Türkei beginnt mit demographischem Wandel in Nordsyrien

Die Türkei hat am 21.11.2019 die Kampagne für den demographischen Wandel, in Form eines “Arabischen Gürtels”, eingeleitet.

Der türkische Verteidigungsminister verkündet in einem Statement, dass 200 arabische Flüchtlinge in einem Gebiet in Nordsyrien angesiedelt wurden, welches zuvor von “militanten Kurden gesäubert” wurde. Er fügt dem hinzu, dass 70 weitere Familien bestehend aus 300 Menschen sehr bald folgen werden.
„Der Erfolg der Operation Friedensquelle, die Säuberung der Region von PKK/YPG Terroristen und das aufgenommene Momentum in der Infrastrukturarbeit, hat die Grundlage geschaffen für unsere syrischen Brüder zurückzukehren“. So heißt es in dem offiziellen Statement des türkischen Verteidigungsministeriums.
Die Türkei plant die schnelle Ansiedlung von weiteren syrischen Familien in Nordsyrien, um die Demographie der Grenzregion dauerhaft zu ändern. Der türkische Staatspräsident Erdogan möchte demnach mehr als 3,6 Millionen arabische Flüchtlinge in die mehrheitlich kurdischen Städte entlang der Grenze Nordsyriens ansiedeln. Der daraus resultierende demographische Wandel, würde die Kurden in zuvor mehrheitlich kurdischen Städten zu einer marginalen Minderheit machen.



Die angesiedelten arabischen „Flüchtlinge“ behaupten vehement indigene Bewohner von Serekaniye/Ras al-Ain und Gire Spi/Tal Abyad zu sein. Allerdings konnten lokale Quellen aus diesen beiden Städten zweifelsfrei anhand der Akzente erkennen, dass diese Siedler nicht aus diesen Städten stammen. Die Akzente der Siedler konnten auf die Städte Homs, Aleppo, Idlib, Jarabulus, Al-Bab und einige mittelirakische Akzente (Al-Anbar Region) zurückgeführt werden.

Die Operation „Friedensquelle“ (Peace Spring) ebnet den Weg für das Vorhaben der Türkei. Die am 9. Oktober 2019 gestartete Operation verzeichnet nach nur 45 Tagen Krieg mehr als 350.000 geflüchtete Menschen und tausende zivile Opfer.
Die türkische Invasion nutzt primär ehemalige Kämpfer des Islamischen Staates aus Irak und Syrien und Kämpfer der Freien Syrischen Armee für ihr Vorhaben. Bereits am ersten Tag der türkischen Invasion verzeichneten NGOs und Monitoring Organisationen dutzende Meldungen von Kriegsverbrechen. Eine Vielzahl dieser Kriegsverbrechen wurden sogar von den türkischen Milizen per Handykamera dokumentiert und veröffentlicht.
Die türkischen Milizen werden von der Türkei bewusst eingesetzt, um die Region ethnisch zu säubern. Kurdische, assyrische, aramäische, christliche und weitere Minderheiten werden von den türkischen Milizen gezielt gejagt und getötet, um das Vorhaben der Türkei voranzutreiben.

Editiert von Passar Hariky

Niederlande lehnt Untersuchungen zu IS-Türkei Verbindungen ab

Nachdem ein Bericht des Rojava Information Center 40 Soldaten des Islamischen Staates in den Rängen der Freien Syrischen Armee identifizieren konnte, stellte ein Abgeordneter einen Antrag auf eine Untersuchung der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Islamischen Staat.

Der niederländische Außenminister Stef Blok erklärte am Mittwoch, seine Regierung werde sich nicht für eine NATO-Untersuchung zu möglichen Verbindungen der Türkei zum Islamischen Staat einsetzen. Dieser Erklärung geht eine Anfrage des niederländischen Abgeordneten Raymond de Roon voraus, in der er die Regierung dazu auffordert zu klären, ob die Türkei ehemalige Mitglieder des Islamischen Staates angeworben, ausgebildet und bewaffnet habe.
Raymond de Roon stellte diese Anfrage, nachdem das Rojava Information Center (RIC) einen Bericht veröffentlichte, der 40 Soldaten der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee in Afrin, als ehemalige IS Soldaten identifiziert.

In einer schriftlichen Erklärung betont der niederländische Außenminister Stef Blok „Die Türkei ist und bleibt ein wichtiger Partner im Kampf gegen den IS. Die Türkei ist ernsthaft vom ISIS-Terrorismus betroffen und geht dagegen vor.“
Die Niederlande werde sich deshalb nicht für eine Untersuchung zu den Verbindungen zwischen der Türkei und dem Islamischen Staat aussprechen. Die niederländische Regierung betonte außerdem, dass die NATO-Mitgliedschaft der Türkei nicht in Frage gestellt wird.

Das niederländische Außenministerium erklärt die Identifizierung der 40 IS-Soldaten durch „dynamische Faktoren im syrischen Bürgerkrieg“ die „pragmatische oder finanzielle Gründe“ hervorrufen können, die dazu führen das Soldaten des Islamischen Staates „ideologisch entgegengesetzten Fraktionen beitreten“.
Das niederländische Außenministerium erklärt zeitgleich seine Ansicht, dass die von der Türkei geführte Freie Syrische Armee, das ideologische Gegenteil vom Islamischen Staat ist. Dabei sind sich Experte einig das die Ideologische Brandbeite der FSA und des IS sich in nur wenigen Punkten unterscheidet, sie jedoch die gleiche Auffassung einer Gesellschaftsform und Regierungsform gekoppelt an dem Islam haben.

Der niederländische Abgeordnete de Roon äußerte jedoch sein Bedenken, dass die Türkei den Soldaten des Islamischen Staates, innerhalb der Freien Syrischen Armee eine Art „Sicherheitszone“ bieten könnte.
Die in Syrien lebende Forscherin Chloe Troadec erklärte zunächst, sie sei erfreut zu sehen, dass ihr Bericht "Identifizierung von 40 ehemaligen ISIS-Mitgliedern, die jetzt zu den von der Türkei unterstützten Dschihadisten in Afrin gehören" auf parlamentarischer Ebene wahrgenommen wurde. Sie erklärte daraufhin, dass die Antworten von Herrn Blok in mehreren Punkten „Mangelhaft“ sind.
„Erstens sagt Herr Blok, dass diese Gruppen die `ideologischen Gegner´ des IS sind. In der Realität sind die Gruppen wie die Jaysh-al-Islam und die Ahrar-al-Sham, die die Hauptkomponente der von der Türkei bewaffneten, finanzierten und kontrollierten Streitkräfte bilden und Afrin besetzen, ideologisch nicht vom Islamischen Staat zu unterscheiden sind.“
Chloe Troadec verwies auch auf einen am Donnerstag veröffentlichten UN-Bericht, der zeigt, dass diese Fraktionen für Kriegsverbrechen und die Durchsetzung einer extremistischen, gewaltsamen und frauenfeindlichen Auslegung des Scharia-Gesetzes verantwortlich sind. Sie verwies ebenfalls darauf, dass die Niederländer einer der größten europäischen Investoren in der Türkei sind und am 11. September ein gemeinsames Treffen der beiden Länder zum Thema Handel stattfand.
„Solange diese finanziell lukrativen Beziehungen bestehen, ist es unwahrscheinlich, dass die niederländische oder eine andere europäische Regierung ernsthaft gegen die Türkei als wichtigster staatlicher Sponsor von Terror in der Region, vorgehen wird“.
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Efrîn: Türkischer Soldat getötet und drei weitere verletzt

Bei Aktionen der Befreiungskräfte Efrîns wurden in der nordsyrischen Kantonshauptstadt Efrîn drei türkische Soldaten verletzt und ein Soldat getötet.

Die Widerstandsgruppe „Befreiungskräfte Efrîns” (Hêzên Rizgariya Efrînê, HRE) geben bekannt, dass bei einer Aktion im Gebiet von Efrîn und der Şêrawa-Ebene ein türkischer Besatzungssoldat getötet und drei weitere schwer verletzt wurden. In der veröffentlichten Erklärung heißt es: „Unsere Aktionen gegen die türkischen Besatzungstruppen und die von ihnen kontrollierten terroristischen Gruppen in Efrîn und Umgebung, werden kontinuierlich mit voller Härte fortgeführt. Unsere Kräfte haben eine Aktion gegen eine türkische Militärbasis im Dorf Cilbir im Kreis Şêrawa durchgeführt. Dabei wurde ein türkischer Soldat getötet und drei weitere verletzt. Des Weiteren wurden Salven auf die eintreffende Verstärkung abgefeuert, sodass diese sich wieder zurückziehen mussten.“



Türkische Besatzung fordert 100.000 US-Dollar und exekutiert Geisel in Efrin

In Efrin hat die Freie Syrische Armee zwei Männer und ein Kind entführt, als diese in der Stadt Izzaz waren im Norden von Aleppo. Die entführten Männer heißen Sharaf al-Din Siddo und Rashid Hamid Khalil, der Name des Kindes ist unbekannt. Über das Kind ist nur bekannt, dass er unter einer geistigen Behinderung leidet.

Ein Screenshot zeigt die Konversation zwischen der türkischen Besatzung und der Familie der entführten. Laut der türkischen Besatzung sei Sharaf al-Din Siddo ein Mitglied der Arbeiterpartei Kurdistans, dass für die türkische Besatzung die Legitimation für die Entführung zweier Männer und eines Kindes mit geistiger Behinderung darstellt.

Die türkische Besatzung verlangt von der Familie eine Summe von 100.000 US Dollar für die Freilassung der Geiseln. Diese Summe ist für den Großteil der Bevölkerung in Efrin nicht realisierbar. Die Türkei hat in ihrem Angriffskrieg gegen Efrin die Häuser der Bevölkerung geplündert und viele Grundstücke/Äcker wurden Zwangsenteignet.

Als die Familie der Entführten klarstellte, dass sie nicht in der Lage sind das Geld aufzutreiben, wurde ihnen ein Video zugespielt welches zeigt wie Sharaf al-Din Siddo gefoltert wird. In dem Video ist zu sehen wie er unter enormen Schmerzen seine Familie anbettelt, alles an Eigentum und Grundstücken zu verkaufen um das Geld aufzutreiben.

Einige Tage später, nachdem die Familie nicht weiter mit den Entführern kooperierte, wurde die Leiche des zweiten Mannes, Rashid Hamid Khalil, an einer Straße gefunden. Sein Körper ist laut Aussage der Familie übersät mit Spuren der Folter.

Die Situation der beiden anderen Geiseln ist ungewiss.
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