Japan: Mobbing gegen kurdische Schüler

In Japan leben etwa 2000 Kurden. Während ein kleinerer Teil dessen bereits in den 1980er Jahren als Gastarbeiter nach Japan zog, sind die meisten dort lebenden Kurden in Folge des Bürgerkrieges nach Japan ausgewandert.

Die meisten in Japan wohnenden Kurden wohnen in Warabi (nahe Tokio) und in Kawaguchi, in der Präfektur Saitama. Dort leben schätzungsweise 1.500 der 2.000 Kurden. Unter anderem wird dort auch jedes Jahr das kurdische Neujahrsfest Newroz gefeiert.

In den letzten Wochen und Monaten haben sich in Japan Berichte gemobbter Kurden angehäuft. Berichten nach sollen mehrere kurdische Schüler von Mitschülern gemobbt werden. Das Problem soll so stark sein, dass Kinder teilweise die Schule wechseln oder sie erst gar nicht mehr zu besuchen wollen. Sowohl betroffene wie auch die Schulen berichten davon, dass vermehrt kurdische Schüler von ihren Mitschülern verbal wie auch körperlich angegangen werden. Berichte zufolge wurde eine achtjährige Schülerin mit dem Tod bedroht.

Folglich berief die Schule ein Anti-Mobbing-Komitee ein. Ein Sprecher der Schule sagte: “Wir arbeiten weiter an einer Einigung zwischen beiden Parteien. Um das Mobbing zu verhindern, wollen wir das Verständnis der Menschen für internationale Angelegenheiten fördern und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden in der Region vertiefen.”

Hidenobu Matsuzawa, Leiter einer Unterstützungsorganisation für Kurden in Japan, sagte dazu: "Viele kurdische Kinder erleben hier Mobbing in irgendeiner Form. Wenn sie kein Japanisch verstehen und daher ihre Gedanken nicht klar vermitteln können, sind sie ein leichtes Ziel. Mangelndes Wissen über Bräuche, Kultur und Gemeinschaftsleben kann zu Missverständnissen und Vorurteile führen.”

Matsuzawa fügte hinzu: "Ich möchte, dass Schulen kurdische Schüler ganz normal behandeln, nicht als Sonderfälle und sie müssen einen Aktionsplan erstellen. Es ist wichtig, dass alle Klassenkameraden die Probleme zusammen verstehen.”, fügte Hidenobu Matsuzawa hinzu.
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