St. Pauli Ultras fordern Rauswurf von Sahin

Die Fans des FC St. Pauli fordern den sofortigen Rauswurf des türkischen Spielers Cenk Sahin.

Der 25-jährige Mittelfeldspieler postete auf den sozialen Medien Inhalte zu dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien. So schrieb er unter anderem auf Instagram: „Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und den Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!“. Das ganze versehrt mit einem Hashtag der auf die Militäroffensive hindeutet.

In einem offiziellen Statement auf deren Website schreiben die Ultras des Vereins:
„Für uns Ultras steht deshalb fest, dass Cenk Şahin nicht mehr im Trikot des FC Sankt Pauli aufläuft. Wir fordern den Verein auf, Cenk Şahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!“

Für das heutige Spiel von St. Pauli wurde der Türke nicht nominiert.

Der Verein veröffentliche eine Stellungnahme auf der Klub-Webseite:
„Der FC St. Pauli distanziert sich klar von dem Post und dem Inhalt, weil er mit den Werten des Vereins nicht vereinbar ist. Der Verein hat bereits mit dem Spieler gesprochen und arbeitet intern die Thematik auf. Solange die interne Aufarbeitung nicht abgeschlossen ist, wird sich der FC St. Pauli nicht weiter dazu äußern.“

Editiert von Passar Hariky



 
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Yezidische Gemeinde bekommt ersten Tempel in Deutschland

Der Tempel ist dem heiligen Grab von Sheikh Adi in Lalesh nachempfunden, das als der heiligste Ort für die Eziden gilt. Dieser soll nun in Augsburg nachgebaut werden.

Die Yezidische Gemeinde in Deutschland bekommt ihren ersten religiösen Tempel und Friedhof in der Stadt Augsburg, bestätigten lokale deutsche Medien letzte Woche. Der Tempel ist dem heiligen Grab von Sheikh Adi in Lalesh nachempfunden, der als der heiligste Ort für die Eziden gilt. Neben dem Tempel befindet sich auf dem Nordfriedhof in Augsburg eine Grabstätte für die kurdische religiöse Minderheit.

Reiner Erben, der für den Friedhof verantwortlich ist, teilte der Augsburger Allgemeinen bei der Einweihungsfeier mit, dass die Eziden um einen Platz auf dem Friedhof gebeten hätten, um den Tempel auf eigene Kosten zu bauen. Er sagte, die Stadt möchte, dass die Eziden sich wohl fühlen. Die Umsetzung sollte 2016 erfolgen, hat sich jedoch durch die Bürokratie bis jetzt rausgezogen.

Es gibt schätzungsweise über 40.000 Eziden die in Deutschland leben. Viele kamen, nachdem der sogenannte Islamische Staat im August 2014 einen Völkermord an die religiöse Minderheit begangen hatte. Die Entstehung des Islamischen Staates und sein gewaltsamer Angriff auf Shingal im Jahr 2014 führten zur Vertreibung von Hunderttausenden. Da Shingal wie viele andere kurdische Provinzen im Irak nicht zur Autonomen Region Kurdistan gehört, blieb die Sicherheit der Provinz auf irakische Verantwortung. Mit Dem Angriff des IS flohen die meisten Eziden in die Region Kurdistan, während andere in die Nachbarländer der Region oder in westliche Staaten übersiedelten. Andere blieben im Kriegsgebiet, wo sie jahrelang Gräueltaten und Massenexekutionen durch die extremistische Gruppe erlebten.
Die terroristische Organisation unterwarf Frauen und Mädchen der sexuellen Sklaverei, entführte Kinder, zwang zu religiösen Bekehrungen, führte dutzende von Männern hin und misshandelten, verkauften und handelten Frauen in Gebieten, die sie im Irak und in Syrien kontrollierten. Bisher wurden 69 Massengräber ausgegraben, in denen sich die Überreste von Ezidis befinden, sowie unzählige Einzelgräber.

Vor dem Genozid von 2014 gab es in der Region Kurdistan und im Irak rund 550.000 Eziden. Als der IS große Gebiete in der Provinz Ninive eroberte, flohen 360.000 Eziden und fanden anderswo Zuflucht. Dies bestätigte das Yezidi Rescue Team.

Imam of Peace: Kurden verdienen Diktatoren wie Erdogan und Saddam Hussein

Der Imam of Peace hat am 19.06.2019 in einem Tweet den Genozid an dem kurdischen Volk gerechtfertigt. In seinem umstrittenen Tweet heißt es wörtlich „Diese Menschen (Kurden) verdienen Diktatoren wie Erdogan und Saddam Hussein, der sie wie Abfall behandelt – für die Art und Weise wie sie Tiere behandeln. Vielleicht erklärt es, warum die Nation, die Tiere am stärksten misshandelt, am meisten leidet. Schwache Feiglinge.“



Anlass für den Tweet war ein Video eines kurdischen Mannes der eine Löwin als Haustier hält. Der Mann „Caked“ die Löwin zu, dass heißt er wirft ihr einen Kuchen ins Gesicht. Das Tier reagiert erschrocken, aber in keinster Weise aggressiv.
Der Halter des Tieres hat sich Tage zuvor für sein Fehlverhalten im Umgang mit der Löwin entschuldigt. Er hat innerhalb der kurdischen Gemeinde massive Kritik für das „caking“ Video erhalten und erklärte in einem kurzen Text, dass er die Löwin als verletztes Baby gerettet hatte und das Tier ihm zu viel bedeute, als das er es misshandeln würde.

Für den Imam of Peace (engl.: Imam des Friedens) ist dieses Video Anlass und Beweis genug, um den Genozid an dem kurdischen Volk zu rechtfertigen.
Die kurdischen Aktivisten auf den sozialen Medien haben den Imam of Peace sofort für diesen Tweet massiv kritisiert und ihn zur Rede gestellt. Der Imam of Peace beteuert in etlichen Diskussionen, er habe mit dem Tweet nicht das gesamte kurdische Volk gemeint, sondern lediglich die sechs Männer auf dem Video gemeint, die einen Genozid verdient hätten. Zahlreiche Aktivisten haben diese Ausrede natürlicherweise nicht akzeptiert und drohen mit rechtlichen Schritten gegen den Imam of Peace vorzugehen.

Der Imam of Peace eigentlich Mohamad Tawhidi, ist ein in Australien lebender selbsternannter Reformist des Islams und hält den Vorsitz der von ihm gegründeten Islamischen Gemeinde in Australien. Er ist von iranischer Abstammung und gilt in seiner Tätigkeit als „Imam of Peace“ als einer der umstrittensten Personen der islamischen Welt.
Die Tweets des Imam of Peace sorgen in den sozialen Medien regelmäßig für Shitstorms und Diskussionen. Besonders Viral wurde er als er in einem Tweet damit drohte, dass die islamische Gemeinde in Australien „Sich organisieren werde, um die Sicherheit ihrer Frauen und Mütter zu gewährleisten.“.

Ezidische Gemeinde im Dilemma über IS-Kinder

Am 10. April 2019 veröffentlichte der Ezidisch-Geistliche-Rat in Shingal ein Statement indem es heißt, dass die ezidische Gemeinde in Shingal alle Kinder die aus IS Zwangsehen stammen, in die ezidische Gemeinde integrieren werde.
Im ezidischen Glauben ist es streng vorgeschrieben, dass Mitglieder der ezidischen Gemeinde nur mit Eziden heiraten und Kinder zeugen dürfen. Mitglieder der ezidischen Gemeinde die dies nicht befolgen werden von der ezidischen Gemeinde ausgeschlossen.


Nach der Vertreibung und dem Völkermord in Shingal an den Kurden ezidischen Glaubens, wurden Zehntausende Eziden vom IS gefangen genommen. Die in Gefangenschaft gehaltenen Eziden wurden entweder systematisch getötet oder vom IS als Sklavinnen gehandelt.
Die Eziden wurden vom IS in weibliche und männliche Camps unterteilt und dann gezwungen zum Islam zu konvertieren. Die Männer wurden wenn sie bereits im wehrfähigen Alter waren exekutiert, die Kinder wurden in Umerziehungslagern zu Kindersoldaten ausgebildet und die Frauen wurden als Sex-Sklavinnen vom IS gehalten. Die Kinder die durch die zahllosen Vergewaltigungen auf die Welt kamen, waren jahrelang Streitpunkt in der ezidischen Gemeinde.
Zuvor mussten sich die Opfer der Vergewaltigungen entscheiden, ob sie mit ihren Kindern im Exil leben oder sich von den Kindern trennen und zurück in die ezidische Gemeinde heimkehren.

Das Statement des Ezidisch-Geistlichen-Rates war für die Opfer eine erlösende Nachricht. Indem Statement heißt es die ezidische Glaubensgemeinde wird eine Ausnahme von dieser Regelung machen und alle im Exil lebenden Eziden und ihre Kinder in die ezidische Gemeinde aufnehmen und integrieren. Der geistliche Rat begründet diese Entscheidung mit den beispiellosen Verbrechen denen die Eziden zum Opfer gefallenen sind, welche außerhalb der Kontrolle der Eziden lag.

Am Samstag den 27. April 2019 veröffentlicht der Ezidisch-Geistliche-Rat dann ein zweites Statement welches das erste Statement ersetzt und nichtig macht.
In diesem Statement wird explizit erklärt das die Kinder aus IS Zwangsehen/Vergewaltigungen nicht in die ezidische Gemeinde aufgenommen werden. Die Frauen, welche vom IS verschleppt und vergewaltigt wurden, sind weiterhin in der ezidischen Gemeinde willkommen. Der geistliche Rat stellt klar, hat es aber nicht genau genug ausgedrückt, das im ersten Statement nur die weiblichen Mitglieder der ezidischen Gemeinde gemeint waren.
Die verschleppten ezidischen Frauen stehen nun vor der Wahl ihre ungewollten Kinder aus IS Zwangsehen zu verlassen und in die ezidische Gemeinde zurückzukehren oder die ezidische Gemeinde zu verlassen.

Was auch immer die Ezidische Gemeinde entscheidet, Gewinner gibt es dabei nicht.
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