Türkei bombardiert kurdische Dörfer in Şehba

Gestern Abend wurden mehrere Dörfer in der Nähe von Efrîn von türkischen Kräften angegriffen. Zuvor bombardierte die russische Luftwaffe zwei türkische Positionen in der umkämpften Provinz Idlib.

Gestern gegen 23:50 Uhr wurden die Dörfer Merenaz, Malikiyê, al-Qamiyê und Şêx Isa im Landkreis Şera und Şehba von der türkischen Luftwaffe bombardiert. Die angegriffenen Dörfer werden seit geraumer Zeit immer regelmäßiger attackiert. Dort konzentrieren sich nämlich die Widerstandselemente der lokalen kurdischen Streitkräfte, die die regelmäßigen Angriffe türkisch-islamistischer Milizen abwehren. Außerdem wurde am selben Abend auch das Stadtzentrum von Tell Rifat beschossen.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Efrîn, war ein Großteil der dortigen Bevölkerung gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen und als Binnenflüchtlinge in der naheliegenden Wüstenregion Şehba Zuflucht zu finden. Mit der türkischen Besatzung von Efrîn wurde dort Sprache, Kultur und politische Partizipation verboten. Die Stadt wird seither von islamistischen Milizen zwangsverwaltet.

Die türkischen Luftangriffe gegen kurdische Positionen in Şehba lassen sich als Reaktion auf das vorherige russische Bombardement verstehen. Einige Stunden zuvor hat die russische Luftwaffe zwei Positionen türkischer Streitkräfte in der umkämpften Provinz Idlib bombardiert und dabei schätzungsweise 32 Soldaten getötet. Seit geraumer Zeit haben sich die Gefechte um Idlib intensiviert. Die syrische Armee führt eine Offensive gegen Türkei-nahe islamistische Milizen und wird dabei von der russischen Regierung unterstützt. Zuvor konnten die syrischen Kräfte große Erfolge verzeichnen und die Milizen gen Idlib zurückdrängen.



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