Unterstützt Our Bridge e.V.!

Wer wir sind
Our Bridge ist eine unpolitische, religiös unabhängige Hilfsorganisation, die sich für den Schutz, die Unterbringung und die Schulbildung von Vollwaisen, Halbwaisen und Kindern mit Behinderungen in den Krisengebieten des Nord-Irak (Südkurdistan) einsetzt.

Das humanitäre Engagement von Our Bridge e.V. ist die Antwort auf den mit unfassbarer Brutalität begangenen Völkermord an der jesidischen Minderheit im August 2014: Aus dem Schatten der Nacht überfielen die Mörder des selbsternannten Islamischen Staats die Region Shingal im Norden des Iraks. Seit Jahrhunderten hat die uralte Religionsgemeinschaft der Jesiden unter der Verfolgung islamischer Fanatiker zu leiden. Es geht um die nackte Existenz. Die Väter und Söhne der Jesiden werden auf Marktplätze und offene Felder getrieben und grausam hingerichtet. Mütter und Töchter werden tief ins Land verschleppt und in dunklen Hinterzimmern versklavt und geschändet. Der schwarze Sturm hinterlässt eine verlorene Generation von traumatisierten Waisenkindern. Ohne Zuhause, ohne Beschützer und ohne Zukunft.

Geboren aus der Not dieser Kinder wird Our Bridge e.V. einige Wochen nach dem Genozid von deutsch-kurdischen Studenten aus Oldenburg gegründet.
Wir wollen den zutiefst traumatisierten Kindern eine Brücke ins Leben, in die Zukunft sein.

Der Gründer von Our Bridge e.V., Paruar Bako, beschreibt die Brücke, die wir bauen: ,,Wir wollen den Überlebenden des Völkermords dabei helfen, den Glauben an sich selbst wiederzufinden und sie ermutigen, selbst die Veränderung zu sein, auf der sich ihre Zukunft erbaut. Mit unserer Brücke errichten wir gemeinsam Strukturen, die den Menschen Hoffnung geben: Dass ihre Träume und Wünsche wahr werden können, wenn sie als Gemeinschaft dafür arbeiten.“

Das Team von Our Bridge besteht in Deutschland aus mittlerweile 10 ehrenamtlichen Helfern, die jeden Tag hart daran arbeiten, den Menschen im Nord-Irak (Südkurdistan) Hoffnung auf einer besseren Zukunft zu schenken. 28 Festangestellte Lehrkräfte betreuen die Kinder in der Einrichtung.

Die Brücke
,,Wir erbauen eine starke, tragfähige Brücke, die Hilfeleistungen aus Deutschland in den Irak trägt und den Horizont öffnet für die Hoffnungen und Träume der Kinder,“ sagt Michael Erk (Vorstandsmitglied von Our Bridge e.V.).

Harman. Das Waisenhaus.
,,Harman“ bedeutet auf Kurdisch ,,Das, was bleibt.“

In den Jahren 2015/2016 war Paruar Bako unzählige Male mit Härtefällen konfrontiert, die ihn spüren ließen, dass einfache, das physische Überleben unterstützende Hilfeleistungen nicht ausreichen. Sehr oft handelt es sich um schwerst traumatisierte Voll- und Halbwaisen, die nach jahrelanger IS-Gefangenschaft entweder vom Sklavenmarkt freigekauft oder von der kurdischen Armee im Häuserkampf befreit wurden. Paruar erinnert sich an eine Mutter, die ihren 11 jährigen Sohn nach der Rückkehr aus der IS-Hölle beschreibt: ,,Er kämpft mit dem Trauma wie mit einem schwarzen Nebel im Kopf. Ich kann ihn nicht alleine lassen. Ich weiß nicht, was ich tun soll und habe niemanden, der mir hilft.“

Im Herbst 2016 beginnt Our Bridge e.V. mit dem Bau einer Anlaufstelle für die Programmteilnehmer der Hilfsorganisation: Eine sichere Unterkunft für Waisen und Witwen, medizinischen Präventions- und Versorgungsprogrammen und einem Behandlungsraum für traumatisierte Kinder. Ein Zuhause auf einem Grundstück nur wenige hundert Meter entfernt vom UN-Flüchtlingslager in Xhanke/Nord-Irak(Südkurdistan), geschützt auf einem Hügel über dem See von Mossul.
Ein Haus, das bleibt. Hoffnung und Leuchtturm. Wir haben dem Haus den Namen „Harman“ gegeben, erzählt Haitham Hamid (Mitgründer von Our Bridge e.V.) stolz.

Unser Versprechen: Wir lassen Euch nicht alleine. Wir bleiben.
Durch die Unterstützung zahlreicher Spender sowie des namhaften Rappers Xatar, der gemeinsam mit Our Bridge e.V. ein Benefizkonzert in Berlin veranstaltet hat, konnte am 27.08.2017, in Anwesenheit des Bürgermeisters von Dohuk, endlich das „Harman“-Waisenhaus eröffnet werden. Zunächst zogen 24 Kinder im Alter von 4-15 Jahren und fünf Witwen ein.
Hier dürfen die Kinder erfahren, dass sie Freunde haben, die zuverlässig an ihrer Seite stehen, was immer auch geschehen mag.

Kinder wollen lernen. Das Bildungsprogramm
Im Frühling 2018 beschlossen Paruar und sein Team, das Hilfsprogramm für die Kinder auszuweiten. Ein Nebengebäude wurde errichtet, und die acht Schlafräume im Hauptgebäude wurden zu Klassenzimmern umgebaut.
Auf diese Weise wurde allen Kindern im Our Bride-Projekt in Xhanke der Weg zum Schulunterricht geebnet. Zusätzlich zu dem neuen Nebengebäude wurde ein Schulbus angeschafft, der die registrierten Kinder aus dem UN-Camp und den selbst gebauten Camps abholt und abends wieder nach Hause bringt. Heute lernen Tag für Tag mehr als 360 Kinder im Our Bridge Bildungszentrum.
Für die Unterweisung der Kinder in therapeutisch hilfreichen Handwerksarbeiten wurde eine Holz- und Fahrradwerkstatt eingerichtet, und für Nähkurse wurden Nähmaschinen gekauft.

Neue Notwendigkeiten
Die aktuellen Entwicklungen in Nordsyrien erfordern dringend humanitäre Intervention. Der Befund duldet keinen Aufschub. Nach Angaben der UN sind mindestens 190000 Menschen auf der Flucht vor der Militäroffensive in Nord-Syrien(Südkurdistan). 70000 davon sind Kinder. Auf der Suche nach Schutz erreichen jeden Tag Hunderte die irakische Grenze.
Erneut sind die Schwächsten unter uns, die Kinder, am schlimmsten betroffen.
Wir beabsichtigen deshalb, ein zweites Our Bridge Harman-Haus zu errichten. Damit möchte Our Bridge e.V. auf den weiteren schmerzhaften Teil der kurdischen Geschichte antworten. Erneut wurden unschuldige Kinder durch Aggressoren zu Waisen gemacht.

Präambel für die Zukunft
Für die Zukunft von Our Bridge e.V. hat Paruar mit seinem Team drei Vorsätze erarbeitet.

1. Nicht müde werden.
Nach Erfolgen ruhen wir uns nicht aus. Wir stehen in der Verantwortung, den Funken der Hoffnung im Leben der Kinder am Leben zu halten.
Die größte Angst von Kindern ist Stillstand.
Jeder Tag ist ein Geschenk.

2. Bildung beginnt bei uns.
Um die Möglichkeiten für unseren Schulunterricht stets zu verbessern und auszubauen, werden wir unserem jungen Lehrerteam verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten finanzieren und ihre Ausbildung entschieden fördern. Die Lehrer tragen die Neugier und Fantasie der Kinder auf ihren Schultern.

3. Verantwortung teilen.
Zusammenhalt und Zugehörigkeit sind unsere Motivation und der Antrieb der Kinder. Our Bridge e.V. soll sich von den Fesseln des Institutionellen befreien. Unser Projekt soll atmen dürfen. Es soll ein Zuhause in den Herzen der Kinder sein, eine Gemeinschaft, eine Familie, in der die Kinder im eigenen Erwachsenwerden immer mehr Verantwortung übernehmen, sich für das Miteinander einsetzen und ihren Nächsten beschützen.“

Was Sie tun können
Als Sponsor oder Partner kann jeder Teil dieser Brücke werden. Mit dem Kauf eines Grundsteins oder der Übernahme einer Patenschaft kann jeder zu einem Familienmitglied von Our Bridge e.V. werden.

Menschen zu helfen ist uns eine Herzensangelegenheit. Sie macht nicht nur glücklich, sondern die Welt ein kleines Stückchen besser. Deshalb blickt Our Bridge e.V. entschlossen in die Zukunft – bereit, die Brücke auszubauen und tragfähige Projekte weiterzuentwickeln.

Für die Kinder.
Für die Zukunft.
Für uns alle.

Bankdaten:

IBAN: DE77 28050100 0091247536
BIC: SLZODE22XXX
Bank: LZO


Webpage: www.ourbridge.de

Iranischer Geheimdienst nimmt drei Mitglieder der NGO Nojin fest

Am 23.5.2019 hat der iranische Geheimdienst drei Mitglieder der Nicht-Regierungs-Organisation Nojin in der Stadt Sine (Iran: Sanandadsch) in der Provinz Kordestan (Ost-Kurdistan, Rojhelat) festnehmen lassen.

Die vom Iran festgenommenen Aktivisten konnten identifiziert werden. Ihre Namen lauten wie Zehra Mohamadi (Vorsitz der NGO Nojin), Idris Menberi (Aktivist) und Rebuar Menberi (Aktivist).
Die NGO Nojin ist eine kurdische NGO die hauptsächlich in Rojhelat (Ost-Kurdistan) in der Provinz Kordestan aktiv ist. Die NGO setzt sich für die zivilen, kulturellen und menschlichen Rechte der kurdischen Bevölkerung in Ost-Kurdistan ein. Außerdem unterrichtet die NGO die kurdische Bevölkerung ehrenamtlich in der kurdischen Sprache und der kurdischen Kultur.

Die NGO wurde von mehreren kurdischen Aktivisten im Jahre 2013 gegründet. Die Organisation wird von Zehra Mohamadi geleitet. Sie unterrichtet seit zehn Jahren ehrenamtlich kurdisch und kämpft zugleich für die Rechte der Kurden in Rojhelat (Ost-Kurdistan).
Bei dem verheerenden Erdbeben im Jahre 2017 und den massiven und zerstörerischen Fluten im Frühjahr 2019, erlangte die NGO Nojin ein hohes Ansehen in der Bevölkerung und wurde in der gesamten Region bekannt. Die NGO versammelte sofort nach den Naturkatastrophen alle Mitglieder und Schüler und ließ sie von Tür zu Tür laufen, um nach Hilfsgütern zu fragen. Die gesammelten Hilfsgüter wie Wasser, Nahrungsmittel, Klamotten und Materialien für temporäre Unterkünfte wurden dann auf dem Rücken der Mitglieder zu den Betroffenen Dörfern gebracht.In einigen Fällen sind die Mitglieder durch Kilometer lange Bergpässen und Bergketten gegangen um Dörfer zu erreichen die von der Außenwelt abgeschlossen waren und von der iranischen Regierung ignoriert worden waren. All das mit dutzenden Kilos an Hilfsgütern auf dem Rücken.

Die Aktivisten wurden ohne Anklage oder einem konkreten Verdacht, der die Festnahme begründet, vom iranischen Geheimdienst festgenommen. In Rojhelat haben sich nach der Verhaftung am 27.5.2019, Menschen vor dem Gerichtsgebäude in Sine (Iran: Sanandadsch) versammelt um für die Freilassung der Aktivisten zu protestieren.
Die beiden Aktivisten Rebuar Menberi und Idris Menberi, wurden nach einer vier-tägigen Isolationshaft am 28.5.2019 gegen eine Kaution freigelassen.
Am 29.5.2019 durfte die Familie der Aktivistin und Vorsitzende der NGO Nojin Zehra Mohamadi sie, nach acht tägiger Isolationshaft, im Gefängnis besuchen. Der Familie wurden allerdings nur 30 Minuten Besuchszeit gewährt, um sich von dem Gesundheitszustand von Zehra Mohamadi zu überzeugen.

Es gibt keinerlei Neuigkeiten über den Zustand von Zehra Mohamadi. Es ist unklar, wo sie sich befindet, ob sie gesund ist oder was ihr vorgeworfen wird. In der iranischen Verfassung, ist das Lehren und Sprechen der Sprache kurdisch legal, der iranische Staat kann sie also nicht auf Grundlage ihrer Arbeit mit der NGO verhaften bzw anklagen. Zehra Mohamadi ist kein Mitglied in einer politischen Partei und bewegte sich mit ihren politischen Äußerungen stets im Rahmen der iranischen Verfassung.

In Ost-Kurdistan machen Aktivisten weiterhin für die Freilassung von Zehra Mohamadi mobil und organisieren Proteste für die Freilassung.
Große Organisationen wie Amnesty-international und Human Rights Watch schweigen weiterhin zu der Verhaftung der Aktivistin und ignorieren alle Aufrufe an die Organisationen aktiv zu werden.
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