Kommentar: Schämen Sie sich Frau Kramp-Karrenbauer!

Ein Kommentar von Rojava News Gründer Dilo Acar

Mit Verwunderung schauten gestern tausende Kurden/innen und Beobachter auf einen Tweet der Bundesverteidigungsministerin, welche sich zum Zeitpunkt des Tweets in der Autonomen Region Kurdistan aufhielt.
In dem Tweet heißt es wörtlich: „Heute bin ich in Erbil im Irak bei unseren Soldatinnen und Soldaten. Wir sind gemeinsam mit unseren Verbündeten dazu bereit, die Menschen im Irak weiter beim Kampf gegen den Terror des IS zu unterstützen, wenn die irakische Regierung das weiterhin wünscht.“

Mit keiner Silbe erwähnt die Verteidigungsministerin ihre Gastgeber. Weder das sie sich gerade in der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan befindet, noch das die Bundeswehrsoldaten dort stationiert sind, um kurdische Peschmerga-Einheiten auszubilden. Derzeit befinden sich etwa 90 Bundeswehrsoldaten in der KRG.

Auch wenn die Aufregung um die Ignoranz der Verteidigungsministerin für Außenstehende unverständlich erscheint, so ist dies wieder einmal ein Schlag in das Gesicht aller Kurden die direkt oder indirekt von dem Kampf gegen den Terror betroffen sind.

Zehntausende Kurden sind bei den Kämpfen gegen den IS gestorben und dennoch weigert sich die Bundesverteidigungsministerin das Wort „Kurdistan“ oder „Kurden“ zu verwenden. Stattdessen ist nur von dem „Irak“ oder den „Verbündeten“ die Rede.

Es sind nicht Ihre 90 Bundeswehrsoldaten die gegen den IS gekämpft haben. Es sind nicht die irakischen Soldaten die den Nordirak beschützt haben und über drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Es waren und sind immer noch die Kurden.

Daher meine Frage: Schämen Sie sich nicht?



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