ISIS-nahe Gruppe verbreitet Video einer Enthauptung

Im Februar 2019 hat eine extremistische Gruppe in der Garmiyan Region der autonomen Region Kurdistan einen ehemaligen Peschmerga entführt. Das Video der barbarischen Enthauptung wurde aber erst in den letzten Wochen auf den sozialen Medien verbreitet. Bei dem Opfer handelt es sich um den 33-jährigen Kurden Asaad Ali aus dem Dorf Qalla in der Nähe der Stadt Kifri. Er und sein Kollege wurden von den Islamisten gefangen genommen. Während Asaads Freund später frei kam, musste er selber mit seinem Leben zahlen.

- White Flags teilen Video der Enthauptung eines ehemaligen Peschmerga
- Als Splittergruppe des Islamischen Staates ist die Terrorgruppe in den umstrittenen Gebieten sehr aktiv
- Die Iraker nannten die White Flags vorher bewusst falsch als kurdische Terrorgruppe


Im Grenzgebiet zwischen der Region Kurdistan und dem Irak kommt es bis heute noch häufig zu Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung. Denn nach der gewaltsamen Übernahme der umstrittenen Gebiete durch die Iraker wurde später auch die gemeinsame militärische Kooperation aufgekündigt. Durch die Verweigerung der Zusammenarbeit mit den Peschmerga konnten extremistische Gruppen weiterhin die Menschen im Grenzgebiet terrorisieren. Viele Kurden mussten ihr Leben geben, weil die Araber weiterhin daran festhalten, dass die umstrittenen Gebiete nur zum Irak gehören und die Durchführung von Artikel 140 der irakischen Verfassung verhindert werden muss.

Wer sind die „White Flags“?

Durch die internationale Koalition und den kurdischen Kräften war es möglich den Islamischen Staat (IS) aus Süd- und Westkurdistan zu vertreiben. Anschließend wurde das Kalifat komplett aus den Hochburgen Mossul und Rakka vertrieben und war territorial besiegt. Doch mit der Niederlage sind aus Terrorgruppe neue Gruppierungen hervorgegangen. Einer diese Gruppe sind die sogenannten islamistischen „White Flags“. Diese agieren einigen Quellen zur Folge seit 2017 und sind wahrscheinlich eine Splittergruppe des IS. In der Vergangenheit haben sie wiederholt die Peschmerga und auch die irakischen Soldaten angegriffen. So versuchen sie die Region zu destabilisieren und erhoffen sich ein Islamischen Staat 2.0.

Die Verbreitung von Fake News gegen die Kurden

Als mit dem Erstarken des IS die irakische Armee aus den umstrittenen Gebieten geflohen ist, sind die Peschmerga der Regionalregierung Kurdistans in die kurdischen Städte einmarschiert. Die Kurden kamen so auch in Kontrolle der multi-ethnischen Stadt Kirkuk und aufgrund des angespannten Verhältnisses zu Bagdad wurde ein Unabhängigkeitsreferendum am 25. September 2017 abgehalten. Das Ergebnis war klar, weil 92 % sich für die Unabhängigkeit der Region Kurdistan ausgesprochen haben. Die irakische Regierung hat als Reaktion mithilfe von iranischen Milizen eine Invasion eingeleitet, um wieder in Kontrolle der verlorenen Gebiete zu kommen. Dies gelang auch den Irakern und damit verloren die Kurden ein weiteres Mal die Kontrolle über Kirkuk. Durch die neue Sicherheitslage und der Teilnahme der schiitischen Hashd Al-Shaabi an der Invasion, kam es zu Angriffen auf die arabischen Besatzer in den umstrittenen Gebieten. Für die Angriffe wurden die White Flags verantwortlich gemacht. Durch eine irakische Fake-News-Kampagne gab es Meldungen, dass der Führer der White Flags ein Anhänger der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) sei. Damit sei nach ihren Angaben eine kurdische Terrororganisation aktiv und müsse bekämpft werden. Damit legitimierte sie auch die unrechtmäßigen Kontrollen und Angriffe gegen die kurdische Bevölkerung in den umstrittenen Gebieten. In den folgenden Jahren gab es immer wieder Meldungen von den White Flags und deren Angriffe auf nicht nur irakische Soldaten, sondern auch auf die Peschmerga Kräfte. Das widerlegte die falschen Anschuldigen der irakischen Seite gegen die Kurden. Die White Flags sind keine kurdische Terrorgruppe, sondern auch der Feind der Regionalregierung Kurdistans.

Was passiert in Zukunft?

Es hat mehr als drei Jahre gedauert, bis die irakische Zentralregierung zugestimmt hat, mit den Kurden zusammenzuarbeiten. In den umstrittenen Gebieten werden zwischen kurdischer und irakischer Seite gemeinsame Koordinierungszentren eingerichtet und auch das Niemandsland aufgelöst. Durch die Kooperation wird es möglich sein die letzten Gefahren unter Kontrolle zu bekommen und damit die Region zu stabilisieren. Auch wenn es zwischenzeitlich zu kleineren Zwischenfällen zwischen der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga gekommen ist, arbeiten beide Seiten intensiv daran die Zusammenarbeit fortzuführen. Schon im nächsten Jahr soll es aber im Irak zu einer neuen Parlamentswahl kommen. Ob die neue Regierung die Fortschritte des jetzigen irakischen Premierminister fortführen wird, weiß keiner. Daher ist es wichtig, dass die Region Kurdistan mit der aktuellen Regierung alle wichtigen Details aushandelt. Eine bessere irakische Regierung wird wahrscheinlich nicht folgen.


Editiert von Passar Hariky



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IS greift großflächig irakische Kräfte an

In den letzten Tagen griffen Kämpfer des Islamischen Staates mehrere Stellungen der irakischen Armee und der vom Iran angeführten Hashd al-Shaabi an.

- Die angegriffenen Stellungen befinden sich Nahe Tikrit, Balad, Samarra, Al-Dur und weiteren abgelegenen Orten der Salahuddin Provinz.
- Dieser Angriff reiht sich ein in dutzende weitere Angriffe des IS in den vergangenen Monaten.
- Der Angriff offenbart die militärische Stärke, die der Islamische Staat im Irak weiterhin besitzt.


Die irakische Armee hat nach ihren Angaben auf die Angriffe sofort reagiert und sendete Verstärkungen an die angegriffenen Stellungen. Hinzu kam der Einsatz der irakischen Luftwaffe, die unterstützend und aufklärend den Bodeneinheiten assistierte.
Allerdings scheint die Effektivität der irakischen Luftwaffe nicht signifikant gewesen zu sein, da die irakische Armee in ihrer Stellungnahme nur von drei getöteten Kämpfern des Islamischen Staates spricht, obwohl sie diese Zahlen eigentlich immer zum Zwecke der Moral und der Propaganda verdoppeln oder verdreifachen.
Auch die Verstärkungen der irakischen Armee scheinen keine signifikante Hilfe gewesen zu sein, da diese erst mit einer Verspätung von einer Stunde an den Stellungen ankamen und sich teilweise nach kurzer Zeit wieder zurückziehen mussten und einige Stellungen komplett aufgeben mussten. So wurden mehrere Stellungen der irakischen Armee und der Hashd al-Shaabi zerstört oder komplett niedergebrannt.
Im Gegensatz dazu stehen die Opferzahlen der Hashd al Shaabi und der irakischen Armee, die laut dem Statement nur bei 10 liegen. Einer Zahl der man angesichts der Historie von Verschönerungen von Opferzahlen und des offensichtlichen Ausmaßes des Angriffes wenig Glauben schenken kann.

Die Angriffe zeigen deutlich, wie Stark der Islamische Staat im Irak geworden ist und mit welcher militärischen Härte sie angreifen können. Es fällt dabei auf, das der Islamische Staat über die Gegenmaßnahmen der Hashd al-Shaabi und der irakischen Armee sehr gut informiert ist.
So haben sie bei ihren Angriffen IEDs (Improvised explosive devices - Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung) an den Routen platziert, um die Verstärkung der irakischen Armee und der Hashd al-Shaabi abzufangen.

Diese Vorgehensweise zeigt wie der Islamische Staat über die nötigen Informationen verfügt, um große und stärkere militärische Strukturen auszuhebeln und das Ungleichgewicht der Kräfte auszugleichen.
Diese militärische Expertise stellt den Irak erneut vor einer enormen Herausforderung, welche ähnlich wie 2014, dem IS den Freiraum lässt erneut große Teile des Landes zu erobern.

Es ist unklar wie die militärische Führung des Landes auf diese Bedrohung reagieren wird. Vergangene Angriffe des IS, wie kürzlich Ende April auf die Energieinfrastruktur der Provinz Diyala wobei mehr als 1,700 Megawatt vom Stromnetz gegangen sind, zeigen wie überfordert der Irak mit der Bekämpfung der IS-Zellen ist.
Eine Wiederholung des 2014-Szenarios, bei der die irakische Armee komplett kollabierte und dem IS den Weg bahnte große Teile des Landes zu erobern, scheint immer wahrscheinlicher.



Editiert von Passar Hariky



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Autonome Selbstverwaltung verurteilt Terroranschlag in Efrin

Am Dienstag dem 28.04. wurde ein Marktplatz in Efrin von einer massiven Explosion erschüttert, die mindestens 40 Zivilisten, davon 12 Kinder, tötete und mehr als hundert Zivilisten verletzte.
Unbekannte Terroristen haben einen Tanklaster mit Benzin überladen und auf dem Marktplatz, vor dem Hauptquartier einer von der Türkei geführten syrisch/arabischen Miliz zur Detonation gebracht. Dabei sind mindestens 15 Mitglieder der Miliz getötet worden.


Aufgrund des Umstandes das dieser Angriff scheinbar einer Miliz galt, welche in Efrin unter der Führung der Türkei das Gebiet besetzt, gingen Experten zunächst davon aus, das es sich bei den Tätern um Mitglieder der kurdischen Widerstands Miliz „Wrath of Olives“ oder HRE handelt. Die kurdischen Milizen haben sich allesamt von dieser Tat distanziert und vermuten, dass die türkischen Milizen selbst dahinter stecken, da diese bereits seit Monaten blutige Gefechte gegeneinander führen, in denen es hauptsächlich um Territorium und eroberte Kriegsbeute (der indigenen kurdischen Bevölkerung Efrins) geht.
Auch vermutet man das Bestreben des türkischen Staates hinter diesem terroristischen Akt. In jüngster Zeit drängt die Türkei und ihre Milizen die indigene kurdische Bevölkerung immer mehr dazu, Efrin zu verlassen. Um dieses Ziel zu erreichen werden regelmäßig die in der Stadt verbliebenen Kurden angegriffen, entführt und schikaniert. Besonders oft werden Orte von Sprengsätzen der Türkei geführten Milizen heimgesucht, welche mehrheitlich bzw ausschließlich von Kurden besucht werden.

Der General der Demokratischen Kräfte Syriens Mazlum Abdi bezeichnete diesen Angriff als einen Akt des Terrors und verurteilte diesen zutiefst. Am Mittwoch den 29.04.2020 veröffentlichte der Demokratische Rat Nord- und Ostsyriens ein Statement indem es heißt:
„Wir der Demokratische Rat Syriens verurteilen und denunzieren diesen hinterhältigen und feigen Akt des Terrors, welcher unschuldige Zivilisten angriff und den übriggebliebenen droht, ihre Städte und Dörfer (Gemeint ist kurdische Bevölkerung in Efrin) zu verlassen“.

Die gesamte politische Führung der Autonomen Administation Nord- und Ostsyriens ist zutiefst bestürzt und geschockt über diesen brutalen Angriff, der zahllosen unschuldigen das Leben gefordert hat. Die Autonome Selbstverwaltung ruft die internationale Staatengemeinde auf, die Türkei aufzufordern Efrin zu verlassen, damit der tägliche Terror der türkischen Milizen endlich ihr Ende hat.



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Prozessauftakt gegen IS-Kämpfer in Frankfurt

Am heutigen Freiten den 24.04.2020 beginnt in Frankfurt, Deutschland erstmalig ein Prozess gegen ein Mitglied des Islamischen Staates, bei dem es konkret um den Genozid an der ezidischen Glaubensgemeinschaft geht.

- Dieser Prozess ist der weltweit erste Prozess bei dem es um den Genozid an den Eziden geht
- Der angeklagte Mann ist ein IS-Kämpfer der aus dem Irak stammt
- Eziden Weltweit blicken auf diesen Prozess, da er die Position Europas zu dem Völkermord an der ezidischen Glaubensgemeinschaft zeigen wird


Bereits vor dem Prozess kam dieser bereits unter scharfe Kritik von ezidischen und nicht-ezidischen Aktivisten, da der Prozess die massenhaft begangenen Sexualverbrechen an den Eziden nicht in die Anklage aufnimmt.
Der Grund dafür ist die deutsche Rechtsprechung, bei der man einen Beweis für die Tat braucht und obwohl es außer Zweifel steht, das diese Sexualverbrechen stattgefunden haben kann dies nicht unter den deutschen Anforderungen bewiesen werden. Die wenigen befreiten ezidischen Frauen kannten die Identität ihrer Peiniger nicht oder sind von ihrem Trauma so stark geschädigt, dass sie sich nicht einwandfrei an das Gesicht ihrer Peiniger erinnern können, wodurch eine Zeugenaussage nicht möglich wäre.

Es steht außer Frage, dass das die Eziden durch die systematischen sexuellen Verbrechen enormen Schaden davon getragen haben. Trotzdem werden diese Verbrechen in der Anklage nicht beachtet.
Die einzige Möglichkeit den Angeklagten IS-Kämpfer für diese Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, bleibt in der Anklage der „geschlechtsbezogenen Verfolgung“. Bei dieser Anklage geht es aber ebenfalls nicht um die sexuellen Verbrechen, sondern um die männliche Herrschaft über einer Frau, da er sie als Teil der Ideologie des Islamischen Staates als sein Eigentum betrachtet hat.

Genozid an Eziden

Im August 2014 griffen Kämpfer des Islamischen Staates die Heimatregion der ezidischen Glaubensgemeinschaft Shingal/Sindjar an.
Nach einem Kollaps der dort stationierten Peshmerga Einheiten, zogen diese sich aus dem Gebiet zurück und schützten nicht mehr die Shingal Region und die ezidischen Kurden. Über Nacht flohen Zehntausende Eziden in die Berge der Shingal, wobei tausende den Hungertod erlitten, verdursteten oder vor Erschöpfung starben.

Die Kämpfer des islamischen Staates konnten mühelos die gesamte Region erobern und das Gebirge umstellen. Es drohte ein Genozid für alle Eziden in Shingal.
Erst als die YPG mit Luftunterstützung der USA von Rojava (Syrien) aus zur Hilfe eilte und einen Korridor bis in das Gebirge freikämpfte, konnten die Hunderttausenden ezdischen Kurden im Shingal Gebirge gerettet werden.
Für Zehntausende Eziden aber, kam jede Hilfe zu spät. Bis heute bleiben tausende ezidische Frauen und Kinder verschwunden.

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Hanau: Kurdische Shishabar wird zum Ziel von Rechtsterrorismus

In der hessischen Stadt Hanau gab es am Mittwochabend einen Terroranschlag. Aktuellen Medienberichten zufolge wurden dabei elf Menschen getötet und zahlreiche weitere Personen verletzt. Ziel des Anschlags war eine kurdische Shishabar in der Innenstadt von Hanau und ein Café im Stadtteil Kesselstadt.

Der mutmaßliche Täter Tobias R. hat gemäß Polizeiangaben am Mittwochabend gegen 22:00 Uhr die in der Innenstadt befindende Bar Midnight angegriffen. Berichten zufolge sollen sich die Opfer vor der Bar aufgehalten haben, wo sie anschließend auch ermordet wurden. Fälschlicherweise berichteten zahlreiche Medien von einer Schießerei. Dem ist nicht so, da jegliche Gewalt ausschließen vom Täter ausging. Anschließend griff Tobias R. das Lokal Arena Bar & Café im Stadtteil Kesselstadt an und tötet dort weitere Menschen. Am Donnerstagmorgen wurde Tobias R. leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Neben ihm lag die Leiche seiner Mutter.

Bislang kamen bei dem Anschlag insgesamt elf Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Darüber hinaus soll es auch einige Schwerverletzte geben. Laut den Sicherheitsbehörden sind unter den Todesopfern viele Menschen mit Migrationshintergrund. Wie die Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut (Die Linke) berichtet, gehören zu den Opfern vier Mitglieder des lokalen kurdischen Vereins. Unter den Opfern befindet sich der Sohn eines Journalisten der renommierten kurdischen Tageszeitung Yeni Özgür Politika.

Tobias R. hatte zuvor mehrere verschwörungstheoretische Videos ins Netz gestellt. Außerdem hinterließ er ein 24 Seiten langes Manifest, in dem er die Vernichtung bestimmter Völker predigt, welche nicht aus Deutschland ausgewiesen werden können. Angesicht dieser Aussagen ist zu erwarten, dass die Angriffe nicht willkürlich waren. Vielmehr hat der Täter gezielt versucht, Personen mit Migrationshintergrund zu töten. Ob es sich darüber hinaus auch um einen gezielten anti-kurdischen Angriff handelt, konnte bis dato nicht geklärt werden. Unter den Opfern befinden sich auch nicht-Kurden.

Anlässlich des gestrigen Ereignisses, wurden für heute zahlreiche Demonstrationen in ganz Deutschland angekündigt. In der Hauptstadt beginnt die Demonstration um 18 Uhr am Hermannplatz. An der Demonstration werden auch Politiker teilnehmen. Unter Ihnen auch der Politiker Hakan Tas, welcher zuvor, wie viele andere, über die sozialen Medien sein Mitgefühl bekundet hat.



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