Sivas-Massaker: Erdogan begnadigt Mörder

Demonstranten zeigen die Bilder der getöteten auf Plakaten und Bannern. Bildquelle: Unbekannt Demonstranten zeigen die Bilder der getöteten auf Plakaten und Bannern.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begnadigt einen der Hintermänner, Täter und Mörder des Sivas-Massakers von 1993. Angehörige und Menschenrechtsvereine sind empört.

Der AKP-Chef erklärt seine Entscheidung mit dem Gesundheitszustand des nun 86-Jährigen und die teilnehmende Rücksicht auf den Erkrankungsgrad. Damit löst Erdogan eine Welle der Empörung aus. Menschenrechteverein und Angehörige der Mordopfer von Sivas bezeichnen das Vorgehen als „Menschenverachtend und unmoralisch“.
Wie ANF berichtet, sollen verschiedene Betroffene, Organisationen und die alevitische Gemeinde zusammen Proteste planen.

Erdogans Begnadigung stößt vor allem auch bei Kurden auf heftige Reaktion und Kritik. Derzeit befinden sich über 1300 Menschen mit Erkrankungen in türkischer Haft. Davon befinden sich 500 in einem kritischen Zustand. Erst vor kurzem starb ein politisch Gefangener in der Haft. Der seit 24 Jahren inhaftierte Hüseyin Polat litt an Magenbluten. Ihm wurde eine Behandlung im Krankenhaus verwehrt.

Am 02. Juli 1993 wurden 33 Teilnehmer eines alevitischen Kulturfestivals ermordet. Ein islamistischer Mob versammelte sich nach dem Freitagsgebet und rückte auf die Stadt Sivas (Kurdisch Sêwas) vor. Über 20.000 Menschen drangen zum Hotel, in dem die Teilnehmer des Festivals sich befanden, sperrten die Betroffenen ein und zündeten das Gebäude an. 33 Künstler und Intellektuelle und zwei weitere Hotelmitarbeiter starben im Massaker.



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