Spionage-Skandal Dänemark bestellt türkischen Botschafter ein

  • Written by Heval
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Die türkische Botschaft in Kopenhagen. Bildquelle: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Die türkische Botschaft in Kopenhagen.
Ein Spionage-Skandal erschüttert die Beziehungen zwischen Dänemark und Türkei. Der dänische Außenminister Jeppe Kofod ruft den türkischen Botschafter zu sich. Der Grund dafür ist die Verfolgung und Spionage der Kurden in Dänemark durch den türkischen Staat.

Am Mittwoch den 11.09. veröffentlichte die dänische tageszeitung “Berlingske” einen Artikel über ihre Aufdeckung von Spionageaktivitäten der Türkei in Dänemark. Insbesondere werden dabei Dänische Staatsbürger mit türkischen Wurzeln als Spitzel benutzt um möglichst viele Informationen über Kurden und dänische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln zu beschaffen wie nur möglich. Die Informationen werden von der Türkei gesammelt und benutzt um die Angezeigten in der Türkei Strafverfolgung auszusetzen.

Gemeinsam mit einer türkischsprachigen Person die nicht näher genannt werden durfte, hat ein Journalist der Zeitung im Büro des türkischen Präsidenten angerufen mit dem Vorwand Informationen über PKK-Sympathisanten zu besitzen. Dabei wurde unmissverständlich erklärt, dass die Personen um die es sich handelt reine PKK-Sympathisanten sind und keine Mitglieder oder aktive Unterstützer. Die zuständige Person im Büro des türkischen Präsidenten, verwies den Anrufer zuallererst das eine mündliche Anzeige nicht bearbeitet werden kann und der Anrufer eine schriftliche Anzeige einreichen soll.Wenig später drängte er jedoch die Namen der Personen zu erfahren. Er erklärte „Wenn du uns nicht die Namen gibst, können diese Personen die Türkei frei betreten und ausreisen soviel sie möchten. Aber wenn du uns ihre Namen gibst, dann werden sie natürlich direkt bei der Einreise in die Türkei verhaftet. Aber wir können nichts unternehmen ohne die Namen.“ Demnach reicht das Telefonat schon um nach Personen fahnden zu lassen. Die zuständige Person forderte ebenfalls, dass der Anrufer die zuständigen lokalen Sicherheitskräfte für terroristische Angelegenheiten informieren soll.

Der Mitarbeiter des Präsidentenbüros betonte gegenüber dem Anrufer und seinem mithörendem dänischen Kollegen der Zeitung, dass die Hintergrundinformationen der Personen wichtig sind. Diese sollen weiter gesammelt und schnellstmöglich übermittelt werden. Privatadresse der Person und der Arbeitsstelle stehen dabei im Vordergrund. Diese Informationen sollen dem Mitarbeiter nach dem MiT, dem türkischen Geheimdienst, übermittelt und untersucht werden.
Auf die Frage, ob es eine Bezahlung hinsichtlich der Informationsbeschaffung gäbe, antwortete der Mitarbeiter: „Ich weiß es nicht, es wäre falsch darüber was zu sagen.“. Demnach ist die Bezahlung für die Weitergabe von Informationen nicht auszuschließen.
Weiter wurde gefragt ob Minderjährige auch angezeigt werden können. daraufhin antwortete der türkische Staatsbeamte, dass das Alter nicht relevant sei

Schlussendlich wurde der Mitarbeiter gefragt was man in Dänemark gegen die Aktivitäten der PKK unternehmen könnte. Darauf antwortete der Mitarbeiter „Sie können diese Personen in unserer Botschaft melden und wenn sie türkische Staatsbürger sind, dann wird das 'notwendige' arrangiert.“

Nach eigenen Angaben werden täglich Anzeigen aus ganz Europa im Präsidentenbüro abgegeben, erklärte der Mitarbeiten am Telefon. Demnach ist Deutschland nicht auszuschließen. erst vor kurzem machte eine Smartphone App der türkischen Regierung Schlagzeilen die es jeder Person ganz Leicht und überall erlaubt, eine Anzeige über Regierungskritiker oder Oppositionelle ganz einfach zu erstellen. Dabei wird diese App gegen Kurden in ganz Europa und den USA verwendet um sie später bei der Einreise in die Türkei zu verhaften und anzuklagen.

Der dänische Außenminister Jeppe Kofod zeigte sich empört über die türkische Spionage und Verfolgung in Dänemark. Kofod kündigte an, den türkischen Botschafter zu sich zu rufen um mit ihm über diesen Missstand zu reden. Ebenfalls ist ein Gespräch mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu über dieses Thema geplant.

Ob dieser Skandal weitere Kreise ziehen wird ist unklar. Sicher ist, dass die Vorgehensweise der Türkei in Dänemark sicher kein Einzelfall ist. Wie weit sich die Netze des Terror- und Überwacherstaates Türkei in Europa ziehen und ob sie bekämpft werden, wird sich erst noch zeigen müssen.

Editiert von Passar Hariky



 
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