Volkswagen will neues Werk in der Türkei bauen lassen

  • Written by Heval
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Der VW-Konzern hat sich bisher zur Menschenrechtslage in der Türkei nicht geäußert. Bildquelle: Silas Stein Der VW-Konzern hat sich bisher zur Menschenrechtslage in der Türkei nicht geäußert.
Die Entscheidung für den Bau des neuen Werkes soll bereits gefallen sein. Das berichtet das deutsche Handelsblatt und bezieht sich dabei auf Insider.

Das in Planung stehende sogenannte „Osteuropa“-Werk des Volkswagen-Konzerns, soll die Nachfrage an Fahrzeugen in Osteuropa und Russland decken. Mit jährlich 300.000 Fahrzeugen der Konzernmarke VW und anderer Tochterunternehmen wie Skoda, wird die neue Fabrik mindestens 4000 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Standort für die neue Fabrik, soll nahe Izmir sein und die Kosten für den Bau alleine belaufen sich auf mindestens eine Milliarde Euro.

Ausschlaggebend für die Entscheidung seien, nach Insidern des Handelsblattes, die staatlichen Fördermittel der Türkei gewesen, über dessen Summe der Konzern schweigt. Bei VW heißt es, das europäische Alternativ-Länder wie Bulgarien an EU-Regularien für Fördermittel gebunden sind. Bei der Türkei, als nicht EU-Land, kann man hingegen frei verhandeln. Auch das niedrige Lohnniveau in der Türkei und die Vielzahl an arbeitslosen Fachkräften in der Türkei, würden diesen Standort attraktiv machen.
Einige Insider berichten auch davon, dass der VW-Konzernchef Herbert Diess zeitweise sogar mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan persönlich die Verhandlungen führte.

Der VW-Konzern hat sich bisher zur Menschenrechtslage in der Türkei nicht geäußert. Es heißt vom VW-Cheflobbyisten Thomas Steg nur „Volkswagen sieht die Situation in der Türkei und die Repressalien gegen Regimekritiker und Dissidenten.“. Thomas Steg fügt dem hinzu, dass die Türkei eine entwickelte Marktwirtschaft sei und „dass die türkische Wirtschaft wieder wachsen kann“.
Es heißt weiter, dass weder die Bundesregierung, noch das Land Niedersachen oder das Emirat Katar, welche alle drei große Anteile des VW Konzerns halten, bedenken über diese Entscheidung geäußert haben.

Derweilen erntet VW auf den sozialen Medien und in Leserkommentaren, massive Kritik für diese Entscheidung. Kritisiert wird vor allem die Ignoranz des Konzerns über die massiven Menschenrechtsverletzungen der Türkei, die nicht nur Minderheiten systematisch verfolgt, sondern auch in jüngster Zeit massive Kriegsverbrechen mit genozidalen Charakter in Efrin führt.
Auch soll der VW-Konzern, laut Kritikern, die schlechte Lage der Arbeiter in der Türkei ausnutzen. In der Türkei sei der Arbeitsschutz marginal und Arbeitnehmer würden, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage, auch für Hungerlöhne arbeiten.

Ein Aktivist schreibt: „Deutschland hilft dem türkischen Regime, nach unzähligen Menschenrechtsverletzungen, mal wieder auf die Sprünge. Und tut mal wieder so, als sei nichts gewesen. Ein Parade Beispiel der Jahrhunderte alten deutsch-türkischen Beziehungen.“

Editiert von Passar Hariky



 
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