Islamische Staat intensiviert Angriffe im Irak

Der Islamische Staat hat am Donnerstag den 30.01.2020 sieben Zivilisten an einem selbst aufgestellten Checkpoint in der Region Garmiyan entführt.

Schläferzellen des Islamischen Staates haben in der Region Garmiyan, zwischen den kurdischen Städten Qara Tapa und Qaryatkah, Fake-Checkpoints errichtet. Dieser Fake-Checkpoints wurde dann genutzt um Zivilisten aus ihren Autos zu zerren und um auf vorbeifahrende, flüchtende Fahrzeuge das Feuer zu eröffnen.
Derzeit ist unklar, was mit den sieben entführten Geiseln geschehen ist. In der Regel erpressen Kämpfer des Islamischen Staates die Familien der entführten Geiseln um Lösegeld oder Güter zu erhalten. Oftmals werden die Geiseln exekutiert, obwohl die Angehörigen den Forderungen nachgekommen sind.

Am Tag zuvor griffen Schläferzellen des Islamischen Staates einen Außenposten der irakischen Armee an. Der IS hat dort mindestens zwei Soldaten der irakischen Armee getötet und eroberte zahlreiche Waffen und militärische Ausrüstung.

Die vermehrten Angriffe des Islamischen Staates kündigen wohlmöglich eine weitere Welle des Terrors an. Die lokale sunnitisch-arabische Bevölkerung ist zunehmend unzufrieden, mit der vom Iran kontrollierten schiitischen Regierung.
Sicherheitsexperten der Autonomen Region Kurdistan sind sich sicher, dass wenn der Irak nicht bald auf die Forderungen seiner sunnitischen Bevölkerung eingeht, ein neuer Islamischer Staat entstehen wird.

Seit dem gescheiterten Unabhängigkeitsreferendum 2017, die ebenfalls in den umstrittenen kurdischen Gebiete abgehalten wurde die vom irakischen Staat nicht abgetreten werden, herrscht in den umstrittenen Gebieten ein Machtvakuum.

Die Soldaten der Peshmerga kontrollierten zuvor die Provinzen Garmiyan, Shingal und Kirkuk. Alle drei Provinzen verzeichneten eine stabile und sichere Phase. Als die Peshmerga sich nach dem Referendum aufgrund einfallender iranischer Milizen aus den Provinzen zurückziehen musste, erlangte der irakische Staat erneut die Kontrolle über alle drei Provinzen.
Der Irak ist nun in der Pflicht, für Sicherheit und Stabilität in den drei Provinzen zu sorgen. Allerdings ist die irakische Armee mit dieser Aufgabe überfordert und schafft es kaum, die Angriffe des Islamischen Staates zu bekämpfen oder einzudämmen.
Der Irak verweigert gleichzeitig eine Rückkehr der Peshmerga Soldaten in die umstrittenen kurdischen Gebiete.



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331 IS-Angehörige verhaftet

Sicherheitskräfte in der Autonomen Region Kurdistan haben 331 IS-Mitglieder und Angehörige verhaftet und sie den zuständigen Behörden im Irak übergeben.

Wie das Direktorium des kurdischen Polizeikräfte Asayish mitteilt, wurden in der Provinz Silemani hunderte untergetauchte IS-Mitglieder verhaftet. Von den 331 Verhafteten seien 280 Männer und 51 Frauen, die mit der Terrororganisation verstrickt sind. 46 der Festgenommenen waren Kurden.

Die Festnahmen wurden zwischen Dezember 2019 und Januar diesen Jahres durchgeführt. Unbestätigten Quellen zufolge sollen Waffen und Munition gesammelt worden sein für nicht bekannte Pläne.

Die kurdischen Polizeikräfte lieferten 36 der 331 Verhafteten an die irakischen Sicherheitskräfte aus. Diese seien direkt in den Strukturen und den Taten des IS zu ihrer Hochzeit involviert gewesen und erwarten ihren Prozess im Irak.

Seit dem territorialen Sieg über den IS werden immer wieder Razzien von Sicherheitskräften durchgeführt. Dabei sollen ehemalige oder aktuelle Mitglieder der Terrororganisation ausfindig gemacht und verhaftet werden. Besonders kurdische Sicherheitskräfte in Rojava (Nordsyrien) und Bashur (Autonome Region Kurdistan) sind effizient und professionell darin, Razzien gegen IS-Schläferzellen durchzuführen. Immer wieder arbeiten Koalitionsmitglieder mit kurdischen Kräften zusammen.
Erst vor wenigen Monaten wurde durch die Zusammenarbeit der SDF (von Kurden geführte Milizenallianz in Rojava) und der USA der Anführer der Terrororganisation IS Abu Bakr al-Baghdadi ausfindig gemacht und ausgeschalten.



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KRG weist Vorwürfe zurück und schießt gegen Hisbollah

Der Sprecher der Regionalregierung Kurdistans (KRG) Jutyar Adil reagiert heftig auf die jüngsten Äußerungen von Hassan Nasrallah, Generalsekretär der libanesischen Hisbollah.

Nasrallah hatte kürzlich einen Kommentar über die Kurden und die kurdische Regierung in Hewler (Erbil) abgegeben. So behauptete Nasrallah: „Als der Islamische Staat angriff, zitterte Barzani vor Angst.“ Damit gemeint ist Masoud Barzani, der zur IS-Zeit das Amt des Präsidenten der Regionalregierung Kurdistan innehatte. Masoud Barzani gilt als einer der wichtigsten Persönlichkeit innerhalb der kurdischen Bevölkerung und der Diaspora.
Nasrallah hielt eine Rede über den vor kurzem von der USA ausgeschalteten General Qassem Soleimani und behauptete, dass die Iraner Erbil (Hewler) und die irakisch-kurdische Region beschützt hätten.

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Jutyar Adil, Sprecher der Regionalregierung, verteidigte Barzani und die Peshmerga in einer an Hassan Nasrallah adressierten Erklärung: „Sie haben seit Jahren kein Sonnenlicht gesehen, weil Sie sich in Kellern vor Ihren Feinden verstecken. Ausgerechnet Sie wagen es die Kurden zu beleidigen? Warum greifen Sie eine Nation an, die keine Verbindungen zu Ihnen hat? Es waren die Peshmerga die Erbil (Hewler) und Kurdistan beschützten haben und niemand sonst. Trotzdem aber bedanken wir uns dennoch bei denen die uns beistanden und halfen.“
Adil fügt weiter hinzu: „Es ist merkwürdig das Sie eine Nation und eine Führungspersönlichkeit auf solch eine unreife Art und Weise angreifen.“

Adil erklärte hinterher, dass Nasrallah nicht auf derselben Ebene wie Masoud Barzani steht, um über ihn sprechen zu können.

Was die Hisbollah-Führung durch diese Aktion bezwecken will ist unklar. Aber eins ist sicher. Die Kurden haben jetzt noch weniger Sympathien mit der Organisation die in weiten Teilen der Welt als Terrororganisation eingestuft ist. Die Hisbollah ist eng mit dem Iran verbündet.



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