Türkei beginnt mit demographischem Wandel in Nordsyrien

Die Türkei hat am 21.11.2019 die Kampagne für den demographischen Wandel, in Form eines “Arabischen Gürtels”, eingeleitet.

Der türkische Verteidigungsminister verkündet in einem Statement, dass 200 arabische Flüchtlinge in einem Gebiet in Nordsyrien angesiedelt wurden, welches zuvor von “militanten Kurden gesäubert” wurde. Er fügt dem hinzu, dass 70 weitere Familien bestehend aus 300 Menschen sehr bald folgen werden.
„Der Erfolg der Operation Friedensquelle, die Säuberung der Region von PKK/YPG Terroristen und das aufgenommene Momentum in der Infrastrukturarbeit, hat die Grundlage geschaffen für unsere syrischen Brüder zurückzukehren“. So heißt es in dem offiziellen Statement des türkischen Verteidigungsministeriums.
Die Türkei plant die schnelle Ansiedlung von weiteren syrischen Familien in Nordsyrien, um die Demographie der Grenzregion dauerhaft zu ändern. Der türkische Staatspräsident Erdogan möchte demnach mehr als 3,6 Millionen arabische Flüchtlinge in die mehrheitlich kurdischen Städte entlang der Grenze Nordsyriens ansiedeln. Der daraus resultierende demographische Wandel, würde die Kurden in zuvor mehrheitlich kurdischen Städten zu einer marginalen Minderheit machen.



Die angesiedelten arabischen „Flüchtlinge“ behaupten vehement indigene Bewohner von Serekaniye/Ras al-Ain und Gire Spi/Tal Abyad zu sein. Allerdings konnten lokale Quellen aus diesen beiden Städten zweifelsfrei anhand der Akzente erkennen, dass diese Siedler nicht aus diesen Städten stammen. Die Akzente der Siedler konnten auf die Städte Homs, Aleppo, Idlib, Jarabulus, Al-Bab und einige mittelirakische Akzente (Al-Anbar Region) zurückgeführt werden.

Die Operation „Friedensquelle“ (Peace Spring) ebnet den Weg für das Vorhaben der Türkei. Die am 9. Oktober 2019 gestartete Operation verzeichnet nach nur 45 Tagen Krieg mehr als 350.000 geflüchtete Menschen und tausende zivile Opfer.
Die türkische Invasion nutzt primär ehemalige Kämpfer des Islamischen Staates aus Irak und Syrien und Kämpfer der Freien Syrischen Armee für ihr Vorhaben. Bereits am ersten Tag der türkischen Invasion verzeichneten NGOs und Monitoring Organisationen dutzende Meldungen von Kriegsverbrechen. Eine Vielzahl dieser Kriegsverbrechen wurden sogar von den türkischen Milizen per Handykamera dokumentiert und veröffentlicht.
Die türkischen Milizen werden von der Türkei bewusst eingesetzt, um die Region ethnisch zu säubern. Kurdische, assyrische, aramäische, christliche und weitere Minderheiten werden von den türkischen Milizen gezielt gejagt und getötet, um das Vorhaben der Türkei voranzutreiben.

Editiert von Passar Hariky

Verbrechen der Besatzer in Efrîn (11. - 14. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens sowie im umliegenden Kurmêncgebirge, wurden von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 11. und 14. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

11. April:

Die türkische Auxiliarmiliz, die sich selbst den Namen „Militärpolizei“ gegeben haben, entführte den jungen Erwachsenen Mîhemed Ezzat Baxoro in der Nähe des Newroz-Kreisverkehrs in der Innenstadt von Efrîn. Über den Verbleib des Entführten haben wir keine Informationen.

Am 11. April zerstörte die türkische Armee und ihre verbündeten Milizen die Sendemasten der Telekommunikationsunternehmen MTN und Syriatel in Meydankê am gleichnamigen Stausee nördlich von Efrîn. Es ist noch unklar, ob an ihrer Stelle Sendemasten von türkischen Unternehmen errichtet werden sollen, oder ob das Ziel die Erschwerung der Kommunikation für die Bürger Efrîns ist.

12. April:

Die türkischen Auxiliarmilizen, die Sultan Murad-Brigade und Faylaq ash-Sham lieferten sich am 12. April Gefechte im Stadtzentrum von Efrîn. Es kam mindestens ein Milizionär zu Tode. Die Gründe für die Kämpfe sind in diesem Falle unklar, in Vergangenheit drehten sich derartige Kämpfe häufig um die Aufteilung von Plündergut oder die Kontrolle über Schmuggelrouten.

Am selbigen Tag berichtete die lokale Watchdog-Seite “Afrin Post darüber", dass eine große Zahl von Schulen durch die Besatzer in Foltergefängnisse oder Militärbasen umgewandelt worden sind. Wie die Seite durch geheim agierende lokale Kontakte herausfinden konnte, wurde im April ein Foltergefängnis in einer ehemaligen Berufsschule nahe dem Park im Stadtzentrum Efrîns errichtet. In diesem Foltergefängnis sollen sich über 30 entführte kurdische Anwohner befinden, deren Zustand durch die andauernde Folter kritisch sei.

In der Kleinstadt Dera nördlich von Efrîn plünderten Milizionäre der türkischen Besatzung ein Lagerhaus aus und stahlen eine große Menge an Kabeln, von welchen vor allem das in ihnen enthaltene Kupfer lukrativ im Weiterverkauf ist.

Nahe Reco nordwestlich von Efrîn brachte die islamistische Miliz Faylaq al-Majid Bulldozer an einen archäologisch relevanten Hügel, um dort nach kulturellen Schätzen zu suchen und diese gegebenenfalls auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

13. April:

Am 13. April wurden keine Verbrechen durch die türkischen Besatzungskräfte berichtet. Dies ist allerdings auch bemerkenswert, da dies den ersten Tag ohne bekannte Verbrechen in Efrîn seit etlichen Wochen darstellt.

14. April:

Bei Kämpfen zwischen der Militärpolizei-Miliz und anderen Auxiliarmilizen der türkischen Besatzung in der Stadt Jarabulus im Osten des Besatzungsgebietes wurde das Kind Ahmad al-‚Aliwi durch eine verirrte Kugel tödlich getroffen.

Am 14. April zerstörten islamistische Milizionäre den Şêx Mîhemed Schrein in Miskê nahe Cindirêsê südwestlich von Efrîn. Der Schrein war ein alevitischer Schrein, der den radikalislamischen Kämpfern als unvereinbar mit ihrer Ideologie galt.

Am selbigen Tag wurde der 70-jährige Anwohner Mîhemed Heydar aus dem Dorf Şedirî südlich von Efrîn nach zwanzig Tagen in Haft von seinen Entführern entlassen. Laut lokalen Quellen soll in diesem Bereich der Simeonberge, namentlich in den Dörfern Gazoyê, Şedirî und Iskê, die Zahl der Entführung in der ersten Hälfte des Monats April deutlich zugenommen haben.

Widerstand:

In der kurdischen Stadt Qebasîn nahe al-Bab und Manbij wurden mehrere Milizionäre der türkischen Besatzung getötet und weitere verwundet, als am 11. April ein Sprengsatz an ihrem Fahrzeug explodierte.

Am darauffolgenden Tag wurden mehrere Kämpfer der Auxiliarmilizen getötet oder verwundet, als kurdische Partisanen ihren Checkpoint in der Kleinstadt Dar Ta’izzah in den Simeonbergen attackierten.

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, werden durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt.

Die türkische Besatzung versucht, islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee Niederlagen erlitten haben, dort mitsamt ihren Familien anzusiedeln.

Auch im Zeitraum zwischen 11. Und 14. April kam es in den türkisch besetzten Gebieten in Rojava zu Entführungen, Plünderzügen und weiteren Menschenrechtsverstößen.

Verbrechen der Besatzer in Efrîn (08. - 10. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens sowie im umliegenden Kurmêncgebirge, wurden von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 8. und dem 10. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen. Dabei gab es eine selbst für die Verhältnisse in Efrîn außergewöhnlich hohe Zahl an Entführungen.

8. April:

Am 8. April plünderte eine türkische Auxiliarmiliz Wohnhäuser im Dorf Tellef nahe Cindirêsê im Südwesten von Efrîn. Ein Haus wurde von den Bewaffneten in Brand gesetzt, wodurch die komplette Inneneinrichtung verbrannte und Teile der Gebäudestruktur kollabierten.

In Cindirêsê kam es außerdem zu Kämpfen zwischen zwei Auxiliarmilizen der türkischen Besatzung, namentlich der Turkmenenmiliz Firqat al-Hamzah einerseits und einem Bündnis der radikalislamischen Ahrar ash-Sham und dem al-Qaida-Ableger Ahrar ash-Sharqiyah. Zu den Kämpfen kam es, nachdem das islamistische Bündnis versucht hatte, die Turkmenenmiliz aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe endeten einige Stunden später, nachdem die türkische Armee interveniert hatte.

9. April:

Im Dorf Erebo nahe Mobeta, einer Kleinstadt westlich von Efrîn, wurden etliche Häuser durch die Turkmenenmiliz „Mehmet Fatih“ ausgeplündert. In dem Dorf, dass rund 550 Einwohner zählt, wurden 25 islamistische Siedlerfamilien angesiedelt. Außerdem wurden etwa 30 Milizionäre in dem Dorf einquartiert. Den 25 kurdischen Familien, die ursprünglich dort beheimatet sind, wird noch immer die Rückkehr in ihr Heimatdorf verwehrt.

Am 9. April wurden außerdem 20 Zivilisten aus zwei Dörfern nahe der Kleinstadt Şera, nördlich von Efrîn, entführt. Unter den Entführten aus den Dörfern Dêrsewan und Kurd Qeleq, die an einen unbekannten Ort gebracht wurden, befanden sich auch zehn Frauen. Den Entführten wurde – wie es bei diesen Menschenrechtsverstößen in den meisten Fällen der Fall ist – vorgeworfen, mit den kurdischen Widerstandskämpfern zu kooperieren. Die Namen einiger der Zivilisten konnten dabei herausgefunden werden. Diese sind Şexo Karz, Fuad Berazî, Şiyar Qenaş, Hesûn Terkî und Hemûda Omer.

10. April:

Am 10. April fand eine derartige Vielzahl an Entführungen statt, wie sie selbst für Efrîn außergewöhnlich ist:

In Şeltê nahe Reco, wurden unter Anschuldigung der Kooperation mit dem kurdischen Widerstand 10 Einwohner entführt. Nach stattlichen Lösegeldzahlungen wurden die meisten von ihnen freigelassen, das Schicksal von Horîk Horo und Ebdîn Hemmo bleibt allerdings weiterhin unklar.

Im äußersten Nordwesten wurden in der Kleinstadt Meydan Ekbis mehrere Zivilisten durch die islamistische Miliz Faylaq ash-Sham entführt. Unter den Entführten befanden sich dabei auch drei Frauen. Lokale Aktivisten konnten dabei die Namen einiger Zivilisten herausfinden. Diese sind Hisên Emanê (63 Jahre alt), Dawûd Emanê, Omer Emanê, Seydo Qenbar, Ekrem Şêxmos und Heci Mîhemed Salih. Die Miliz forderte Lösegeld von den Familien der Entführten.

Am selben Tag wurde außerdem eine Person unbekannten Namens aus dem Dorf Panrikê entführt.

In Êdamê westlich von Reco wurden 14 Zivilisten von den Besatzungsmilizen entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Namen der Entführten lauten Ednan Heci, Elî Heci, Xelîl Selîm, Mistêfa Reşîd, Ebdellê Neşat, Bekr Reşîd, Şûkri Bilêl, Mistêfa Bilêl, Mîhemed Selîm, Yûsif Ebdo, Hisên Osman, Ebdîn Reşîd, Mîhemed Reşîd und Ehmed Ebdo. Für ihre Freilassung wurde jeweils ein Lösegeld von 150.000 syrischen Pfund verlangt.

Am selbigen Tag wurde in der Recostraße in der Innenstadt von Efrîn außerdem der Anwohner Hamûdê Ezzat durch die sogenannte Militärpolizei entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Ezzat ist der Besitzer einer Wäscherei im Viertel Eşrefiyê.

Widerstand:

Am 8. April attackierten kurdische Partisanen ein Fahrzeug der radikalislamischen Ahrar ash-Sharqiyah-Miliz nahe al-Bab im Dorf Girê Cecîr. Es ist unklar, ob bei dem Angriff türkische Auxiliarkämpfer zu Tode kamen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft. Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen, die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien anzusiedeln. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Verbrechen der Besatzer in Efrin (05. - 07. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens, sowie der umliegenden Kurmêncgebirge, wurde von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 1. und dem 4. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

5. April:

Am 5. April besetzte die sogenannte “Tschetschenengruppe” der pro-türkischen Miliz Sultan Murad-Brigade etwa 40 Häuser und 30 Geschäfte im Zentrum von Efrîn, die vertriebenen Kurden gehörten. Diese Häuser verwenden die Milizionäre nun, um sie an islamistische Siedler aus Ghutah und Homs zu vermieten. Desweiteren stahl die Gruppe einen etwa 300.000 syrische Pfund teuren Kühlschrank aus einem Elektronikgeschäft eines Siedlers aus Homs im Stadtzentrum von Efrîn.

6. April:

Im Dorf Çelbirê nahe Şera haben Milizionäre der türkischen Besatzung 13 Häuser zerstört und Metall aus den Häusern in umliegende Dörfer gebracht. Unter den zerstörten Häusern befindet sich das Gemeindehaus, sowie die Dorfschule. Die Bewohner des Dorfes sind seit der Eroberung des Dorfes durch die Invasoren in Gesamtheit vertrieben und durften noch nicht in das Dorf zurückkehren. Lokale Beobachter vermuten, dass die Häuser zerstört wurden, um an ihrer Stelle eine Militärbasis zu errichten.

Im Dorf Teneb nahe Efrîn wurde am selbigen Tag ein 13-jähriger Junge durch die Kräfte der Besatzung getötet, nachdem diese Granaten auf das Dorf gefeuert hatten. Außerdem wurden mehrere Häuser in dem Dorf durch das Feuer schwer beschädigt.

Am 6. April tauchte außerdem ein Video aus dem besetzten Efrîn auf, dass zeigt wie die Sultan Murad-Brigade, eine rechtsradikalen Turkmenenmiliz unter der Schirmherrschaft der türkischen Besatzer, einem IS-Terroristen Unterschlupf gewährt. In dem Video ist der hochrangige IS-Terrorist Umar Ahmad al-Hajji zu sehen, der aus dem Schlacht von Baghuz bei Deir ez-Zor entkam und für eine Zahlung von umgerechnet mehreren tausend Euro, bei den Milizionären unterkam. Der IS-Kämpfer wurde in Idlib geboren. Nachdem er sich der Terrormiliz angeschlossen hatte, verschlug es ihn jedoch vorübergehend nach Ostsyrien.

7. April:

In Şera wurde der 29 Jahre alte kurdische Einwohner Ciwan Hamid Killî und sein 40-jähriger Bruder Heci durch Milizionäre der türkischen Besatzung entführt. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mit der kurdischen Selbstverwaltung zusammengearbeitet zu haben. Dieser Vorwurf ist ein klassischer Vorwand der Besatzer, um gegen Zivilisten vorzugehen. Heci wurde einige Zeit später wieder freigelassen, während Ciwans Schicksal ungewiss bleibt.

Außerdem berichteten lokale Beobachter am 7. April, dass das Dorf Qitmê östlich von Efrîn inzwischen etwa zu 80% von islamistischen arabischen Siedlern bewohnt wird, während die einheimische kurdische Bevölkerung nur noch weniger als ein Viertel ausmacht. Die anderen befinden sich noch immer im Exil, was sich kaum ändern dürfte, solange die türkische Regierung ihre faschistische Herrschaft über das Umland von Efrîn ausüben kann.

Widerstand:

Am 5. April wurden im Dorf Kimar südöstlich von Efrîn vier Milizionäre der Firqat al-Hamzah getötet. Bei dem Überraschungsangriff konnten zunächst drei Kämpfer getötet werden. Als kurz darauf ein Trupp zur Evakuierung heran eilte, konnten die Widerstandskämpfer der HRE einen weiteren Kämpfer der Besatzung töten und einen anderen verwunden.

Bei Mar’a gelang es einem Scharfschützen der „Widerstandseinheiten von Efrîn“ (HRE), einen Kämpfer der Firqat al-Hamzah tödlich zu treffen.

Durch eine ATGM-Rakete konnten außerdem im Umfeld von Şerawa zwei Milizionäre der Besatzung getötet werden.

In Celbar nordöstlich von Efrîn wurden am Tag darauf, also am 6. April, insgesamt vier Kämpfer der rechtsextremen Miliz „Sultan Murad-Brigade“ von kurdischen Partisanen erschossen. Zunächst wurde ein Bulldozerfahrer getroffen, der damit beschäftigt war, Häuser der Dorfbewohner abzureißen. Bevor sich die Milizionäre verbarrikadieren konnten, wurden weitere drei Kämpfer von kurdischen Scharfschützen tödlich getroffen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien angesiedelt. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Verbrechen der Besatzer in Efrin (01. - 04. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens, sowie der umliegenden Kurmêncgebirge, wurde von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 1. und dem 4. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

1. April:

Am 1. April kam es zu Kämpfen zwischen nicht näher bekannten Auxiliarfraktionen der türkischen Besatzung.

In Şîyê wurde am selben Tag der 61-jährige Mistêfa Akeş durch die rechtsextreme Turkmenenmiliz, bekannt unter dem Namen „Sultan Süleyman Shah-Brigade“, entführt und in das Bezirksgefängnis gebracht, ohne genauerer Angabe von Gründen für die Festnahme. Sein Verbleib ist unklar. Zudem ist es, aufgrund bekannter Praktiken der Miliz, wahrscheinlich, dass Akeş brutaler Folter ausgesetzt ist.

2. April:

Am 2. April entführte die Auxiliarfraktion “Muntasir Billah-Brigade” die beiden Bürger Mîhemed und Nece Ekîd aus dem Dorf Habbo (nahe Mobeta, westlich von Efrîn) und brachte sie an einen unbekannten Ort. Später wurden die Entführten gegen ein Lösegeld freigelassen.

In der Stadt Cindirêsê wurde Mîhemed Ebdi Rehman, der Vorsitzende des Arya-Instituts für kurdische Kultur und Musik, bei welchem er auch als Musiklehrer und Schauspieler tätig ist, zum wiederholten Male von einer türkischen Auxiliarmiliz entführt. Die Miliz behauptete, sie habe Bilder von Rehman in Militärkleidung erhalten. Wenige Tage zuvor war außerdem sein Vater von den Milizionären entführt und gefoltert worden, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde.

Unterdessen setzen die Milizen in Efrîn außerdem die Enteignungkampagne fort. So besetzt die turkmenisch-nationalistische Miliz Mohammed al-Fateh-Brigade die Häuser in der gesamten Wohngegend in der Umgebung des Mobeta-Kreisverkehrs im Westen der Stadt Efrîn. Laut lokalen Quellen plant die Miliz, an dieser Stelle eine große Militärbasis einzurichten. Die Enteignungen wurden gerechtfertigt mit dem angeblichen Fehlen offizieller Dokumente, sowie der Mitgliedschaft der (Ex-)Eigentümer in der Demokratischen Unionspartei (PYD). ren gefolgt von einer Plünderung der Milizionäre, die nach Wertgegenständen in den Häusern suchten.

3. April:

In der Umgebung der Kleinstadt Mobeta wurden etliche Felder aus dem Besitz vertriebener Kurden durch die Besatzer konfisziert. Die Auxiliarmiliz Jaysh an-Nukhbah übergab beispielsweise den Besitz mehrerer Olivenhaine nahe dem Dorf Amarê an islamistische Siedlerfamilien aus der syrischen Steppe. Die Siedlerfamilien lassen nun ihre Ziegen- und Schafherden auf dem Gelände grasen, was bereits zu ernsthaften Schäden an den Olivenbäumen führte. Auf Beschwerden der lokalen Bevölkerung reagierten die Siedler in der Vergangenheit damit, dass sie ihnen Gewalt durch die Milizen androhten.

Nach dem Streik dutzender Lehrkräfte vor dem Schulzentrum der Stadt Efrîn, der sich gegen die Entführung einer Gruppe von zehn kurdischen Lehrern durch die Milizen der Besatzung richtete, wurden diese von den Besatzern freigelassen. Die Lehrkräfte drohten damit, ihre Arbeit in den Ausbildungseinrichtungen an den Nagel zu hängen, sollten derartige Entführungen weiter fortgesetzt werden.

In der Stadt Efrîn wurde außerdem der 86-jährige Mîhemed Elî Reza, ein Mitglied der PDK-S, von der „Militärpolizei“, einer gegründeten Miliz der Besatzer die als Polizei fungieren soll, entführt. Einige Stunden nach seiner Verhaftung wurde Reza wieder freigelassen. Die PDK-S ist die syrische Schwesterpartei der KDP in der Autonomen Region Kurdistan (KRG) und ist Mitglied im ENKS, einer konservativ-kurdischen Parteienvereinigung, die der PYD kritisch gegenübersteht. Die PDKS ist allerdings wiederholt durch pro-türkische Rhetorik durch einige ihrer Mitglieder aufgefallen ist.

Nahe Şera beschossen türkische Auxiliarkämpfer die Dörfer Soxanekê und Eqibê mit Granaten. Mindestens ein Haus eines Zivilisten wurde zerstört.

4. April:

Am 4. April berichtete eine lokale Quelle, dass aufgrund von Misswirtschaft in der durch die türkischen Autoritäten neu besetzte Wasserverwaltung der Stadt Efrîn, der Stadt seit über einem Monat kein Trinkwasser mehr in den Leitungen zur Verfügung steht. Als Vorsitzender der Wasserverwaltung wurde ein islamistischer Siedler namens Abd al-Qadir al-Hafiz eingesetzt, der den übriggebliebenen kurdischen Angestellten, von denen viele jahrzehntelange Erfahrung aufweisen können, das Leben schwer macht um sie zur Kündigung zu bewegen. Der Halt der Trinkwasserversorgung ist laut lokaler Quelle darauf zurückzuführen, dass sich die neue Verwaltung nicht um die Erneuerung des Vertrags mit der Bhar-Assoziation kümmerte, die zuvor den Treibstoff lieferte, den die Wasserverwaltung für die Pumpen benötigt. Skurrilerweise beauftragte der Vorsitzende die Angestellten, trotzdem die monatlichen Kosten von den Einwohnern einzutreiben. Allerdings sollten lediglich die kurdischen Bürger und nicht die Siedlerfamilien belangt werden und die Gebühren zahlen. Im vorigen Monat waren bereits mehrere Mitarbeiter der Wasserverwaltung von Milizionären entführt worden. Ehmed Oso, einer dieser Entführten, wurde von dem Vorsitzenden der Wasserverwaltung in seiner Zelle besucht, da er auf seine Fachkunde angewiesen war. Seine Kooperation führte dennoch nicht zu seiner Freilassung.

Kämpfer der al-Qaida-nahen Miliz Jaysh ash-Sharqiyah stürmten das Haus von Essa Fêyo nahe des Dêrsim-Krankenhauses in Efrîn. Die Räuber konfiszierten Wohnung und Geschäft unter der Begründung, dass sie auf seinen Vater Adnan und nicht ihn selbst angemeldet seien.

Widerstand:

Kurdische Partisanen ließen diese Aggressionen der Besatzungsmacht derweil nicht unbeantwortet. Bei einem Angriff der Widerstandseinheiten von Efrîn (HRE) am 2. April in Marea (östlich von Efrîn) wurde ein Kämpfer der islamistischen Jabhat ash-Shamiyah getötet und ein weiterer verletzt. Ein weiterer Kämpfer der Jabhat ash-Shamiyah wurde am selben Tag in Kefêrxeşar tödlich verwundet.

Am 3. April wurden drei Kämpfer der Brigade 55 in Kafr Kulbin bei einem Angriff der Partisanen verwundet.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien angesiedelt. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Efrîn: Türkische Auxiliarkräfte stürmen kurdisches Dorf

Wie einige Quellen berichten, stürmten am Mittwoch Mittag türkische Auxiliarkräfte die kurdischen Dörfer Ober- und Unterkokan im Kreis Mabeta im besetzten Kanton Efrîn.

Die Auxiliarkräfte hatten versucht, die Dorfbewohner mit Gewalt aus ihren Häusern zu holen. Diejenigen, die sich den Befehlen der Dschihadisten widersetzen, wurden laut Augenzeugen beschossen. Durch die Schüsse wurden zehn Personen, unter ihnen auch Frauen und Kinder, verletzt. Zwei Personen erlitten schwere Verletzungen. Die Verletzten können im Krankenhaus nicht behandelt werden, denn seit vorgestern blockieren die Auxiliarkräfte die Ein- und Ausgänge zu dem Gebiet. Wer sich der Ausgangssperre widersetzte, wurde mit dem Tod bedroht.

Verhängte Ausgangssperren kommen in den Gebieten der türkischen Auxiliarkräfte immer vermehrter vor. Seit beginn der Besatzung, befinden sich unzählige Dörfer in temporären Ausgangssperren. Diese Dörfer werden unter anderem meistens hauptsächlich von Kurden bewohnt. Offiziell heißt es Seitens der Milizen, dass man mit solchen Aktionen Schläferzellen der ehemaligen lokalen Verteidigungseinheiten und der SDF auffindbar machen möchte.

Die mehrheitlich kurdische Bevölkerung in Efrîn ist, seit der Besatzung der türkischen Streitkräfte und ihren Milizen am 18. März 2018, starken Repressionen ausgesetzt. Durch das Vorgehen der Besatzung gegen die kurdischen Kultur, Sprache und Zugehörigkeit, sind viele dieser Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Dies berichten kurdische, wie aber auch unabhängige Medien und Hilfsorganisationen. So berichtet unter anderem die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV): "Mit Ankara verbündete islamistische Milizen entführen willkürlich Menschen, erpressen Lösegeld und foltern Gefangene brutal."

Verbrechen der Besatzer in Efrîn (29. - 31. März)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens, sowie im umliegenden Kurmêncgebirge, wurde von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 26. und dem 28. März eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

29. März:

Am 29. März entführte eine der türkischen Auxiliarfraktionen eine Gruppe von zehn Lehrern aus der Innenstadt von Efrîn. Unter den Entführten, die an einen unbekannten Ort gebracht wurden, befanden sich die Lehrer Reşîd Bêram, Behzad Xelîl, Ronahî Şêx Sîdî und Sedîqa Xelîl. Des Weiteren war eine der Lehrerinnen schwanger. Der Großteil der Lehrer unterrichtet die kurdische Sprache an den Schulen Efrîns, was inzwischen nur noch in wenigen Schulen Efrîns der Fall ist. Der Grund für diesen Umstand ist, dass die Schulen nur dann Kurdisch unterrichten, wenn der Rektor dies anordnet. Da inzwischen aber viele der Schulverwaltungen in die Hände der islamistischen Siedler aus Ghutah gefallen sind und viele kurdische Schulen sich vor den Folgen von solch einer Anfrage fürchten, kommt es oft nicht zu dem Angebot eines Kurdisch-Unterrichts.

Zunehmend ist in Efrîn außerdem die Zwangsverheiratung kurdischer Mädchen mit Milizionären der türkischen Besatzung zu beobachten. Am 29. März wandte sich ein Anwohner des Dorfes Xezênê nahe Mobeta im Westen von Efrîn an internationale Organisationen, sich für seine siebzehnjährige Tochter Xedîçe Bekir einzusetzen, die ein Milizionär unter der Androhung von Waffengewalt geheiratet hat. Der Milizionär hatte laut lokalen Quellen außerdem bereits vor der Zwangsheirat zwei Frauen, die ihm aber anscheinend nicht ausgereicht hatten.

Auch andersartige Übergriffe haben zugenommen. So belästigten zwei Milizionäre auf einem Motorrad Mädchen im Stadtviertel Eşrefiyê, die daraufhin verzweifelt nach Hilfe schrien, bis die Militärpolizei in dem Gebiet eintraf.

Laut Insiderberichten trafen sich am 29. März mehrere arabische Milizen zu einem geheimen Treffen, bei der sie darüber berieten, ob sie Sabotageaktionen und Hinterhalte gegen die turkmenischen Milizen und die türkische Armee durchführen sollten. Grund für ein solches Unterfangen war die beschlossene Lohnkürzungen durch die Erdogan-Regierung für einige arabische Fraktionen, während die der Turkmenen unverändert blieben.

In der Stadt Jarabulus, im Osten der türkischen Besatzungszone, baut der IS inzwischen wieder zunehmend seinen Einfluss aus. So fanden sich am 29. mehrere IS-Graffitis in Teilen der Stadt. Jarabulus war die erste Stadt in Syrien, die von der türkischen Armee in ihrer Invasion betreten wurde. Die Übergabe des IS an die Armee fand damals kampflos statt und ermöglichte es dem IS, Netzwerke in der Stadt aufrecht zu erhalten, sowie teilweise zu den türkischen Auxiliarfraktionen überzulaufen.

In dem Zeitraum vom 29. bis 31. März fanden in Efrîn mehrere Enteignungen durch die Besatzer statt. So übernahm die Miliz „Brigade 55“ die Kontrolle über das Haus des in Efrin bekannten Fotografen Yusif, das in der Altstadt Efrîns gelegen ist und richteten dort ihr Hauptquartier ein. Ein Siedler aus Ghutah übernahm das Studio21 in der Innenstadt und eröffnete dort einen Kamelmarkt. In der Altstadt von Efrîn wurde außerdem das Haus des Anwohners Heci Xelef durch Milizionäre des ´Umayrat-Stammes aus Ghutah beschlagnahmt und zum Büro des sogenannten Stammesrates von Damaskus umgewidmet.

30. März:

Am 30. März wurde der 25-Jährige Silêman Nasan von islamistischen Auxiliarkämpfern der türkischen Besatzung entführt und brutal gefoltert. Nachdem die Entführer ihm mehrfach auf den Kopf geschlagen hatten, wurde er bewusstlos und nachdem sich sein Zustand immer weiter verschlechterte, sahen sich die Entführer gezwungen, ihn freizulassen und in das Krankenhaus einzuliefern. Später in der Nacht kehrten sie zurück und versuchten, Nasans Auto zu stehlen, was ihnen jedoch nicht gelang.

31. März:

Einer der Führer des ENKS in Efrîn, Hisên Îbiş, wurde am 31. März in der Stadt Şera nördlich von Efrîn von pro-türkischen Milizen entführt. Der Verbleib des Politikers ist unklar. Die ENKS ist der sogenannte Kurdische Nationalrat, der trotz Repression mehrfach mit den türkischen Besatzern kooperiert hat und die derzeitige Regierung der PYD in der Autonomen Administration lautstärker kritisiert, als die Zustände in Efrîn.

Nachdem zuvor eigene Ausweise für die türkische Besatzungszone ausgefertigt worden waren, folgte am 31. ein einheitliches Neudesign von Führerscheinen. Der neue Führerschein erschien in türkischer und arabischer Sprache, sowie dem Symbol der Turkmenen, ein zweiköpfiger Adler, im Hintergrund des Dokuments.

Reaktionen:

Unbekannte Partisanen attackierten am 29. März einen Checkpoint der türkischen Auxiliarfraktion Firqat al-Hamzah in dem Dorf Çûqê. Bei der Explosion wurden drei Kämpfer getötet und ein weiterer verletzt.

Am 31. März attackierten die Widerstandskämpfer der HRE die türkische Armee im Dorf Maryamayn bei Şera. Die Widerstandskämpfer, bewaffnet mit einem leichten Geschütz, konnten dabei drei Soldaten der türkischen Armee töten.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien angesiedelt. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Efrin: Besatzer prügeln Vater tot

Diversen berichten nach, wurde der 50-jährige Mihemed Ibrahim im Bezirk Bilbile in Efrin zu Tode geprügelt. Die von der Türkei unterstützten Dschihadisten haben ihn demnach am 14. Mai auf seinem Feld im Dorf Xelilaka attackiert. Später erlag Ibrahim seinen Verletzungen.

Solche Vorfälle haben sich in letzter Zeit erheblich intensiviert und dauern mittlerweile schon seit dem 18. März 2018 an. Die türkischen Streitkräfte hatten am 20. Januar 2018 eine Militäroffensive auf Efrin gestartet. Um die zivile Bevölkerung vor einem langen Krieg gegen die türkische Invasion und ihren Dschihadisten zu schützen, haben sich die lokalen Verteidigungskräfte wie auch die kurdische SDF zurückgezogen. Seither hat sich die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung erheblich verschlechtert und zurückkehrende Bewohner können wegen Enteignungen nicht in ihre Häuser. Nach Einschätzung zahlreicher Juristen, ist der türkische Angriff als völkerrechtswidriger Angriffskrieg zu werten.

Die türkischen Auxiliarkräfte begehen seit der Invasion schwere Menschenrechtsverletzungen. Vom Verbot der kurdischen Sprache und Kultur bis hin zur Zwangsenteignung und Lösegeldforderung, treten verschiedene Verbrechen in Efrin und Umgebung zu tage. Unterdessen sind die verschiedenen Splittergruppen der türkischen Auxiliarkräfte untereinander verfeindet und bekämpfen sich regelmäßig.
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