VW stoppt Investition in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar in der Türkei

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Volkswagen hat aufgrund der Militäroffensive des Landes in Syrien, eine geplante Investition in Höhe von 1,4 Mrd. USD in der Türkei, ausgesetzt. Der weltweit größte Automobilhersteller, der 122 Produktionsstätten weltweit betreibt, hatte sich auf eine endgültige Entscheidung für eine Fabrik in der westlichen türkischen Provinz Manisa vorbereitet.

„Die Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt", hieß es in einer Stellungnahme. „Wir beobachten die Situation aufmerksam und sind besorgt über die aktuellen Entwicklungen.“ Das 1,4 Milliarden Euro teure Werk soll Autos von Volkswagen, Passat und Skoda Superb, produzieren.“ Die Türkei hatte in der vergangenen Woche im syrischen Grenzgebiet eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet und dabei die Grenze des Nachbarstaats Syrien überschritten. Am Montag zeigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trotz internationaler Kritik entschlossen, den Einsatz fortzusetzen, bis „der endgültige Sieg errungen“ sei. Ende August hatte der VW-Aufsichtsrat bereits eine Grundsatzentscheidung für die Mehrmarken-Fabrik in der Türkei getroffen. Für rund eine Milliarde Euro wurde geplant, 4000 Arbeitsplätze zu erschaffen, um jährlich 300.000 Autos herstellen zu können. Vom Band laufen sollen dort der VW Passat und der baugleiche Skoda Superb mit Verbrennungsmotoren.

Das geplante Werk sei, laut dem Unternehmen, nur auf dem Eis gelegt, da man sich erhoffe, dass sich die Situation normalisiert. „Der Autohersteller beobachte die Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung“, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag und bestätigte damit die Entscheidung über die Vertagung vom Bau des neuen Werks.

Der SPD-Politiker, Stehpan Weil, der für das Land Niedersachsen als zweitgrößter Anteilseigner von VW im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt, sagte, dass der türkische Angriff eine Eskalation darstelle, die „dermaßen unvertretbar ist und einen Schlag ins Gesicht von Menschenrechten und internationalem Recht darstellt, dass in der Tat die Voraussetzungen für ein Engagement für mich nicht vorstellbar ist.“ Da sich in Nordsyrien derzeit die türkische Armee auf der einen und kurdische Kämpfer und Einheiten der syrischen Armee auf der anderen Seite – wie Weil es nannte – „bis an die Zähne bewaffnet“ gegenüber stehen, dürfte Weil aber kaum eine friedliche Lösung in den nächsten Wochen bis zur VW-Aufsichtsratssitzung erwarten. Er wünsche sich sehr, dass der türkische Präsident Erdogan merke, „dass er sich auf einen sehr gefährlichen Irrweg begeben hat, der dringend wieder verlassen werden muss“, sagte Weil.
Last modified onDienstag, 15 Oktober 2019 15:25