Twitter sperrt 7.340 türkische Propaganda-Konten der AKP

Twitter hat 7.340 türkische Propaganda-Konten der AKP entfernt. Diese sollen in Verbindung mit der AKP-Jugendorganisation stehen und gezielt Propaganda und Falschmeldungen verbreitet haben.

- Twitter geht gegen Propaganda-Konten in China, Russland und Türkei vor
- Zahlreiche türkischen Konten wurden von Twitter entfernt
- Twitter vermutet Verbindung mit der AKP-Jugendorganisation


Wie der Mikroblogging-Dienst Twitter in einer offiziellen Pressemitteilung erklärt, wurden über 7000 türkische Propaganda-Konten gesperrt. Die Maßnahme erfolgte nach einer großflächigen Untersuchung der Plattform gegen Propaganda-Netzwerke in China, Russland und der Türkei. Im Zuge dieser Offensive wurden insgesamt 32.242 Konten gelöscht. 23.750 Konten in China, 1.152 Konten in Russland und 7.340 Konten in der Türkei. Alle drei Netzwerke hätten demnach regierungsnahe Verbindungen. So sei auch das türkische Netzwerk der AKP-Jugendorganisation zuzuordnen.

Im türkischen Netzwerk seien zahlreiche Twitter-Profile konzentriert gewesen. Mit diesen Konten wurden dann zugunsten der Regierungspartei regelmäßig Falschmeldungen und Propaganda-Nachrichten verbreitet. Twitter berichtet, dass es sich bei diesen Konten nicht nur um Bots gehandelt hat. Auch offizielle Konten waren Teil des Netzwerkes. Das besondere dabei ist, dass auch zahlreiche komprimierte Profile dabei waren, die zuvor als Erdogan-kritisch einzuordnen seien. Diese wurden demnach nachträglich als „gestohlen“ gemeldet. Hinter dem türkischen Netzwerk müsse sich also auch ein Hacker-Kollektiv befinden, die gezielt kritische Konten hacken und zur Propagandazwecke nutzen. „Diese kompromittierten Konten waren wiederholt Ziel von Account-Hacking und Übernahmeversuchen der oben genannten staatlichen Akteure“, sagte Twitter. „Das breitere Netzwerk wurde auch für kommerzielle Aktivitäten genutzt, wie z. B. für kryptowährungsbezogene Spam-Mails.“


Editiert von Passar Hariky



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COVID-19 im Irak – Regierung verschweigt Tausende Infizierte

Das ansteckende Virus COVID-19 wütet weiterhin auf der ganzen Welt. Besonders verheerend trifft es Nah-Ost-Staaten. Im Irak wurden bisher 772 Fälle von Infizierten gemeldet. Doch berichten zufolge sei diese Zahl nicht korrekt.

Drei irakische Ärzte die im Kampf gegen das Virus in Baghdad stationiert sind erklären, dass die Zahlen nicht stimmen. Nach Schätzungen der Ärzte sollen mindestens 9.000 Menschen angesteckt sein. Eine weitere Quelle die anonym bleiben möchte erklärt, dass allein in Baghdad mehr als 2.000 Menschen am Virus erkrankt sind. Die Personen die sich gegen den verfälschten Bericht der irakischen Regierung aussprechen, arbeiten täglich im Kampf gegen die Pandemie und geben basierend ihrer täglichen Erfahrungen eine stark unterschiedliche Einschätzung der aktuellen Lage im Irak ab.
Das irakische Gesundheitsministerium gib am Donnerstag einen Statusbericht raus. Darin wird berichtet, dass 772 Menschen am COVID-19 infiziert wurden und bisher 54 Menschen gestorben sind.

Es sei nicht ungewöhnlich das die irakische Regierung versucht die Zahlen zu verfälschen. Korruption und anhaltende Kürzungen von Geldern haben das Gesundheitswesen stark geschwächt und angreifbar gemacht.

Schon im Februar musste die irakische Regierung die Grenzübergänge zum Nachbarn Iran schließen. Iran ist besonders stark vom Virus betroffen aufgrund verfehlter und spät implementierter Sicherheitsvorkehrungen. Alle Handels- und Pilgerrouten wurden bis auf weiteres geschlossen. Offiziellen Berichten zufolge sollen über 53.000 Menschen im Iran infiziert und über 3.000 Menschen gestorben sein. Kritiker und Experten jedoch gehen von fünfmal höheren Zahlen aus als angegeben. Der Iran habe zu spät gehandelt und viel zu wenig getan. Ebenso wie China, Türkei und der Iran versucht der Irak die Zahlen zu verfälschen.



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