Rojava verlängert Ausgangssperre gegen Corona-Pandemie

  • Written by Teyre Baz
  • Published in Kurdistan
Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien versucht seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine Ausbreitung zu verhindern. Zu den Maßnahmen gehören Ausgangssperren und neue Reglementierungen für Beruf und Alltag.

In erster Linie hat das syrische Regime den Geltungsbereich der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sanktioniert. Zudem greifen die türkischen Besatzungskräfte weiterhin das Umland von Girê Xurma (Til Temir), Bozanî (Ain Issa) und der Wüstenregion Sheba an. Spenden und humanitäre Dienstleistungen werden darüber hinaus von beiden Seiten blockiert, weshalb es bisher keine Covid-19 Testmöglichkeiten in Rojava gibt. Die Anfrage der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien, genommene Proben in Damaskus testen zu lassen, ignorierten die Zuständigen der syrischen Regierung. Derweil gibt es daher keinen bestätigten Corona-Fall in Rojava.

Nichtsdestotrotz hat die Verwaltung von Rojava eine Ausgangssperre verhängt und den Betrieb von Geschäften auf das mindeste beschränkt. Die Ausgangssperre gilt seit dem 23. März und wurde gestern von der Selbstverwaltung um weitere zwei Wochen verlängert. Die Beschränkungen gelten also voraussichtlich bis zum 21. April, wobei erneute Verlängerungen der Alltagsbeschränkungen zu erwarten sind.

Die schwierige Lage in Rojava nahm vor allem in den letzten Tagen deutlich zu. So berichten Zuständige vor Ort, aber auch unzählige Medien wie zum Beispiel Deutsche Welle und Focus, dass die türkisch-islamistischen Milizen das wichtigste Wasserwerk der gesamten Region abgeschaltet haben. Vor allem war die Stadt und das Umland von Hesîçe (al-Hasaka) mit etwa 1.2 Millionen Menschen betroffen. Dadurch hatte nicht nur die normale Bevölkerung über 16 Tage hinweg keinen regelmäßigen Zugang zu Wasser, sondern auch Gefängnisse, Flüchtlingscamps und auch das Hauptquarantäne-Krankenhaus für Covid-19 in Nordost-Syrien. Die türkisch-islamistischen Milizen stehen unter direktem Befehl der türkischen Republik und leben Seite an Seite mit türkischen Soldaten in den zuvor besetzten Gebieten von Rojava. Erst durch den Druck nicht-kurdischer Akteure, war es Ingenieure der kurdischen Selbstverwaltung erlaubt, nach 16 Tagen die zerstörte Pipeline zu besichtigt und den Durchfluss wiederherzustellen. Daraufhin gab die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien bekannt, dass von nun an Wasser und Strom mit sofortiger Wirkung kostenlos für jeden Haushalt in Rojava ist. Damit soll die Bevölkerung entlastet werden, die durch die Beschränkungen der Geschäfte wegen der Corona-Pandemie in Bredouille ist.



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