdistan beschlossen, ein allgemeines Reiseverbot innerhalb der autonomen Region zu verhängen. Das bedeutet, dass alle privaten Reisen ohne dringenden Grund verboten werden. Allerdings ist unklar wie die autonome Region dieses Verbot durchzusetzen und kontrollieren wird.
Darüber hinaus hat die Autonome Region seine Grenzen geschlossen. Touristen oder Reisende die trotz dessen einreisen möchten, müssen sich vorher auf den Erregerstamm des Coronaviruses testen lassen.

Die Verwaltungen der kurdischen Bezirke treffen darüber hinaus ebenfalls individuelle Maßnahmen. So baut die Provinz Slemani ein provisorisches Krankenhaus, in der alle Verdachtsfälle auf das Coronavirus und erkrankte Personen in Quarantäne gesteckt werden und dort behandelt werden. Das Gebäude soll innerhalb von 15 Tagen fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Die Bevölkerung ist über die jüngsten Ereignisse enorm besorgt. Zeitweise waren Geschäfte komplett ausverkauft. Waren wurden in sogenannten Hamsterkäufen gekauft, um sich auf mögliche Ausnahmezustände vorzubereiten.
Von den Hamsterkäufen waren besonders medizinische Güter betroffen. Schutzmasken, Desinfektionsmittel und weitere Waren dieser Art waren in der gesamten Stadt ausverkauft. Einige Menschen und Händler nutzten diese Situation opportunistisch aus und verkauften Waren wie Schutzmasken auf dem Schwarzmarkt, zu einem zigmal höheren Preis.
Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan versuchte dies zu unterbinden und droht mit heftigen Sanktionen, falls ein Händler seine Preise für Waren ohne triftigen Grund erhöht oder unangemessen hohe Preise verlangt. Man wolle nun auch jede Form des Schwarzmarktes stärker kontrollieren.
Die Regierung garantiert auch, dass es keine Engpässe an allen Gütern geben wird. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, keine Unruhen zu stiften und mit der Regierung zu koordinieren.



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