Peshmergaministerium warnt neugegründete bewaffnete Einheit

Das Peshmergaministerium reagiert besorgt auf die Mitteilung einer neugegründeten bewaffneten Gruppe, die gegen die Türkei vorgehen will. Das Ministerium warnte vor einem gravierenden Fehler, welches schwerwiegende Folgen für die Stabilität des Landes haben würde.

An diesem Donnerstag wurde eine Ankündigung auf mehreren verschiedenen Medienunternehmen der PKK veröffentlicht. Es wurde angekündigt, eine neue Gruppierung in Südkurdistan zu errichten, die sich hauptsächlich in der Autonomen Region Kurdistan aufhält. Ihr Ziel ist es, die Türkei zu bekämpfen, da die Armee der Kurden nichts dagegen unternimmt. Die Gruppierung heißt „Core Protection Forces“. Lokalen Quellen zufolge, sind viele Peshmerga der neuen Einheit beigetreten.

Als Reaktion auf die Berichte, erklärte der hochrangige Beamte des Peshmergaministeriums Babakir Faqe, dass die Regionalregierung von Kurdistan und die Streitkräfte das Recht haben, das Land zu verteidigen. Jede andere bewaffnete Gruppierung würde nur Probleme mit sich bringen.
"Wir werden jedoch mit Sicherheit keinen bewaffneten Konflikt auslösen", fügte er hinzu.

In Bezug auf die neue bewaffnete Einheit in Kurdistan glaubt Faqe, dass es einen ausländischen Akteur gibt, der die Bildung der Gruppe unterstützt und versucht, die Sicherheit und Stabilität der Region Kurdistan zu gefährden.
Er wies auch darauf hin, dass die von den USA geführte Koalition auch eine stabile Region Kurdistans befürworte und sich gegen jeden Schritt wehren werde, der die Erfolge in der Region untergräbt.

Ob die neue Einheit wirklich etwas mit der PKK zu tun hat, oder sie sich eigenständig gegründet und gegen die türkische Besatzung agiert, bleibt unbeantwortet. Es liegt nahe, dass viele Derin Peshmerga diese neue Einheit unterstützen, wie Rojava News berichtete. Viele Menschen sind enttäuscht über die Regionalregierung und ihrem Stand zur türkischen Besatzung. In einem Regelmäßigen Abstand sterben kurdische Zivilisten durch türkische Angriffe auf angebliche PKK-Ziele weit im inneren des Landes. Erst von wenigen Tagen wurde ein Fahrzeug durch die türkischen Jets getroffen. Ein Familienvater und seine zwei Töchter sind dabei getötet worden.
Große Teile der Bevölkerung in Südkurdistan werfen der Regionalregierung Verrat an den Kurden vor.

Gericht in Duhok verurteilt Mann zum Tode für Mord an 10-Jährigem Mädchen

Das Strafgericht von Duhok in der Autonomen Region Kurdistan verurteilte am Dienstag einen Mann zum Tode durch den Strang für den Mord eines 10-jährigen Mädchens das er versucht hatte zu Vergewaltigten. Nach einem zweistündigen Prozess und dem anschließenden Urteil, gestand der Verurteilte die Tat noch im Gericht.

Das 10-jährige Mädchen, Dlin Walid, wurde am ersten Tag von Eid al-Fitr entführt. Ihre Leiche wurde drei Tage später aufgefunden. Die Polizei ermittelte massiv in diesem Mordfall und fand vier verdächtige Personen. Einer dieser Verdächtigen gestand dann, dass er das Mädchen vergewaltigen wollte. Allerdings hat sie angefangen zu schreien und dagegen anzukämpfen, worauf er sie dann mit einem Stück Holz zweimal auf den Nacken schlug und sie dadurch ermordete.

Das Gericht habe den Verdächtigen Gemäß Artikel 406 des Irakischen Strafgesetzbuchs vor Gericht gestellt und verurteilt. "Die Etappen der Untersuchung sind vorbei und das Gericht hat genügend Beweise für das Verbrechen.", erklärte Bakhtiyar Sharafkhani einer der beiden Anwälte, die sich bereit erklärt hatten der Familie zu helfen. "Der Richter verurteilte den Mörder gemäß Artikel 406 zum Tode", erklärt der Anwalt und fügte hinzu, "Die Entscheidung des Gerichts war gerecht.“
Nach dem Prozess erklärte Dlins Vater, dass er mit der Entscheidung des Gerichts zufrieden sei. "Ich danke allen Menschen für ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung, nachdem was mit Dlin passiert ist.", fügte er hinzu.

Dlins Tod kam, nachdem ihre Familie bereits um den Verlust von Dlins Großmutter trauerte.

Kurdistan: Türkische Soldaten töten jungen Eziden

Ein ezidischer Kurde wird in Zaxo von türkischen Soldaten erschossen. Einen Anlass dafür gab es nach Augenzeugen nicht. Der Şengal-Rat fordert nun Aufklärung von der Zentralregierung in Bagdad.

Am Dienstag den 04.06. wurde der 22-Jährige ezidische Kurde Emin Saleh in der südkurdischen Stadt Zaxo von türkischen Soldaten erschossen. Das Opfer war zu dem Zeitpunkt auf einer Ackerfläche seiner Familie am Ufer des Euphrats, welches sich in der der Nähe des Flüchtlingslagers Çem Mişko befindet. Grundlos eröffneten die türkischen Streitkräfte das Feuer. Saleh starb noch vor Ort. Seine Beisetzung wurde am Donnerstag Nachmittag getätigt.

Der Vater von Emin Saleh, Emre Saleh, forderte bei der Beisetzung seines Sohnes eine klare Haltung von Bagdad und der UN: „Vor fünf Jahren mussten wir unsere Heimat verlassen. Um unseren Unterhalt zu bestreiten, betreiben wir seitdem in der Nähe des Camps Landwirtschaft. Während der Arbeit auf dem Feld, wurde mein Sohn von türkischen Soldaten erschossen. Solange es keine klare Haltung gegen Angriffe wie diese gibt, wird mein Sohn nicht das letzte Opfer sein. Bagdad und die UN müssen endlich handeln.“

Noch am Tag der Beisetzung verurteilte der Şengal-Rat den Mord an Emin Saleh auf das Schärfste. Sie kritisieren zudem das Schweigen der PDK und verlangen die Aufklärung des Falles. Demnach sei dies ein direkter Angriff gegen alle Eziden.
„Obwohl sich der Vorfall in der Autonomen Region ereignet hat, zeigt die PDK keine Reaktion. Diese Haltung kommt einer Billigung des Mordes gleich und das akzeptieren wir nicht. Nach Ansicht des Demokratischen Şengal-Rats richtete sich dieser Angriff nicht gegen einen einzelnen Eziden, sondern gegen den gesamten Ezidischen Glauben. Wir fordern sowohl die Kurdische Regionalregierung, als auch die Zentralregierung in Bagdad auf, die genauen Umstände dieses Vorfalls aufzuklären.“, so der Şengal-Rat in ihrer schriftlichen Stellungnahme.

Das ist nicht das erste Mal, dass türkische Soldaten wahllos kurdische Bürger in der Autonomen Region Kurdistan töten. Immer wieder kommt es zum Mord an Kurden und Kurdinnen durch stationierte türkische Soldaten. Vor einigen Monaten berichteten wir von Rojava News die Stürmung einer türkischen Basis durch Kurden aus der Kleinstadt Sheladize, die die türkischen Soldaten und ihr missachten von Menschenrechten satt hatten.

Hinweise das türkische Armee US-Soldaten tötet

Das US-Militär gibt bekannt, dass Michael A. Thompson ein First Class Private der US Armee in Syrien ums Leben kam. Der 28-Jährige US-Soldat aus Michigan erlag nach Angaben des US-Militärs am Montag den 29.04.2019 seinen Wunden, welche er durch einen „Nicht-kampfbezogenen Zwischenfall“ (Englisch Original: „Noncombat incident“) erlitt.
Laut dem Platoonführer (deutsch: Zugführer) wird der Zwischenfall immer noch untersucht. Michael A. Thompson ist in einem Krankenhaus nahe Kobane verstorben. Die Meldung des Verlustes und des Zwischenfalles und die Erklärung des US-Militärs, wurden erst drei Tage später veröffentlicht.


Die Schwester des Soldaten erklärt in einem Interview „Mein Bruder ist der Armee beigetreten, um denen zu helfen die Hilfe brauchen. Um diejenigen zu beschützen, die sich nicht selbst schützen können.“.
Sie erklärte auch, ihrer Familie wurde erklärt, dass ihr Bruder durch Schüsse gestorben sei und das Michael in einem Telefonat einige Tage vor dem Zwischenfall erzählte, er würde die nächsten Tage wieder auf Patrouille gehen.

In der Nacht zu Montag, dem 29.04., melden mehrere türkische Quellen auf diversen sozialen Medien von einem erfolgreichen Angriff auf eine Patrouille der YPG westlich von Tal Abyad nahe dem Dorf Tel Fender. Die US-Armee patrouilliert, als Teil der Deeskalationsmaßnahmen zwischen der Türkei und der YPG, regelmäßig dieses Gebiet. Laut den türkischen Quellen wurde ein Fahrzeug der Patrouille unter Beschuss genommen und beschädigt.
Die Sprecher der YPG melden an diesem Tag keine Zwischenfälle und auch keine Angriffe der Türkei auf Einheiten der YPG.

Diese Meldungen liefern in den sozialen Medien viel Freiraum und Stoff für Theorien. Einige Aktivisten gehen davon aus, dass die Türkei versehentlich eine Patrouille der US-Armee angriff und den US-Soldaten verwundet haben.
Die verzögerte Veröffentlichung des Zwischenfalles und den Unstimmigkeiten zwischen der offiziellen Erklärung und der Aussage der Schwester seien, Experten zufolge, Indizien das die USA versucht diesen Vorfall zu verschleiern.
Einige Aktivisten argumentieren aber auch entgegen dieser Theorie und verweisen darauf das türkische Quellen regelmäßig Falschmeldungen in die Welt setzen. So kann es sein, dass auch diese Meldung eine Falschmeldung ist. Die Schüsse an denen der US-Soldat Michael A. Thompson gestorben ist, können laut der Gegenargumentation von einer ungesicherten Waffe stammen. Dies würde auch mit der offiziellen Erklärung einhergehen, welche von einer „Nicht-kampfbezogenen Zwischenfall“ spricht.
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