Iran-Krise – Kurden die Profiteure?

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich immer weiter zu. Nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch die USA und der daraus resultierenden Massenproteste im Iran und dem Irak, scheint ein Krieg zwischen den USA und dem Iran immer wahrscheinlicher.
Genau wie jedes Mal, wenn sich ein Konflikt im Nahen Osten andeutet, fragen sich viele Kurden ob und in wie fern sie von der Situation profitieren können.

Nicht erst seit dem Krieg gegen den IS in Syrien und dem Irak wissen die Amerikaner, dass die Kurden zulässige Bodenkämpfer sind auf die man sich verlassen kann, anders als viele andere Milizen und Militärs auf die sich die Amerikaner in der Vergangenheit verlassen haben.
Auch die Kurden wussten, dass sie mit den Amerikanern einen starken „Partner“ im Rücken haben, der sie im Falle eines Krieges unterstützen würde. Das dachten sowohl die Kurden im Irak, als auch in Nordsyrien.

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Doch spätestens seit dem gescheiterten Referendum in der Autonomen Region Kurdistan (Nordirak) und dem türkischen Einmarsch in Rojava, weiß auch der letzte Kurde, dass die USA seine eigenen Interessen vertritt und keine Rücksicht auf die Belange des kurdischen Volkes nimmt.
Dennoch sollte das kein Grund dafür sein, mögliche Chancen zu ignorieren. Gerade in solch einer brenzligen Situation, brauchen die Amerikaner nun wirklich jeden Verbündeten im Nahen Osten den sie finden können. Ob mit der Türkei, dem Irak oder auch anderen Ländern in der Umgebung, die Amerikaner verlieren immer stärker die Kontrolle über einst so treue Verbündete. Lediglich die Kurden waren es, auf die sich die Amis immer verlassen konnten.
Selbst nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus Nordsyrien haben sich die Kurden in Form des SDF- Generals Mazloum Abdi bei den Amerikanern für die jahrelange Unterstützung bedankt.

Erst gestern hat das irakische Parlament den Abzug aller US-Truppen im Irak als Reaktion auf die Massenproteste gefordert. Doch wollen die Amerikaner den Irak wirklich ohne weiteres verlassen? Das Land, welches strategisch sehr wichtig liegt, das Land welches über enorme Ölvorkommen verfügt, das Land in dem sie Milliarden investiert haben? Daran dürften die Amerikaner kein Interesse haben. Doch was bleibt ihnen anderes übrig als die Truppen abzuziehen, der Irak ist immerhin ein „souveräner“ Staat.

Genau an diesem Punkt kommen die Kurden ins Spiel. Gerade jetzt wäre es ein guter Zeitpunkt dafür Gespräche mit den Amerikanern einzuleiten, um die eigene Unabhängigkeit vom Irak voranzubringen. Was ist den Amerikanern wohl lieber: Ein zentraler irakischer Staat der unter dem Einfluss des Irans steht, oder ein kurdischer Staat der eher dem Westen zugewandt ist und eher „Amerika-Freundlich“ gesinnt ist? Die Antwort ist klar. Wenn nicht jetzt, wann dann?





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