Alevitische Gräber in Ludwigsburg beschädigt

In Ludwigsburg wurden alevitische Gräber beschädigt. Einige Tage zuvor hatten türkische Faschisten Alevitinnen bedroht. - Alevitische Gräber wurden beschädigt
- Täter noch unbekannt
- Türkische Faschisten bedrohen Alevitinnen


In der in Badenwüttenberg liegenden Stadt Ludwigsburg am Rhein wurden zahlreiche alevitische Gräber von Unbekannten attackiert und beschädigt. Kerzen, Symbole und weiterer Schmuck wurden den Gräbern entnommen und in den Müll und in die Umgebung geworfen. Die Gräber wurden dabei gezielt lädiert. Ähnliche Vorfälle gab es in der Vergangenheit bereits öfters. In Deutschland werden Alevitinnen und Kurdinnen immer wieder Opfer von rassistisch motivierten Straftaten. Diese werden zumeist von türkischen Rassisten der sogenannten Grauen Wölfe verübt. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung ist sie mit 18.000 Mitgliedern die größte rechtsextreme Organisation in Deutschland. Sie ist demnach eine „ultranationalistische, rassistische und gewalttätige Bewegung“, die in der Vergangenheit immer wieder mit Straftaten mediale Aufmerksamkeit erweckte.

Wie der alevitische Verein „FEDA-Demokratik Alevi Federasyon“ berichtet, wurden die Alevitinnen bereits zuvor von türkischen Faschisten bedroht. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen der vor kurzem stattgefundenen Bedrohungen und der Beschädigung alevitischer Gräber. FEDA verurteilte den Angriff stark und sagte: „Als ob all das nicht ausreichen würde, ist jetzt in Deutschland, in der Stadt Ludwigsburg, unverfroren ein alevitischer Friedhof angegriffen und Angehörige mit Gewalt bedroht worden“. Sie fügten hinzu: „Als Folge der monistischen Geisteshaltung des türkischen Regimes, in dem Friedhöfe zerstört, Leichen aus dem Boden gerissen, Cemhäuser gestürmt und Verstorbene verschleppt werden“.


Editiert von Passar Hariky



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Sivas-Massaker: Erdogan begnadigt Mörder

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begnadigt einen der Hintermänner, Täter und Mörder des Sivas-Massakers von 1993. Angehörige und Menschenrechtsvereine sind empört.

Der AKP-Chef erklärt seine Entscheidung mit dem Gesundheitszustand des nun 86-Jährigen und die teilnehmende Rücksicht auf den Erkrankungsgrad. Damit löst Erdogan eine Welle der Empörung aus. Menschenrechteverein und Angehörige der Mordopfer von Sivas bezeichnen das Vorgehen als „Menschenverachtend und unmoralisch“.
Wie ANF berichtet, sollen verschiedene Betroffene, Organisationen und die alevitische Gemeinde zusammen Proteste planen.

Erdogans Begnadigung stößt vor allem auch bei Kurden auf heftige Reaktion und Kritik. Derzeit befinden sich über 1300 Menschen mit Erkrankungen in türkischer Haft. Davon befinden sich 500 in einem kritischen Zustand. Erst vor kurzem starb ein politisch Gefangener in der Haft. Der seit 24 Jahren inhaftierte Hüseyin Polat litt an Magenbluten. Ihm wurde eine Behandlung im Krankenhaus verwehrt.

Am 02. Juli 1993 wurden 33 Teilnehmer eines alevitischen Kulturfestivals ermordet. Ein islamistischer Mob versammelte sich nach dem Freitagsgebet und rückte auf die Stadt Sivas (Kurdisch Sêwas) vor. Über 20.000 Menschen drangen zum Hotel, in dem die Teilnehmer des Festivals sich befanden, sperrten die Betroffenen ein und zündeten das Gebäude an. 33 Künstler und Intellektuelle und zwei weitere Hotelmitarbeiter starben im Massaker.



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