China entsendet Coronavirus Hilfsgüter nach Kurdistan

Eröffnung des chinesischen Konsulates in Hawler Bildquelle: Außenministerium China Eröffnung des chinesischen Konsulates in Hawler
Am Morgen des 24.03.2020 ist ein Transportflugzeug aus China in Hawler (Erbil) gelandet. An Bord befinden sich dringend notwendige Hilfsgüter für die Autonome Region Kurdistan im Nordirak, um das Coronavirus zu bekämpfen.

• An Bord des Transportflugzeuges befinden sich 1008 Coronavirus Test Geräte • Mehrere Chinesische Experten sind ebenfalls in Hawler gelandet • Der chinesische Botschafter versichert, dass China weiterhin die Autonome Region Kurdistan unterstützen wird

Der kurdische Gesundheitsminister Saman Barzinji nahm am Hawler Flughafen in Begleitung des chinesischen Botschafters Ni Ruchi die dringend benötigten Hilfsgüter an.
Es folgte eine gemeinsame Pressekonferenz, bei der beide Seiten sich gegenseitige Unterstützung zu sprachen.
Es handelt sich bei dieser Lieferung bereits um das zweite Mal, dass China notwendige Hilfsgüter in die Autonome Region Kurdistan entsendet. Die erste Lieferung beinhaltete Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.

Bei der Pressekonferenz erklärten beide Parteien ihren Plan ein gemeinsames Labor zu errichten, um Verdachtsfälle auf das Coronavirus zu testen. Das Labor wird von einer Delegation aus chinesischen Experten geleitet werden, welche ebenfalls das lokale medizinische Personal in der Autonomen Region Kurdistan schulen werden.
Abschließend gratulierte der chinesische Botschafter dem kurdischen Volk zum kurdischen Neujahrsfest Newroz und beendete die Pressekonferenz mit den Worten „Die chinesische Regierung ist ein Freund des kurdischen Volkes und in dieser Situation ist das kurdische Volk nicht alleine…Gemeinsam mit dem kurdischen Volk werden wir diesen Kampf gewinnen“.

Die Autonome Region Kurdistan leidet derzeit massiv unter der globalen Pandemie. Neben dem kompletten stopp der gesamten Wirtschaft, arbeitet das medizinische Personal bereits über ihren maximalen Kapazitäten. Notmaßnahmen wie beispielsweise die komplette Ausgangssperre konnten den Ausbruch zwar verlangsamen aber nicht komplett stoppen. Neben täglichen Neuerkrankungen, können die Krankenhäuser ihre Patienten nur minimal versorgen, da Medikamente, Betten und Geräte fehlen. Meldungen aus diversen Krankenhäusern berichten auch von einer Unwirksamkeit verschiedener Medikamente die beispielsweise das Fieber senken sollen, dieser Umstand erschwert die Arbeit des medizinischen Personals enorm.

Auffallend dabei ist, das es sich dabei mehrheitlich um Medikamente aus dem Iran und um Importe durch Bagdad handelt. Der Verdacht liegt nahe, dass die Medikamente durch lokal hergestellte Imitate ausgetauscht wurden. Diese Imitate sind von minderer Qualität und beinhalten nur einen Bruchteil des Wirkstoffes.
Diese Form der Medikamenten Fälschung ist im Irak keine Seltenheit.


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Last modified onDienstag, 24 März 2020 18:47