Autonome Region Kurdistan um 1 Milliarde Dollar bestohlen

Die Autonome Region Kurdistan ist nicht in der Lage eine Vielzahl von Firmen, welche fossile Brennstoffe in der Autonomen Region Kurdistan fördern zu bezahlen. Die Bezahlung dieser Firmen wurde zuvor bereits mehrfach aufgeschoben.
Es droht die totale Bankrotterklärung der Regierung und somit der Kollaps der Autonomen Region Kurdistan.

• Die Autonome Region Kurdistan hat eine Milliarde Dollar in einer libanesischen Bank hinterlegt.
• Die Bank ist in der Vergangenheit immer wieder durch unzureichende Liquidität negativ aufgefallen.
• Durch die Zahlungsunfähigkeit der libanesischen Bank hat die KRG eine Milliarde Dollar verloren


Die Autonome Region Kurdistan hat durch die Finanzkrise im Jahre 2016 dazu gelernt und entschied sich mindestens eine Milliarde Dollar in einer Bank zu hinterlegen. Dieses Geld sollte einzig und allein dazu genutzt werden, die Autonome Region Kurdistan in Krisenzeiten finanziell zu entlasten.
Von dieser Summe hätte die KRG drei Monate lang problemlos und ohne Einsparungen überleben können.

Es haben sich nun mehrere Erdöl Giganten zu Wort gemeldet und berichten davon, dass die Autonome Region Kurdistan zahlungsunfähig sei. Der norwegische Mineralöl Gigant DNO erklärte, das sie zu Letzt im Januar 2020 für den September Monat 2019 bezahlt wurden. Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan ist also seit vier Monaten im Zahlungsverzug und das bei einem vergleichsweise kleinen Förderer. Es ist also nur abzuschätzen wie weit der Zahlungsverzug gegenüber größeren Mineralöl Förderern zurückliegt.

Diese neue Finanzkrise der Autonomen Region Kurdistan kann durch zukünftige Zahlungen nicht mehr ausgeglichen werden, da der Rohöl Preis seit drei Monaten um mehr als 50% gefallen ist. Dieser Preisverfall alleine, würde die KRG innerhalb weniger Monate in den sicheren Bankrott drängen. Die enorm hohe Verschuldung kommt also als Faktor dazu, der diesen Bankrott beschleunigen und härter ausfallen lassen wird.

Die Autonome Region Kurdistan braucht monatlich ein Budget von mindestens 300 Millionen Dollar, um die Region am Leben zu erhalten. Diese Summe wird normalerweise durch das monatliche „Budget“ der KRG gedeckt, welches durch das irakische Parlament festgesetzt wird. Das Budget ist Teil der irakischen Verfassung und kann nicht ausgesetzt werden.
Allerdings wurde dieses Budget durch Bagdad mehrfach ausgesetzt, da die Autonome Region Kurdistan sich dazu entschied Rohöl eigenständig zu verkaufen.
Obwohl der neugewählte Präsident der Autonomen Region Kurdistan Necirvan Barzani eine Einigung mit Bagdad erzielen konnte, konnte kein Budget festgesetzt werden, da das irakische Parlament aufgelöst wurde.



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China entsendet Coronavirus Hilfsgüter nach Kurdistan

Am Morgen des 24.03.2020 ist ein Transportflugzeug aus China in Hawler (Erbil) gelandet. An Bord befinden sich dringend notwendige Hilfsgüter für die Autonome Region Kurdistan im Nordirak, um das Coronavirus zu bekämpfen.

• An Bord des Transportflugzeuges befinden sich 1008 Coronavirus Test Geräte • Mehrere Chinesische Experten sind ebenfalls in Hawler gelandet • Der chinesische Botschafter versichert, dass China weiterhin die Autonome Region Kurdistan unterstützen wird

Der kurdische Gesundheitsminister Saman Barzinji nahm am Hawler Flughafen in Begleitung des chinesischen Botschafters Ni Ruchi die dringend benötigten Hilfsgüter an.
Es folgte eine gemeinsame Pressekonferenz, bei der beide Seiten sich gegenseitige Unterstützung zu sprachen.
Es handelt sich bei dieser Lieferung bereits um das zweite Mal, dass China notwendige Hilfsgüter in die Autonome Region Kurdistan entsendet. Die erste Lieferung beinhaltete Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.

Bei der Pressekonferenz erklärten beide Parteien ihren Plan ein gemeinsames Labor zu errichten, um Verdachtsfälle auf das Coronavirus zu testen. Das Labor wird von einer Delegation aus chinesischen Experten geleitet werden, welche ebenfalls das lokale medizinische Personal in der Autonomen Region Kurdistan schulen werden.
Abschließend gratulierte der chinesische Botschafter dem kurdischen Volk zum kurdischen Neujahrsfest Newroz und beendete die Pressekonferenz mit den Worten „Die chinesische Regierung ist ein Freund des kurdischen Volkes und in dieser Situation ist das kurdische Volk nicht alleine…Gemeinsam mit dem kurdischen Volk werden wir diesen Kampf gewinnen“.

Die Autonome Region Kurdistan leidet derzeit massiv unter der globalen Pandemie. Neben dem kompletten stopp der gesamten Wirtschaft, arbeitet das medizinische Personal bereits über ihren maximalen Kapazitäten. Notmaßnahmen wie beispielsweise die komplette Ausgangssperre konnten den Ausbruch zwar verlangsamen aber nicht komplett stoppen. Neben täglichen Neuerkrankungen, können die Krankenhäuser ihre Patienten nur minimal versorgen, da Medikamente, Betten und Geräte fehlen. Meldungen aus diversen Krankenhäusern berichten auch von einer Unwirksamkeit verschiedener Medikamente die beispielsweise das Fieber senken sollen, dieser Umstand erschwert die Arbeit des medizinischen Personals enorm.

Auffallend dabei ist, das es sich dabei mehrheitlich um Medikamente aus dem Iran und um Importe durch Bagdad handelt. Der Verdacht liegt nahe, dass die Medikamente durch lokal hergestellte Imitate ausgetauscht wurden. Diese Imitate sind von minderer Qualität und beinhalten nur einen Bruchteil des Wirkstoffes.
Diese Form der Medikamenten Fälschung ist im Irak keine Seltenheit.


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Russischer Öl Gigant zahlt verdächtige Rekordsumme an KRG

Das russische Mineralöl Unternehmen Rosneft hat einem anonymen Berater die enorm große Summe von 250 Millionen US Dollar gezahlt, um exklusive Öl und Erdgas Förderungs-Deals zu bekommen.

• Die Details des Öl und Erdgas Förderungsdeals sind bislang unbekannt.
• Der Berater welcher diese Rekordsummer erhalten hat ist anonym.
• Die einmalige Rekordsumme von 250 Millionen Dollar für einen Berater entspricht 50% des Geldes, welches von etwa die 10 größten Investmentbanken in dem gesamten Nah Ost und Nordafrika Raum im Jahr ausgeben.


Der russische Mineralölgigant Rosneft ist der Hauptförderer fossiler Brennstoffe in der Autonomen Region Kurdistan. Diese Rolle des russischen Unternehmens kam vor allem durch den IS Zustande, als der Irak sich weigerte das jährliche Budget der Autonomen Region Kurdistan zu überweisen. Die KRG hat daraufhin durch eigenständige Öl und Erdgas Verkäufe versucht die zusammenbrechende Wirtschaft der KRG zu retten und bat dem Mineralöl Unternehmen Rosneft Förder-Rechte an.
Rosneft hat daraufhin drei Milliarden Dollar für die Förderrechte, in Formen von Investitionen gesteckt. Besonders Interessant dabei ist, das der russische Mineralöl Gigant diese Summen aushändigte, ohne Öl oder Erdgas dafür zu bekommen. Stattdessen werden die fossilen Brennstoffe in der Zukunft über mehrere Jahre an Russland geliefert.

Die Details dieses Deals und der Zahlung von 250 Millionen US Dollar an einen Berater wurden erst im Zuge einer Enthüllung von Dokumenten einer Tochterfirma ans Licht gebracht.
Aus diesen Dokumenten geht allerdings nicht hervor welche Rolle der Berater bei den Verhandlungen gespielt und wieso die Zahlung für den Berater so enorm hoch ausfiel.

Was jedoch bekannt ist, ist das diese Summe bereits im Jahre 2017 und 2018 teilweise bezahlt wurde. Es ist auch klar, dass die Zahlung nur auf Basis von einem Deal erfolgen würde.

Aufgrund der fehlenden Transparenz bei diesen Zahlungen und ein allgemeines fehlen von Informationen über diesen Deal, geht man derzeit davon aus das dieses Geld nur der Bestechung verschiedener Politiker diente.

Corona in den Zeiten von Diaspora und Heimat

Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass ich einmal in meiner Heimat, der Kurdistan Region im Irak (KRI) sitzen werde und mir Sorgen um meine Eltern in Deutschland machen muss. So ist es nun aber gerade.

Vor ungefähr zwei Wochen kam ich in die Heimat um mir einen Monat Auszeit zu nehmen, mit der Familie zu sein und etwas Ruhe zu haben. Ruhe vor all den grausamen Nachrichten, wie etwa dem Terroranschlag von Hanau, der jetzt ja in Vergessenheit geraten ist. Zu meiner Ankunft Anfang März habe ich meine Vorkehrungen getroffen, Desinfektionsmittel und -Tücher eingepackt (standesgemäß einiges davon um auch genug an die Verwandten zu verteilen) und habe mich auf den Weg gemacht. Während ich am Frankfurter Flughafen panische Gesichter sah, die sich hinter Gesichtsmasken versteckten und mit diesen sogar in Raucherabteile gingen, wurde ich am Flughafen in Erbil ganz nüchtern mit einem Fiebermessgerät empfangen und stieß überall, ob auf Werbeleinwänden, im Fernsehen oder im Radio auf ganz ruhige Beschreibungen dessen, was grad los ist und was man tun kann.

Jetzt bin ich seit zwei Wochen hier und befinde mich den dritten Tag in der Ausgangssperre. Das ganze ist wesentlich undramatischer, als es sich anhört. Man darf zwischen den Regionen nicht reisen, darf in der Stadt selbst nicht mit dem Auto unterwegs sein und alle Restaurants und Bars sowie Gebetsräume und Schulen sind geschlossen. Die Arbeit wurde komplett abgesagt und alle befinden sich im bezahlten Urlaub. Was noch offen hat: Supermärkte, Apotheken, Krankenhäuser sowie mobile Verkäufer, die auf ihren Pick-Ups Obst und Gemüse oder Gaskanister zum nachfüllen anbieten. Einkaufen war ich gestern erst und musste schmunzeln. Alle Regale sind voll, niemand geht in Panik einkaufen, man holt sich das was man braucht und wenn man mehr braucht, dann geht man eben nochmal in den Supermarkt.

Währenddessen erreichen mich die wildesten Nachrichten in Deutschland. Sprachnachrichten von irgendwelchen dubiosen Menschen werden weitergeleitet, die in einem süffisanten Raunen mahnen, dass bald alles dicht ist, dass man seine Einkäufe machen soll, dass er Verbindungen zur Regierung hat und weiß, dass bald alles dicht ist. Was „dicht sein“ heißt, erklärt uns der gute Mann nicht. Dass seine Sprachnachricht viele in Panik stürzt interessiert ihn wohl auch nicht. Videos sind im Umlauf von Menschen, die sich so derartig für Klopapier das Gesicht wegschlagen, dass man sich wünschen könnte, diese körperliche Tatkraft wäre auch im Kampf gegen Neonazis Gang und Gäbe. Es wird weiter geraunt, ja das habe ja alles System, das wäre ja fabriziert, wer hat diesen Virus wohl „zusammengemixt“. Ich stehe unweigerlich vor der einzigartigen Lage, dass eines der reichsten und entwickeltesten Länder dieser Welt gerade absolut nicht weiß, was es tun soll. Die Regierung ändert im Stundentakt die Meinung und hat viel zu spät und viel zu zaghaft zu Schließungen von öffentlichen Orten aufgerufen.

Klar, die Kurdistan Region ist ein präsidentielles System mit einem öffentlichen Sektor, der gigantisch ist. Politisch ist es wesentlich einfacher direkt einmal zu sagen, dass dies oder jenes getan werden soll, und dann wird das getan. Was jedoch auch in der schnellen Durchsetzung von Maßnahmen in Kurdistan ein ausschlaggebender Faktor war, ist der grausame Präzedenzfall des Iran, wo ein zwei Wochen verzögertes Eingestehen dieser Gesundheitskrise deutlich gemacht hat, dass politisches Versagen schwerer wiegen kann, als medizinisches Versagen.

Auf der gesellschaftlichen Ebene denke ich jedoch, dass trotz aller systemischen Unterschiede eines deutlich ist: In Kurdistan würdest du niemandem die Nase einhauen um Klopapier abzugreifen. In aller Systemlosigkeit haben Menschen hier ein Grundverständnis von Solidarität, das es erlaubt, dass Leute eben nicht bunkern, weil nur diejenigen bunkern, die anderen eben nichts abgeben würden. In einer Gesellschaft, wo teilen selbstverständlich ist, ist bunkern sinnlos. Der einzelne Hamsterkäufer ist ja nur Spiegelbild der Atomisierung der spätkapitalistischen Gesellschaft. Was Informationspolitik angeht, ist es jedoch genauso: Einige religiöse Prediger haben sich den Moscheeschließungen widersetzt. Nur wenige Tage später wurde ein bekannter Prediger selbst krank, verstarb und infizierte zudem seine Frau und Kinder. Daraufhin war Ruhe an der letzten Querfront, die die Krankheitswelle runterreden wollte.

Allen war absolut klar: Informationspolitik ist nicht nur das, was ich als einzelne Person teile oder like. Informationspolitik beeinflusst Ansteckungsraten, Leben und Überleben. Selbst meine Großmutter, die nicht lesen und schreiben kann, kann mir ganz nüchtern sagen woher dieser Virus kommt, wie er sich verbreitet, und was man dagegen tun kann. Liegt diese anständige individuelle Informationspolitik daran, dass man hier intelligenter ist? Nein. Aber man weiß, dass Wissen Handeln bedeutet und, dass Handeln eben nicht nur dich selbst sondern alle was angeht. Wenn du aber dein Dasein in einem kapitalistischen System fristest, in dem es nicht darum geht mit Wissen dafür zu sorgen, dass möglichst viele sicher über diese Zeit hinwegkommen, dann kann es dir absolut egal sein, was deine Tweets besagen und woher sie kommen. Denn es geht ja nur um dich, darum, wie du dich präsentierst, darum, wie du dich inszenierst, ob als Leon Lovelock auf Youtube, der von einer Verschwörung schwadroniert, oder als vermeintlicher Chef-Whatsapp-Virologe, der abstrusen Unsinn verbreitet.

Was ich also gerade vor allem lerne: Nicht nur Konsum, sondern auch Wissen ist etwas, was kollektive Verantwortung mit sich bringt und das Maß dessen, wie wir uns kollektiv wahrnehmen beeinflusst wie wir individuell konsumieren und verbreiten, egal ob es Klopapier oder Gerüchte sind. Hier in Kurdistan weiß man, dass man sich beides nicht individualistisch leisten kann. Nicht mal jemand wie der genannte Prediger, der sich seiner Worte so sicher war und munter weiter gepredigt hat, war vor den Konsequenzen seiner Verantwortungslosigkeit sicher. In Deutschland braucht es wohl noch lange, bis man versteht, dass das auch nicht geht. Das hat nicht mit Wissen oder Reichtum zu tun, das hat damit zu tun, wie Gesellschaften sozialisiert sind und inwiefern sie ein Gefühl für Aktio und Reaktio ihres Handelns haben. Ich hoffe, wir gehen endlich klüger aus dieser Krise. Ich hoffe wir verstehen, wie allgegenwärtig die Krise der kapitalistischen Gesellschaftsform ist.

Bis dahin grüße ich euch aus Kurdistan, passt auf eure Liebsten auch und auch auf die Fremden in eurem Umfeld. Sie sind auch jemandes Liebste.

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Autorinfo: Dastan Jasim hat Politikwissenschaften und Assyriologie im Master an der Uni Heidelberg studiert und hat zu verschiedenen Bereichen der kurdischen Innenpolitik, des transnationalen Aktivismus, der Sicherheitspolitik und der Konfliktlage in den verschiedenen Teilen Kurdistans geforscht.



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2 US Soldaten sterben bei einer Spezialoperation im Irak

Das irakische Verteidigungsministerium bestätigt, dass eine gemeinsame militärische Operation der irakischen Sicherheitskräfte und Spezialeinheiten der USA nahe Makhmour vom Sonntag dem 8. März bis zum Montagmorgen dem 9. März stattgefunden hat.




• Das Einsatzgebiet der Spezialoperation war ein lange bekannter Hotspot des Islamischen Staates. Die Kämpfer des Islamischen Staates konnten sich dort nahezu ungestört bewegen.
• In der gemeinsamen Operation wurden mindestens 25 IS-Kämpfer getötet und neun Tunnelsysteme zerstört.
• Die Evakuierung der getöteten US Soldaten dauerte mehrere Stunden an und konnte nicht ohne die Hilfe mehrerer weiterer Squads der US Spezialeinheiten und einer Reihe von Luftschlägen bewältigt werden.

Im Statement der Koalition „Inherent Resolve“ heißt es, dass zwei US Soldaten ums Leben kamen während sie die irakischen Sicherheitskräfte geführt und begleitet haben. Das Statement des irakischen Verteidigungsministeriums verschweigt derzeit noch die Verlustzahlen auf Seiten der irakischen Armee.
Der Tod dieser beiden US Soldaten markiert den ersten Todesfall der US Armee seit 11 Monaten.

Diese lang geplante Militär-Operation war die Antwort auf die IS-Schläfer Zellen Angriffe im Irak, welche seit mehreren Monaten in ihrer Intensität zugenommen haben. Der IS greift Stellungen der irakischen Armee fast wöchentlich an, wodurch die irakische Armee regelmäßig eine Vielzahl an Soldaten verliert. Besonders in der Makhmour Region terrorisiert der IS auch die zivile Bevölkerung, indem sie regelmäßig Menschen kidnappen und hohe Lösegeld Summen fordern um diese wieder frei zu lassen.

Die Region um Makhmour gilt als Machtvakuum innerhalb des irakischen Staates. Besonders die Gebirgsregionen nahe Makhmour (Qarachokh Gebirge) werden vom IS kontrolliert und gut verteidigt. Obwohl die irakische Armee mehrmals versuchte in dieses Gebiet einzudringen, gelang es ihnen nicht auch nur einen Meter der Gebirgsregionen dort zu kontrollieren.
Zuvor wurde diese Region durch die kurdischen Peshmerga kontrolliert, welche sich nach dem Oktober-Referendum 2017 aus dem Gebiet zurückziehen mussten. Das Makhmour Gebiet galt unter der Kontrolle der Peshmerga als ein sicheres Gebiet, wo sich der IS nicht aufhalten konnte.


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Mohammed, von chemischen Waffen der Türkei verwundet

Im Oktober 2019 griff die Türkei mit dem Segen der USA die Autonome-Selbstverwaltung in Nord-Ost-Syrien an. In diesem mehrwöchigen Angriffskrieg eroberte die Türkei unter enormen Verlusten zwei Städte Nordsyriens. Die Türkei nutzte bei diesem Angriff völkerrechtswidrige chemische Waffen.

• Mohammed Hamid das jüngste Opfer der türkischen Angriffe mit Chemiewaffen wurde kurze Zeit nach seiner Verletzung mit seinem Vater, nach Paris ausgeflogen und behandelt.
• Obwohl ein unabhängiges Institut bestätigt hat, dass die Türkei völkerrechtswidrige chemische Waffen gegen Zivilisten eingesetzt hat, gibt es bis heute keine Konsequenzen für die Türkei.
• Mohammed Hamid ist derzeit in der Hauptstadt der Autonomen-Region-Kurdistan und wird dort rehabilitiert.

Der 13-Jährige Junge Mohammed ist nun bereits seit einem Monat in Hawler und wird dort schrittweise rehabilitiert. Sein Zustand ist nach Aussage der dortigen Ärzte stabil. Der Vater des Jungen Mohammeds erklärt, dass Mohammed sieben chirurgische Eingriffe durchgehen musste und nun glücklicherweise keine weiteren Eingriffe benötigt. Trotzdem muss Mohammed weiterhin in der Klinik bleiben, bis seine Haut vollständig genest und die Infektionsgefahr vorüber ist.
Der Vater bedankt sich außerdem bei Massud Barzani und Emmanuel Macron, die die Ausreise nach Paris, um den Jungen Mohammed bestmöglich zu behandeln möglich gemacht haben.

Die Türkei griff am 9.Oktober 2019 völkerrechtswidrig die Autonome-Selbstverwaltung in Nord-Ost-Syrien an. Zuvor gab der US Präsident Donald J. Trump in einem Telefonat mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan seinen Segen dafür und befahl den US Truppen, sich aus der Grenzregion zurückzuziehen.
Nachdem die Türkei wochenlang in die von der SDF verteidigten Städte nicht einrücken konnte, intensivierte die türkische Luftwaffe seine Angriffe. Als Teil dessen wurde der chemische Kampfstoff weisser-Phosphor eingesetzt, welcher neben seiner verheerenden Brand und Ätzwirkung auch giftige Dämpfe ausstößt, an denen der Mensch in einer Zeitperiode von 5-10 tagen sterben kann.
Obwohl dieser Kampfstoff in den Zusatzartikeln des Genfer Abkommen von 1949 im Jahre 1977 verboten wurde, setzte die Türkei diesen Waffentyp ein und wurde dafür nicht zur Rechenschaft gezogen.

Ein unabhängiges Institut in Frankreich hat zweifellos bewiesen, das Mohammed Hamids Wunden das Resultat eines Angriffes mit dem chemischen Kampfstoff Weißer-Phosphor sind.


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Türkei bombardiert kurdische Dörfer in Şehba

Gestern Abend wurden mehrere Dörfer in der Nähe von Efrîn von türkischen Kräften angegriffen. Zuvor bombardierte die russische Luftwaffe zwei türkische Positionen in der umkämpften Provinz Idlib.

Gestern gegen 23:50 Uhr wurden die Dörfer Merenaz, Malikiyê, al-Qamiyê und Şêx Isa im Landkreis Şera und Şehba von der türkischen Luftwaffe bombardiert. Die angegriffenen Dörfer werden seit geraumer Zeit immer regelmäßiger attackiert. Dort konzentrieren sich nämlich die Widerstandselemente der lokalen kurdischen Streitkräfte, die die regelmäßigen Angriffe türkisch-islamistischer Milizen abwehren. Außerdem wurde am selben Abend auch das Stadtzentrum von Tell Rifat beschossen.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Efrîn, war ein Großteil der dortigen Bevölkerung gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen und als Binnenflüchtlinge in der naheliegenden Wüstenregion Şehba Zuflucht zu finden. Mit der türkischen Besatzung von Efrîn wurde dort Sprache, Kultur und politische Partizipation verboten. Die Stadt wird seither von islamistischen Milizen zwangsverwaltet.

Die türkischen Luftangriffe gegen kurdische Positionen in Şehba lassen sich als Reaktion auf das vorherige russische Bombardement verstehen. Einige Stunden zuvor hat die russische Luftwaffe zwei Positionen türkischer Streitkräfte in der umkämpften Provinz Idlib bombardiert und dabei schätzungsweise 32 Soldaten getötet. Seit geraumer Zeit haben sich die Gefechte um Idlib intensiviert. Die syrische Armee führt eine Offensive gegen Türkei-nahe islamistische Milizen und wird dabei von der russischen Regierung unterstützt. Zuvor konnten die syrischen Kräfte große Erfolge verzeichnen und die Milizen gen Idlib zurückdrängen.



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Coronavirus erreicht Kurdistan

Der Coronavirus hat die Autonome Region Kurdistan erreicht. Die Sicherheitsbehörden melden, dass eine Vierköpfige Familie in der kurdischen Stadt Kirkuk infiziert wurde. Zuvor meldete die Zentralregierung im Irak, dass mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert wurden.

Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan hat, um den Ausbruch der Seuche zu bekämpfen, seit Mittwoch 27.02. alle schulischen Institutionen bis zum 10. März 2020 schließen lassen. Ab dem 10. März beginnen gleichzeitig die Ferien zum kurdischen Neujahrsfest Newroz. Das bedeutet, dass alle schulischen Institutionen bis zum 23. März 2020 geschlossen bleiben.

Als weitere Maßnahme hat die Regierung der Autonomen Region Kurdistan beschlossen, ein allgemeines Reiseverbot innerhalb der autonomen Region zu verhängen. Das bedeutet, dass alle privaten Reisen ohne dringenden Grund verboten werden. Allerdings ist unklar wie die autonome Region dieses Verbot durchzusetzen und kontrollieren wird.
Darüber hinaus hat die Autonome Region seine Grenzen geschlossen. Touristen oder Reisende die trotz dessen einreisen möchten, müssen sich vorher auf den Erregerstamm des Coronaviruses testen lassen.

Die Verwaltungen der kurdischen Bezirke treffen darüber hinaus ebenfalls individuelle Maßnahmen. So baut die Provinz Slemani ein provisorisches Krankenhaus, in der alle Verdachtsfälle auf das Coronavirus und erkrankte Personen in Quarantäne gesteckt werden und dort behandelt werden. Das Gebäude soll innerhalb von 15 Tagen fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Die Bevölkerung ist über die jüngsten Ereignisse enorm besorgt. Zeitweise waren Geschäfte komplett ausverkauft. Waren wurden in sogenannten Hamsterkäufen gekauft, um sich auf mögliche Ausnahmezustände vorzubereiten.
Von den Hamsterkäufen waren besonders medizinische Güter betroffen. Schutzmasken, Desinfektionsmittel und weitere Waren dieser Art waren in der gesamten Stadt ausverkauft. Einige Menschen und Händler nutzten diese Situation opportunistisch aus und verkauften Waren wie Schutzmasken auf dem Schwarzmarkt, zu einem zigmal höheren Preis.
Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan versuchte dies zu unterbinden und droht mit heftigen Sanktionen, falls ein Händler seine Preise für Waren ohne triftigen Grund erhöht oder unangemessen hohe Preise verlangt. Man wolle nun auch jede Form des Schwarzmarktes stärker kontrollieren.
Die Regierung garantiert auch, dass es keine Engpässe an allen Gütern geben wird. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, keine Unruhen zu stiften und mit der Regierung zu koordinieren.



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