Verwaltung in Mosul bittet Peshmerga um Hilfe und Schutz

Die Verwaltung in Ninive hat am Sonntag offiziell um die Rückkehr der Peschmerga zum Schutz der Provinz in Abstimmung mit den irakischen Sicherheitskräften (ISF) gebeten.

Die Sicherheitslage in Ninive und anderen umstrittenen Regionen zwischen der Regionalregierung Kurdistans (KRG) und der irakischen Regierung, hat sich seit dem Abzug der kurdischen Streitkräfte erheblich verschlechtert. Als Reaktion auf das historische Unabhängigkeitsreferendum der Autonomen Region Kurdistan im September 2017, rückten die irakischen Streitkräfte und die vom Iran unterstützten Hashd al-Shaabi-Milizen mit Panzern und schwerer militärischer Ausrüstung vor, um die Kontrolle über die umstrittenen Gebiete zurückzufordern. Jahrelang wurden die Gebiete durch die Regionalregierung Kurdistans und den Peshmerga vor dem Terror des Islamischen Staates geschützt und verteidigt worden.

Sirwan Rozhbayani, der stellvertretende Gouverneur in Mosul, erklärte den lokalen Medien, dass die Verwaltung keine Wiederaufbauprojekte durchführen könne, solange die Sicherheitslage in Mosul und Ninive im Allgemeinen instabil sei. "Die IS-Aktivitäten in Ninive haben aufgrund mangelnder Sicherheit exponentiell zugenommen. Angefangen innerhalb der Stadt und der umliegenden Bezirke bis nach Shingal und an die syrischen Grenzen", erklärte Rozhbayani. Laut dem stellvertretenden Gouverneur umfasst der an Bagdad gerichtete Antrag einen Appell, welcher die örtliche Polizei darum anhält die innere Sicherheit der Stadt zu verwalten, während die Peschmerga und die Iraqi Secruity Forces (ISF; deutsch: Irakische Sicherheitskräfte) gemeinsam die Bezirke und Unterbezirke schützen.
“Das Sicherheitsprofil der kurdischen Gebiete, die außerhalb der Verwaltung der KRG liegen, sollte von den Streitkräften der Peschmerga geregelt werden”, fügte Rozhbayani hinzu.

Die Peshmerga wurden als eine der effektivsten Einheiten bei den Einsätzen gegen den Islamischen Staat im Irak weltweit bekannt und erhalten große Anerkennung durch die Koalition und andere Staaten.
Nach Angaben des Ministeriums der Peschmerga sind seit 2014 rund 2.000 von ihnen im Kampf gegen die Terrorgruppe den Märtyrertod gestorben, weitere 12.000 wurden verletzt.

Großbritannien kündigt Erhöhung der Handelsunterstützung an

Während ein führender britischer Beamter für Handel Bagdad besuchte, um sowohl mit dem irakischen Ministerpräsidenten als auch mit dem Staatspräsidenten zu sprechen, kündigte das Vereinigte Königreich eine Erhöhung der Handelsunterstützung um 1 Milliarde Pfund (knapp 1,3 Milliarden Dollar) an.

Liam Fox, Staatssekretär für internationalen Handel, traf am Sonntag mit einer Delegation in der irakischen Hauptstadt ein, um das Abkommen zum Ausbau der "Unterstützung für britische Unternehmen, die im Irak tätig sind, Arbeitsplätze zu schaffen und die Stabilität in der Region zu fördern" zur Verfügung zu stellen. Die Maßnahme soll "die wirtschaftliche Entwicklung des Irak und den Aufbau der Nation fördern" und sicherstellen, dass das britische Handelsbüro "der irakischen und kurdischen Regierung weiterhin dabei helfen kann, kritische Infrastrukturen zu liefern". Unter kritischer Infrastruktur versteht man wichtiger Anlagen und System wie u.a. Elektrizitätsanlagen, Wasseranlagen oder Transport- und Verkehrssysteme.

Nach einem gesonderten Treffen mit dem britischen Beamten gab Staatspräsident Barham Salih bekannt, dass die beiden die ,,Beziehungen zwischen dem Irak und Großbritannien, insbesondere in den Bereichen Handel und Wirtschaft, überprüft und die Notwendigkeit geäußert haben, diese Beziehungen so zu erweitern, dass sie dem Interesse der beiden Länder dienen.”

Der britischen Erklärung zufolge umfasst die Vereinbarung ein Darlehen in Höhe von 35 Millionen US-Dollar für ein Wasser- und Abwasseraufbereitungsprojekt in der Region Kurdistan sowie 1,02 Milliarden US-Dollar, um ausländische Unternehmen beim Bau von zwei neuen Gaskraftwerken in Basra und beim Bau oder der Modernisierung von 14 Elektrizitätswerken zu unterstützen, plus die Erhöhungen für mehrere andere auf Strom basierende Projekte.

Der Deal ist in einem Land willkommen, in dem im vergangenen Jahr Tausende Demonstranten in mehreren Provinzen protestiert haben, was vor allem auf schlechte öffentliche Dienstleistungen zurückzuführen ist.
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