Nechirvan Barzani über Rojava, SDF und Syrien

Nechirvan Barzani erklärte in einem exklusiv Interview mit der Monitoring Website Al-Monitor, dass die syrischen Kurden ihre Beziehungen mit der Kurdischen Arbeiterpartei PKK beenden müssen.

Präsident Barzani erklärt „Prinzipiell glauben wir, dass die Frage nach den Kurden in Syrien innerhalb der syrischen Grenze gelöst werden muss. Natürlich glaube ich, dass Regime in Syrien muss den syrischen Kurden mehr entgegenkommen, als sie es jetzt bereits tun. Die Kurden in Syrien sind ein Teil Syriens.“
„Unsere Empfehlung in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ist es, dass die syrischen Kurden einen Weg finden, einen Deal mit der syrischen Regierung einzugehen.“ Barzani fügte dem hinzu „Die Baath-Mentalität des syrischen Regimes ist dabei die größte Hürde.“

Die syrischen Kurden befinden sich seit der Invasion der Türkei in Rojava, innerhalb Syriens in einer sehr schwachen Position. Grund dafür ist der Verrat der USA an der Autonomen Selbstverwaltung in Syrien (Rojava). Die USA hat innerhalb kürzester Zeit seinen Abzug aus Nordsyrien angekündigt und durchgeführt, und hat der Türkei das grüne Licht gegeben die syrischen Kurden anzugreifen und einen Teil Nordsyriens zu besetzen.
Die SDF musste das syrische Regime und seinen Partner Russland nach Nordsyrien einladen, um weitere Angriffe der türkischen Armee zu stoppen.

Die syrische Regierung hat diese Situation genutzt und hat gleichzeitig seine Forderungen an die Autonome Selbstverwaltung in Nordsyrien massiv gestärkt. Die syrische Regierung fordert, bei den von Russland geleiteten Gesprächen, die Wiedereingliederung Nordsyriens in das syrische System. Dabei soll alles auf den Vorkriegszustand 2012 gebracht werden.
Nechirvan Barzani erklärt dazu „Es muss eine Sicherung der Rechte der Kurden in der Verfassung existieren. Sie müssen freie Bürger sein, die frei darin sind Kurden zu sein.“

Obwohl Nechirvan Barzani der PYD und den anderen Fraktionen in Nordsyrien kritisch gegenüber steht, lobte der oberste Kommandeur der SDF Mazlum Abdi Kobane, den kurdischen Premierminister für seine Bemühungen den Konflikt zu schlichten.
Barzani habe der Autonomen Selbstverwaltung in Nordsyrien direkt gesagt, dass sie alle Beziehungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK kappen sollen. Er habe der Selbstverwaltung gesagt, dass sie alles unternehmen um die Türkei zu provozieren, wie beispielsweise das aufstellen von riesigen Portraits von Abdullah Öcalan (Gründer der PKK) oder das Aufhängen der Flagge der PKK.

Die Autonome Selbstverwaltung in Nordsyrien dementiert seine Beziehungen zur PKK. Nechirvan Barzani erklärt, man habe der Regierung dort bereits seit Jahren nahe gelegt, die türkischen Sorgen zu verstehen und ihnen Zusprüche zu machen. Als die SDF begann der Türkei Zusprüche zu machen, war es „wohl einfach zu spät.“



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KRG weist Vorwürfe zurück und schießt gegen Hisbollah

Der Sprecher der Regionalregierung Kurdistans (KRG) Jutyar Adil reagiert heftig auf die jüngsten Äußerungen von Hassan Nasrallah, Generalsekretär der libanesischen Hisbollah.

Nasrallah hatte kürzlich einen Kommentar über die Kurden und die kurdische Regierung in Hewler (Erbil) abgegeben. So behauptete Nasrallah: „Als der Islamische Staat angriff, zitterte Barzani vor Angst.“ Damit gemeint ist Masoud Barzani, der zur IS-Zeit das Amt des Präsidenten der Regionalregierung Kurdistan innehatte. Masoud Barzani gilt als einer der wichtigsten Persönlichkeit innerhalb der kurdischen Bevölkerung und der Diaspora.
Nasrallah hielt eine Rede über den vor kurzem von der USA ausgeschalteten General Qassem Soleimani und behauptete, dass die Iraner Erbil (Hewler) und die irakisch-kurdische Region beschützt hätten.

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Jutyar Adil, Sprecher der Regionalregierung, verteidigte Barzani und die Peshmerga in einer an Hassan Nasrallah adressierten Erklärung: „Sie haben seit Jahren kein Sonnenlicht gesehen, weil Sie sich in Kellern vor Ihren Feinden verstecken. Ausgerechnet Sie wagen es die Kurden zu beleidigen? Warum greifen Sie eine Nation an, die keine Verbindungen zu Ihnen hat? Es waren die Peshmerga die Erbil (Hewler) und Kurdistan beschützten haben und niemand sonst. Trotzdem aber bedanken wir uns dennoch bei denen die uns beistanden und halfen.“
Adil fügt weiter hinzu: „Es ist merkwürdig das Sie eine Nation und eine Führungspersönlichkeit auf solch eine unreife Art und Weise angreifen.“

Adil erklärte hinterher, dass Nasrallah nicht auf derselben Ebene wie Masoud Barzani steht, um über ihn sprechen zu können.

Was die Hisbollah-Führung durch diese Aktion bezwecken will ist unklar. Aber eins ist sicher. Die Kurden haben jetzt noch weniger Sympathien mit der Organisation die in weiten Teilen der Welt als Terrororganisation eingestuft ist. Die Hisbollah ist eng mit dem Iran verbündet.



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