Zehn Zivilisten in Efrîn entführt

In der westkurdischen Provinz Efrîn wurden zehn Zivilisten aus dem Dorf Maratê von türkisch-islamistischen Milizen entführt. Unter den Entführten befinden sich neun Männer und eine Frau. Seit ihrer Deportation gibt es keinerlei Lebenszeichen.

Entführungen und Tötungsdelikte sind seit der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in der kurdischen Provinz Efrîn omnipräsent. Die von der Türkei unterstützten Milizen verschleppen kurdische Zivilisten und verlangen von ihren Familien lächerlich hohes Lösegeld. Die „Menschenrechtsorganisation Efrîn“ konnte innerhalb der letzten zwei Jahre 6.000 Fälle von Entführungen protokollieren. Neben dem Lösegeld kommt es auch zur Vergewaltigung, Folter und Tötung. Bislang gelten 3.300 entführte Zivilisten als vermisst.

Die Zivilbevölkerung rund um Efrîn ist extremer Schreckensherrschaft ausgesetzt. Häuser werden geplündert und Vermögen werden konfisziert. Eine Partizipation in Verwaltung und Politik wird nicht geduldet und Personen, die während der kurdischen Autonomie in Efrîn politisch aktiv waren, werden verfolgt. Dissidente Gruppen und Personen sind daher gezwungen, unterzutauchen oder zu flüchten.

Außerhalb der türkischen Besatzungszone, wie zum Beispiel in Şêrawa, protestieren viele tausende gegen die türkische Außenpolitik und ihrer Militärpräsenz in Rojava. Şêrawa ist ein Kreis in Efrîn, welcher noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht. Am Mittwoch zogen Demonstranten unter dem Motto „Ey Efrîn, wir kommen“ durch das Dorf Ziyaret bis hin zum Flüchtlingscamp Vegerê. Noch vor zwei Wochen hatte die Türkei mehrere Dörfer in Şêrawa mit immensem Artilleriefeuer beschossen. In diesem Gebiet kommt es fast täglich zu Kampfhandlungen zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistischen Milizen.

Kämpfer der kurdischen Befreiungskräfte Efrîns (HRE) haben zuletzt vor einigen Tagen mehrere islamistische Milizionäre verletzt und getötet. Dabei wurde auch mindestens ein türkischer Soldat getötet und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Anlässlich der zweijährigen Besatzung von Efrîn, haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angekündigt, weiterhin Widerstand zu leisten. „Wir werden großen Widerstand leisten und darum kämpfen, Efrîn und unser Volk zu befreien. Unsere Entschlossenheit ist geballt, an dieser Haltung werden wir festhalten, ganz gleich, ob der türkische Staat seine Besatzungsangriffe intensiviert“, so die YPG.



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