Türkei plündert 20.000 Tonnen Weizen

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR = Syrian Observatory for Human Rights) bestätigt das die Türkei innerhalb der militärisch erzwungenen Invasionszone in Rojava zwischen Tal Abyad und Ras Al-Ain sämtliche Weizensilos plündern und abtransportieren lies. Ebenfalls berichtet die Beobachtungsstelle, dass Dutzende Dörfer durch die islamistischen Milizen, welche von der Türkei, ausgebildet und unterstützt werden, geplündert worden seien.

Eine ungenannte Quelle berichtet der SOHR, dass die Türkei einen Vertrag zum Transport von 20.000 Tonnen Weizen aus Tal Abyad zur Auktion stellte. Der Vertrag ging an Öz-Duy International Transport, einem türkischen Spediteur. Das Getreide wird umgehend nach Riha (Urfa) transportiert und dort in Silos der türkischen TMO (Turkish Grain Board) befüllt. Die Plünderung der Getreidesilos in Rojava könnte zu einem Zusammenbrechen der Zivilen Versorgung führen, erklären Experten besorgt. Die Geflüchteten Menschen, die vor der türkischen Invasion in andere Teile Rojavas fliehen mussten und nun in Camps untergebracht werden, haben seit Wintereinbruch unter schweren Bedingungen zu leben. Durch die Plünderung und Zwangsenteignung durch die Türkei und ihren Milizen, gibt es für viele Christen und Kurden keine Chance auf Heimkehr. Nun wird den Menschen die Nahrungsmittelgrundlage entnommen.

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Dem Bericht zur folge wurden zwar ungefähr 20.000 Tonnen Weizen abtransportiert, aber in türkischer Hand befinden sich noch weitere Getreidesilos, die zum Plündern und abtransport bereit gemacht werden. Zum Transport wurden speziell in Tal Abyad Ausgangssperren verhängt. Zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr morgen werden die noch verbliebenden Einwohner zuhause eingesperrt. Während dieser Zeit werden Transporter aus der Türkei nach Rojava gebracht und befüllt.

Schon 2018 hat die Türkei auf sich aufmerksam gemacht, nachdem sie durch die Invasion von Efrin alle Olivenbäume beschlagnahmt und ausgeweidet hat. Nach der Plünderung der Olivenbaumfelder wurden dutzende Hektar zerstört oder an ausländische islamitische Milizen gegeben als Dank für ihre Unterstützung bei der Invasion von der bis dahin vom Bürgerkrieg unberührten kurdischen Provinz. Die ökonomischen Folgen für die Kurden und für Syrien haben sich enorm verschlechtert.

Kurdistanmonitor geht davon aus, dass die Türkei versucht nachhaltige ökonomische Zerstörung für Syrien und speziell für Kurden zu schaffen. Ca. 70% der Agrarwirtschaft wird im Norden Syrien produziert. Damit stellt die Kontrolle dieser Gebiete eine wichtige strategische Facette dar.





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Araber aus Idlib in Efrin angesiedelt

Die Türkei siedelt arabische Flüchtlinge in Efrin an und versucht somit die Demografie der Region zu ändern. Damit begeht die Türkei Menschenrechtsverletzungen und führt eine ethnische Säuberung in Efrin, wie auch in der Pufferzone in Rojava (Nordsyrien).

Seit einigen Wochen läuft die Militäroperation zur Eroberung von Idlib durch die Regimetruppen (SAA) und russischen Hilfstruppen. Um die Türkeiloyalen Kräften in Syrien zu schützen, werden Schritt für Schritt die jihadistischen Milizen mit ihren Familien aus Idlib nach Efrin transportiert und dort wieder angesiedelt. Die gesamte Region um Efrin ist betroffen. Lokale Medien berichten das die Umsiedlung nicht nur für die Stadt Efrin gilt, sondern auch kurdische Dörfer nach und nach arabisiert werden.

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So habe, nach der lokalen Nachrichtenplattform Afrinpost, die Al-Majd Legion (Jihadistische arabische Miliz aus Idlib) etwa 20 Familien im Dorf Dikieh angesiedelt. Die Häuser der deportierten Kurden wurden zwangsbesetzt. Die Anwohner des Dorfes und der Häuser wurden aus den eigenen Häusern geworfen. Die Human Rights Organisation berichtet, dass allein im Bulbul-Bezirk über 300 Familien angesiedelt wurden. Vorwiegend an der türkischen Grenze. Weitere 250 Familien wurden in den Dörfern des Mobata-Bezirks angesiedelt und weitere in anderen Bezirken in Efrin.

Die eigentlichen Besitzer der Häuser und Anwohner der Dörfer werden systematisch enteignet und den Geflüchteten Kurden in den Camps der Sheba-Ebene wird weiterhin die Rückkehr in ihre alte Heimat verwehrt.

Seit 2018 wird Efrin in einer Invasion durch die Türkei erobert wurde, leiden Kurden besonders stark unter der Willkür des türkischen Militärs und den jihadistischen Islamistenmilizen. Immer wieder kommt es zu Entführungen, Folter und Mord an Kurden aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Noch stärker sind ezidische Kurden betroffen die aufgrund ihrer Religion aus Efrin gedrängt werden und Feindbild der Islamisten sind.





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Jahresbilanz der kurdischen Widerstandseinheiten

Anfang des Jahres hat die Generalführung der Hezen Parastina Gel (HPG; deutsch: Volksverteidigungskräfte) eine Jahresbilanz für das vergangene Jahr 2019 veröffentlicht.

Der veröffentlichte Bericht zählt die ausgeführten Operationen der HPG und der türkischen Armee auf und zählt die Verluste auf beiden Seiten auf. Ebenfalls hat die Hezen Rizgariya Efrine (HRE; deutsch: Efrin Befreiungskräfte) ihren Jahresbericht veröffentlich und ebenfalls ihre Daten aufgezeigt.

Dem Bericht der HPG nach habe die Volksverteidigungskraft 339 Angriffe auf türkische Armee ausgeführt. Dabei seien 1220 türkische Soldaten, Polizisten und andere Militärbedienstete ausgeschalten worden. Davon seien 20 Ziele hochrangige Amtsinhaber gewesen. 266 weitere Besatzereinheiten wurden verwundet. Zudem sind 34 Militärfahrzeuge zerstört worden (Gepanzerte Fahrzeuge, militärische Fahrzeuge und Kampfpanzer) und 7 Helikopter sind stark beschädigt worden.
121 Operationen wurden ausgeführt, dessen Ausgang konnte aber leider nicht genau festgestellt werden.
Ebenfalls wird berichtet das 456 Guerilla im Kampf gegen die türkische Armee gefallen sind und weitere 6 sind festgenommen worden.

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In Beziehung dazu wurde auch angegeben das die türkische Armee 117 Flug- und Drohnenangriffe geflogen sei. Hinzu kommen 620 Angriffe durch Gunships. Gunship ist die spezielle Bezeichnung von Flugzeugen und Helikoptern, die extra für die Erdkampf- oder Luftnahunterstützung ausgerüstet sind.
Ebenfalls folgen noch 321 Angriffe mit Artillerie, Boden-Boden-Raketen und Kampfpanzern.

Im Vergleich dazu stehen die Zahlen der HRE die ihre Operationen in Efrin, der Shebaregion, in Tel-Rifaat, al-Bab, Azaz und Marae geführt haben. Zusammengefasst seien 252 Operationen ausgeführt worden bei denen 621 Terroristen und türkische Besatzersoldaten eliminiert wurden. Weitere 455 Terroristen und Besatzer sind verletzt worden und 6 HRE-Kämpfer sind im Kampf oder durch Luftschläge gefallen.
In den ausgeführten Operationen sind 55 feindliche Fahrzeuge der türkischen Armee zerstört worden. Darin inkludiert sind gepanzerte und militärische Fahrzeuge, Kampfpanzer und Transporter. Zahlreiche Waffen und Munition wurde sichergestellt durch die HRE.





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