Kurdische Studentin soll abgeschoben werden

Eine kurdische Studentin aus der Schweiz soll in den Iran abgeschoben werden. Dort drohen ihr Gefängnis und Folter.

- Behörden lehnen Asylantrag von Studentin ab
- Schweiz möchte die Kurdin in den Iran abschieben
- Studentin aufgrund politisches Engagement in Lebensgefahr


Arzu Yasi floh 2015 mit ihrer Familie aus der ostkurdischen Stadt Kirmaşan. Sie versuchten seither vergeblich politisches Asyl zu beantragen. Die schweizer Behörden haben dies wiederholt nicht stattgegeben. So heißt es aus der aktuellsten Mitteilung der Behörde, dass der 31. Juli als Termin für die Abschiebung festgelegt wurde. Während ihren Aufenthalt in der Schweiz, fing die Kurdin an Maschinenbau zu studieren.

Aufgrund des politischen Engagements ihrer Familie wäre eine Rückführung in den Iran lebensbedrohlich. Sie ist Tochter einer kurdischen Aktivistin. Ihre Mutter ist Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans - Iran (PDKI). Das iranische Regime geht vehement gegen jegliches kurdisches Nationalbewusstsein vor. Verhaftungen aber auch Erhängungen sind in der iranischen Schreckensherrschaft allgegenwärtig und bekanntes Mittel zur Einschüchterung oppositioneller Strukturen.

Die Familie appelliert an die kurdische Gemeinde und der Weltgemeinschaft, die lebensbedrohliche Abschiebung in den Iran zu verhindern. Tagtäglich zeigt der Iran sein menschenverachtendes Gesicht, bei dem Repression und Schreckensherrschaft Staatsdoktrin sind.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

KRG verzeichnet 68 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden – 2 Tote

Das Gesundheitsministerium der Region Kurdistan verzeichnete am Donnerstag 68 neue COVID-19-Fälle mit zwei verbundenen Todesfällen in den letzten 24 Stunden. Die Erklärung des Gesundheitsministeriums der kurdischen Regionalregierung lautet, dass von 3.559 Coronavirus-Tests, die in der gesamten Region durchgeführt wurden, 68 Tests positiv ausfielen.

In der Provinz Hewler (Erbil) wurden in den vergangenen 24 Stunden 1.419 Tests durchgeführt, in Slemani 1.478, in Duhok 601, Raparin führte 48 Tests durch und die Verwaltung in Garmiyan (Kirkuk und Umgebung) hatte vier Tests. Von den 61 neu bestätigten Fällen in der Region Kurdistan verzeichnete die Provinz Slemani mit 64 Fällen den höchsten Wert, einschließlich der 7 Infizierten aus Raparin. Die Provinz Hewler (Erbil) verzeichnet 4 neue Fälle.
Das Gesundheitsministerium der KRG meldete auch zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19.

Am Mittwoch warnte Haval Abubakir, der Gouverneur der Provinz Slemani, davor, dass die Bürger ihre Häuser in Krankenhäuser umwandeln müssen, wenn diese Situation - täglicher Anstieg der Fallzahlen ohne Einhaltung der Gesundheitsmaßnahmen - anhält.
"Wir haben nur 250 Betten und 60 Beatmungsgeräte in den Krankenhäusern", sagte Gouverneur Abubakir.

Seit den ersten registrierten Fällen von Coronavirus in der Region hat das KRG-Gesundheitsministerium in seinen vier Provinzen 82.926 COVID-19-Tests durchgeführt.
Der Generaldirektor für Gesundheit in Hewler (Erbil), Dlovan Mohammad, sagte zu den Bedingungen der COVID-19-Patienten in der Provinz Hewler (Erbil), dass "vier Patienten in einem instabilen Zustand sind.“

Während einer Pressekonferenz am Dienstag sagte KRG-Innenminister Rebar Ahmed:
"Wenn wir die Gesundheitsvorschriften nicht einhalten, werden wir eine gefährliche Phase erreichen und die Neuinfektionen, einschließlich der Todesfälle, werden sehr hoch sein.", und fügte hinzu, dass die Ausgangssperre bestehen bleibt und das interprovinzielle Reiseverbot fortgesetzt wird.
Er fügte hinzu, dass die lokalen Provinzregierungen die Befugnis erhalten werden, bestimmte Lockerungen der derzeitigen Gesundheitsvorschriften inmitten einer neuen vorübergehenden, regionenweiten Ausgangssperre nach einem Anstieg neuer Coronavirus-Fälle, umzusetzen.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Proteste gegen Corona-Lockdown „Wir haben kein Geld mehr zum Leben“

Die Autonome Region Kurdistan hat am 01.06.2020 erneut eine sechs tägige Ausgangssperre veranlasst, um der zweiten Infektionswelle der Covid-19-Pandemie entgegenzuwirken. Am darauffolgenden Tag protestierten zahlreiche Menschen in den Städten Ranya und Slemani in der gleichnamigen Provinz Slemani gegen diese Maßnahmen.

- Dies ist der zweite landesweite Lockdown der Autonomen Region Kurdistan
- Die Demonstranten protestieren nicht gegen die Anti-Corona-Maßnahmen, sondern für die Auszahlung der Gehälter
- Die Autonome Region Kurdistan ist Bankrott, wodurch monatelang keine Gehälter ausgezahlt werden konnten


Die Proteste in der Stadt Ranya verliefen zum größtenteils friedlich. In der Provinz Hauptstadt Slemani jedoch eskalierte die Gewalt bereits nach kurzer Zeit. Die Sicherheitskräfte der PUK riefen zunächst die Demonstranten dazu auf, wieder nachhause zu gehen. Als dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wurde, begann der Protestzug sich durch die Stadt zu bewegen und Barrikaden aus brennenden Autoreifen zu errichten. Die Sicherheitskräfte der PUK eröffneten dann das Feuer auf die Demonstranten aufzulösen.
Es ist bislang unklar, ob die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition geschossen haben oder Gummigeschosse verwendet haben. Es gibt derzeit ebenfalls keine Meldungen über verletzte.

Die Demonstranten sind mehrheitlich junge Männer, welche als Tagelöhner oder Ladenbesitzer bislang ihr Geld verdient haben. Auf den sozialen Medien betonen diese ausdrücklich, dass sie nur eine Möglichkeit verlangen Geld zu verdienen, da die große Mehrheit von ihnen Pleite und verschuldet ist. Auch wird betont, dass keine Partei oder Bewegung hinter diesen Protesten steht.
Dieser Umstand wurde bereits früh während der Proteste klar, als sich Shaswar Abdulwahdi, der Parteiführer der Partei „New Generation“ den Protesten anschloss. Shaswar Abdulwahdi wurde umgehend von den Demonstranten kritisiert und angegriffen, woraufhin er sich zurückziehen musste.

Die Autonome Region Kurdistan hat in der Nacht vom 02.06.2020 auf den 03.06.2020, als Reaktion auf die Proteste, die Covid19-Lockdown Maßnahmen gelockert. Allerdings sind dazu noch keine Details bekannt.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Umgesiedelte Araber drohen mit Landübernahme von Kurden

In der Provinz Kerkûk fürchten kurdische Landwirte eine Landübernahme durch umgesiedelte arabische Einwohner. Gleichzeitig intensiviert der IS seine Angriffe in der Region.

- Kurdische Bauern fürchten Landübernahme in der Provinz Kerkûk
- Kurdische Politiker verhindern Einmischung lokaler Streitkräfte
- IS reorganisiert sich in Kerkûk


Durch den Einmarsch der irakischen Streitkräfte und der iranisch-schiitischen Volksmobilmachungskräfte (Hashd al-Shaabi) 2017 in Kerkûk, steht die Provinz mit der gleichnamigen Stadt nicht mehr unter Schutz der Autonomen Region Kurdistan und der Peshmerga. Seither kritisieren lokale Menschenrechtsaktivisten und Juristen, dass die Kurdinnen und Kurden wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Dies habe sich auch auf die Verwaltungsangelegenheiten ausgedehnt. So befürchten viele kurdischstämmige Landwirte die arabische Übernahme von Haus und Ackerland. Es kursieren derzeit Videoaufnahmen im Netz, auf denen Araber die Ernte kurdischer Ackerländer vernichten und mit der Beschlagnahme des Landes drohen. „Er [ein umgesiedelter Araber] schickte mir eine Nachricht, in der er mir mitteilte, dass ich ihm mein Haus und das Ackerland überlassen müsse. Er sagte, dass die [irakische] Regierung ihm das Land gegeben habe. Ich weiß nicht, welches Gericht ihm das Eigentum an meinem Land zugesprochen hat“, sagte der Landbesitzer Arshad Salih gegenüber dem kurdischen Fernsehsender Rûdaw.

Nachdem sich die Landwirte an die kurdische Presse gerichtet haben, geriet das zuvor von der irakischen Politik ignorierte Thema immer mehr an die Öffentlichkeit. Kurdische Abgeordnete und Mitglieder des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments haben diese Missstände öffentlich angeprangert. Sie erhielten vom irakischen Einsatzkommando die Garantie, dass sich die lokalen Streitkräfte in den Provinzen Kerkûk, Diyala und Saladin nicht in Verwaltungsangelegenheiten einmischen werden.

IS reorganisiert sich in Kerkûk

Die Landesbesitzer in Kerkûk werden immer wieder Opfer von Attacken durch den IS. Trotz der Zerschlagung seiner Territorialherrschaft, ist der IS nach wie vor aktiv und brennt in den umstrittenen Gebieten immer wieder Ackerländer nieder. Sie platzieren Sprengfallen und greifen Landwirte während ihrer Arbeit an. Auch die Zusammenstöße zwischen irakischen Streitkräften und dem IS haben stark zugenommen. So hat der IS zuletzt vor einer Woche vier schiitische Milizionäre der Volksmobilmachungskräfte (Hashd al-Shaabi) und einen irakischen Soldaten getötet. Sechs weitere wurden verletzt. Solche Angriffe geschehen mittlerweile immer öfter. Die Dschihadistenmiliz hatte vor zwei Monaten in einem Leitartikel berichtet, dass die derzeitige Corona-Pandemie als eine von Gott verursachte „schmerzhafte Qual“ für die „Kreuzfahrernationen“ sei. Dass der IS die Situation für seine Zwecke ausnutzt, wird daran deutlich, dass sich zeitgleich auch die IS-Angriffe intensivierten.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Tag der kurdischen Sprache – Kurdische Bürgermeister werden verhaftet

Am Freitag, dem 15.05.2020 feierten die Kurden den Tag der kurdischen Sprache, zeitgleich nahm die Türkei diesen Tag zum Anlass, um den Kurden weitere Rechte zu entziehen.

Die türkischen Sicherheitskräfte stürmten die Häuser der Bürgermeister mit äußerster Brutalität
Die Türkei hat seit 2019 51 von 65 gewählten Bürgermeister_innen der HDP des Amtes erhoben und ohne Verfahren eingesperrt
Betroffen sind die Städte Siirt und Igdir und die Distrikte Kurtalan, Baykan und Altinova


In den frühen Morgenstunden des Tages umstellten schwer bewaffnete türkische Sicherheitskräfte die Verwaltungssitze der Bürgermeister_innen und erstürmte diese. Bei der Erstürmung gingen die Sicherheitskräfte mit enormer Gewalt vor und nahmen die Bürgermeister_innen fest.
Die Türkei geht wie in den 45 Fällen davor, ohne richterlichen Beschluss vor und setzt AKP-treue Verwalter an Stelle der demokratisch gewählten Bürgermeister_innen ein.

Seit 2016 geht die Türkei unter der Führung der AKP brutal und autoritär gegen die kurdische Minderheit im Land vor. In sogenannten „Anti-Terror-Maßnahmen“ griff die türkische Armee die Stadtkerne mehrerer kurdischen Großstädte an und zerstörte diese komplett, wobei tausende Kurden ums Leben kamen.
Nach den Wahlen 2019 in der Türkei ging die Türkei politisch gegen die 65 gewonnen Wahlkreise der HDP vor, wovon nun bereits 51 von der AKP übernommen wurden.

Obwohl die HDP und die kurdische Gemeinde die Staatengemeinschaft, die Europäische Union und die Vereinten Nationen mehrmals dazu aufrief, die Türkei zur Wahrung des Rechtsstaates zu animieren, schweigt jede Institution.
Lediglich der Türkei Beobachter/Berichterstatter des Europäischen Parlamentes Nacho Sanchez Armor twitterte an die Türkei mit den Worten „Hört auf Bürgermeister aus ihrem Amt zu erheben, ohne Gerichtsbeschluss“.

Während Millionen von Kurden ihren Menschenrechten beraubt werden und ihnen das Recht auf politische Selbstbestimmung genommen wird, kommt von der Europäischen Union nur ein einziger Tweet.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Gerichtsprozess gegen YPG-Rückkehrer eingestellt

Der Gerichtsprozess gegen einen deutschen YPG-Rückkehrer wurde am 07.05. eingestellt. Ihm wurde vorgeworfen, Mitglied in einer ausländischen terroristischen Vereinigung gewesen zu sein.

- Gerichtsprozess gegen einen deutschen YPG-Rückkehrer eingestellt
- YPG-Rückkehrer wurde Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen
- Gegen YPG-Sympathisanten wurde zuletzt im April ermittelt


Jan-Lukas Kuhley schloss sich 2017 den Volksverteidigungseinheiten YPG (Yekîneyên Parastina Gel) in Rojava (Nordsyrien) an. Dort kämpfte er gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS). Er engagierte sich einige Monate in den Reihen der YPG. Nach seiner Rückreise leitete die Ermittlungsbehörden ein Verfahren gegen ihn ein. Ihm wurde die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung (Paragraf 129b) vorgeworfen. Infolgedessen wurden insgesamt drei Wohnsitze durchsucht und einige elektronische Geräte und Datenträger beschlagnahmt. Seither lief das Verfahren. Am Donnerstag teilte die Generalbundesanwaltschaft dem YPG-Rückkehrer mit, dass das Verfahren ohne Gerichtsprozess eingestellt wurde.

Jan-Lukas Kuhley ist nicht der erste Rückkehrer, gegen den nach der Rückreise ermittelt wird. Ähnliche Verfahren gab es zahlreiche. Auch in Deutschland kam es zu einigen Ermittlungsverfahren gegen YPG-Rückkehrer. Nicht selten gingen die Verfahren ohne Gerichtsprozess zu Ende. Der Tatbestand einer Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung konnte sich dabei nicht durchsetzen. Aber auch auf anderem Wege wird die kurdische YPG kriminalisiert. Zuletzt hatte der Nürnberger Staatsschutz im April gegen Teilnehmer einer Demonstration ermittelt. Ihnen wurde Verstoß gegen das Vereinsgesetz vorgeworfen. Sie hatten die Fahne der YPJ geschwenkt. Die YPJ sind die Frauenkampfverbände der YPG.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

KRG erklärt Haushaltskürzung durch Bagdad als illegal und verfassungswidrig

Streit zwischen der irakischen zentralregierung und der Regionalregierung Kurdistan (KRG) um die Zahlung des jährlichen Haushalts.

- Irakische Regierung möchte Gehälter für öffentlich-bedienstete in der KRG, kürzen
- KRG erklärt diese Entscheidung als illegal und verfassungswidrig
- Irakische Regierung schuldet der KRG über 385 Milliarden US-Dollar durch die Schäden zwischen 1963 und 2003


Der Ministerrat der Region Kurdistan schickte am Mittwoch ein detailliertes Schreiben an die irakische Regierung, um Einspruch gegen eine kürzliche Entscheidung zu erheben, die Gehälter der öffentlichen Bediensteten in Kurdistan auszusetzen.
Der Brief beschreibt den Schritt als Verletzung des Gesetzes und der Verfassung des Iraks und stellte fest, dass die Regierungsangestellten in Kurdistan, wie auch die in anderen Teilen des Iraks, dem öffentlichen Sektor dienen und ihre Löhne und Gehälter pünktlich erhalten müssen.
Der Brief, dem eine Liste mit umfangreichen Tabellen beigefügt war, betonte, dass sogar den Peshmerga-Kräften ihr Budget aus Bagdad verweigert wird.

Unterdessen beherbergt die Regionalregierung Kurdistans seit Beginn der Krise des Islamischen Staates über 1 Million Flüchtlinge und Binnenvertriebene, und sie wurde von der irakischen Regierung nicht finanziell unterstützt, hieß es in dem Schreiben.
Die KRG hat auch eine detaillierte Berechnung der von den aufeinanderfolgenden irakischen Regimes zwischen 1963 und 2003 verursachten Schäden in Höhe von schätzungsweise 385 Milliarden US-Dollar vorgelegt und erklärt, dass die irakische Regierung für die Schäden aufkommen muss.

Am früheren Dienstag empfing der Premierminister der Region Kurdistan Jeanine Hennis-Plasschaert die UN-Vertreterin für den Irak in Erbil und erörterte die Streitigkeiten zwischen Kurdistan und dem Irak, wobei er die Haushaltsentscheidung der Bundesregierung als politischen Druck gegen die Bevölkerung der Region Kurdistan bezeichnete.
Premierminister Masrour Barzani betonte, dass die Bundesregierung den Haushaltsanteil Erbils (Hewler) nicht als Verhandlungstaktik benutzen sollte. Er bekräftigte die Unterstützung der KRG für das neue Kabinett in Bagdad und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Bundesregierung mit der Region Kurdistan auf partnerschaftlicher Basis und im Einklang mit der Verfassung verfahren wird.


Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Autonome Selbstverwaltung verurteilt Terroranschlag in Efrin

Am Dienstag dem 28.04. wurde ein Marktplatz in Efrin von einer massiven Explosion erschüttert, die mindestens 40 Zivilisten, davon 12 Kinder, tötete und mehr als hundert Zivilisten verletzte.
Unbekannte Terroristen haben einen Tanklaster mit Benzin überladen und auf dem Marktplatz, vor dem Hauptquartier einer von der Türkei geführten syrisch/arabischen Miliz zur Detonation gebracht. Dabei sind mindestens 15 Mitglieder der Miliz getötet worden.


Aufgrund des Umstandes das dieser Angriff scheinbar einer Miliz galt, welche in Efrin unter der Führung der Türkei das Gebiet besetzt, gingen Experten zunächst davon aus, das es sich bei den Tätern um Mitglieder der kurdischen Widerstands Miliz „Wrath of Olives“ oder HRE handelt. Die kurdischen Milizen haben sich allesamt von dieser Tat distanziert und vermuten, dass die türkischen Milizen selbst dahinter stecken, da diese bereits seit Monaten blutige Gefechte gegeneinander führen, in denen es hauptsächlich um Territorium und eroberte Kriegsbeute (der indigenen kurdischen Bevölkerung Efrins) geht.
Auch vermutet man das Bestreben des türkischen Staates hinter diesem terroristischen Akt. In jüngster Zeit drängt die Türkei und ihre Milizen die indigene kurdische Bevölkerung immer mehr dazu, Efrin zu verlassen. Um dieses Ziel zu erreichen werden regelmäßig die in der Stadt verbliebenen Kurden angegriffen, entführt und schikaniert. Besonders oft werden Orte von Sprengsätzen der Türkei geführten Milizen heimgesucht, welche mehrheitlich bzw ausschließlich von Kurden besucht werden.

Der General der Demokratischen Kräfte Syriens Mazlum Abdi bezeichnete diesen Angriff als einen Akt des Terrors und verurteilte diesen zutiefst. Am Mittwoch den 29.04.2020 veröffentlichte der Demokratische Rat Nord- und Ostsyriens ein Statement indem es heißt:
„Wir der Demokratische Rat Syriens verurteilen und denunzieren diesen hinterhältigen und feigen Akt des Terrors, welcher unschuldige Zivilisten angriff und den übriggebliebenen droht, ihre Städte und Dörfer (Gemeint ist kurdische Bevölkerung in Efrin) zu verlassen“.

Die gesamte politische Führung der Autonomen Administation Nord- und Ostsyriens ist zutiefst bestürzt und geschockt über diesen brutalen Angriff, der zahllosen unschuldigen das Leben gefordert hat. Die Autonome Selbstverwaltung ruft die internationale Staatengemeinde auf, die Türkei aufzufordern Efrin zu verlassen, damit der tägliche Terror der türkischen Milizen endlich ihr Ende hat.



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.
Subscribe to this RSS feed