Gerichtsprozess gegen Leyla Güven

Leyla Güven gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der neuen kurdischen Geschichte. Ihre Aktionen waren weltweit Weckruf für viele Demokraten, Sozialisten und Frauenrechtler. Sie galt als Symbol der Emanzipation und des kurdischen Widerstandes. Anlässlich zu ihrem Gerichtsprozess am 13. November, werfen wir einen detaillierten Blick auf ihr Leben und ihre Beweggründe.

Leyla Güven wurde am 6. Mai 1964 im Norden der zentralanatolischen Provinz Konya geboren. Sie hatte sechs Geschwister und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Die Schule besuchte sie lediglich bis zum Abschluss der Grundschule und heiratete bereits im Alter von 17 Jahren. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann, ist Güven nach Deutschland ausgewandert und lebte dort unter den Nachnamen Temizkan. In Deutschland bekam sie zwei Kinder; einen Sohn und eine Tochter. Nachdem sich Güven von ihrem Mann scheiden lässt, kehrt sie zurück in ihre Heimat Konya. Später zieht sie in die südtürkische Stadt Adana.

Die politischen Anfänge

Während die Kurden innerhalb der Türkei hauptsächlich in Ostanatolien leben, lebte Güvens Familie in Zentralanatolien - umgeben von mehrheitlich türkischen Städten. Lediglich die Provinz Konya, in der auch Güven lebte, gehört in Teilen zum kurdischen Siedlungsgebiet.
Nach ihrer Scheidung hatte sie dort mit erheblichem gesellschaftlichen Druck zu kämpfen. Ab dem Jahr 1994 fing sie an, sich politisch zu engagieren. Sie wurde Vorstandsmitglied der Halkın Demokrasi Partisi (HADEP). Sowohl in Konya, wie auch in Adana, war sie zudem Vorsitzende der dort ansässigen Frauenverbände. Im selben Jahr wurde sie dann wegen angeblicher Verbindungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK verhaftet und kam anschließend in Untersuchungshaft. Türkische Quellen sprachen von einer großangelegten Offensive gegen die zivilen Strukturen der PKK. Das Verfahren gegen Leyla Güven wurde erst 2010, also sechs Jahre später, vor der Strafkammer in Amed eröffnet. Vier Jahre später, im Jahre 2014, wurde Güven aus der Haft entlassen.

Das Gefängnis von Amed

Das Gefängnis Diyarbakır (kurdisch: Zîndana Amedê) ist zweifellos die bekannteste Haftanstalt in Nordkurdistan. Laut der britischen Tageszeitung Times gehört das Gefängnis zu den „zehn berüchtigtsten Gefängnissen der Welt“. Sie wird von den Kurden und anderen Minderheiten auch als „die Hölle von Diyarbakir“ oder „Hölle Nr. 5“ bezeichnet. Den Namen erhielt sie wegen der Anwendung ihrer brutalen Foltermethoden. Die Liste dieser Foltermethoden erstreckt sich über 30 verschiedenen Arten. Unter anderem wurden die Insassen vergewaltigt oder wurden gezwungen, sich gegenseitig zu vergewaltigen. An den Genitalien wurden teilweise Elektroden befestigt, um den Gefangenen Elektroschocks zu verpassen. Die Gefängniswärter haben die Insassen auch gezwungen, aufeinander zu urinieren. Zudem wurden sie gezwungen, in den Fäkalien der Gefangenen zu baden. Die Angestellten des Gefängnisses protokollierten diese Foltermethode unter dem herabwürdigen Namen ,,Disko". Ehemalige Insassen berichten sogar davon, dass Hunde darauf abgerichtet wurden, in die Genitalen der Gefangenen zu beißen. Neben den sexuellen Foltermethoden, gab es für die Insassen auch Schlaf-, Nahrungs- und Wasserentzug für lange Zeiträume. Sie wurden extremen Temperaturen ausgesetzt und ihnen wurden außerdem auch gesunde Nägeln und Zähne herausgerissen. Alleine in der Zeit zwischen 1981 bis 1984 sind 33 Menschen im Gefängnis von Amed gestorben.

Die erneute Festnahme

Ein Jahr nach ihrer Freilassung wurde Leyla Güven als HDP-Abgeordnete für die Stadt Riha (Türkisch = Urfa) gewählt. Die HDP (Halkların Demokratik Partisi) ist eine linksgerichtete politische Partei in der Türkei, dessen Ziel es ist Repression, Ausbeutung und Diskriminierung gegen Minderheiten zu unterbinden und eine demokratische Volksherrschaft zu errichten. Sie ist bis dato die einzige Partei mit mehrheitlich kurdischen Mitgliedern, die es jemals in das türkische Parlament geschafft hat. Dort ist sie die drittgrößte Partei. Die anderen Parlamentsparteien versuchen seither die kurdische HDP zu kriminalisieren und ihren Abgeordneten die Immunität entziehen zu lassen. An vorderster Front die Regierungspartei AKP, aus der auch der jetzige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan entstammt. Ihm wird sowohl von kurdischer Seite, wie auch von der internationalen Medienlandschaft vorgeworfen, gezielt gegen die HDP vorzugehen, um diese im Parlament zu schwächen. Infolge dieser Maßnahmen, wurde dem ehemalige Ko-Vorsitzenden der HDP, Selahattin Demirtaş, die Immunität entzogen. Im November 2016 wurde er verhaftet und sitzt seither in einem Hochsicherheitsgefängnis in Edirne. Ähnliches Schicksal widerfährt auch Güven. Sie wurde im Januar 2018 festgenommenen, nachdem sie die völkerrechtswidrige Militäroperation „Olivenzweig“ in der Öffentlichkeit kritisierte.

Operation Olivenzweig

Die „Operation Olivenzweig“ war eine völkerrechtswidrige Militäroffensive der Türkei gegen die kurdische Stadt Efrîn. Efrîn liegt im Westen von Rojava und war bekannt als einzige kurdische Stadt in Syrien, die den syrischen Bürgerkrieg fast unversehrt überstanden hat. Sie gehörte zur demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien, dessen Streitkräfte gemeinsam mit der US-geführten Anti-IS-Allianz den IS aus Nordsyrien vertrieben haben. Zu ihren größten Erfolgen gehörte unter anderem die Befreiung von Rakka - der ehemaligen IS-Hauptstadt. Die Militäroffensive gegen Efrîn begann am 20. Januar 2018. Die türkische Armee kämpfte Seite an Seite mit diversen islamistischen und nationalistischen Milizen gegen die Kurden und begeht dabei vermehrt Kriegsverbrechen. Unter anderem wird der Türkei vorgeworfen, gezielt Zivilisten bombardiert und verbotene Napalmbomben verwendet zu haben. Die BBC hat darüber hinaus von gezielten Plünderungen der pro-türkischen Truppen in Efrîn berichtet. Auch die Direktorin des Max-Planck-Instituts für ausländisches-öffentliches Recht und Völkerrecht und der Völkerrechtler Stefan Talmon von der Universität Bonn, sehen in der türkischen Militäroffensive gegen Efrîn einen Bruch des Völkerrechts. Zudem wird den pro-türkischen Kräften von sowohl kurdischer Seite, wie auch von zahlreichen internationalen Medien vorgeworfen, Eziden zwangskonvertiert und ihre Gebetsstätten zerstört zu haben. Mit der Besetzung von Efrîn waren viele Einwohner aufgrund bevorstehender politischer und religiöser Repressionen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und wurden hauptsächlich in Flüchtlingslagern bei Tall Rifaat untergebracht.

Der Hungerstreik

Nachdem Leyla Güven wegen der Kritik an der völkerrechtswidrigen Militäroffensive gegen Efrîn verhaftet wurde, trat sie am 7. November in einen unbefristeten Hungerstreik. Mit dem Protest wollte sie eine Aufhebung der Isolationshaft von Abdullah Öcalan erreichen. Abdullah Öcalan ist ein kurdischer Politiker, Philosoph und Gründer der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Im Februar 1999 wurde er im Zuge eines internationalen Komplotts im kenianischen Nairobi verhaftet und in die Türkei verschleppt. Seither befindet er sich in der Hochsicherheits-Strafvollzugsanstalt İmrali. Sie ist die viertgrößte Insel im Marmarameer und dient der Türkei als Gefängnisinsel. Wie aus zahlreichen Berichten hervorgeht, werden sowohl seine Anwälte, wie auch seine Familie daran gehindert, Kontakt mit Öcalan aufzubauen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bezeichnete 2005 das Verfahren gegen Öcalan als unfair. Gegen diese Umstände führte Güven einen 200 Tage langen Hungerstreik, an dem sich viele kurdische Aktivisten weltweit beteiligten - darunter über 7.000 politische Gefangene. Dadurch kam es zu großangelegten Solidaritätsaktionen in Europa und der Türkei. Die Anwälte Öcalans veröffentlichen daraufhin eine Erklärung, in der es unter anderem heißt, dass der Hungerstreik seinen Zweck erfüllt hat. In dieser Erklärung wird zudem um die Beendigung des Hungerstreik gebeten. Mit dem Ende des Hungerstreiks erklärte Güven, dass sie den "Kampf gegen Isolation und für sozialen Frieden" dennoch fortsetzen werde. Am 13. November beginnt in der Türkei der Gerichtsprozess gegen Leyla Güven.

Editiert von Passar Hariky

Vereinte Nationen prüfen Plan zur ethnischen Säuberung von Nordsyrien

Am 01.11.2019 traf sich der türkische Staatspräsident Erdogan mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres in Istanbul. Antonio Guterres lobte die Türkei zu Beginn des Gespräches für ihre gute Kooperation mit den Vereinten Nationen und bedankte sich auch für die kräftige, wahrscheinlich finanzielle, Unterstützung des türkischen Staates bei den Vereinten Nationen.

Der türkische Staatspräsident Erdogan stellte dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres dann seinen Plan zur Zwangs-Ansiedlung von mindestens drei Millionen syrischen Arabern in von Kurden bewohnten Gebieten vor.
Der UN-Generalsekretär betonte die Notwendigkeit der sicheren „Rückkehr“ syrisch-arabischer Flüchtlinge nach Nordsyrien und versprach sofort ein von der UN geleitetes Team von Experten zu erstellen, um Erdogans Plan genauestens zu studieren und gegebenenfalls weitere Verhandlungen mit den türkischen Behörden zu führen.

Antonio Guterres kritisierte während dieser Gespräche mit keinem Wort die türkische Invasion in Nordsyrien, die einen Bruch im Völkerrecht darstellt und vor der nach UN-Angaben mindestens 180.000 Menschen geflohen sind. Ebenfalls erwähnte der UN-Generalsekretär mit keinem Wort die zahlreichen türkischen Kriegsverbrechen, wie zum Beispiel die gezielte Bombardierung von zivilen Konvois oder die Exekutierung der kurdischen Politikerin Hevrin Khalaf in Nordsyrien.
Auch die sichere Rückkehr der Menschen, die derzeit vor der türkischen Invasion fliehen, wurde nicht versichert. Stattdessen scheint es so, als würde die UN den türkischen Plan zur Ansiedlung syrisch-arabischer Flüchtlinge aus Idlib unterstützen. Die fehlende Garantie der sicheren Rückkehr der Flüchtlinge aus Nordsyrien, die vor der türkischen Armee geflohen sind, macht diesen Plan de facto zu einer ethnischen Säuberung.

Diese scheinbare Unterstützung der ethnischen Säuberung in Nordsyrien durch die UN, markiert eine 180 Grad Wende der Werte und der Mission der Vereinten Nationen. Es ist das erste Mal, dass die Vereinten Nationen aktiv eine ethnische Säuberung unterstützt und an ihr mitwirkt.

Editiert von Passar Hariky

Assad will den kurdischen Teil zurückerobern

Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat angekündigt, dass er alle kurdischen Gebiete des Landes zurückerobern wird, was die Hoffnung der Kurden, Araber, Armenier, Assyrer und Turkmenen In Nordsyrien auf Selbstverwaltung zunichte macht. In einem Interview, das am letzten Donnerstag im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, wies Assad darauf hin, dass es sich bei dem Abkommen mit den Kurden, die eine autonome Verwaltung im Nordosten Syriens eingerichtet hatten die fast ein Drittel des Landes abdecke, nicht nur um ein militärisches Abkommen handelt.

Der Befehlshaber der kurdisch-geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF = Syrian Democratic Forces) sagte, er misstraue sowohl dem syrischen Regime als auch Russland, sagte aber in den am Samstag veröffentlichten Bemerkungen, dass er "einem politischen Weg" zum Wohle des Friedens folgen werde.
Mazloum Abdi, auch bekannt als Kobani, erklärte gegenüber der italienischen Zeitung La Repubblica, dass künftige Verhandlungen, Garantien der internationalen Gemeinschaft erfordern.
"Wir haben kein Vertrauen. Aber es ist nicht möglich, die Probleme Syriens zu lösen, ohne den politischen Weg zu beschreiten.Wir müssen verhandeln.“, sagte er.

Bis zum Abzug der Vereinigten Staaten aus Syrien genoss die SDF, deren Mitglieder größtenteils Kurden sind, die Unterstützung einer von Washington geführten Koalition im Kampf gegen den IS.

Bei den laufenden Verhandlungen habe Russland als Vermittler zwischen seiner Fraktion und dem Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad fungiert.
"Wir werden keiner Vereinbarung beitreten, die nicht die Verteidigung unseres Volkes und seiner politischen, administrativen und kulturellen Freiheit beinhaltet", warnte Mazlum Abdi und fügte hinzu, es habe auch Gespräche mit der US-Regierung gegeben, die "Garantien angeboten hätten, aber es gebe eine gewisse Langsamkeit diese Garantien vor Ort anzuwenden.
Er verurteilte die Entscheidung der USA sich aus Syrien zurückzuziehen und erklärte, dass der Schritt "grünes Licht für den türkischen Angriff auf unser Volk" gegeben hätte und Verstöße gegen Vereinbarungen zwischen der SDF und Washington.

Auf die Frage nach dem Wunsch des türkischen Präsidenten Recep Erdogan, ihn verhaften zu lassen, sagte Abdi: "Was erwarten Sie noch von einer Person, die sein Vorhaben, unser Volk zu massakrieren, nicht vor der Welt verbirgt?"

Die Türkei und ihre jihadistisch-islamistischen Söldner starteten am 9. Oktober einen grenzüberschreitenden Angriff auf kurdische Gebiete, wobei sie einen 120 Kilometer langen Streifen entlang der Grenze, erobern wollen. Der Überfall tötete bisher Hunderte Zivilisten und veranlasste die Flucht von 300.000 Menschen.
Die Türkei und Russland einigten sich daraufhin in Sotschi darauf, dass sich kurdische Truppen zurückziehen.

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Türkei und Russland unterzeichnen Deal zur Sicherheitszone

Türkei und Russland unterzeichnen Deal zur Sicherheitszone

Die Türkei und Russland haben heute eine Absichtserklärung zur Sicherheitszone in Nordsyrien unterzeichnet.
Die Absichtserklärung ist das Resultat des heutigen Treffens zwischen dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem russischen Präsidenten Putin, die heute in Sotschi ein Treffen hatten, um das weitere Vorgehen in Syrien zu diskutieren.
Die zwei Staaten einigten sich auf die Etablierung eines 30-Kilometer-weiten Sicherheitszone in Nordsyrien die von der türkischen Grenze in Landesinnere ausgeht. Dabei soll die Zone, unter Verantwortung der syrischen und russischen Militärpolizei, von der Präsenz der YPG gesäubert werden.
Um 00:00 Uhr am 23.10. soll das Vorhaben offiziell starten. Die YPG hat 150 Stunden Zeit, aus der Sicherheitszone mit all ihrer Bewaffnung sich zu entfernen.
Sowohl die Türkei als auch Russland werden einen 10-Kilometer-weiten Korridor von der türkischen Grenze aus gemeinsam patrouillieren.

Beide Staaten erklären, dass Souveränität und die territoriale Integrität Syriens zu jeder Zeit respektiert und gewahrt und dass die nationale Sicherheit der Türkei garantiert werden muss. Die Absichtserklärung besagt ebenfalls, dass sowohl Russland als auch die Türkei dazu beauftragt sind, jegliche militärische Einbindung in dieser Zone zu unterbinden und gemeinsam dazu hinarbeiten die Zone mit Geflüchteten anzusiedeln.
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Trump verhängt erste Sanktionen gegen die Türkei

Donald Trump hat als Reaktion auf die türkische Offensive gegen die Kurden in Syrien Sanktionen gegen hochrangige Mitglieder der türkischen Regierung verhängt und wird einen „kleinen Fußabdruck" der US-Truppen im Land behalten.

Trump sagte in seiner Erklärung am Montag, dass Erdogans Einzug in Nordsyrien „eine humanitäre Krise auslöst und Bedingungen für mögliche Kriegsverbrechen schafft" und dass die Türkei Schritte unternehmen muss, um sicherzustellen, dass der islamische Staat in Syrien kein Comeback feiert. "Ich bin voll und ganz darauf vorbereitet, die türkische Wirtschaft rasch zu zerstören.“

Der US-Präsident sagte, die Stahlzölle werden auf 50 Prozent angehoben und die Verhandlungen über ein Handelsabkommen über 100 Milliarden Dollar werden ausgesetzt. Die angekündigten Sanktionen betreffen drei türkische Beamte, die Minister für Verteidigung, Energie und Inneres. Das Finanzministerium hat auch Sanktionen gegen das türkische Verteidigungsministerium und das türkische Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen verhängt. Kritiker sagen jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichend seien. Nach Ansicht von Analysten ist es höchst unwahrscheinlich, dass US-Sanktionen die Türkei davon abhalten, eine von Erdogan als strategisch erachtete Militäroperation durchzuführen.

Vizepräsident Mike Pence sagte am Montag vor Reportern im Weißen Haus, Trump habe mit Erdogan gesprochen und versucht einen Waffenstillstand zu erzielen. Pence sagte weiter, er und der Nationale Sicherheitsberater Robert O’Brien planten eine Reise in die Türkei, um den Waffenstillstand zu vermitteln. Die Türkei startete letzten Mittwoch den grenzüberschreitenden Angriff auf kurdische Kämpfer, nachdem Trump einige US - Truppen aus der Region abgezogen hatte. Die Türkei sagt, die Offensive ziele darauf ab, die kurdisch geführten syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) aus dem Grenzgebiet zu entfernen und eine "sichere Zone" zu schaffen, in die Millionen syrischer Flüchtlinge zurückgebracht werden können.

VW stoppt Investition in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar in der Türkei

Volkswagen hat aufgrund der Militäroffensive des Landes in Syrien, eine geplante Investition in Höhe von 1,4 Mrd. USD in der Türkei, ausgesetzt. Der weltweit größte Automobilhersteller, der 122 Produktionsstätten weltweit betreibt, hatte sich auf eine endgültige Entscheidung für eine Fabrik in der westlichen türkischen Provinz Manisa vorbereitet.

„Die Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt", hieß es in einer Stellungnahme. „Wir beobachten die Situation aufmerksam und sind besorgt über die aktuellen Entwicklungen.“ Das 1,4 Milliarden Euro teure Werk soll Autos von Volkswagen, Passat und Skoda Superb, produzieren.“ Die Türkei hatte in der vergangenen Woche im syrischen Grenzgebiet eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet und dabei die Grenze des Nachbarstaats Syrien überschritten. Am Montag zeigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trotz internationaler Kritik entschlossen, den Einsatz fortzusetzen, bis „der endgültige Sieg errungen“ sei. Ende August hatte der VW-Aufsichtsrat bereits eine Grundsatzentscheidung für die Mehrmarken-Fabrik in der Türkei getroffen. Für rund eine Milliarde Euro wurde geplant, 4000 Arbeitsplätze zu erschaffen, um jährlich 300.000 Autos herstellen zu können. Vom Band laufen sollen dort der VW Passat und der baugleiche Skoda Superb mit Verbrennungsmotoren.

Das geplante Werk sei, laut dem Unternehmen, nur auf dem Eis gelegt, da man sich erhoffe, dass sich die Situation normalisiert. „Der Autohersteller beobachte die Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung“, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag und bestätigte damit die Entscheidung über die Vertagung vom Bau des neuen Werks.

Der SPD-Politiker, Stehpan Weil, der für das Land Niedersachsen als zweitgrößter Anteilseigner von VW im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt, sagte, dass der türkische Angriff eine Eskalation darstelle, die „dermaßen unvertretbar ist und einen Schlag ins Gesicht von Menschenrechten und internationalem Recht darstellt, dass in der Tat die Voraussetzungen für ein Engagement für mich nicht vorstellbar ist.“ Da sich in Nordsyrien derzeit die türkische Armee auf der einen und kurdische Kämpfer und Einheiten der syrischen Armee auf der anderen Seite – wie Weil es nannte – „bis an die Zähne bewaffnet“ gegenüber stehen, dürfte Weil aber kaum eine friedliche Lösung in den nächsten Wochen bis zur VW-Aufsichtsratssitzung erwarten. Er wünsche sich sehr, dass der türkische Präsident Erdogan merke, „dass er sich auf einen sehr gefährlichen Irrweg begeben hat, der dringend wieder verlassen werden muss“, sagte Weil.

St. Pauli Ultras fordern Rauswurf von Sahin

Die Fans des FC St. Pauli fordern den sofortigen Rauswurf des türkischen Spielers Cenk Sahin.

Der 25-jährige Mittelfeldspieler postete auf den sozialen Medien Inhalte zu dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien. So schrieb er unter anderem auf Instagram: „Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und den Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!“. Das ganze versehrt mit einem Hashtag der auf die Militäroffensive hindeutet.

In einem offiziellen Statement auf deren Website schreiben die Ultras des Vereins:
„Für uns Ultras steht deshalb fest, dass Cenk Şahin nicht mehr im Trikot des FC Sankt Pauli aufläuft. Wir fordern den Verein auf, Cenk Şahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!“

Für das heutige Spiel von St. Pauli wurde der Türke nicht nominiert.

Der Verein veröffentliche eine Stellungnahme auf der Klub-Webseite:
„Der FC St. Pauli distanziert sich klar von dem Post und dem Inhalt, weil er mit den Werten des Vereins nicht vereinbar ist. Der Verein hat bereits mit dem Spieler gesprochen und arbeitet intern die Thematik auf. Solange die interne Aufarbeitung nicht abgeschlossen ist, wird sich der FC St. Pauli nicht weiter dazu äußern.“

Editiert von Passar Hariky



 
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Syrische Regierung warnt Türkei

Die syrische Regierung hat die Türkei abermals davor gewarnt, eine Militäroperation auf syrischem Boden durchzuführen.
Zudem macht der stellvertretende syrische Außenminister Faisal al-Makdad den Kurden ein Angebot.


Es ist das erste Mal, dass die syrische Regierung die Türkei direkt vor einem Angriff auf syrischen Boden warnt.
Man werde sein Territorium verteidigen und keine Besetzung der "syrischen Erde" akzeptieren, zitierte die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" den stellvertretenden Außenminister Faisal al-Makdad.
Zudem rief er die Kurden dazu auf sich mit Damaskus zu verbünden um so „nicht in die Hölle zu stürzen“.
Bereits zuvor haben ranghohe SDF Generäle wie, Maslum Abdi, gegenüber internationalen Nachrichtenagenturen verkündet, dass sich die SDF eine Zusammenarbeit mit dem Regime vorstellen könne.

Auch der Iran hat sich mittlerweile eingeschaltet und sich gegen eine türkische Offensive ausgesprochen.
Die territoriale Integrität Syriens sowie die Souveränität der Regierung des Landes sollten in jedem Fall respektiert werden. Das teilte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in einem Telefonat mit.
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