Syrisches Embargo gegen Geflüchtete

  • Written by Teyre Baz
  • Published in Kurdistan
Bescheidenes Dorf in Şehba. Bildquelle: Unbekannt Bescheidenes Dorf in Şehba.
Die syrische Regierung hat ein Embargo gegen Şehba verhängt. Die selbstverwaltete Region Şehba, welche nur noch teilweise unter Kontrolle kurdischer Kräfte steht, ist eine Sammelstelle für Geflüchtete aus Efrîn.

Seit dem syrischen Embargo gegen die Wüstenregion Şehba, sind die Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Ursprünglich lebten in Şehba 90.000 Einwohner. Doch durch die türkische Invasion leben seit mittlerweile zwei Jahren noch 100.000 weitere Geflüchtete dort. Seit ihrer Flucht kämpfen die Geflüchtete in heruntergekommenen Camps gegen Krankheit, Hunger und anhaltende türkische Bombardierungen. Die dort ansässige Bevölkerung macht mit regelmäßigen Demonstrationen auf ihre miserable Situation aufmerksam.

„Das Regime verlangt hohe Steuern auf die Produkte, die in die Region transportiert werden. Auch aus diesem Grund schießen die Preise in die Höhe. Aufgrund der Preissteigerungen konnten wir in den vergangenen zwei Monaten praktisch nicht arbeiten.“, berichtet eine Ladenbetreiberin.

Aufgrund der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion in Efrîn, bei der unzähligen Zivilisten getötet und verschleppt wurden, musste ein Großteil der kurdischen Bevölkerung ihre Heimat verlassen. Die türkisch-islamistische Schreckensherrschaft in Efrîn ist seither geprägt von Entführung, Vergewaltigung und Mord. Vor allem leidet die kurdische und nicht-sunnitische Bevölkerung unter der extremen Repression der türkisch-islamistischen Millizen.

Wegen dieser Vorkommnisse und die zu erwartenden Verbote von Kultur und Sprache ganz nach der türkischen Blaupause in Südostanatolien, ist ein Großteil der dort lebenden Bevölkerung in die selbstverwaltete Region Şehba geflüchtet. Şehba ist Teil der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien und steht daher unter dem Schutz der Demokratischen Kräfte Syriens. Neben den anhaltenden Gefechten zwischen kurdischen Kräften und türkisch-islamistische Milizen, kämpft die Region auch gegen das syrische Embargo.



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