ENKS will Büros in Rojava wiedereröffnen

Der syrisch-kurdische Nationalrat (ENKS) kündigte am Sonntag offiziell die Wiedereröffnung Ihrer Büros in Rojava an. Die Selbstverwaltung in Rojava sagte in einer Erklärung, dass sie es dem ENKS erlauben würde, Büros in der Region wieder zu eröffnen.

Die Erklärung fügte hinzu, dass die kurdischen Behörden alle Rechtsverfahren gegen ENKS-Mitglieder einstellen und ein Komitee bilden werden, dass die Behauptungen der Opposition untersuchen soll.

Im Jahr 2016 verboten die Behörden der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien (NES) in Rojava die Aktivitäten der ENKS in der Region. Die Verwaltung schloss etwa 40 ihrer Büros und verhaftete Hunderte ENKS-Mitglieder, die teilweise später freigelassen wurden.
Die ENKS, eine von der Türkei unterstützte Organisation die sich gegen die regierende syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union PYD stellte, wurde im Oktober 2011 von Massoud Barzani und seiner KDP von Irakisch-Kurdistan gegründet. Die meisten ENKS-Mitglieder leben in der KRG, in der Türkei und in westlichen Ländern. Die ENKS, das aus 12 kleinen kurdischen Parteien besteht, hat keine wirkliche Autorität vor Ort in Rojava.

Die weltweit respektierte Autonome Verwaltung in Nordsyrien hat eine säkulare, dezentralisierte Selbstverwaltung, in der die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, die direkte Demokratie und die Verantwortung für die Umwelt betont werden.

In der vergangenen Woche forderte Michail Bogdanow, stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation und Sonderbeauftragter des Präsidenten für den Nahen Osten, die kurdischen Parteien auf, sich zusammenzuschließen. Insbesondere für den künftigen Dialog mit dem syrischen Regime in Damaskus.
"Wir sagen immer, dass die kurdische Position kohärent, vereint, konstruktiv und realistisch sein muss, um die Grundlage für einen ernsthaften und verantwortungsvollen Dialog mit den anderen Parteien zu bilden.", sagte er gegenüber kurdischen Medien.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Islamische Staat intensiviert Angriffe im Irak

Der Islamische Staat hat am Donnerstag den 30.01.2020 sieben Zivilisten an einem selbst aufgestellten Checkpoint in der Region Garmiyan entführt.

Schläferzellen des Islamischen Staates haben in der Region Garmiyan, zwischen den kurdischen Städten Qara Tapa und Qaryatkah, Fake-Checkpoints errichtet. Dieser Fake-Checkpoints wurde dann genutzt um Zivilisten aus ihren Autos zu zerren und um auf vorbeifahrende, flüchtende Fahrzeuge das Feuer zu eröffnen.
Derzeit ist unklar, was mit den sieben entführten Geiseln geschehen ist. In der Regel erpressen Kämpfer des Islamischen Staates die Familien der entführten Geiseln um Lösegeld oder Güter zu erhalten. Oftmals werden die Geiseln exekutiert, obwohl die Angehörigen den Forderungen nachgekommen sind.

Am Tag zuvor griffen Schläferzellen des Islamischen Staates einen Außenposten der irakischen Armee an. Der IS hat dort mindestens zwei Soldaten der irakischen Armee getötet und eroberte zahlreiche Waffen und militärische Ausrüstung.

Die vermehrten Angriffe des Islamischen Staates kündigen wohlmöglich eine weitere Welle des Terrors an. Die lokale sunnitisch-arabische Bevölkerung ist zunehmend unzufrieden, mit der vom Iran kontrollierten schiitischen Regierung.
Sicherheitsexperten der Autonomen Region Kurdistan sind sich sicher, dass wenn der Irak nicht bald auf die Forderungen seiner sunnitischen Bevölkerung eingeht, ein neuer Islamischer Staat entstehen wird.

Seit dem gescheiterten Unabhängigkeitsreferendum 2017, die ebenfalls in den umstrittenen kurdischen Gebiete abgehalten wurde die vom irakischen Staat nicht abgetreten werden, herrscht in den umstrittenen Gebieten ein Machtvakuum.

Die Soldaten der Peshmerga kontrollierten zuvor die Provinzen Garmiyan, Shingal und Kirkuk. Alle drei Provinzen verzeichneten eine stabile und sichere Phase. Als die Peshmerga sich nach dem Referendum aufgrund einfallender iranischer Milizen aus den Provinzen zurückziehen musste, erlangte der irakische Staat erneut die Kontrolle über alle drei Provinzen.
Der Irak ist nun in der Pflicht, für Sicherheit und Stabilität in den drei Provinzen zu sorgen. Allerdings ist die irakische Armee mit dieser Aufgabe überfordert und schafft es kaum, die Angriffe des Islamischen Staates zu bekämpfen oder einzudämmen.
Der Irak verweigert gleichzeitig eine Rückkehr der Peshmerga Soldaten in die umstrittenen kurdischen Gebiete.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Bestätigt: Türkei nutzt Chemiewaffen

Ein schweizer Labor bestätigt, dass die Türkei weißen Phosphor nutzt um sowohl Zivilisten als auch Sicherheitskräfte der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) anzugreifen. Damit bestätigt das Labor die Anschuldigungen der lokalen Behörden in Rojava und Syrien, dass die Türkei bewusst Chemiewaffen einsetzt.

Die Wessling Laboratorien in Bern haben mit den Proben die sie erhalten haben erklärt, dass die Substanz die gefunden wurde weißer Phosphor sei. Die verschiedenen und großen Verbrennungen mehrere Menschen lässt auf die Anwendung der Chemikalie schließen. Die Hautproben weisen eine extreme Menge an weißem Phosphor auf.

Der in der Schweiz lebende iranische Arzt Abbas Mansouran, der vor Ort in Rojava bei dem Angriff der Türkei die Menschen behandelt und versorgt hat, erklärt und bestätigt, dass viele der Verbrennungen die er behandelt hat, durch unkonventionelle Waffen entstanden sind. „Die Verletzungen und Symptome der Verletzten, von denen die meisten Zivilisten sind, resultieren aus dem Kontakt mit chemischen Waffen.“, erklärt Dr. Mansouran. Weiterhin fügt er hinzu, „Das schweizer Labor bestätigt in ihrem Bericht, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Symptomen und chemischen Waffen gibt. Selbst wenn der türkische Staat weiterhin die Vorwürfe zurückweist, haben wir nun den eindeutigen Beweis für die Internationale Gemeinschaft.“

Die Türkei nutzte die Chemiewaffen vor allem für ihre Invasion in Gire Spi und Sere Kaniye. Damit nutzt Erdogan verbotene Waffen und verstößt gegen Internationale Verträge und Vereinbarungen. Dr. Mansouran fordert die Internationale Gemeinschaft auf zu handeln. „Internationale Institutionen und Organisationen, besonders die Vereinten Nationen und der Internationale Gerichtshof in Den Haag müssen handeln und die gegebenen Beweise nutzen. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Fordert Dr. Abbas Mansouran.

Derweil bestreitet der türkische Verteidigungsminister Hulisi Akar die schweren Vorwürfe über die Verwendung chemischer Waffen. „Es ist ein weitbekannter Fakt, dass die Türkei keine chemischen Waffen in ihrem Inventar besitzt.“



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Syrisches Embargo gegen Geflüchtete

Die syrische Regierung hat ein Embargo gegen Şehba verhängt. Die selbstverwaltete Region Şehba, welche nur noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht, ist eine Sammelstelle für Geflüchtete aus Efrîn.

Seit dem syrischen Embargo gegen die Wüstenregion Şehba, sind die Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Ursprünglich lebten in Şehba 90.000 Einwohner. Doch durch die türkische Invasion leben seit mittlerweile zwei Jahren noch 100.000 weitere Geflüchtete dort. Seit ihrer Flucht kämpfen die Geflüchtete in heruntergekommenen Camps gegen Krankheit, Hunger und anhaltende türkische Bombardierungen. Die dort ansässige Bevölkerung macht mit regelmäßigen Demonstrationen auf ihre miserable Situation aufmerksam.

„Das Regime verlangt hohe Steuern auf die Produkte, die in die Region transportiert werden. Auch aus diesem Grund schießen die Preise in die Höhe. Aufgrund der Preissteigerungen konnten wir in den vergangenen zwei Monaten praktisch nicht arbeiten.“, berichtet eine Ladenbetreiberin.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion in Efrîn, bei der unzähligen Zivilisten getötet und verschleppt wurden, musste ein Großteil der kurdischen Bevölkerung ihre Heimat verlassen. Die türkisch-islamistische Schreckensherrschaft in Efrîn ist seither geprägt von Entführung, Vergewaltigung und Mord. Vor allem leidet die kurdische und nicht-sunnitische Bevölkerung unter der extremen Repression der türkisch-islamistischen Millizen.

Wegen dieser Vorkommnisse und die zu erwartenden Verbote von Kultur und Sprache ganz nach der türkischen Blaupause in Südostanatolien, ist ein Großteil der dort lebenden Bevölkerung in die selbstverwaltete Region Şehba geflüchtet. Şehba ist Teil der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien und steht daher unter dem Schutz der Demokratischen Kräfte Syriens. Neben den anhaltenden Gefechten zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistische Milizen, kämpft die Region auch gegen das syrische Embargo.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Coronavirus in Kurdistan

Das Gesundheitsministerium der Regionalregierung Kurdistans (KRG) bestätigte in einer veröffentlichten Erklärung, dass es bisher in der Region Kurdistan keine Fälle des chinesischen Coronavirus gibt.

Die Erklärung kam nach Behauptungen, die in den sozialen Medien kursieren, dass sich das Coronavirus in bestimmten Gebieten der Region Kurdistan ausgebreitet habe.

„Die sozialen Medien sind bekanntermaßen unzuverlässig und die Behauptungen sind völlig unbegründet. Das Virus wurde in der Region Kurdistan nicht entdeckt.“, erklärt das Ministerium.
"Wir versichern der Bevölkerung der Region Kurdistan, dass die Gesundheitseinrichtungen in Kurdistan die Situation in Bezug auf das Coronavirus zusammen mit internationalen Interessenvertretern genau beobachten und überwachen und wir werden alle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.", so die Erklärung des Gesundheitsministeriums.

In der Erklärung wurde auch betont: "Mit Ausnahme des Gesundheitsministeriums der KRG und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können keine anderen Quellen als zuverlässig für die Bestätigung von Nachrichten dieser Art angesehen werden."

Die irakische Zivileluftfahrtbehörde (CAA) bestätigte am Montag, dass medizinische Teams nun Reisende aus China untersuchen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der die Nationale Gesundheitskommission Chinas sagte, dass die Übertragung des Virus durch den Menschen immer stärker wird und die Zahl der Infektionen wahrscheinlich weiter steigen wird.
Ein spezialisiertes medizinisches Team wird ständig an allen zivilen Flughäfen präsent sein, um Reisende aus China und Südostasien zu untersuchen und um sicherzustellen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Kurdischer Ministerpräsident empfängt deutsche Delegation

Der Premierminister der Region Kurdistan Masrour Barzani hat am Montag eine Delegation des Deutschen Bundestages empfangen, um über die anhaltende Unterstützung für die Peshmerga und die Bedrohung durch den „Islamischen Staat“ zu sprechen.

Die deutsche Bundestagsdelegation bestand aus Markus Grübel, Beauftragter für globale Religionsfreiheit aus dem Entwicklungsministerium der Bundesregierung, sowie Jürgen Hardt, Abgeordneter der CDU.
Ebenfalls anwesend waren der Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen der Kurdischen Regionalregierung (KRG) Safeen Dizayee, der Vertreter der KRG in Deutschland Dilshad Barzani und die deutsche Generalkonsulin in Erbil Barbara Wolf.

Während des Treffens dankte Premierminister Barzani der deutschen Regierung und dem Parlament für ihre Entscheidung die Ausbildung der Peshmerga, nach einem vorübergehenden Stopp inmitten der eskalierenden Spannungen in der Region, wieder aufzunehmen.

Der kurdische Ministerpräsident betonte wie wichtig es sei, dass die internationale Koalition weiterhin die Peshmerga und die irakischen Sicherheitskräfte (ISF) unterstützt, "zumal der ISIS in einigen Gebieten des Irak eine latente Gefahr darstellt".

Grübel und seine Delegation "wiesen ihrerseits auf den Status der Region Kurdistan als einen wichtigen Stabilisierungsfaktor für den Irak und die Region hin", hieß es in der KRG-Erklärung.
Die deutschen Beamten brachten auch die "Bereitschaft Deutschlands die Beziehungen, insbesondere im Bereich Handel und Investitionen, zu stärken" zum Ausdruck.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Zehn Zivilisten in Efrîn entführt

In der westkurdischen Provinz Efrîn wurden zehn Zivilisten aus dem Dorf Maratê von türkisch-islamistischen Milizen entführt. Unter den Entführten befinden sich neun Männer und eine Frau. Seit ihrer Deportation gibt es keinerlei Lebenszeichen.

Entführungen und Tötungsdelikte sind seit der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in der kurdischen Provinz Efrîn omnipräsent. Die von der Türkei unterstützten Milizen verschleppen kurdische Zivilisten und verlangen von ihren Familien lächerlich hohes Lösegeld. Die „Menschenrechtsorganisation Efrîn“ konnte innerhalb der letzten zwei Jahre 6.000 Fälle von Entführungen protokollieren. Neben dem Lösegeld kommt es auch zur Vergewaltigung, Folter und Tötung. Bislang gelten 3.300 entführte Zivilisten als vermisst.

Die Zivilbevölkerung rund um Efrîn ist extremer Schreckensherrschaft ausgesetzt. Häuser werden geplündert und Vermögen werden konfisziert. Eine Partizipation in Verwaltung und Politik wird nicht geduldet und Personen, die während der kurdischen Autonomie in Efrîn politisch aktiv waren, werden verfolgt. Dissidente Gruppen und Personen sind daher gezwungen, unterzutauchen oder zu flüchten.

Außerhalb der türkischen Besatzungszone, wie zum Beispiel in Şêrawa, protestieren viele tausende gegen die türkische Außenpolitik und ihrer Militärpräsenz in Rojava. Şêrawa ist ein Kreis in Efrîn, welcher noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht. Am Mittwoch zogen Demonstranten unter dem Motto „Ey Efrîn, wir kommen“ durch das Dorf Ziyaret bis hin zum Flüchtlingscamp Vegerê. Noch vor zwei Wochen hatte die Türkei mehrere Dörfer in Şêrawa mit immensem Artilleriefeuer beschossen. In diesem Gebiet kommt es fast täglich zu Kampfhandlungen zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistischen Milizen.

Kämpfer der kurdischen Befreiungskräfte Efrîns (HRE) haben zuletzt vor einigen Tagen mehrere islamistische Milizionäre verletzt und getötet. Dabei wurde auch mindestens ein türkischer Soldat getötet und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Anlässlich der zweijährigen Besatzung von Efrîn, haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angekündigt, weiterhin Widerstand zu leisten. „Wir werden großen Widerstand leisten und darum kämpfen, Efrîn und unser Volk zu befreien. Unsere Entschlossenheit ist geballt, an dieser Haltung werden wir festhalten, ganz gleich, ob der türkische Staat seine Besatzungsangriffe intensiviert“, so die YPG.



Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Erdbeben in Nordkurdistan erschüttert Bevölkerung

Am Freitag den 24.01.2020 wurde die in der Türkei liegende Nordkurdische Provinz Elazig von einem Erdbeben der Stärke 6.8 erschüttert und 10 darauffolgenden Nachbeben.

Das Erdbeben konnte bis nach Nordsyrien, Irak, Libanon und dem Iran gespürt werden, wo es vereinzelt auch zu Schäden kam. Die Nordkurdische Provinz Elazig war das Epizentrum dieses Bebens und wurde am verheerendsten getroffen. Eine Vielzahl an Gebäuden sind kollabiert und große Teile der Infrastruktur wurden beschädigt.
Nach Angaben der türkischen Regierung sind bisher 22 Menschen ums Leben gekommen und über 1000 Menschen sind verletzt. Suchtrupps suchen derzeit in den Schuttbergen der kollabierten Gebäuden nach Überlebenden. Immer wieder finden die Suchmannschaften verschüttete Menschen, die durch das Geröll ums Leben kamen oder in der Nacht erfrierten.
Der türkische Staat hat dieses Erdbeben als ein Beben der Stufe 3 deklariert. Diese Deklarierung basiert auf einer Skala die der türkische Staat selbst definiert hat und bedeutet für die Einwohner Elazigs, dass ihnen nur nationale Hilfe zukommen wird.
Internationale Hilfsgüter der Vereinten Nationen werden die Opfer somit nicht erreichen.
Eine Vielzahl der Einwohner Elazgis und weiterer Städte sind derzeit obdachlos weil ihr Haus entweder komplett zerstört wurde, oder weil die Struktur ihrer Häuser so stark beschädigt wurde, dass es ein Risiko wäre dort weiterhin zu leben.
Um die nun obdachlosen Menschen vor den nachts einbrechenden Minusgraden zu schützen, haben die lokalen Behörden Zelte und Decken verteilt. Allerdings ging eine Vielzahl an Menschen dabei leer aus. Bis in die Nacht hinein sah man Bilder von Familien die zwischen Geröll Schutz vor der Kälte suchten und auf weitere Hilfsgüter warteten.

Die türkischen Autoritäten haben kaum und nur sehr langsam reagiert und so trafen nur wenige nationale Hilfsgüter ein. Abhilfe auf diese Katastrophale Lage konnte erst geschaffen werden, als sich spontan Gruppen gebildet haben, die eigenständig aus umliegenden und unversehrten Städten Hilfsgüter wie Decken und Zelte bis spät in die Nacht organisiert haben.

Die Nordkurdischen Provinzen in der Türkei erleben nach jedem Beben erneut, wie der türkische Staat beim Katastrophenschutz versagt. Dabei ist vor allem auffällig, dass nur die kurdischen Provinzen im Osten der Türkei, einen solch inkompetenten Katastrophenschutz erfahren. Der Staat hat sich kaum bemüht, Hilfsgüter rechtzeitig in die Provinz zu bringen und spielt mit Absicht, immer wieder das Ausmaß dieser Katastrophe herunter.


Rojava News steht vor dem Aus. Die Finanzierung der Seite kann nur durch Ihre Hilfe gewährleistet werden. Leider beteiligen sich zu wenige Leser am Erhalt der Seite und die privaten Mittel sind mittlerweile ausgeschöpft. Wir möchten nochmals die Kurd*innen, Kurdenfreunde und -interessierte darum bitte Rojava News zu Unterstützen. Der Erhalt der Seite kann nur durch Ihre Hilfe bewerkstelligt werden. Sie können uns durch eine monatliche Spende unterstützen. Jeder Euro hilft. Dazu können Sie auf den unteren Button klicken. Auch über eine einmalige Spende würden wir uns sehr freuen. Wir brauchen jede Unterstützung. Vielen Dank für Ihr Mitwirken. Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Subscribe to this RSS feed