Eine Woche Rojava: Wie sich die Situation weiter verschärft

Innerhalb einer Woche kam es zu zahlreichen Konflikt-Situationen in Rojava. Russland tritt offensiver auf, Anschläge treffen türkische Besatzungszone und Türkei bombardiert Zivilisten.

- SDF hat die zweite Etappe der Anti-IS-Offensive abgeschlossen und dabei zahlreiche IS-Schläferzellen entschärft
- Russland tritt offensiver gegen die Türkei auf und bombardiert Positionen von Dschihadisten
- Türkisch-Islamistische Milizen intensivieren Aggressionen gegen Rojava und verletzten dabei mehrere Zivilisten


Zeitgleich mit der großangelegten Anti-IS-Offensive der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und ihren Partnern der US-geführten Anti-IS-Allianz, kommt es zu einer Intensivierung türkischer Aggressionen gegen die Autonome Administration von Nord- und Ostsyrien (Rojava). Die Anfang Juli eingeleitete Etappen-Offensive im Umland der syrisch-irakischen Grenze (entlang Rojava) richtete sich gegen IS-Schläferzelle. Dabei wurden bis dato insgesamt 141 IS-Terroristen festgenommen. Zudem konnte die SDF zahlreiche Waffen sicherstellen, darunter Waffen wie AK-47, BKC, RPG-Panzergranaten, Landminen und andere Explosionswaffen. Im Zuge der zweiten Etappe hat auch die Spannung entlang der Demarkationslinie zugenommen.

Seit etwa zwei Wochen kommt es immer regelmäßiger zu Konflikt-Situationen unweit der Sheba-Region. Die Sheba-Region liegt südöstlich von Efrîn und wird hauptsächlich von vertriebenen KurdInnen bewohnt. Das türkische Militär und die türkisch-islamistischen Milizen versuchen seit der Beendigung der türkischen Militäroffensive auf Efrîn, das strategisch wichtige Umland einzunehmen. Sheba ist nämlich das letzte östlich liegende Gebiet jenseits von Al-Bab, welches unter Verwaltung der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien steht. Da sich aus diesem Gebiet heraus die HRE (Hêzên Rizgariya Efrînê, Befreiungskräfte Efrîns) koordiniert, geht aus der Wüstenregion eine anhaltende Gefahr für die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik der Türkei aus. Sowohl bei den kurdischen Kräften, wie auch bei den in derselben Region positionierten syrischen Kräften wurde innerhalb der letzten Tage stark mobilisiert. Dies geht Hand in Hand mit einer für üblich ungewöhnlichen Situation bei Al-Bab und Azaz. Die russische Luftwaffe tritt in den letzten Tagen immer offensiver gegen türkisch-islamistische Positionen auf. Am 15.07.2020 attackierten russische Kampfjets Stellungen unweit von Al-Bab. In den folgenden Tagen ließ Russland immer wieder ihre Kampfjets über türkisch-islamistisches Territorium fliegen. Am 23.07.2020 kam es erneut zu einem russischen Angriff bei Azaz. Eine Woche zuvor hatte eine Drohne das russische Koordinationszentrum in Dirbêsiyê angegriffen, dabei wurden zwei russische Soldaten verletzt. Zu wem die Drohne gehört, ist nach wie vor unklar. Kurdische Sicherheitskräfte machen aber die Türkei dafür verantwortlich.

Am 19.07.2020 explodierte ein Sprengsatz in Efrîn, dabei wurden mindestens 10 Menschen getötet, unter ihnen mehrere islamistische Milizionäre. Außerdem wurde dabei auch Hossein Bedra getötet, ein Mitglied der islamistischen „Faylaq al-Sham“ und Kommandant der TFSA. Zeitgleich mit dem Abheben der russischen Kampfjets über das besetzte türkische Gebiet in Nordsyrien, explodierte eine Autobombe in Azaz. Dabei wurden mindestens 5 Personen getötet und etwa weitere 30 Personen verletzt. Wiedermal waren unter ihnen mehrheitlich islamistische Kämpfer dabei. Unweit des Tatorts befand sich eine Polizeistation, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das eigentliche Ziel sein sollte. Zwischen dem 13. und dem 20. Juli führte die HRE zwei Aktionen gegen die türkisch-islamistischen Milizen durch, bei denen 4 Islamisten getötet wurden. Drei in Efrîn und einer in Azaz.

Türkisch-Islamistische Milizen intensivieren Aggressionen gegen Rojava

Am 20.07.2020 ist eine Granate in Cirnikê (Qamişlo) explodiert. Die Granate traf eine Garage, in derer sich zu dem Zeitpunkt zahlreiche Zivilisten aufgehalten haben. Bei dem Angriff wurden zwei Personen verletzt. Laut ersten Berichten flog die Granate aus Richtung türkisch-nordsyrischer Grenze. Am 22.07.2020 wurde ein Zivilist auf der Schnellstraße M4 nahe Bozanê von türkisch-islamistischen Milizionären beschossen. Ein 25-jähriger Kurde aus Girê Spî fuhr mit seinem Fahrzeug über die Schnellstraße, als er um 07:30 von türkischer Besatzungszone aus beschossen wurde. Erst vor etwa zwei Wochen (05.07.2020) kam es in der Nähe von Bozanê zu einem skandalösen Angriff der Türkei gegen einen Zivilisten. Das Fahrzeug von Usama El Esaf, dem Zivilisten, wurde von einem türkischen Artilleriebeschuss getroffen. Sein LKW verbrannte vollständig aus, El Esaf konnte knapp von anderen Autofahrern aus dem brennenden Fahrzeug befreit werden. Verletzt wurde er in ein Krankenhaus geliefert.


Editiert von Passar Hariky



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Kurdische Bevölkerung in Efrîn geht massiv zurück

Wie eine Menschenrechtsorganisation in Efrîn berichtet, ist die dortige kurdische Bevölkerung seit der türkischen Invasion um über 60 Prozent zurückgegangen. Demnach sei die dort installierte Schreckensherrschaft der Grund.

• Kurdische Bevölkerung in Efrîn um über 60 Prozent zurückgegangen
• Şehba-Region als Hotspot für Flüchtlinge in Gefahr
• Gefahr vor einer bevorstehenden türkischen Operation steigt


Wie die Menschenrechtsorganisation „Rêxistina Mafên Mirovan Li Efrînê“ berichtet, ist die kurdische Bevölkerung seit der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion um über 60 Prozent zurückgegangen. Bei der „Operation Olivenzweig“ am 20. Januar 2018, hatte das türkische Militär mit türkisch-islamistischen Milizen den Kanton Efrîn angegriffen. Ziel der Militäroperation war es, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) von der türkischen Grenze zurückzudrängen. Folglich besetzte das türkische Militär mit ihren Söldnern die Region und konnte damit ihren Geltungsbereich abseits der türkischen Republik erweitern. Seither herrscht dort eine autoritär Despotie, wie unzählige internationale Medien berichten. Zudem ist es unabhängigen Hilfsorganisationen nicht mehr erlaubt, die Region zu betreten. So berichtet zum Beispiel die „Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung“, dass ihnen der Zugang nach Efrîn von den türkisch-islamistischen Milizen untersagt wurde. Durch die türkische Invasion war auch der Kurdische Rote Halbmond „Heyva Sor a Kurdistanê“ gezwungen gewesen, das Gebiet samt all ihren Mitarbeitern zu verlassen. Ehemalige Bewohner der Stadt berichten, dass es bis dato unzählige offene Fälle von Entführungen, Vergewaltigungen, Enteignungen und rassistisch motivierte Folter und Mord gibt.

Die Wüstenregion Şehba liegt unweit von Efrîn und ist seither priorisiertes Ziel der türkischen Besatzungspolitik in Rojava. Durch die völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in Efrîn, entwickelte sich die Region zu einem Hotspot für Geflüchtete aus Efrîn. Laut Quellen der Selbstverwaltung leben dort mittlerweile mehr Flüchtlinge als heimische Bewohner. Da die Region nicht an die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien angrenzt, gibt es seither Hungersnöte und Ressourcenarmut. Durch die Sanktionen der syrischen Regierung, verschärft sich die Lage erheblich. In Şehba kommt es fast täglich zu Angriffen. Immer öfter werden dabei auch zivile Orte bombardiert, wie zum Beispiel das Stadtzentrum in Arpêd (Tel Rifat).
Durch die Corona-Pandemie hat sich die dortige Situation zunehmend verschlechtert. Die Test-Möglichkeiten sind stark begrenzt und die syrische Regierung sabotiert mit ihrer Präsenz in Şehba zahlreiche Reglementierungen für Hygiene und Prävention.

Gefahr vor einer bevorstehenden türkischen Operation steigt

Am 23. März hatte der UN-Generalsekretär António Guterres zu einem globalen Waffenstillstand aufgerufen. Kurdische Kräfte der Afrin Liberation Forces (HRE) und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben daraufhin alle Kampfhandlungen mit sofortiger Wirkung pausiert. Das türkische Militär und die türkisch-islamistischen Milizen sind dem Appell jedoch nicht gefolgt und attackieren nach wie vor das Gebiet der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien. So berichtet der Kommandant der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) der Region Ain Issa, Erdal Kobanê, dass die türkische Regierung die Corona-Krise zur Ausweitung ihrer Besatzung und ihrer Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltung Rojava ausnutzt und eine erneute türkische Operation bevorstehen könnte. Demnach haben die türkischen Angriffe auf die kurdischen Gebiete stark zugenommen. Zudem kam es zu einer Mobilisierung türkischer Kräfte in den besetzten Gebieten von Rojava.



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Syrische Regierung provoziert Corona-Fälle in Rojava

Seit Beginn der Corona-Pandemie, versucht die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien mit neuen Reglementierungen dem Virus entgegenzuwirken. Die Arbeit der Selbstverwaltung von Rojava wird unterdessen von türkischer und syrischer Seite stark blockiert und gezielt unterbunden.

In einer aktuellen Erklärung des Gesundheitskomitees der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien heißt es, dass die syrische Regierung jegliche Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19 sabotieren und Rojava trotz der erstarkten Kalamität unnötig belasten. Zudem heißt es vom Gesundheitskomitee, dass die syrische Regierung Rojava vor allem durch den Flughafen in Qamişlo, welcher nicht zum Geltungsbereich der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gehört, gefährdet. Demnach würde man geltende Bestimmung für Hygiene und Kontrolle ignorieren und Personen aus besonders stark betroffenen Regionen ohne weiteres einreisen lassen. Dabei umgeht die dortige syrische Vertretung gezielt die dafür eingerichteten Gesundheitskontrollen unweit des Flughafens, in dem sie die Einreisenden über syrisches Geltungsbereich unkontrolliert in Rojava eintreten lassen. Außerdem verzichten die syrischen Zuständigen des Flughafens vollständig auf Absprache und Kommunikation mit der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien.

Laut dem Ko-Vorsitzende des Gesundheitskomitees von Nord- und Ostsyrien, Dr. Ciwan Mustafa, wurde in der Wüstenregion Şehba ein gesamtes Dorf wegen Corona-Verdacht unter Quarantäne gesetzt. Grund dafür sei ein syrischer Soldat und der schlampige Umgang der syrischen Regierung mit der Corona-Pandemie. Demnach war der Wehrpflichtige der syrischen Armee trotz Corona-Symptomen über mehrere Tage hinweg als Soldat tätig. Dr. Ciwan Mustafa kritisiert dabei vor allem, dass die syrischen Zuständigen den erkrankten Soldaten nicht unter Quarantäne gestellt haben. Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde der Erkrankte nach Hause in das Dorf Um al-Hoş geschickt und schließlich in ein Krankenhaus in Aleppo eingeliefert. Derweil ist das Dorf Um al-Hoş vollständig von der Außenwelt abgeschottet.

Die Situation in Şehba ist besonders kompliziert und gefährlich. Aufgrund der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion gegen das kurdische Kanton Efrîn, entwickelte sich die Wüstenregion zum Hotspot für Geflüchtete. Seither herrscht dort permanenter Ausnahmezustand. Grund dafür ist die besonders strategische Lage von Şehba und der von Şehba ausgehende kurdische Widerstand gegen die türkischen Besatzer und ihre dschihadistischen Milizen. Die Dörfer der Region sind deshalb regelmäßiges Ziel türkischer Angriffe. Der UN-Generalsekretär António Guterres hatte am 23. März zu einem globalen Waffenstillstand aufgerufen. Die kurdischen Streitkräfte der Afrin Liberation Forces (HRE) und die Kräfte der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind dem Appell gefolgt und haben alle Kampfhandlungen mit sofortiger Wirkung pausiert. Die Angriffe der türkisch-islamistischen Milizen gehen dennoch ununterbrochen weiter. So berichtet der SDF-Kommandant Majed Fayyad al-Shibli, dass die türkischen Besatzer den Waffenstillstand und die Corona-Krise ausnutzen, um ihre Besatzungszone auszuweiten. Aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen der Türkei gegen die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien, ist die Region Şehba daher besonders gefährdet für Corona-Fälle. Doch auch das syrische Embargo gegen die Region erschwert die Situationen erheblich. Şehba wird von der syrischen Regierung stark sanktioniert, weshalb es bereits vor der Corona-Pandemie an Essen und Medizin gefehlt hat. Somit erweist sich die jetzige Situation als besonders kritisch, zumal es sowohl kaum medizinisches Personal gibt, geschweige überhaupt einen gültigen Corona-Test. Da Spenden und Dienstleistungen von Hilfsorganisationen durch türkische und syrische Seite vollständig verhindert werden, hat die dortige Verwaltung mit dem Bau einer zusätzlichen Intensivstation für Corona-Fälle begonnen. Diese hat 21 Behandlungszimmer und soll bereits in zehn Tagen einsatzbereit sein.



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Türkei bombardiert kurdische Dörfer in Şehba

Gestern Abend wurden mehrere Dörfer in der Nähe von Efrîn von türkischen Kräften angegriffen. Zuvor bombardierte die russische Luftwaffe zwei türkische Positionen in der umkämpften Provinz Idlib.

Gestern gegen 23:50 Uhr wurden die Dörfer Merenaz, Malikiyê, al-Qamiyê und Şêx Isa im Landkreis Şera und Şehba von der türkischen Luftwaffe bombardiert. Die angegriffenen Dörfer werden seit geraumer Zeit immer regelmäßiger attackiert. Dort konzentrieren sich nämlich die Widerstandselemente der lokalen kurdischen Streitkräfte, die die regelmäßigen Angriffe türkisch-islamistischer Milizen abwehren. Außerdem wurde am selben Abend auch das Stadtzentrum von Tell Rifat beschossen.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Efrîn, war ein Großteil der dortigen Bevölkerung gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen und als Binnenflüchtlinge in der naheliegenden Wüstenregion Şehba Zuflucht zu finden. Mit der türkischen Besatzung von Efrîn wurde dort Sprache, Kultur und politische Partizipation verboten. Die Stadt wird seither von islamistischen Milizen zwangsverwaltet.

Die türkischen Luftangriffe gegen kurdische Positionen in Şehba lassen sich als Reaktion auf das vorherige russische Bombardement verstehen. Einige Stunden zuvor hat die russische Luftwaffe zwei Positionen türkischer Streitkräfte in der umkämpften Provinz Idlib bombardiert und dabei schätzungsweise 32 Soldaten getötet. Seit geraumer Zeit haben sich die Gefechte um Idlib intensiviert. Die syrische Armee führt eine Offensive gegen Türkei-nahe islamistische Milizen und wird dabei von der russischen Regierung unterstützt. Zuvor konnten die syrischen Kräfte große Erfolge verzeichnen und die Milizen gen Idlib zurückdrängen.



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Syrisches Embargo gegen Geflüchtete

Die syrische Regierung hat ein Embargo gegen Şehba verhängt. Die selbstverwaltete Region Şehba, welche nur noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht, ist eine Sammelstelle für Geflüchtete aus Efrîn.

Seit dem syrischen Embargo gegen die Wüstenregion Şehba, sind die Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Ursprünglich lebten in Şehba 90.000 Einwohner. Doch durch die türkische Invasion leben seit mittlerweile zwei Jahren noch 100.000 weitere Geflüchtete dort. Seit ihrer Flucht kämpfen die Geflüchtete in heruntergekommenen Camps gegen Krankheit, Hunger und anhaltende türkische Bombardierungen. Die dort ansässige Bevölkerung macht mit regelmäßigen Demonstrationen auf ihre miserable Situation aufmerksam.

„Das Regime verlangt hohe Steuern auf die Produkte, die in die Region transportiert werden. Auch aus diesem Grund schießen die Preise in die Höhe. Aufgrund der Preissteigerungen konnten wir in den vergangenen zwei Monaten praktisch nicht arbeiten.“, berichtet eine Ladenbetreiberin.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion in Efrîn, bei der unzähligen Zivilisten getötet und verschleppt wurden, musste ein Großteil der kurdischen Bevölkerung ihre Heimat verlassen. Die türkisch-islamistische Schreckensherrschaft in Efrîn ist seither geprägt von Entführung, Vergewaltigung und Mord. Vor allem leidet die kurdische und nicht-sunnitische Bevölkerung unter der extremen Repression der türkisch-islamistischen Millizen.

Wegen dieser Vorkommnisse und die zu erwartenden Verbote von Kultur und Sprache ganz nach der türkischen Blaupause in Südostanatolien, ist ein Großteil der dort lebenden Bevölkerung in die selbstverwaltete Region Şehba geflüchtet. Şehba ist Teil der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien und steht daher unter dem Schutz der Demokratischen Kräfte Syriens. Neben den anhaltenden Gefechten zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistische Milizen, kämpft die Region auch gegen das syrische Embargo.



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