COVID-19 im Irak – Regierung verschweigt Tausende Infizierte

Das ansteckende Virus COVID-19 wütet weiterhin auf der ganzen Welt. Besonders verheerend trifft es Nah-Ost-Staaten. Im Irak wurden bisher 772 Fälle von Infizierten gemeldet. Doch berichten zufolge sei diese Zahl nicht korrekt.

Drei irakische Ärzte die im Kampf gegen das Virus in Baghdad stationiert sind erklären, dass die Zahlen nicht stimmen. Nach Schätzungen der Ärzte sollen mindestens 9.000 Menschen angesteckt sein. Eine weitere Quelle die anonym bleiben möchte erklärt, dass allein in Baghdad mehr als 2.000 Menschen am Virus erkrankt sind. Die Personen die sich gegen den verfälschten Bericht der irakischen Regierung aussprechen, arbeiten täglich im Kampf gegen die Pandemie und geben basierend ihrer täglichen Erfahrungen eine stark unterschiedliche Einschätzung der aktuellen Lage im Irak ab.
Das irakische Gesundheitsministerium gib am Donnerstag einen Statusbericht raus. Darin wird berichtet, dass 772 Menschen am COVID-19 infiziert wurden und bisher 54 Menschen gestorben sind.

Es sei nicht ungewöhnlich das die irakische Regierung versucht die Zahlen zu verfälschen. Korruption und anhaltende Kürzungen von Geldern haben das Gesundheitswesen stark geschwächt und angreifbar gemacht.

Schon im Februar musste die irakische Regierung die Grenzübergänge zum Nachbarn Iran schließen. Iran ist besonders stark vom Virus betroffen aufgrund verfehlter und spät implementierter Sicherheitsvorkehrungen. Alle Handels- und Pilgerrouten wurden bis auf weiteres geschlossen. Offiziellen Berichten zufolge sollen über 53.000 Menschen im Iran infiziert und über 3.000 Menschen gestorben sein. Kritiker und Experten jedoch gehen von fünfmal höheren Zahlen aus als angegeben. Der Iran habe zu spät gehandelt und viel zu wenig getan. Ebenso wie China, Türkei und der Iran versucht der Irak die Zahlen zu verfälschen.



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Basis der Koalition im irak bombardiert 3 Soldaten sterben

Am Abend des 11. März 2020 wurde eine Basis der Koalition nahe Bagdad von einer Vielzahl an Artillerie Geschossen getroffen.

• Bei dem Angriff kamen 3 Mitglieder der Koalition ums Leben. Es handelt sich dabei um einen US Soldaten, einem lokalen Angehörigen der Koalition welcher im Dienst der USA steht und einem Soldaten des vereinten Königreiches Großbritannien.
• Es sollen mindestens 16 107 mm Raketen-Artillerie Geschosse (Typ Katyusha) in die Basis eingeschlagen sein.
• Eine militärische Antwort der Koalition hat bisher noch nicht stattgefunden.


Bei der angegriffenen Basis der Koalition handelt es sich um die Al-Taji Basis nördlich von Bagdad. Die Basis wird sowohl von der Koalition, als auch von der irakischen Armee benutzt. Nach derzeitiger Erkenntnislage sind 12 weitere Soldaten bei dem Angriff verletzt worden. Es ist aber unklar, ob es sich dabei um Soldaten der Koalition oder der irakischen Armee handelt.

Die Koalition hat kurze Zeit nach dem Angriff, den Ausgangspunkt des Angriffes ausfindig gemacht und hat das Artillerie System beschlagnahmt.
Derzeit hat sich noch keine Fraktion zu dem Angriff bekannt. Es ist unklar wer hinter dem Angriff steckt. Es liegt aber nahe, dass es sich bei dem Angreifer um eine Fraktion der Hashd al Shaabi handelt, welche bereits in der Vergangenheit für Angriffe auf die Basen der Koalition verantwortlich waren.

Die Hashd al Shaabi ist eine unter dem Befehl des Irans stehendes Militärbündnis, aus fast mehr als 40 schiitischen Milizen aus dem Irak, Libanon und dem Iran. Obwohl dieses Militärbündnis für den Kampf gegen den Islamischen Staat im Irak geschaffen wurde, wurde sie nach dem Sieg über den IS nicht aufgelöst.
Vielmehr nutzte dieses Militärbündnis ihren Einfluss um den iranischen Staat innerhalb des Iraks zu stärken. Trotz ihrer anti-westlichen Haltung und ihrem selbsternannten Ziel das jüdische Volk und die USA komplett „auszurotten“, stand die USA bis 2018 hinter der Hashd al Shaabi und unterstützte sie massiv mit umfangreichen Waffenlieferungen.
Die USA unternahm nichts, als die Milizen der Hashd al Shaabi die Autonome-Region-Kurdistan angriffen.

Obwohl die USA angekündigt haben auf jeden Angriff militärisch zu reagieren, blieb eine Antwort auf diesen Angriff aus. Es kam gestern Abend lediglich zu einem Luftschlag an der syrisch-irakischen Grenze bei Abu Kamal, welcher in keinem Zusammenhang zu diesem Angriff steht.
Bedingt durch die Schwere dieses Angriffes, muss die USA auf diesen Angriff reagieren. Zuvor war der bloße Angriff auf eine Basis der Koalition eine rote Linie, dessen übertritt enorm bestraft wurde. Ein Angriff bei dem nun 3 Mitglieder der Koalition getötet wurden, wird für die USA unter keinen Umständen hinnehmbar sein.
Großbritannien drängt ebenfalls auf die schnelle Aufklärung dieses Angriffes.


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2 US Soldaten sterben bei einer Spezialoperation im Irak

Das irakische Verteidigungsministerium bestätigt, dass eine gemeinsame militärische Operation der irakischen Sicherheitskräfte und Spezialeinheiten der USA nahe Makhmour vom Sonntag dem 8. März bis zum Montagmorgen dem 9. März stattgefunden hat.




• Das Einsatzgebiet der Spezialoperation war ein lange bekannter Hotspot des Islamischen Staates. Die Kämpfer des Islamischen Staates konnten sich dort nahezu ungestört bewegen.
• In der gemeinsamen Operation wurden mindestens 25 IS-Kämpfer getötet und neun Tunnelsysteme zerstört.
• Die Evakuierung der getöteten US Soldaten dauerte mehrere Stunden an und konnte nicht ohne die Hilfe mehrerer weiterer Squads der US Spezialeinheiten und einer Reihe von Luftschlägen bewältigt werden.

Im Statement der Koalition „Inherent Resolve“ heißt es, dass zwei US Soldaten ums Leben kamen während sie die irakischen Sicherheitskräfte geführt und begleitet haben. Das Statement des irakischen Verteidigungsministeriums verschweigt derzeit noch die Verlustzahlen auf Seiten der irakischen Armee.
Der Tod dieser beiden US Soldaten markiert den ersten Todesfall der US Armee seit 11 Monaten.

Diese lang geplante Militär-Operation war die Antwort auf die IS-Schläfer Zellen Angriffe im Irak, welche seit mehreren Monaten in ihrer Intensität zugenommen haben. Der IS greift Stellungen der irakischen Armee fast wöchentlich an, wodurch die irakische Armee regelmäßig eine Vielzahl an Soldaten verliert. Besonders in der Makhmour Region terrorisiert der IS auch die zivile Bevölkerung, indem sie regelmäßig Menschen kidnappen und hohe Lösegeld Summen fordern um diese wieder frei zu lassen.

Die Region um Makhmour gilt als Machtvakuum innerhalb des irakischen Staates. Besonders die Gebirgsregionen nahe Makhmour (Qarachokh Gebirge) werden vom IS kontrolliert und gut verteidigt. Obwohl die irakische Armee mehrmals versuchte in dieses Gebiet einzudringen, gelang es ihnen nicht auch nur einen Meter der Gebirgsregionen dort zu kontrollieren.
Zuvor wurde diese Region durch die kurdischen Peshmerga kontrolliert, welche sich nach dem Oktober-Referendum 2017 aus dem Gebiet zurückziehen mussten. Das Makhmour Gebiet galt unter der Kontrolle der Peshmerga als ein sicheres Gebiet, wo sich der IS nicht aufhalten konnte.


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Coronavirus erreicht Kurdistan

Der Coronavirus hat die Autonome Region Kurdistan erreicht. Die Sicherheitsbehörden melden, dass eine Vierköpfige Familie in der kurdischen Stadt Kirkuk infiziert wurde. Zuvor meldete die Zentralregierung im Irak, dass mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert wurden.

Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan hat, um den Ausbruch der Seuche zu bekämpfen, seit Mittwoch 27.02. alle schulischen Institutionen bis zum 10. März 2020 schließen lassen. Ab dem 10. März beginnen gleichzeitig die Ferien zum kurdischen Neujahrsfest Newroz. Das bedeutet, dass alle schulischen Institutionen bis zum 23. März 2020 geschlossen bleiben.

Als weitere Maßnahme hat die Regierung der Autonomen Region Kurdistan beschlossen, ein allgemeines Reiseverbot innerhalb der autonomen Region zu verhängen. Das bedeutet, dass alle privaten Reisen ohne dringenden Grund verboten werden. Allerdings ist unklar wie die autonome Region dieses Verbot durchzusetzen und kontrollieren wird.
Darüber hinaus hat die Autonome Region seine Grenzen geschlossen. Touristen oder Reisende die trotz dessen einreisen möchten, müssen sich vorher auf den Erregerstamm des Coronaviruses testen lassen.

Die Verwaltungen der kurdischen Bezirke treffen darüber hinaus ebenfalls individuelle Maßnahmen. So baut die Provinz Slemani ein provisorisches Krankenhaus, in der alle Verdachtsfälle auf das Coronavirus und erkrankte Personen in Quarantäne gesteckt werden und dort behandelt werden. Das Gebäude soll innerhalb von 15 Tagen fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Die Bevölkerung ist über die jüngsten Ereignisse enorm besorgt. Zeitweise waren Geschäfte komplett ausverkauft. Waren wurden in sogenannten Hamsterkäufen gekauft, um sich auf mögliche Ausnahmezustände vorzubereiten.
Von den Hamsterkäufen waren besonders medizinische Güter betroffen. Schutzmasken, Desinfektionsmittel und weitere Waren dieser Art waren in der gesamten Stadt ausverkauft. Einige Menschen und Händler nutzten diese Situation opportunistisch aus und verkauften Waren wie Schutzmasken auf dem Schwarzmarkt, zu einem zigmal höheren Preis.
Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan versuchte dies zu unterbinden und droht mit heftigen Sanktionen, falls ein Händler seine Preise für Waren ohne triftigen Grund erhöht oder unangemessen hohe Preise verlangt. Man wolle nun auch jede Form des Schwarzmarktes stärker kontrollieren.
Die Regierung garantiert auch, dass es keine Engpässe an allen Gütern geben wird. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, keine Unruhen zu stiften und mit der Regierung zu koordinieren.



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Bodyguards der KDP vergewaltigen 7-jähriges Mädchen

Im April 2019 entführten und vergewaltigten drei Männer eines namenhaften KDP-Politikers ein 7-jähriges Mädchen. Die drei Männer sind nach ersten Erkenntnissen Bodyguards, welche den Rang eines Polizisten, Colonel Polizist und einen Colonel tragen.
Nach Aussagen des Vaters handelt es sich dabei um die Bodyguards von Dr. Pirot Ahmad. Welcher von weiteren KDP-Politikern gestützt wird.


Der Fall des 7-jährigen Mädchens sorgte bereits im Juni 2019 für massive Empörungen in der Autonomen Region Kurdistan, als der Vater des Mädchens sich an die Öffentlichkeit wandte, nachdem ein Gericht in Erbil die Verdächtigten freisprach.
Zuvor belästigten Sicherheitskräfte der KDP mehrmals die Familie des Mädchens zuhause und versuchten sie mehrmals zu entführen. Das Mädchen berichtete ebenfalls immer wieder von Fahrzeugen, die ihr von ihrem Schulweg bis zu ihrer Haustür folgten. Diese Aussagen werden von anonymen Klassenkameradinnen des Mädchens gestützt.

Der Vater wurde bereits im Juni 2019 von mehreren, nicht namentlich genannten KDP-Politikern und Funktionären ermahnt, die Anklage fallen zu lassen. Die KDP-Politiker boten dem Vater ebenfalls hohe Geldsummen an um die Klage fallen zulassen.
Familienmitglieder des vergewaltigten Mädchens versuchten ebenfalls das kleine Mädchen zum Schweigen zu bringen. Die Stiefmutter hat nach Aussage des Vaters und des Mädchens, ein glühend heißes Objekt auf das Bein des Mädchens gepresst und ihr verboten von der Vergewaltigung zu sprechen. Der Stiefmutter wird nachgesagt entfernt verwandt mit den Tätern zu sein, allerdings wurde dies nicht bestätigt.

Aus Angst vor einer Entführung und Hinrichtung durch jene involvierten KDP-Politiker und der eigenen Familie flüchtete der Vater mit seiner Tochter an einen unbekannten Ort.
Der Vater wendet sich nun erneut an die Öffentlichkeit, da das Gericht in Erbil seine Anklage bereits seit 10 Monaten ignoriert. Zuvor erklärten ihm KDP-Politiker „Ob du klagst oder nicht, es wird nichts passieren. Die (Vergewaltiger) werden für ein paar Monate eingesperrt und dann (von uns) wieder freigesetzt.“

Der Vater wendete sich in der Stadt Slemani an mehrere Nachrichtenorganisationen, um erstmals ein ausführliches Interview zu geben. Besonders brisant an diesem Video ist, dass der Vater erstmals die Namen der Politiker und Polizisten, die für diese Tat verantwortlich sind, explizit nannte.
Ein solches Interview ist in der Autonomen Region Kurdistan eigentlich undenkbar, da namenhafte Politiker über eigene Söldner verfügen, die Menschen die gegen sie Aussagen entführen und ermorden. Wie bereits mehrere Fälle in der Vergangenheit beweisen.

Nachdem das Interview des Vaters veröffentlicht wurde, entfachte sich auf den sozialen Netzwerken eine Welle von Empörung, Entsetzen und Wut. Auf den sozialen Netzwerken schworen mehrere Gruppierungen ihre Rache an den KDP-Politkern und den Polizisten, welche das Mädchen vergewaltigten. Nicht zuletzt sorgte dieser massive Aufschrei und die Medienpräsenz dafür, dass der Vater mit seiner Tochter noch am Leben sind.

Das Gericht in Erbil erklärte gestern Abend, dass zwei der Täter (Welche zuvor von jenem Gericht freigesprochen wurden) wieder festgenommen wurden. Auch der kurdische Premierminister hat sich in diesem Fall eingeschaltet und überwacht nun alle Ermittlungen und Prozesse persönlich.

Im Irak steht auf Vergewaltigungen dieser Brutalität die Todesstrafe.

Dieser Fall wirft Licht auf geschätzte hundert weitere Fälle von Vergewaltigungen von Frauen und Minderjährigen, die von hochrangigen Politikern unter den Teppich gekehrt wurden. Die Machtlosigkeit die Vergewaltigungs-Opfer und Angehörigen gegenüber den Instanzen verspüren und der Willkür mancher Politiker und Funktionäre, ist der Grund dafür das viele Vergewaltigungen juristisch nicht verfolgt werden.
Die Angst vor Rache Aktionen durch Politiker und das lebenslange „Brandmarken“ des Kindes durch den Staat, sind Gründe dafür, dass Familien diese Verbrechen lieber todschweigen und ignorieren.

Das Problem wurzelt ebenfalls in der Abhängigkeit verschiedener Nachrichtenorganisationen in der Autonomen Region Kurdistan von ihren Geldgebern und Clanführern, welche wiederum alle hochrangige Politiker sind.
Namenhafte kurdische Nachrichtenorganisationen wie beispielsweise Kurdistan24 oder Rudaw verschweigen diesen Fall komplett. Beiden Nachrichtenorganisationen sagt man den Besitz durch hochrangige KDP-Politiker und die Finanzielle Abhängigkeit durch die KDP nach. Auch namenhafte kurdische Social-Media Aktivisten schweigen zu diesem Vorfall. Ihnen sagt man ebenfalls eine Abhängigkeit durch die KDP nach.

Das vergewaltigte Mädchen leidet unterdessen unter panischen Angstzuständen jederzeit entführt und getötet zu werden. Neben dem enormen psychischen Schaden durch die Vergewaltigung, trägt sie ebenfalls physische Narben davon.
Die Strafe für die Vergewaltiger wird ihren psychischen Schaden nicht ungeschehen machen, aber er trägt dazu bei, dass andere Mädchen nicht dasselbe Schicksal erfahren müssen.



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IS-überlebender soll vom irakischen Staat hingerichtet werden

Der irakische Staat im Fall des 20 jährigen Khaled Shamo, das Todesurteil gesprochen. Ihm wird vorgeworfen für den Tod eines sunnitischen Stammesangehörigen verantwortlich zu sein.

Am 03.08.2017 griffen an der Grenze zwischen dem Irak und Syrien nahe Khanasor unbekannte Männer, zwei Männer des Stammes Gergeri an. Einer dieser beiden Männer stirbt sofort, während der andere mit schweren Verletzungen davon kommt.
Das Gebiet nahe Khanasor ist als Schmugglerroute bekannt und wird von mehreren Fraktionen, darunter die vom Iran geführte Hashd al-Shaabi, der Rojava Peshmerga, die PKK, die HBS (Widerstandseinheiten Shingals), der irakischen Armee und vom türkischen Geheimdienst MIT kontrolliert.

Kurz nach dem Angriff beschuldigte der Gergeri Stamm die Rojava Peshmerga für den Angriff verantwortlich zu sein. Die Rojava Peshmerga wiederum beschuldigte die PKK für den Angriff verantwortlich zu sein und wies jede Schuld von sich. Die PKK beteuerte, dass sie im Shingal Gebiet keine Operationen durchführen und beschuldigt ebenfalls die Rojava Peshmerga für diesen Angriff verantwortlich zu sein.

Der sunnitisch kurdische Stamm Gergeri drohte in Folge dessen mit kriegerischen Handlungen gegen die Eziden, falls die Tat nicht aufgeklärt werden sollte. Der irakische Staat nahm als Konsequenz, mit einem Gerichtsurteil des Gerichtes in Nineveh, drei ezidische Männer fest. Unter ihnen Khaled Shamo, Nawaf H., und Ibrahim H. Das irakische Gericht beruft sich auf die Aussage des Gergeri Stammes, dass man Khaled Shamo bei der Tat gesehen habe.

Die irakischen Justizbehörden beschuldigen Khaled Shamo in ihrer Anklageschrift der Mitgliedschaft in der PKK und das Führen des Fahrzeuges, welches für den Angriff genutzt worden sei. Besonders brisant dabei ist, dass Khaled Shamo weder einen Führerschein besitzt noch in der Lage sei ein Fahrzeug eigenständig zu fahren.
Die Familie von Khaled Shamo beteuerte gegenüber den irakischen Ermittlungsbehörden, dass er noch nie in der Region Khanasor (Ort des Angriffes) gewesen sei und zum Zeitpunkt des Angriffes eine ezidische Gedenkveranstaltung zum Gedenken an dem Genozid des ezidschen Volkes durch den IS in einem Flüchtlingslager besucht habe. Foto- und Videoaufnahmen von ezidischen Aktivisten, die dem irakischen Gericht vorliegen, zeigen ihm auf dieser Gedenkveranstaltung.
Die irakische Polizei selber bestätigt gegenüber dem irakischen Gericht, dass sie Khaled Shamo auf dieser Gedenkveranstaltung gesehen haben. Es ist demnach nicht möglich, dass er zeitgleich einen Angriff in einer anderen Region koordinierte und ausführte.

Die irakischen Justizbehörden führen Khaled Shamo in ihrer Anklageschrift als „Khaled Shamo Qiran“ auf. Dieser Name wird von Khaled Shamo weder privat genutzt noch steht dieser Name auf einem offiziellen Dokument. Der Anhang Qiran wird von dem angeklagten einzig und allein auf seinem Facebook Profil verwendet. Dieser Umstand ist für die Familie des Angeklagten und ezidischen Aktivisten ein starkes Indiz, dass die irakischen Justizbehörden in ihren Ermittlungen nicht weiter gekommen sind und über Facebook einen Khaled Shamo gesucht haben und wahllos einen schuldigen ausgesucht haben.

Die Eziden vermuten hinter dem Urteil einen Skandal, bei der die irakische Justiz versucht einen schuldigen zu finden um den Gergeri Stamm zu befriedigen. Dabei fällt auf, dass der Richter ein angehöriger des Kecala Stammes ist, dessen Stammesangehörige vereinzelnd aber unproportional hoch sich dem Islamischen Staat angeschlossen haben und gemeinsam mit dem IS an dem Genozid des ezidischen Volkes 2014 beteiligt waren. Es ist unklar ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Sachverhalten besteht.

Khaled Shamo wurde am 04.02.2020 vom irakischen Staat rechtskräftig zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am 10.03.2020 vollstreckt.

Der Tod von Khaled Shamo wird die Spannungen zwischen den Eziden im Shingal und den anderen Stämmen erneut auf einen Höhepunkt katapultieren. Einige ezidische Widerstandseinheiten kündigten bereits kriegerische Maßnahmen an, falls das Urteil vollstreckt wird.
Die Familie von Khaled Shamo hofft währenddessen auf die Anfechtung dieses Urteils und einem neuen Gerichtsprozess. Ezidische Aktivisten und Politiker versuchen unterdessen mit allen Mitteln das Urteil anzufechten.

Die Familie bittet die ezidische und kurdische Gemeinde weltweit ihre Stimme für Khaled Shamo zu erheben.



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Sicherheitskräfte verhaften Drogenschmuggler in Dohuk

Die Sicherheitskräfte der Region Kurdistan gaben am Samstag die Verhaftung von fünf Personen bekannt die des Drogenhandels verdächtigt werden, nachdem 30 Kilogramm Heroin in der Provinz Duhok beschlagnahmt worden waren.

Abdul Wahab Mohammed, Leiter des Grenzübergangs Ibrahim Khalil an der türkischen Grenze, sagte: "Am Donnerstagabend haben wir nach Erhalt von Informationen und weiteren Ermittlungen erfolgreich 30 Kilogramm Heroin in der Innenstadt von Duhok beschlagnahmt.
"Nachdem wir den Haftbefehl von der Bezirksgerichtsbarkeit in Zakho erhalten hatten, konnten wir in Abstimmung mit den Sicherheitskräften der Stadt Duhok alle fünf Verdächtigen festnehmen.", erklärt Mohammed.

Ergänzend sagt Mohammed, sein Büro habe drei Teams eingesetzt, um die Verdächtigen festzunehmen, nachdem er erfahren habe das "die Händler die Droge an einem Ort aushändigten, das Geld an einem anderen Ort erhielten und die Droge an einem dritten Ort testeten und Proben verteilten".
Der Beamte erklärte auch, dass drei der Verdächtigen, Einwohner der Provinz Duhok sind, während die beiden anderen im Vertriebenenlager Makhmour leben.

Der Leiter erklärt ebenfalls, dass die meisten Drogenhändler, die in dem Gebiet verhaftet werden, nicht ursprünglich aus der Region Kurdistan stammen. Der Grund, warum Duhok ein hohes Maß an Handelsaktivitäten aufweist lägt darin, dass die Provinz strategisch günstig gelegen ist, da sie nahe an den internationalen Grenzen der Türkei und Syrien liegt.

Der Verkauf und der Konsum von Betäubungsmitteln sind in der Region Kurdistan und im Irak strengstens verboten.
Die kurdischen und irakischen Behörden fangen oft Drogenlieferungen ab, die den Irak und die Region Kurdistan passieren, vor allem in den Provinzen Basra, Diyala, Erbil und Sulaimani, insbesondere in den Städten und Dörfern, die das Land mit dem Iran und der Türkei verbinden.
Die meisten illegalen Drogen werden über die Grenze zum Iran in die Region geschmuggelt, auf ihrem Weg in die Türkei, nach Syrien und schließlich nach Europa und Nordamerika.



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Masrour Barzani empfängt französischen Berater

Der Premierminister der Region Kurdistan Masrour Barzani hat am Donnerstag den französischen Botschafter im Irak Bruno Aubert empfangen, Im Gespräch wurden die bilateralen Beziehungen und die Entwicklungen in der Region erörtert.

Während des Treffens im Büro des Premierministers in Erbil "beleuchteten beide Seiten die jüngsten Entwicklungen bezüglich der Situation im Irak und der Region im Allgemeinen".
Tatsächlich gehörte Frankreich zu einer der 16 ausländischen Botschaften im Irak, die den Einsatz extremer Gewalt durch irakische Sicherheitskräfte gegen Demonstranten im Land verurteilt haben. Über 600 Tote und Zehntausende Verletzte sind bisher zu verzeichnen.
Premierminister Barzani seinerseits "betonte die Notwendigkeit, die Situationen zu beruhigen und die Sicherheit im Irak herzustellen".

Bei der Ernennung von Mohammed Tawfiq Allawi zum neuen irakischen Premierminister als Nachfolger des scheidenden Premierministers Adil Abdul Mahdi sagte Barzani, die KRG unterstütze "eine Regierung, die sich der Umsetzung der Verfassung verpflichtet" und "die Vereinbarungen respektiert".

Beide Seiten diskutierten auch Möglichkeiten, "die Beziehungen zwischen der Region Kurdistan und Frankreich zu stärken", da Botschafter Aubert "die Bereitschaft seines Landes zum Ausbau der Beziehungen zum Irak und zur Region Kurdistan zum Ausdruck brachte".

Zu diesen Beziehungen gehört "die Unterstützung der irakischen Armee und der Peshmerga-Kräfte bei der Bekämpfung des Terrorismus, insbesondere der Bedrohung durch den ISIS", so Aubert.

In einem Interview mit France 24 am Dienstag warnte Premierminister Barzani davor, dass sich der so genannte islamische Staat neu gruppiert und forderte die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen um ein substanzielles Comeback der Gruppe zu verhindern.
Desweiteren traf sich Massoud Barzani mit Aubert, um seinen Dank auszurichten.



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