Autonome Selbstverwaltung verurteilt Terroranschlag in Efrin

Am Dienstag dem 28.04. wurde ein Marktplatz in Efrin von einer massiven Explosion erschüttert, die mindestens 40 Zivilisten, davon 12 Kinder, tötete und mehr als hundert Zivilisten verletzte.
Unbekannte Terroristen haben einen Tanklaster mit Benzin überladen und auf dem Marktplatz, vor dem Hauptquartier einer von der Türkei geführten syrisch/arabischen Miliz zur Detonation gebracht. Dabei sind mindestens 15 Mitglieder der Miliz getötet worden.


Aufgrund des Umstandes das dieser Angriff scheinbar einer Miliz galt, welche in Efrin unter der Führung der Türkei das Gebiet besetzt, gingen Experten zunächst davon aus, das es sich bei den Tätern um Mitglieder der kurdischen Widerstands Miliz „Wrath of Olives“ oder HRE handelt. Die kurdischen Milizen haben sich allesamt von dieser Tat distanziert und vermuten, dass die türkischen Milizen selbst dahinter stecken, da diese bereits seit Monaten blutige Gefechte gegeneinander führen, in denen es hauptsächlich um Territorium und eroberte Kriegsbeute (der indigenen kurdischen Bevölkerung Efrins) geht.
Auch vermutet man das Bestreben des türkischen Staates hinter diesem terroristischen Akt. In jüngster Zeit drängt die Türkei und ihre Milizen die indigene kurdische Bevölkerung immer mehr dazu, Efrin zu verlassen. Um dieses Ziel zu erreichen werden regelmäßig die in der Stadt verbliebenen Kurden angegriffen, entführt und schikaniert. Besonders oft werden Orte von Sprengsätzen der Türkei geführten Milizen heimgesucht, welche mehrheitlich bzw ausschließlich von Kurden besucht werden.

Der General der Demokratischen Kräfte Syriens Mazlum Abdi bezeichnete diesen Angriff als einen Akt des Terrors und verurteilte diesen zutiefst. Am Mittwoch den 29.04.2020 veröffentlichte der Demokratische Rat Nord- und Ostsyriens ein Statement indem es heißt:
„Wir der Demokratische Rat Syriens verurteilen und denunzieren diesen hinterhältigen und feigen Akt des Terrors, welcher unschuldige Zivilisten angriff und den übriggebliebenen droht, ihre Städte und Dörfer (Gemeint ist kurdische Bevölkerung in Efrin) zu verlassen“.

Die gesamte politische Führung der Autonomen Administation Nord- und Ostsyriens ist zutiefst bestürzt und geschockt über diesen brutalen Angriff, der zahllosen unschuldigen das Leben gefordert hat. Die Autonome Selbstverwaltung ruft die internationale Staatengemeinde auf, die Türkei aufzufordern Efrin zu verlassen, damit der tägliche Terror der türkischen Milizen endlich ihr Ende hat.



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

HRE töten 10 Besatzer in Efrîn

In den letzten Tagen kam es im Kanton Efrîn zu schweren Zusammenstößen zwischen kurdischen Kräften der Afrin Liberation Forces (HRE) und türkisch-islamistischen Milizen.

- türkisch-islamistische Milizionäre in Efrîn getötet
- Türkei setzt ihre Angriffe gegen Şehba und Şêrawa fort
- Innerhalb von einem Monat fast hundert Entführungen in Efrîn


Im Kreis Efrîn-Şêrawa haben die kurdischen Kräfte der Afrin Liberation Forces (HRE) insgesamt fünf Sabotageakte verübt. Dies berichtet das Pressezentrum der HRE. Demnach wurde der erste Angriff am 21. April zwischen den Dörfern Kîmarê und Beradê ausgeführt.
Am 23. April folgten drei weitere Angriffe unweit der Städte Kaniya Dil und Ar-Raʿi. Der letzte Angriff wurde bei Maratê, unweit von Efrîn, ausgeführt. Insgesamt wurden bei den Sabotageakten 10 Milizionäre getötet und weitere 14 verletzt.

Seit der Corona-Pandemie haben sich die türkischen Angriffe gegen die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien vermehrt. Dabei sind vor allem die Regionen Şehba und Şêrawa häufiges Ziel. In den dortigen Dörfern leben aufgrund der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion in Efrîn fast hauptsächlich Geflüchtete. Gleichzeitig wird die Region seit 2018 regelmäßig attackiert.
Zeynep Xebawî vom dortigen Bildungskomitee berichtete vor etwa zwei Monaten, dass die Selbstverwaltung zahlreiche Schulen gezwungenermaßen schließen musste. Es sei demnach lebensgefährlich, die Schüler trotz anhaltendem Bombardement zur Schule zu schicken. Seither haben sich die Gefechte intensiviert. Die Milizen haben ihre Kräfte an der Demarkationslinie vermehrt mobilisiert.

Innerhalb von einem Monat fast hundert Entführungen in Efrîn

Wie die „Menschenrechtsorganisation von Efrîn“ berichtet, wurden seit März 96 Menschen rund um Efrîn entführt. Darunter auch Frauen. Den meisten wird politisches Engagement zu Zeiten der kurdischen Selbstverwaltung im Kanton Efrîn vorgeworfen. Oftmals werden hohe Lösegelder von den Familien verlangt. Bei einigen Fällen wurden die Opfer leblos aufgefunden.

Editiert von Passar Hariky



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Zehn Zivilisten in Efrîn entführt

In der westkurdischen Provinz Efrîn wurden zehn Zivilisten aus dem Dorf Maratê von türkisch-islamistischen Milizen entführt. Unter den Entführten befinden sich neun Männer und eine Frau. Seit ihrer Deportation gibt es keinerlei Lebenszeichen.

Entführungen und Tötungsdelikte sind seit der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in der kurdischen Provinz Efrîn omnipräsent. Die von der Türkei unterstützten Milizen verschleppen kurdische Zivilisten und verlangen von ihren Familien lächerlich hohes Lösegeld. Die „Menschenrechtsorganisation Efrîn“ konnte innerhalb der letzten zwei Jahre 6.000 Fälle von Entführungen protokollieren. Neben dem Lösegeld kommt es auch zur Vergewaltigung, Folter und Tötung. Bislang gelten 3.300 entführte Zivilisten als vermisst.

Die Zivilbevölkerung rund um Efrîn ist extremer Schreckensherrschaft ausgesetzt. Häuser werden geplündert und Vermögen werden konfisziert. Eine Partizipation in Verwaltung und Politik wird nicht geduldet und Personen, die während der kurdischen Autonomie in Efrîn politisch aktiv waren, werden verfolgt. Dissidente Gruppen und Personen sind daher gezwungen, unterzutauchen oder zu flüchten.

Außerhalb der türkischen Besatzungszone, wie zum Beispiel in Şêrawa, protestieren viele tausende gegen die türkische Außenpolitik und ihrer Militärpräsenz in Rojava. Şêrawa ist ein Kreis in Efrîn, welcher noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht. Am Mittwoch zogen Demonstranten unter dem Motto „Ey Efrîn, wir kommen“ durch das Dorf Ziyaret bis hin zum Flüchtlingscamp Vegerê. Noch vor zwei Wochen hatte die Türkei mehrere Dörfer in Şêrawa mit immensem Artilleriefeuer beschossen. In diesem Gebiet kommt es fast täglich zu Kampfhandlungen zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistischen Milizen.

Kämpfer der kurdischen Befreiungskräfte Efrîns (HRE) haben zuletzt vor einigen Tagen mehrere islamistische Milizionäre verletzt und getötet. Dabei wurde auch mindestens ein türkischer Soldat getötet und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Anlässlich der zweijährigen Besatzung von Efrîn, haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angekündigt, weiterhin Widerstand zu leisten. „Wir werden großen Widerstand leisten und darum kämpfen, Efrîn und unser Volk zu befreien. Unsere Entschlossenheit ist geballt, an dieser Haltung werden wir festhalten, ganz gleich, ob der türkische Staat seine Besatzungsangriffe intensiviert“, so die YPG.



Wir sind für Sie da! Auch in diesen schweren Zeiten recherchieren und schreiben wir für Sie. Aber nur durch ihr Mitwirken können wir sicherstellen, dass es RojavaNews auch weiterhin in dieser Form geben wird: Nämlich als eigenständiges, unabhängiges und neutrales Medium. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Spender. Mit einer monatlichen Spende von 5€ unterstützten Sie dauerhaft unsere journalistische Arbeit. Vielen Dank! Ihr Rojava News – Team



Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier.

Subscribe to this RSS feed