Erdogan droht Haftar

Nach den gescheiterten Gesprächen zwischen General Khalifa Haftar und den derzeitigen Regierungschef Fayez Sarraj in Moskau droht der türkische Präsident Erdogan dem Anführer der lybischen Rebellen.

Die Konfliktparteien des lybischen Bürgerkrieges sowie ihre Verbündeten wurden zu Gespräch nach Moskau eingeladen. Dort sollte eine verbindliche Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen (LNA) und den Rebellentruppen angeführt von Haftar ausgehandelt und unterzeichnet werden. Am Sonntag hatten sich die Parteien auf eine Feuerpause geeinigt und sollten in Anwesenheit der Interventionisten Russland und Türkei am nächsten Tag die Einzelheiten klären und einen verbindlichen Vertrag unterzeichnen.
Haftar bat um eine Bedenkzeit bis Dienstagmorgen, um über die Unterzeichnung nachzudenken und um sich mit den loyalen Stämmen zu beraten.

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Nach dem Scheitern der Verhandlungen in Moskau drohte der türkische Präsident Erdogan mit weiteren militärischen Interventionen in Lybien. In seiner Ansprache an seine türkische Partei AKP sagte er „Wir werden nicht zögern, dem Putschisten Haftar eine verdiente Lektion zu erteilen, wenn er die Angriffe auf die legitime Regierung des Landes und unsere Brüder in Lybien fortsetzt."



Wie genau diese Lektion aussehen soll wurde nicht näher erläutert. Erdogan ist mit den lybischen Regierungschef Fayez Sarraj verbündet und hat vor kurzem erst Truppen und Ausrüstung nach Lybien geschickt.

Erdogan spricht von einer ethnischen Säuberung von Lybien unter Haftar. Betroffen seien die "türkischen Brüder" in Lybien. Damit meint er die Kouloughlis (auch Köroglu genannt) die noch die Überbleibel des Osmanischen Reiches sind. Diese bezeichnet er als "Enkel" des osmanischen Reiches. Von den ethnischen Säuberungen in Efrin, der Sheba-Ebene und in Sere Kaniye und Gire Spi wird nicht gesprochen. Kritiker bezeichnen dies als einen Versuch eine Legitimation in der Interventiion in Lybien zu finden.

Die türkische Bilanz in dieser Intervention sehen jedoch katastrophal aus. Türkische Drohnen werden immer wieder effektiv von Haftars Kräfte abgeschossen und militärische Fahrzeuge fallen immer wieder aus, werden zerstört oder fallen in die Hände der gegnerischen Kräfte. Die Türkei schickt ebenfalls syrische Jihadisten, die zuvor in Efrin und Sere Kaniye für die Invasion genutzt wurden nach Lybien. Auch hier muss die Türkei erhebliche Rückschläge verzeichnen.

Was aus der angespannten Situation um Lybien herum geschehen wird und wie gut sich die Türkei als Regionale Macht in Lybien etablieren kann, ist noch abzuwarten.



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Araber aus Idlib in Efrin angesiedelt

Die Türkei siedelt arabische Flüchtlinge in Efrin an und versucht somit die Demografie der Region zu ändern. Damit begeht die Türkei Menschenrechtsverletzungen und führt eine ethnische Säuberung in Efrin, wie auch in der Pufferzone in Rojava (Nordsyrien).

Seit einigen Wochen läuft die Militäroperation zur Eroberung von Idlib durch die Regimetruppen (SAA) und russischen Hilfstruppen. Um die Türkeiloyalen Kräften in Syrien zu schützen, werden Schritt für Schritt die jihadistischen Milizen mit ihren Familien aus Idlib nach Efrin transportiert und dort wieder angesiedelt. Die gesamte Region um Efrin ist betroffen. Lokale Medien berichten das die Umsiedlung nicht nur für die Stadt Efrin gilt, sondern auch kurdische Dörfer nach und nach arabisiert werden.

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So habe, nach der lokalen Nachrichtenplattform Afrinpost, die Al-Majd Legion (Jihadistische arabische Miliz aus Idlib) etwa 20 Familien im Dorf Dikieh angesiedelt. Die Häuser der deportierten Kurden wurden zwangsbesetzt. Die Anwohner des Dorfes und der Häuser wurden aus den eigenen Häusern geworfen. Die Human Rights Organisation berichtet, dass allein im Bulbul-Bezirk über 300 Familien angesiedelt wurden. Vorwiegend an der türkischen Grenze. Weitere 250 Familien wurden in den Dörfern des Mobata-Bezirks angesiedelt und weitere in anderen Bezirken in Efrin.

Die eigentlichen Besitzer der Häuser und Anwohner der Dörfer werden systematisch enteignet und den Geflüchteten Kurden in den Camps der Sheba-Ebene wird weiterhin die Rückkehr in ihre alte Heimat verwehrt.

Seit 2018 wird Efrin in einer Invasion durch die Türkei erobert wurde, leiden Kurden besonders stark unter der Willkür des türkischen Militärs und den jihadistischen Islamistenmilizen. Immer wieder kommt es zu Entführungen, Folter und Mord an Kurden aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Noch stärker sind ezidische Kurden betroffen die aufgrund ihrer Religion aus Efrin gedrängt werden und Feindbild der Islamisten sind.





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