Corona-Virus verhindert Öffnung von Flughäfen in Südkurdistan

  • Written by Teyre Baz
  • Published in Kurdistan
Seit dem 17. März ist aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie der irakische Luftraum für kommerzielle Flüge geschlossen. Während die ICAA lockert, bleiben südkurdische Flughäfen vorerst geschlossen.

- Irakische Zivilluftfahrtbehörde öffnete am 23. Juli seinen Luftraum für kommerzielle Flüge
- Die zwei größten kurdischen Flughäfen in Südkurdistan seien zu „unvorbereitet“ für eine Öffnung
- Das kurdische Gesundheitsministerium verpflichtet Corona-Test für Passagiere


Durch die Corona-Pandemie wurden weltweit großflächige Reglementierungen beschlossen, um mögliche Infektionen im Voraus zu verhindern. Auch der Irak und Südkurdistan hatten dahingehend Maßnahmen beschlossen, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu verhindern. Die irakische Zivilluftfahrtbehörde (ICAA) beschloss daher am 17. März, den irakischen Luftraum (einschließlich der Autonomen Region Kurdistan) für kommerzielle Passagierflüge zu schließen. Nachdem die Flugbeschränkung mehrmals verlängert wurde, öffnete die ICAA den irakischen Luftraum am 23. Juli wieder.

Die beiden südkurdischen Flughäfen in Hewlêr und Silêmanî konnten am geplanten 23. Juli jedoch nicht wieder öffnen, da sie schlichtweg zu „unvorbereitet“ gewesen sein. Dies erklärte der Sprecher des Ministeriums, Mohammed Qadir, am Montag. Vor etwa zwei Wochen erklärte der Leiter des internationalen Flughafens Erbil (EIA), Talal Fayaq, bei einer Pressekonferenz: „Es wird erwartet, dass die Flüge nach dem 22. Juli wieder aufgenommen werden, aber bis zu diesem Datum bleiben die Flughäfen geschlossen. […] Wir haben alle notwendigen Maßnahmen und Verfahren ergriffen, um die Flüge am Internationalen Flughafen Erbil wieder aufzunehmen, falls die irakische Zivilluftfahrtbehörde beschließt, die Flughäfen wieder zu öffnen und die Flüge wieder aufzunehmen“. Doch bereits damals war klar, dass der Flugverkehr, falls er wieder wird, nur bedingt fortgesetzt werden würde (ICAA verlängert Verbot für kommerzielle Passagierflüge im Irak). Die Öffnung könnte nur unter „restriktiven Maßnahmen“ erfolgen. Ab dem 01. August sollen aber auch diese beiden Flughäfen wieder einsatzbereit sein.

Das kurdische Gesundheitsministerium verpflichtet Corona-Test für Passagiere

Das Gesundheitsministerium der Autonomen Region Kurdistan verpflichtet hinsichtlich der aktuellen Kalamität alle Passagiere der Flughäfen von Hewlêr und Silêmanî, sich 48 Stunden vor dem Flug auf das Corona-Virus zu testen. Erst wenn diese Zeitfrist abgelaufen ist und das Test-Ergebnis negativ ausfällt, ist der Flug zugelassen. Die Fluggäste müssen die Kosten dieser Untersuchung selbst zahlen, die sich auf etwa 100.000 irakische Dinar (84 Dollar) belaufen. StudentInnen sind von den Kosten befreit.


Editiert von Passar Hariky



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Last modified onFreitag, 31 Juli 2020 09:37