Unterstützt Our Bridge e.V.!

Wer wir sind
Our Bridge ist eine unpolitische, religiös unabhängige Hilfsorganisation, die sich für den Schutz, die Unterbringung und die Schulbildung von Vollwaisen, Halbwaisen und Kindern mit Behinderungen in den Krisengebieten des Nord-Irak (Südkurdistan) einsetzt.

Das humanitäre Engagement von Our Bridge e.V. ist die Antwort auf den mit unfassbarer Brutalität begangenen Völkermord an der jesidischen Minderheit im August 2014: Aus dem Schatten der Nacht überfielen die Mörder des selbsternannten Islamischen Staats die Region Shingal im Norden des Iraks. Seit Jahrhunderten hat die uralte Religionsgemeinschaft der Jesiden unter der Verfolgung islamischer Fanatiker zu leiden. Es geht um die nackte Existenz. Die Väter und Söhne der Jesiden werden auf Marktplätze und offene Felder getrieben und grausam hingerichtet. Mütter und Töchter werden tief ins Land verschleppt und in dunklen Hinterzimmern versklavt und geschändet. Der schwarze Sturm hinterlässt eine verlorene Generation von traumatisierten Waisenkindern. Ohne Zuhause, ohne Beschützer und ohne Zukunft.

Geboren aus der Not dieser Kinder wird Our Bridge e.V. einige Wochen nach dem Genozid von deutsch-kurdischen Studenten aus Oldenburg gegründet.
Wir wollen den zutiefst traumatisierten Kindern eine Brücke ins Leben, in die Zukunft sein.

Der Gründer von Our Bridge e.V., Paruar Bako, beschreibt die Brücke, die wir bauen: ,,Wir wollen den Überlebenden des Völkermords dabei helfen, den Glauben an sich selbst wiederzufinden und sie ermutigen, selbst die Veränderung zu sein, auf der sich ihre Zukunft erbaut. Mit unserer Brücke errichten wir gemeinsam Strukturen, die den Menschen Hoffnung geben: Dass ihre Träume und Wünsche wahr werden können, wenn sie als Gemeinschaft dafür arbeiten.“

Das Team von Our Bridge besteht in Deutschland aus mittlerweile 10 ehrenamtlichen Helfern, die jeden Tag hart daran arbeiten, den Menschen im Nord-Irak (Südkurdistan) Hoffnung auf einer besseren Zukunft zu schenken. 28 Festangestellte Lehrkräfte betreuen die Kinder in der Einrichtung.

Die Brücke
,,Wir erbauen eine starke, tragfähige Brücke, die Hilfeleistungen aus Deutschland in den Irak trägt und den Horizont öffnet für die Hoffnungen und Träume der Kinder,“ sagt Michael Erk (Vorstandsmitglied von Our Bridge e.V.).

Harman. Das Waisenhaus.
,,Harman“ bedeutet auf Kurdisch ,,Das, was bleibt.“

In den Jahren 2015/2016 war Paruar Bako unzählige Male mit Härtefällen konfrontiert, die ihn spüren ließen, dass einfache, das physische Überleben unterstützende Hilfeleistungen nicht ausreichen. Sehr oft handelt es sich um schwerst traumatisierte Voll- und Halbwaisen, die nach jahrelanger IS-Gefangenschaft entweder vom Sklavenmarkt freigekauft oder von der kurdischen Armee im Häuserkampf befreit wurden. Paruar erinnert sich an eine Mutter, die ihren 11 jährigen Sohn nach der Rückkehr aus der IS-Hölle beschreibt: ,,Er kämpft mit dem Trauma wie mit einem schwarzen Nebel im Kopf. Ich kann ihn nicht alleine lassen. Ich weiß nicht, was ich tun soll und habe niemanden, der mir hilft.“

Im Herbst 2016 beginnt Our Bridge e.V. mit dem Bau einer Anlaufstelle für die Programmteilnehmer der Hilfsorganisation: Eine sichere Unterkunft für Waisen und Witwen, medizinischen Präventions- und Versorgungsprogrammen und einem Behandlungsraum für traumatisierte Kinder. Ein Zuhause auf einem Grundstück nur wenige hundert Meter entfernt vom UN-Flüchtlingslager in Xhanke/Nord-Irak(Südkurdistan), geschützt auf einem Hügel über dem See von Mossul.
Ein Haus, das bleibt. Hoffnung und Leuchtturm. Wir haben dem Haus den Namen „Harman“ gegeben, erzählt Haitham Hamid (Mitgründer von Our Bridge e.V.) stolz.

Unser Versprechen: Wir lassen Euch nicht alleine. Wir bleiben.
Durch die Unterstützung zahlreicher Spender sowie des namhaften Rappers Xatar, der gemeinsam mit Our Bridge e.V. ein Benefizkonzert in Berlin veranstaltet hat, konnte am 27.08.2017, in Anwesenheit des Bürgermeisters von Dohuk, endlich das „Harman“-Waisenhaus eröffnet werden. Zunächst zogen 24 Kinder im Alter von 4-15 Jahren und fünf Witwen ein.
Hier dürfen die Kinder erfahren, dass sie Freunde haben, die zuverlässig an ihrer Seite stehen, was immer auch geschehen mag.

Kinder wollen lernen. Das Bildungsprogramm
Im Frühling 2018 beschlossen Paruar und sein Team, das Hilfsprogramm für die Kinder auszuweiten. Ein Nebengebäude wurde errichtet, und die acht Schlafräume im Hauptgebäude wurden zu Klassenzimmern umgebaut.
Auf diese Weise wurde allen Kindern im Our Bride-Projekt in Xhanke der Weg zum Schulunterricht geebnet. Zusätzlich zu dem neuen Nebengebäude wurde ein Schulbus angeschafft, der die registrierten Kinder aus dem UN-Camp und den selbst gebauten Camps abholt und abends wieder nach Hause bringt. Heute lernen Tag für Tag mehr als 360 Kinder im Our Bridge Bildungszentrum.
Für die Unterweisung der Kinder in therapeutisch hilfreichen Handwerksarbeiten wurde eine Holz- und Fahrradwerkstatt eingerichtet, und für Nähkurse wurden Nähmaschinen gekauft.

Neue Notwendigkeiten
Die aktuellen Entwicklungen in Nordsyrien erfordern dringend humanitäre Intervention. Der Befund duldet keinen Aufschub. Nach Angaben der UN sind mindestens 190000 Menschen auf der Flucht vor der Militäroffensive in Nord-Syrien(Südkurdistan). 70000 davon sind Kinder. Auf der Suche nach Schutz erreichen jeden Tag Hunderte die irakische Grenze.
Erneut sind die Schwächsten unter uns, die Kinder, am schlimmsten betroffen.
Wir beabsichtigen deshalb, ein zweites Our Bridge Harman-Haus zu errichten. Damit möchte Our Bridge e.V. auf den weiteren schmerzhaften Teil der kurdischen Geschichte antworten. Erneut wurden unschuldige Kinder durch Aggressoren zu Waisen gemacht.

Präambel für die Zukunft
Für die Zukunft von Our Bridge e.V. hat Paruar mit seinem Team drei Vorsätze erarbeitet.

1. Nicht müde werden.
Nach Erfolgen ruhen wir uns nicht aus. Wir stehen in der Verantwortung, den Funken der Hoffnung im Leben der Kinder am Leben zu halten.
Die größte Angst von Kindern ist Stillstand.
Jeder Tag ist ein Geschenk.

2. Bildung beginnt bei uns.
Um die Möglichkeiten für unseren Schulunterricht stets zu verbessern und auszubauen, werden wir unserem jungen Lehrerteam verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten finanzieren und ihre Ausbildung entschieden fördern. Die Lehrer tragen die Neugier und Fantasie der Kinder auf ihren Schultern.

3. Verantwortung teilen.
Zusammenhalt und Zugehörigkeit sind unsere Motivation und der Antrieb der Kinder. Our Bridge e.V. soll sich von den Fesseln des Institutionellen befreien. Unser Projekt soll atmen dürfen. Es soll ein Zuhause in den Herzen der Kinder sein, eine Gemeinschaft, eine Familie, in der die Kinder im eigenen Erwachsenwerden immer mehr Verantwortung übernehmen, sich für das Miteinander einsetzen und ihren Nächsten beschützen.“

Was Sie tun können
Als Sponsor oder Partner kann jeder Teil dieser Brücke werden. Mit dem Kauf eines Grundsteins oder der Übernahme einer Patenschaft kann jeder zu einem Familienmitglied von Our Bridge e.V. werden.

Menschen zu helfen ist uns eine Herzensangelegenheit. Sie macht nicht nur glücklich, sondern die Welt ein kleines Stückchen besser. Deshalb blickt Our Bridge e.V. entschlossen in die Zukunft – bereit, die Brücke auszubauen und tragfähige Projekte weiterzuentwickeln.

Für die Kinder.
Für die Zukunft.
Für uns alle.

Bankdaten:

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Webpage: www.ourbridge.de

Anti-IS-Koalition wird Arbeit mit SDF fortsetzen

Am Montag den 11.11.2019 hielt der Sprecher der Globalen Anti-IS-Koalition Colonel Myles Caggins eine Pressekonferenz mit dem Pressesprecher der SDF Mustafa Bali. Die Pressekonferenz wurde an einem geheimen Ort in der Provinz Deir Ezzor gehalten. Auf der Pressekonferenz bestätigte der Pressesprecher der Anti-IS-Koalition, dass die Koalition weiterhin gemeinsam mit der SDF arbeiten wird.

Mustafa Bali begrüßte Colonel Myles Caggins in einer Basis der Koalition in Syrien und hielt fest „Wir bewundern die Arbeit der Koalition und ihre Unterstützung. Es war eine eine große Kampf.“ Der SDF Pressesprecher erklärte, dass die Fortführung der gemeinsamen Arbeit der Koalition und der SDF, die ganze Region vom Terrorismus befreien kann.
Der Sprecher der Koalition fügte dem hinzu, dass die USA weiterhin die gesamte Region vom Terrorismus befreien will und betonte wie toll es ist, dass Medienvertreter aus Rojava, den USA und der Autonomen Region Kurdistan vertreten sind.

Colonel Caggins betonte, dass die primäre Mission der Koalition die Bekämpfung der Terrororganisation Islamischer Staat ist. „Als Teil dieser Mission, haben wir das Recht uns selbst zu schützen. Unsere Mission ist es erstmal aus den Grenzgebieten abzurücken. Es ist bekannt, dass wir Basen in Manbij, Tabqa und südlich von Kobane hatten, diese sind nun geschlossen. Wir verlegen daher unsere Operationen und setzen den Fokus auf Ost-Syrien und Deir Ezzor“.
Colonel Myles Caggins erklärte, dass er über die türkische Offensive nicht Sprechen kann „Ich verweise an DC (Wahington DC, Regierungssitz der USA) für solche Fragen. Wir werden unsere Arbeit mit der SDF fortsetzen“.

Am Ende der Pressekonferenz, fügte Colonel Caggins hinzu: „Wir hoffen, dass alle Armeen keine Zivilisten, während ihrer Operationen, gefährden werden und alle Parteien sich an die Abmachungen halten werden, die wir gemacht haben.“

Editiert von Passar Hariky

Gerichtsprozess gegen Leyla Güven

Leyla Güven gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der neuen kurdischen Geschichte. Ihre Aktionen waren weltweit Weckruf für viele Demokraten, Sozialisten und Frauenrechtler. Sie galt als Symbol der Emanzipation und des kurdischen Widerstandes. Anlässlich zu ihrem Gerichtsprozess am 13. November, werfen wir einen detaillierten Blick auf ihr Leben und ihre Beweggründe.

Leyla Güven wurde am 6. Mai 1964 im Norden der zentralanatolischen Provinz Konya geboren. Sie hatte sechs Geschwister und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Die Schule besuchte sie lediglich bis zum Abschluss der Grundschule und heiratete bereits im Alter von 17 Jahren. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann, ist Güven nach Deutschland ausgewandert und lebte dort unter den Nachnamen Temizkan. In Deutschland bekam sie zwei Kinder; einen Sohn und eine Tochter. Nachdem sich Güven von ihrem Mann scheiden lässt, kehrt sie zurück in ihre Heimat Konya. Später zieht sie in die südtürkische Stadt Adana.

Die politischen Anfänge

Während die Kurden innerhalb der Türkei hauptsächlich in Ostanatolien leben, lebte Güvens Familie in Zentralanatolien - umgeben von mehrheitlich türkischen Städten. Lediglich die Provinz Konya, in der auch Güven lebte, gehört in Teilen zum kurdischen Siedlungsgebiet.
Nach ihrer Scheidung hatte sie dort mit erheblichem gesellschaftlichen Druck zu kämpfen. Ab dem Jahr 1994 fing sie an, sich politisch zu engagieren. Sie wurde Vorstandsmitglied der Halkın Demokrasi Partisi (HADEP). Sowohl in Konya, wie auch in Adana, war sie zudem Vorsitzende der dort ansässigen Frauenverbände. Im selben Jahr wurde sie dann wegen angeblicher Verbindungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK verhaftet und kam anschließend in Untersuchungshaft. Türkische Quellen sprachen von einer großangelegten Offensive gegen die zivilen Strukturen der PKK. Das Verfahren gegen Leyla Güven wurde erst 2010, also sechs Jahre später, vor der Strafkammer in Amed eröffnet. Vier Jahre später, im Jahre 2014, wurde Güven aus der Haft entlassen.

Das Gefängnis von Amed

Das Gefängnis Diyarbakır (kurdisch: Zîndana Amedê) ist zweifellos die bekannteste Haftanstalt in Nordkurdistan. Laut der britischen Tageszeitung Times gehört das Gefängnis zu den „zehn berüchtigtsten Gefängnissen der Welt“. Sie wird von den Kurden und anderen Minderheiten auch als „die Hölle von Diyarbakir“ oder „Hölle Nr. 5“ bezeichnet. Den Namen erhielt sie wegen der Anwendung ihrer brutalen Foltermethoden. Die Liste dieser Foltermethoden erstreckt sich über 30 verschiedenen Arten. Unter anderem wurden die Insassen vergewaltigt oder wurden gezwungen, sich gegenseitig zu vergewaltigen. An den Genitalien wurden teilweise Elektroden befestigt, um den Gefangenen Elektroschocks zu verpassen. Die Gefängniswärter haben die Insassen auch gezwungen, aufeinander zu urinieren. Zudem wurden sie gezwungen, in den Fäkalien der Gefangenen zu baden. Die Angestellten des Gefängnisses protokollierten diese Foltermethode unter dem herabwürdigen Namen ,,Disko". Ehemalige Insassen berichten sogar davon, dass Hunde darauf abgerichtet wurden, in die Genitalen der Gefangenen zu beißen. Neben den sexuellen Foltermethoden, gab es für die Insassen auch Schlaf-, Nahrungs- und Wasserentzug für lange Zeiträume. Sie wurden extremen Temperaturen ausgesetzt und ihnen wurden außerdem auch gesunde Nägeln und Zähne herausgerissen. Alleine in der Zeit zwischen 1981 bis 1984 sind 33 Menschen im Gefängnis von Amed gestorben.

Die erneute Festnahme

Ein Jahr nach ihrer Freilassung wurde Leyla Güven als HDP-Abgeordnete für die Stadt Riha (Türkisch = Urfa) gewählt. Die HDP (Halkların Demokratik Partisi) ist eine linksgerichtete politische Partei in der Türkei, dessen Ziel es ist Repression, Ausbeutung und Diskriminierung gegen Minderheiten zu unterbinden und eine demokratische Volksherrschaft zu errichten. Sie ist bis dato die einzige Partei mit mehrheitlich kurdischen Mitgliedern, die es jemals in das türkische Parlament geschafft hat. Dort ist sie die drittgrößte Partei. Die anderen Parlamentsparteien versuchen seither die kurdische HDP zu kriminalisieren und ihren Abgeordneten die Immunität entziehen zu lassen. An vorderster Front die Regierungspartei AKP, aus der auch der jetzige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan entstammt. Ihm wird sowohl von kurdischer Seite, wie auch von der internationalen Medienlandschaft vorgeworfen, gezielt gegen die HDP vorzugehen, um diese im Parlament zu schwächen. Infolge dieser Maßnahmen, wurde dem ehemalige Ko-Vorsitzenden der HDP, Selahattin Demirtaş, die Immunität entzogen. Im November 2016 wurde er verhaftet und sitzt seither in einem Hochsicherheitsgefängnis in Edirne. Ähnliches Schicksal widerfährt auch Güven. Sie wurde im Januar 2018 festgenommenen, nachdem sie die völkerrechtswidrige Militäroperation „Olivenzweig“ in der Öffentlichkeit kritisierte.

Operation Olivenzweig

Die „Operation Olivenzweig“ war eine völkerrechtswidrige Militäroffensive der Türkei gegen die kurdische Stadt Efrîn. Efrîn liegt im Westen von Rojava und war bekannt als einzige kurdische Stadt in Syrien, die den syrischen Bürgerkrieg fast unversehrt überstanden hat. Sie gehörte zur demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien, dessen Streitkräfte gemeinsam mit der US-geführten Anti-IS-Allianz den IS aus Nordsyrien vertrieben haben. Zu ihren größten Erfolgen gehörte unter anderem die Befreiung von Rakka - der ehemaligen IS-Hauptstadt. Die Militäroffensive gegen Efrîn begann am 20. Januar 2018. Die türkische Armee kämpfte Seite an Seite mit diversen islamistischen und nationalistischen Milizen gegen die Kurden und begeht dabei vermehrt Kriegsverbrechen. Unter anderem wird der Türkei vorgeworfen, gezielt Zivilisten bombardiert und verbotene Napalmbomben verwendet zu haben. Die BBC hat darüber hinaus von gezielten Plünderungen der pro-türkischen Truppen in Efrîn berichtet. Auch die Direktorin des Max-Planck-Instituts für ausländisches-öffentliches Recht und Völkerrecht und der Völkerrechtler Stefan Talmon von der Universität Bonn, sehen in der türkischen Militäroffensive gegen Efrîn einen Bruch des Völkerrechts. Zudem wird den pro-türkischen Kräften von sowohl kurdischer Seite, wie auch von zahlreichen internationalen Medien vorgeworfen, Eziden zwangskonvertiert und ihre Gebetsstätten zerstört zu haben. Mit der Besetzung von Efrîn waren viele Einwohner aufgrund bevorstehender politischer und religiöser Repressionen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und wurden hauptsächlich in Flüchtlingslagern bei Tall Rifaat untergebracht.

Der Hungerstreik

Nachdem Leyla Güven wegen der Kritik an der völkerrechtswidrigen Militäroffensive gegen Efrîn verhaftet wurde, trat sie am 7. November in einen unbefristeten Hungerstreik. Mit dem Protest wollte sie eine Aufhebung der Isolationshaft von Abdullah Öcalan erreichen. Abdullah Öcalan ist ein kurdischer Politiker, Philosoph und Gründer der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Im Februar 1999 wurde er im Zuge eines internationalen Komplotts im kenianischen Nairobi verhaftet und in die Türkei verschleppt. Seither befindet er sich in der Hochsicherheits-Strafvollzugsanstalt İmrali. Sie ist die viertgrößte Insel im Marmarameer und dient der Türkei als Gefängnisinsel. Wie aus zahlreichen Berichten hervorgeht, werden sowohl seine Anwälte, wie auch seine Familie daran gehindert, Kontakt mit Öcalan aufzubauen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bezeichnete 2005 das Verfahren gegen Öcalan als unfair. Gegen diese Umstände führte Güven einen 200 Tage langen Hungerstreik, an dem sich viele kurdische Aktivisten weltweit beteiligten - darunter über 7.000 politische Gefangene. Dadurch kam es zu großangelegten Solidaritätsaktionen in Europa und der Türkei. Die Anwälte Öcalans veröffentlichen daraufhin eine Erklärung, in der es unter anderem heißt, dass der Hungerstreik seinen Zweck erfüllt hat. In dieser Erklärung wird zudem um die Beendigung des Hungerstreik gebeten. Mit dem Ende des Hungerstreiks erklärte Güven, dass sie den "Kampf gegen Isolation und für sozialen Frieden" dennoch fortsetzen werde. Am 13. November beginnt in der Türkei der Gerichtsprozess gegen Leyla Güven.

Editiert von Passar Hariky

IED-Angriff auf Peshmerga und Koalition

Am 10.11.2019 wurde ein gemeinsamer Konvoi der Anti-IS-Koalition und der Peshmerga mit einer IED (unkonventionelle Sprengsatzvorrichtung) angegriffen.

Der Konvoi, bestehend aus Soldaten der Anti-IS-Koalition und der Peshmerga, hatte den Auftrag in den abgelegenen Gebieten der Provinz Kirkuk zu patrouillieren, als ein an der Straße platziertes IED den Konvoi angriff. Es wurden insgesamt sieben Soldaten verletzt, darunter fünf „ausländische“ Spezialeinheiten und zwei Peshmerga. Derzeit schweben zwei der „ausländischen“ Spezialeinheiten in Lebensgefahr, die sofort nach Bagdad ausgeflogen worden sind.

Das italienische Verteidigungsministerium teilte im Verlaufe des Tages mit, dass es sich bei den ausländischen Spezialeinheiten um Soldaten der italienischen Armee handele. Der italienische Außenminister Luigi di Maio erklärt gegenüber Reuters, dass die Mission der italienischen Spezialeinheiten im Irak, die Ausbildung von irakischen Anti-Terror Einheiten ist. Er erklärt auch, das Außenministerium verfolge die Situation mit tiefer Trauer und Sorge.

Die kurdische Provinz Kirkuk ist seit der Eroberung durch die irakische Armee, nach dem September-Referendum 2017, eine Brutstätte und Rückzugsort für den Islamischen Staat in Irak und Syrien (ISISI) geworden.
Die irakische Armee hat die Kontrolle über Kirkuk am 16. Oktober 2017, nach einer gewaltvollen Invasion und einem Rückzug der Peshmerga, übernommen. Die Regierung im Irak bestand auf die alleinige Kontrolle der Provinz Kirkuk und schloss die Peshmerga von allen militärischen Operationen aus.
Die irakische Armee hatte allerdings nicht die Kompetenz um die Bevölkerung Kirkuks vor dem Islamischen Staat zu schützen und ebnete damit den Weg für die Rückkehr des IS. Der IS nutzte diesen Umstand und griff regelmäßig irakische Sicherheitskräfte an, dessen Verluste für den Irak nicht tragbar waren. Zusätzlich zu den Angriffen auf die Sicherheitskräfte, griff der Islamische Staat auch die lokalen Einwohner an. Der IS zündete beispielsweise gezielt die Felder der Bewohner an, wodurch Schäden in Milliardenhöhe entstand.

Der Irak musste angesichts eines erstarkenden Islamischen Staates und seiner Inkompetenz, die Anti-IS-Koalition um Hilfe bitten, die daraufhin gemeinsam mit der Peshmerga Operationen in den abgelegenen Gebieten Kirkuks durchführte. Trotz der gemeinsamen Arbeit der irakischen Armee, Peshmerga und der Anti-IS-Koalition sind die Kapazitäten des Islamischen Staates in Kirkuk bereits zu weit fortgeschritten. Als Resultat dessen, nahmen die Angriffe des IS in der Provinz Kirkuk und anderen Teilen des Iraks enorm zu.

Editiert von Passar Hariky

Vereinte Nationen prüfen Plan zur ethnischen Säuberung von Nordsyrien

Am 01.11.2019 traf sich der türkische Staatspräsident Erdogan mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres in Istanbul. Antonio Guterres lobte die Türkei zu Beginn des Gespräches für ihre gute Kooperation mit den Vereinten Nationen und bedankte sich auch für die kräftige, wahrscheinlich finanzielle, Unterstützung des türkischen Staates bei den Vereinten Nationen.

Der türkische Staatspräsident Erdogan stellte dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres dann seinen Plan zur Zwangs-Ansiedlung von mindestens drei Millionen syrischen Arabern in von Kurden bewohnten Gebieten vor.
Der UN-Generalsekretär betonte die Notwendigkeit der sicheren „Rückkehr“ syrisch-arabischer Flüchtlinge nach Nordsyrien und versprach sofort ein von der UN geleitetes Team von Experten zu erstellen, um Erdogans Plan genauestens zu studieren und gegebenenfalls weitere Verhandlungen mit den türkischen Behörden zu führen.

Antonio Guterres kritisierte während dieser Gespräche mit keinem Wort die türkische Invasion in Nordsyrien, die einen Bruch im Völkerrecht darstellt und vor der nach UN-Angaben mindestens 180.000 Menschen geflohen sind. Ebenfalls erwähnte der UN-Generalsekretär mit keinem Wort die zahlreichen türkischen Kriegsverbrechen, wie zum Beispiel die gezielte Bombardierung von zivilen Konvois oder die Exekutierung der kurdischen Politikerin Hevrin Khalaf in Nordsyrien.
Auch die sichere Rückkehr der Menschen, die derzeit vor der türkischen Invasion fliehen, wurde nicht versichert. Stattdessen scheint es so, als würde die UN den türkischen Plan zur Ansiedlung syrisch-arabischer Flüchtlinge aus Idlib unterstützen. Die fehlende Garantie der sicheren Rückkehr der Flüchtlinge aus Nordsyrien, die vor der türkischen Armee geflohen sind, macht diesen Plan de facto zu einer ethnischen Säuberung.

Diese scheinbare Unterstützung der ethnischen Säuberung in Nordsyrien durch die UN, markiert eine 180 Grad Wende der Werte und der Mission der Vereinten Nationen. Es ist das erste Mal, dass die Vereinten Nationen aktiv eine ethnische Säuberung unterstützt und an ihr mitwirkt.

Editiert von Passar Hariky

Assad will den kurdischen Teil zurückerobern

Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat angekündigt, dass er alle kurdischen Gebiete des Landes zurückerobern wird, was die Hoffnung der Kurden, Araber, Armenier, Assyrer und Turkmenen In Nordsyrien auf Selbstverwaltung zunichte macht. In einem Interview, das am letzten Donnerstag im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, wies Assad darauf hin, dass es sich bei dem Abkommen mit den Kurden, die eine autonome Verwaltung im Nordosten Syriens eingerichtet hatten die fast ein Drittel des Landes abdecke, nicht nur um ein militärisches Abkommen handelt.

Der Befehlshaber der kurdisch-geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF = Syrian Democratic Forces) sagte, er misstraue sowohl dem syrischen Regime als auch Russland, sagte aber in den am Samstag veröffentlichten Bemerkungen, dass er "einem politischen Weg" zum Wohle des Friedens folgen werde.
Mazloum Abdi, auch bekannt als Kobani, erklärte gegenüber der italienischen Zeitung La Repubblica, dass künftige Verhandlungen, Garantien der internationalen Gemeinschaft erfordern.
"Wir haben kein Vertrauen. Aber es ist nicht möglich, die Probleme Syriens zu lösen, ohne den politischen Weg zu beschreiten.Wir müssen verhandeln.“, sagte er.

Bis zum Abzug der Vereinigten Staaten aus Syrien genoss die SDF, deren Mitglieder größtenteils Kurden sind, die Unterstützung einer von Washington geführten Koalition im Kampf gegen den IS.

Bei den laufenden Verhandlungen habe Russland als Vermittler zwischen seiner Fraktion und dem Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad fungiert.
"Wir werden keiner Vereinbarung beitreten, die nicht die Verteidigung unseres Volkes und seiner politischen, administrativen und kulturellen Freiheit beinhaltet", warnte Mazlum Abdi und fügte hinzu, es habe auch Gespräche mit der US-Regierung gegeben, die "Garantien angeboten hätten, aber es gebe eine gewisse Langsamkeit diese Garantien vor Ort anzuwenden.
Er verurteilte die Entscheidung der USA sich aus Syrien zurückzuziehen und erklärte, dass der Schritt "grünes Licht für den türkischen Angriff auf unser Volk" gegeben hätte und Verstöße gegen Vereinbarungen zwischen der SDF und Washington.

Auf die Frage nach dem Wunsch des türkischen Präsidenten Recep Erdogan, ihn verhaften zu lassen, sagte Abdi: "Was erwarten Sie noch von einer Person, die sein Vorhaben, unser Volk zu massakrieren, nicht vor der Welt verbirgt?"

Die Türkei und ihre jihadistisch-islamistischen Söldner starteten am 9. Oktober einen grenzüberschreitenden Angriff auf kurdische Gebiete, wobei sie einen 120 Kilometer langen Streifen entlang der Grenze, erobern wollen. Der Überfall tötete bisher Hunderte Zivilisten und veranlasste die Flucht von 300.000 Menschen.
Die Türkei und Russland einigten sich daraufhin in Sotschi darauf, dass sich kurdische Truppen zurückziehen.

Editiert von Passar Hariky

Unterstützt Heyva Sor a Kurdistanê e.V.!

Über die Hilfsorganisation
Heyva Sor a Kurdistanê e.V. wurde im Jahre 1993 in Bochum / Deutschland gegründet. Seitdem ist der Verein mit seinen 190 deutschlandweit tätigen ehrenamtlichen Mitarbeitern Segen und Hoffnung für notleidende Menschen überall rund um Rojava, besonders wo Kriege geführt und Menschen vertrieben werden. Heyva a Sor a Kurdistanê ist eine wohltätige Institution und wird von der kurdischen Bevölkerung unterstützt.

Ihre Vision:
Zu den Grundprinzipien der Heyva a Sor Kurdistanê e.V. gehört unbedingte die Transparenz aller Mitarbeiter u.a. bei der Verteilung des Spendenaufkommens, damit die Hilfe für die Bedürftigen auch ankommt.

Ihre Mission:
Heyva Sor a Kurdistanê handelt nach folgenden Prinzipien:

1 -Linderung des Krieges in den betroffenen Orten.
2 - Hilfe und Aktivitäten in Katastrophengebieten.
3 - Linderung der Armut in vom Krieg gezeichneten Gebieten und weitere Aktivitäten.

Ihre Arbeitsprinzipien:

1 - Hilfsbedürftige unterstützen, Persönlichkeiten aufbauen, enttraumatisieren und Freundschaften pflegen zwischen Notleidenden und Helfern.
2 - Jedem Notleidenden helfen, ohne Ansehen der Person, Herkunft und Ethnie.
3 - Mit Fleiß, Engagement und Beharrlichkeit zum Ziel gelangen, so dass es am Ende allen besser geht.
4 - Darauf hinarbeiten, dass auch die notleidende Bevölkerung selbst Verantwortung an wichtiger Stelle übernehmen kann.
5 - Sensibel mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen umgehen. Schließlich sollen Beziehungen nicht zu Hindernissen und Schwierigkeiten, sondern zu gegenseitiger Achtung, Unterstützung und Hilfe führen.
6 - Hilfsaktionen zum Erfolg führen, sich immer seiner großen Aufgabe bewusst sein und Wege zum gegenseitigen Erfolg finden.
7 - Immer gute Beziehungen pflegen und für unsere Zielgruppe, die notleidende Bevölkerung da sein.
8 - Uneigennützig nach unseren Direktiven und ohne große Erwartungen handeln.
9 - Unser Handeln in unseren Projekten beispielhaft mit unseren Direktiven verbinden.

Falls ihr euch fragt was ihr tun könnt um den Menschen in Rojava bzw Nordsyrien zu helfen, dann habt ihr hier die Möglichkeit einer transparenten Hilfsorganisation zu spenden um ihnen die Arbeit zu ermöglichen, die sie tagtäglich dort leisten.

Bankdaten:
Heyva Sor a Kurdistanê e. V.
Wilhelmstr. 12
53840 Troisdorf, Deutschland

Kreissparkasse Köln

IBAN: DE 49 370 502 99 000 40 10 481
BIC/SWIFT: COKSDE33XXX

Spenden über Paypal

Webpage: www.heyvasor.com

St. Pauli Ultras fordern Rauswurf von Sahin

Die Fans des FC St. Pauli fordern den sofortigen Rauswurf des türkischen Spielers Cenk Sahin.

Der 25-jährige Mittelfeldspieler postete auf den sozialen Medien Inhalte zu dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien. So schrieb er unter anderem auf Instagram: „Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und den Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!“. Das ganze versehrt mit einem Hashtag der auf die Militäroffensive hindeutet.

In einem offiziellen Statement auf deren Website schreiben die Ultras des Vereins:
„Für uns Ultras steht deshalb fest, dass Cenk Şahin nicht mehr im Trikot des FC Sankt Pauli aufläuft. Wir fordern den Verein auf, Cenk Şahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!“

Für das heutige Spiel von St. Pauli wurde der Türke nicht nominiert.

Der Verein veröffentliche eine Stellungnahme auf der Klub-Webseite:
„Der FC St. Pauli distanziert sich klar von dem Post und dem Inhalt, weil er mit den Werten des Vereins nicht vereinbar ist. Der Verein hat bereits mit dem Spieler gesprochen und arbeitet intern die Thematik auf. Solange die interne Aufarbeitung nicht abgeschlossen ist, wird sich der FC St. Pauli nicht weiter dazu äußern.“

Editiert von Passar Hariky



 
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