Kurdisch-Schwedische Politikerin überlebt Brandanschlag

Am morgen des 24.07.2020 haben Unbekannte eine Brandbombe auf die Veranda der kurdisch-schwedischen Politikerin Soheila Fors geworfen. Soheila und ihre Familie wurden in der Nacht von der heftigen Explosion der Bombe aus dem Schlaf gerissen. Als sie den Brand sahen, haben sie direkt angefangen diesen zu löschen. Um 0.50 Uhr ging dann der Notruf bei der Polizei ein, die zur Privatadresse der kurdischen Familie in Karlskoga eilten. Glücklicherweise kam in der Familie keiner zu Schaden, doch der Schock sitzt tief. Gerade die Kinder werden Zeit brauchen, um sich zu erholen.

- Die Brandbombe hat nur einen Sachschaden auf der Veranda verursacht
- Die kurdisch-schwedische Politikerin Soheila Fors wurde schon zuvor Opfer von Angriffen und Drohungen
- Das iranische Regime möchte die Kritikerin zum Schweigen bringen, da sie sich öffentlich gegen die Mullahs stellt.


Tage vor dem Vorfall wurde sie von Unbekannten angerufen und bedroht, berichtet Soheila. Man hatte vor sie und ihre Familie umzubringen, aufgrund ihrer Aktivitäten gegen das iranische Regime. Schon Monate zuvor wurde sie Opfer von Angriffen und Drohungen. Dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Blatt SVT NYHETER erzählte sie, wie sie im Auto gejagt, Steine auf ihr Haus geworfen und sie telefonisch bedroht wurde. Doch bis jetzt haben die Bemühungen der Polizisten nichts gebracht. Die Familie wird in Zukunft weiterhin auf sich selber aufpassen müssen.

Zur Zielscheibe geworden

Soheila Fors ist nicht nur Abgeordnete der Christdemokraten (KD) in Schweden, sondern engagiert sich auch für die Menschen aus ihrem Heimatland Kurdistan. Geboren ist sie 1967 in Kermanshah, eine Stadt in Ostkurdistan (Iran). Ihre Heimat musste sie verlassen, weil sie eine Aktivistin gegen die islamische Revolution von Ayatollah Khomeini war. Um nicht in Gefangenschaft zu landen, flüchtete sie 1993 nach Schweden, wo sie sich ein neues Leben aufgebaut hat. Sie begann eine politische Karriere und hat es in die Politik Schwedens geschafft. Gleichzeitig unterstützt sie die kurdische Bevölkerung, wo sie nur kann. So hat sie 2014 Hilfsgüter für die Menschen gesammelt, die vor dem Islamischen Staat geflohen sind und diese in die Autonome Region Kurdistan geschickt. Außerdem macht sie auf Facebook auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, denen die Kurd*innen ausgesetzt sind. So hat sie auch auf den Fall von der Kurdin Zahra Mohammadi aufmerksam gemacht, die im Iran zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde. Außerdem macht sie sich auch stark gegen die Exekutionen im Iran, die bis heute meistens die Kurden betreffen.

Der Iran terrorisiert auch in Europa

Länder wie der Iran terrorisieren nicht nur die Menschen im eigenen Land, sondern schrecken auch nicht davor zurück im Ausland aktiv zu werden. Vor einem Monat wurde ein Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran (PDKI) in den Niederlanden von einem Iraner mit 15 Stichen verletzt. Der 64-jährige Sadegh Zarza entging dabei knapp dem Tod. In Erinnerung bleibt vielen Kurden in Europa aber die Ermordung von Abdul Rahman Ghassemlou im Jahr 1989 in Wien. Dort gab es Gespräche zwischen der iranischen Regierung und dem Generalsekretär der PDKI, doch zeigten die Iraner kein Interesse an einer Einigung und erschossen den kurdischen Politiker und seine Begleiter. Die Mörder gelangten, mithilfe Österreichs, wieder in den Iran und so wurden die Täter nie für ihre Taten bestraft.


Editiert von Passar Hariky



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Skandal um Huawei und Dalkurd-Sponsoring

Huawei bricht Sponsoring mit dem schwedisch-kurdischen Verein Dalkurd FF ab. Demnach war die Türkei nicht zufrieden mit dem Sponsoring und forderte die sofortige Beendigung.

- Huawei wird kurzzeitig Dalkurd-Sponsor
- Türkei erpresst Huawei
- Huawei beendet das Sponsoring mit sofortiger Wirkung


Der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei hatte vor zwei Jahren einen Sponsoring-Vertrag mit dem schwedisch-kurdischen Fußballverein Dalkurd FF abgeschlossen. Laut Ramazan Kızıl, dem Vorsitzenden des Vereins, hatte Huawei dem Verein 40.000 Dollar angeboten. Als Gegenleistung sollten sie den Namen des Unternehmens auf ihre Trikots schreiben. „Vier Monate später riefen sie uns an und sagten: Das Geld gehört Ihnen. Die Türkei hat sich mit uns in Verbindung gesetzt und betont, dass wenn wir weiter Sponsor bleiben, würde man unsere Aktivitäten in der Türkei einstellen“, sagte Kızıl und fügte hinzu: „Die Türkei möchte nicht, dass wir gegen eine der Mannschaften in ihrer Liga antreten“.

Für ihn und seine Mannschaft ist klar, dass diese Tat politisch motiviert ist. Dalkurd FF schaffte nämlich 2017 den Aufstieg in die erste schwedische Liga und deren neues Ziel sei es, bei der Europameisterschaften erfolgreich zu sein. Ramazan Kızıl betonte: „Der türkische Staat will nicht, dass wir an Europapokalspielen teilnehmen, weil wir dort auf türkische Mannschaften treffen könnten. Aus diesem Grund tun sie alles, was sie können, um uns aufzuhalten“.

Der erfolgreichste kurdische Fussballclub

Dalkurd FF wurde 2004 als kleines Projekt in Schweden gegründet. Anfang der 2000er Jahre kämpfte Schweden gegen eine ansteigende Pro-Kopf-Kriminalitätsrate. Vor allem nahm die Jugendkriminalität stark zu. Aufgrund der türkischen Schreckensherrschaft und der Zunahme türkischer Angriffe gegen kurdische Guerilla-Einheiten wanderten viele Kurdinnen und Kurden nach Schweden aus. Die meisten stammen aus der südostanatolischen Provinz Mêrdin. In Schweden bildeten sich mit der Zeit sogenannte Parallelgesellschaften. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, beschlossen die Eltern jener Kinder, Dalkurd FF zu gründen. Sie wollten nicht tatenlos mitansehen, wie ihre Kinder die Chance auf ein sicheres Leben, tausende Kilometer weit weg von der Heimat, aufs Spiel setzen. Heute ist Dalkurd FF in Schweden allen Fußball-Liebhabern bekannt. Darüber hinaus genießt der Verein weltweit große Beliebtheit bei Kurdinnen und Kurden. Sie sehen in ihm das, was ihnen zuvor niemals gegeben wurde: Souveränität und Einheit.


Editiert von Passar Hariky



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