PYNK und ENKS erzielen erste Einigung in Rojava

Nach monatelanger Vermittlung durch US-Diplomaten konnten sich die PYNK und ENKS erstmalig einigen. Die Gespräche verlaufen auf Grundlage des einstigen Abkommens von Duhok.

- US-Diplomaten begrüßen innerkurdischen Dialog
- Erste Einigung zwischen PYNK und ENKS
- US-Botschaft veröffentlicht kurdischsprachige Erklärung


Am 16. Juni 2020 trafen sich in Hesîçe (Rojava) Delegationen des Kurdischen Nationalrats (KNC/ENKS) und der Kurdischen Nationalen Einheitsparteien (PYNK/PYD) zur ersten Phase der innerkurdischen Einheitsverhandlungen. Dabei konnte eine erste Einigung erzielt werden. Demnach konnte man eine einheitliche kurdische Position erzielen, welches als Fundament der nächsten Gesprächs-Phasen anzusehen ist. „Die beiden Seiten einigten sich auf eine verbindliche gemeinsame politische Vision und bekräftigten ihre Verpflichtung zur Fortsetzung ihrer laufenden Verhandlungen mit dem Ziel, in naher Zukunft ein umfassendes Abkommen zu unterzeichnen“, so die Erklärung der US-Botschaft in Syrien.

Die nächsten Phasen würden unter anderem Regierungsführung, Verwaltung und Schutz umfassen. Initiiert wurde die Wiederaufnahme der Gespräche im Oktober 2019 von Mazloum Abdî, dem Generalkommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), nachdem die Türkei ihre völkerrechtswidrige Militäroperation gegen die Autonome Administration von Nord- und Ostsyrien (Rojava) eingeleitet hatte. „Im Namen der US-Regierung möchte ich beide Seiten für die harte Arbeit loben, die sie geleistet haben, um die bisher erreichten Fortschritte zu erreichen“, sagte William Roebuck, der stellvertretende amerikanische Sondergesandte für Syrien.

Als Grundlage dieser Gespräche nahm man das Abkommen aus dem Jahre 2014, welches in Duhok beschlossen wurde. Initiiert wurde dies vom damaligen Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan, Masoud Barzani. Durch die damaligen Verhandlungen kam es unter anderem zur Kooperation zwischen den Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der kurdischen Peschmerga gegen den IS in Kobanê. Nichtsdestotrotz kamen die Gespräche zum Erliegen und das Abkommen wurde nicht weiter umgesetzt. „Die Vereinigten Staaten begrüßen diese vorläufige Verständigung als einen wichtigen Schritt hin zu einem größeren Verständnis und einer praktischen Zusammenarbeit, die sowohl dem syrisch-kurdischen Volk als auch den Syrern aller Komponenten zugutekommen wird“, heißt es in der aktuellen Erklärung der US-Botschaft in Syrien.

US-Botschaft veröffentlicht Erklärung in kurdischer Sprache

Die Gespräche zwischen PYNK und ENKS laufen unter der Koordinierung von US-Diplomaten. Daher veröffentlichten die offiziellen Kanäle der US-Botschaft in Syrien eine Erklärung zu den innerkurdischen Einheitsverhandlungen. Für üblich werden diese hauptsächlich auf Englisch und Arabisch veröffentlicht. Anders als sonst wurden sie diesmal auch in kurdischer Sprache veröffentlicht.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

KRG weist Vorwürfe zurück und schießt gegen Hisbollah

Der Sprecher der Regionalregierung Kurdistans (KRG) Jutyar Adil reagiert heftig auf die jüngsten Äußerungen von Hassan Nasrallah, Generalsekretär der libanesischen Hisbollah.

Nasrallah hatte kürzlich einen Kommentar über die Kurden und die kurdische Regierung in Hewler (Erbil) abgegeben. So behauptete Nasrallah: „Als der Islamische Staat angriff, zitterte Barzani vor Angst.“ Damit gemeint ist Masoud Barzani, der zur IS-Zeit das Amt des Präsidenten der Regionalregierung Kurdistan innehatte. Masoud Barzani gilt als einer der wichtigsten Persönlichkeit innerhalb der kurdischen Bevölkerung und der Diaspora.
Nasrallah hielt eine Rede über den vor kurzem von der USA ausgeschalteten General Qassem Soleimani und behauptete, dass die Iraner Erbil (Hewler) und die irakisch-kurdische Region beschützt hätten.

Mit einem Klick auf den Werbebanner unterstützen Sie Rojava News.

Jutyar Adil, Sprecher der Regionalregierung, verteidigte Barzani und die Peshmerga in einer an Hassan Nasrallah adressierten Erklärung: „Sie haben seit Jahren kein Sonnenlicht gesehen, weil Sie sich in Kellern vor Ihren Feinden verstecken. Ausgerechnet Sie wagen es die Kurden zu beleidigen? Warum greifen Sie eine Nation an, die keine Verbindungen zu Ihnen hat? Es waren die Peshmerga die Erbil (Hewler) und Kurdistan beschützten haben und niemand sonst. Trotzdem aber bedanken wir uns dennoch bei denen die uns beistanden und halfen.“
Adil fügt weiter hinzu: „Es ist merkwürdig das Sie eine Nation und eine Führungspersönlichkeit auf solch eine unreife Art und Weise angreifen.“

Adil erklärte hinterher, dass Nasrallah nicht auf derselben Ebene wie Masoud Barzani steht, um über ihn sprechen zu können.

Was die Hisbollah-Führung durch diese Aktion bezwecken will ist unklar. Aber eins ist sicher. Die Kurden haben jetzt noch weniger Sympathien mit der Organisation die in weiten Teilen der Welt als Terrororganisation eingestuft ist. Die Hisbollah ist eng mit dem Iran verbündet.



Rojava News braucht Ihre Unterstützung. Wenn sie mit unserer Berichterstattung zufrieden sind, würden wir uns sehr über eine Spende von Ihnen freuen. Sie können einmalig spenden oder aber auch eine monatliche Spende einrichten, damit wir planen können. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Ihr Rojava News – Team




Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Subscribe to this RSS feed