Türkei startet Luftangriffe in der autonomen Region Kurdistan

Die türkische Luftwaffe führte gestern Abend einen ihrer größten Luftangriffe gegen kurdische Rebellen in der autonomen Region Kurdistan im Irak, durch.

- Türkei startet die Offensive, „Adlerkralle“
- 81 Verstecke wurden angegriffen
- Keine Berichte über Verletzte oder Tote


Dutzende türkische Kampfflugzeuge, bewaffnete Drohnen, Luftbetankungs- und Luftkommunikationsflugzeuge wurden von Stützpunkten im ganzen Land entsandt, um sich über Nacht an Angriffen gegen 81 Verstecke der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu beteiligen, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit.
Der seltene Einsatz einer Vielzahl von Flugzeugen und Drohnen im Nordirak signalisierte die Bereitschaft der Türkei, über die Grenzen des Landes hinaus zu agieren - und wurde nur zwei Tage nach einer Luft- und Seestreitübung des Militärs im Mittelmeer durchgeführt, die bis nach Libyen reichte.

Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Türkei ihre militärische Präsenz in der Region ausgebaut, um ihre vermeintlichen Interessen zu schützen. Ihr Vorgehen hat die Beziehungen zu Russland und dem Iran, die verschiedene Seiten im syrischen Bürgerkrieg unterstützt haben, sowie zu Zypern und Griechenland wegen konkurrierender Ansprüche auf natürliche Ressourcen im Mittelmeer kompliziert.

Ein Video zeigte, das in der Nähe der kurdischen Stadt Makhmour, mehrere Flächen in Flammen standen. Ein Beamter des Lagers sagte der Nachrichtenagentur Rudaw, dass die Luftangriffe auf Positionen, nahe dem Lager abzielten und mehrere Menschen, sowie Kinder, bewusstlos machten. Allerdings gäbe es keine Berichte über Tote oder Verwundete.



"Die Operation der türkischen Armee, die gestern Abend gegen die PKK gerichtet war, war eine Vergeltung für die Entscheidung der PKK, ihre Aktivitäten auf türkischem Boden zu verstärken", erklärt das türkische Kommando. "Die PKK greift die türkischen Grenztruppen schon seit einiger Zeit an. Wir alle wussten, dass die PKK in massiver Vorbereitung war und darauf wartete, dass ihre Zeit gekommen war, die Grenzen zu überschreiten".

Die Offensive kommt zu einer Zeit, in der die Türkei eine zunehmende Bereitschaft gezeigt hat, ihre gewaltigen Streitkräfte zur Verfolgung internationaler Ziele einzusetzen. In den letzten Wochen hat die türkische Militärunterstützung das Blatt im Krieg in Libyen zugunsten der international anerkannten Regierung in Tripolis gewendet. Mit Artillerie, Luftstreitkräften und verbündeten Bodentruppen hat sie eine von Russland unterstützte Offensive in Schach gehalten, um Idlib unter die Kontrolle des Damaskus-Regimes von Baschar al-Assad zu bringen.


Editiert von Passar Hariky



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Jahresbilanz der kurdischen Widerstandseinheiten

Anfang des Jahres hat die Generalführung der Hezen Parastina Gel (HPG; deutsch: Volksverteidigungskräfte) eine Jahresbilanz für das vergangene Jahr 2019 veröffentlicht.

Der veröffentlichte Bericht zählt die ausgeführten Operationen der HPG und der türkischen Armee auf und zählt die Verluste auf beiden Seiten auf. Ebenfalls hat die Hezen Rizgariya Efrine (HRE; deutsch: Efrin Befreiungskräfte) ihren Jahresbericht veröffentlich und ebenfalls ihre Daten aufgezeigt.

Dem Bericht der HPG nach habe die Volksverteidigungskraft 339 Angriffe auf türkische Armee ausgeführt. Dabei seien 1220 türkische Soldaten, Polizisten und andere Militärbedienstete ausgeschalten worden. Davon seien 20 Ziele hochrangige Amtsinhaber gewesen. 266 weitere Besatzereinheiten wurden verwundet. Zudem sind 34 Militärfahrzeuge zerstört worden (Gepanzerte Fahrzeuge, militärische Fahrzeuge und Kampfpanzer) und 7 Helikopter sind stark beschädigt worden.
121 Operationen wurden ausgeführt, dessen Ausgang konnte aber leider nicht genau festgestellt werden.
Ebenfalls wird berichtet das 456 Guerilla im Kampf gegen die türkische Armee gefallen sind und weitere 6 sind festgenommen worden.

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In Beziehung dazu wurde auch angegeben das die türkische Armee 117 Flug- und Drohnenangriffe geflogen sei. Hinzu kommen 620 Angriffe durch Gunships. Gunship ist die spezielle Bezeichnung von Flugzeugen und Helikoptern, die extra für die Erdkampf- oder Luftnahunterstützung ausgerüstet sind.
Ebenfalls folgen noch 321 Angriffe mit Artillerie, Boden-Boden-Raketen und Kampfpanzern.

Im Vergleich dazu stehen die Zahlen der HRE die ihre Operationen in Efrin, der Shebaregion, in Tel-Rifaat, al-Bab, Azaz und Marae geführt haben. Zusammengefasst seien 252 Operationen ausgeführt worden bei denen 621 Terroristen und türkische Besatzersoldaten eliminiert wurden. Weitere 455 Terroristen und Besatzer sind verletzt worden und 6 HRE-Kämpfer sind im Kampf oder durch Luftschläge gefallen.
In den ausgeführten Operationen sind 55 feindliche Fahrzeuge der türkischen Armee zerstört worden. Darin inkludiert sind gepanzerte und militärische Fahrzeuge, Kampfpanzer und Transporter. Zahlreiche Waffen und Munition wurde sichergestellt durch die HRE.





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