Türkei droht mit neuem Angriffskrieg gegen Kurden

Die Türkei versammelt Truppen an der Grenze zu Nordsyrien und droht mit einem Angriffskrieg. Zeitgleich werden kurdische Nachrichtennetzwerke von Fakenews Meldungen überflutet.

Die türkische Zeitung Daily Sabah meldet am 11.07.2019, dass die Türkei an der Grenze nach Syrien in der Region um Tal Abyad/Gire Spi Truppen ansammelt. Die Daily Sabah meldet auch das es sich dabei um mindestens 50 gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriesystemen handelt.

Der CNN Journalist Ryan Browne twittert am 13.07.2019, dass die US-Regierung die Truppenansammlung der türkischen Armee genauestens überwacht.
Der Pentagonsprecher und Kommandeur Sean Robertson bestätigt dies noch am selben Tag und erklärte: „Einseitige militärische Operationen in Nordsyrien, egal von welcher Partei (Nation), besonders wenn US-Streitkräfte präsent sein könnten, ist sehr besorgniserregend. Wir würden solche Aktionen nicht akzeptieren.“

Diese Meldungen von einem potenziellen Konflikt sorgten für viel Verunsicherung und Unklarheit in den kurdischen Netzwerken. Die Situation wurde von unbekannten Quellen sofort ausgenutzt und die kurdischen Netzwerke wurden mit „Fakenews“ überflutet.

Am 14.07.2019 meldeten innerhalb weniger Minuten dutzende Accounts auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken, dass türkische Kampfflugzeuge die Grenze nach Nordsyrien überschritten haben und über Raqqa kreisen würden. Diese Falschmeldung wurde vor allem von Regime- bzw Assadtreuen Aktivisten und Botaccounts verbreitet. Viele kurdische Aktivisten und Nachrichtennetzwerke haben dieser Meldung ebenfalls Glauben geschenkt und damit für noch mehr Sorgen und Ungewissheit in den kurdischen Netzwerken gesorgt.
Noch am selben Tag hat sich herausgestellt, dass es sich bei dieser Meldung um eine mit Absicht verbreitete Falschmeldung handelt, die nur dazu dient Panik zu stiften.

Am 15.07.2019 wurden wieder Falschmeldungen verbreitet, diesmal meldeten erneut Assad-/Regimetreue Accounts, dass die Türkei ihre Grenzmauer abgebaut hat. Diese Falschmeldung ist besonders Besorgniserregend für die kurdische Gemeinschaft gewesen, da beim Angriffskrieg auf Efrin die Türkei, kurz vor dem Angriff ebenfalls die Grenzmauer abbauen ließ.
Auch bei dieser Meldung wurde wenig Zeit später klar, dass die Nachricht nicht der Wahrheit entspricht und einzig und alleine dazu dient, die kurdische Gemeinschaft zu verunsichern.

Viele kurdische Aktivisten gehen davon aus, dass Russland für die Fakenews-Meldungen verantwortlich ist. Die Botsccounts teilen alle eine zueinander sehr ähnliche Wortwahl und auch die Profile sind nach demselben Muster erstellt worden. Die Accounts sollen zuvor dafür genutzt worden sein Pro-Assad Propaganda auf den Sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Die Türkei hat tatsächlich Truppen an der Grenze zu Nordsyrien, bei Tal Abyad/Gire Spi stationieren lassen und droht erneut mit einem Angriffskrieg.
Sowohl am 14.07.2019, als auch am 15.07.2019 sind türkische Kampfflugzeuge an die Grenze nach Nordsyrien aufgebrochen. Allerdings flogen sie nur an der Grenze entlang und wurden an der Grenze von Kampfflugzeugen der USA begleitet bzw überwacht.

Laut einem ehemaligen Geheimdienst Analysten im Interview mit Kurdistan24, geschehe all dies eher im Zusammenhang mit der Lieferung der russischen S-400 Luftabwehrsysteme an die Türkei. Der Geheimdienstanalyst vermutet, dass Russland hinter der türkischen Strategie der Drohgebärden steckt.
Die Türkei soll in diesem Zusammenhang damit gedroht haben, dass wenn die USA Maßnahmen ergreife um die Türkei für den Kauf der S-400 Systeme zu bestrafen, die Türkei einen Angriffskrieg gegen Nordsyrien starten wird.

Keine Bundeswehr in Syrien, Deutschland lehnt Bitte der USA ab

Die USA fordert von der Bundesregierung die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien, zur Unterstützung einer geplanten Schutzzone um die kurdische Bevölkerung vor den täglichen Angriffen der türkischen Armee zu schützen.
Die Bundesregierung teilt nun mit das sie die Forderung abgelehnt haben.


Im Juni 2019 hat die USA erstmals die Bitte an Deutschland gestellt, eine mögliche Schutzzone im Norden von Syrien militärisch zu unterstützen.
Am Montag den 08.07.2019 teilt der Regierungssprecher Steffen Seibert mit, dass die Bundesregierung das Vorhaben der USA abgelehnt hat.

Ein militärischer Einsatz, der auch Bodentruppen involviert, wird von den Grünen, Linken, FDP und der SPD klar abgelehnt. Der Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hatte seinen Unmut gegenüber eines solchen Einsatzes geäußert und erklärte, dass die Union im Bundestag ohnehin keine Mehrheit für ein solches Mandat bekommen würde.
Trotz der klaren Ablehnung der Bundesregierung für einen Einsatz der Bodentruppen in Syrien, sei die Bundesregierung, laut dem Verteidigungsexperten der SPD Fritz Felgentreu, offen für mehr Engagement in Syrien. Die genauen Details einer Ausdehnung des Einsatzes wurden noch nicht benannt, sie sollen aber nach Fritz Felgentreu zwischen Entwicklungshilfe und dem Einsatz von Bodentruppen liegen.
Die CDU Chefin Annegret Kramp Karrenbauer sagte in einem Fernseh- Interview, sie sei zumindest bereit für eine Diskussion über eine mögliche Ausdehnung des Einsatzes, wenn es die Lage erfordere. Sie verwies dabei auf das Sicherheitsinteresse der Bundesregierung in Syrien.

Die deutsche Bundesregierung beteiligt sich im Rahmen der Koalition zur Bekämpfung des Islamischen Staates in Irak und Syrien, mit Aufklärungsflugzeugen in Syrien und einer Ausbildungsmission für die Peshmerga der Autonomen Region Kurdistan.

Die USA hat nach der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, die US Truppen aus Syrien abziehen zu wollen, versucht die verbündeten Nationen der USA dazu zu animieren, mehr Verantwortung in Syrien zu übernehmen. Nachdem der türkische Staatspräsident Erdogan immer wieder damit gedroht hat in Nordsyrien einzumarschieren, hat die USA sich darum bemüht eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufrieden stellt.
Im Rahmen dessen hat die USA beschlossen eine Schutzzone etablieren zu wollen, die von Soldaten der internationalen Anti-IS-Koalition kontrolliert wird.

Efrîn: Türkischer Soldat getötet und drei weitere verletzt

Bei Aktionen der Befreiungskräfte Efrîns wurden in der nordsyrischen Kantonshauptstadt Efrîn drei türkische Soldaten verletzt und ein Soldat getötet.

Die Widerstandsgruppe „Befreiungskräfte Efrîns” (Hêzên Rizgariya Efrînê, HRE) geben bekannt, dass bei einer Aktion im Gebiet von Efrîn und der Şêrawa-Ebene ein türkischer Besatzungssoldat getötet und drei weitere schwer verletzt wurden. In der veröffentlichten Erklärung heißt es: „Unsere Aktionen gegen die türkischen Besatzungstruppen und die von ihnen kontrollierten terroristischen Gruppen in Efrîn und Umgebung, werden kontinuierlich mit voller Härte fortgeführt. Unsere Kräfte haben eine Aktion gegen eine türkische Militärbasis im Dorf Cilbir im Kreis Şêrawa durchgeführt. Dabei wurde ein türkischer Soldat getötet und drei weitere verletzt. Des Weiteren wurden Salven auf die eintreffende Verstärkung abgefeuert, sodass diese sich wieder zurückziehen mussten.“



USA: Neue Kampagne gegen Syrien und Streitkräfte bleiben

Die USA wird maximalen Druck auf das syrische Regime ausüben. Nach dem US-Sondergesandten James Jeffrey steht die USA weiterhin hinter der Implementation der UN-Resolution 2254 um den syrischen Bürgerkrieg auf diplomatischen Weg zu lösen. Er fügt dem hinzu das die USA in der absehbaren Zukunft in Syrien bleiben werde.

Am Dienstag den 02.07. erklärte der US-Sondergesandte für Syrien und der Anti-IS-Koalition James Jeffrey, dass die USA weiterhin hinter der Implementation der UN-Resolution 2254 stehen werden. Die UN-Resolution 2254 sieht zusammengefasst vor, dass der syrische Bürgerkrieg auf diplomatischen Wegen gelöst werden soll.

James Jeffrey sprach auf einer Sicherheitskonferenz in Israel und diskutierte dort mit weiteren Experten über den anhaltenden Bürgerkrieg in SYrien und beantwortete Fragen einiger Journalisten und Experten. Der Moderator des Events Tommy Steiner erklärte James Jeffrey, wie schockiert die israelische Nation über die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump zum Abzug aller US Truppen aus Nordsyrien war. Steiner fragte daraufhin den US-Gesandten, ob die US Truppen in der Zukunft in Syrien bleiben werden oder ob sie kurz vor dem Abzug stehen.
Jeffrey erklärte kurz, dass Trump als Präsident der USA die Macht hat, zu jederzeit einen Abzug zu befehlen. Er fügte dem aber hinzu und erklärte, das die US-Truppen in Syrien bleiben werden.

Laut Jeffrey hätte Präsident Trump ohnehin nicht vorgehabt, die gesamten US-Streitkräfte aus Syrien zurückzuziehen. Vielmehr wollte er weiterhin Truppen in der Al-Tanf Basis, direkt an der Grenze zwischen Irak und Syrien, an dem Highway welches Bagdad und Damaskus verbindet, behalten. Auch im Nordosten Syriens (gemeint: Rojava) wollte die USA weiterhin stets die Lufthoheit beibehalten und Spezialeinheiten stationieren, um Operationen gegen den Islamischen Staat zu führen.
Das Statement von Donald Trump soll laut Jeffrey eigentlich nur dazu gedient haben, die verbündeten Nationen der USA dazu zu bewegen, mehr Verantwortung in Syrien (Rojava) zu übernehmen. Die verbündeten Nationen die auch in Syrien sind (Frankreich und Großbritannien) sollen den USA aber mitgeteilt haben, das sie nur in Syrien bleiben wenn die USA in Syrien bleibt.
Trump hatte daraufhin im Februar beschlossen, nur einige Teile der Streitkräfte abzuziehen und den Rest der Streitkräfte in Syrien zu lassen.

Für die USA bleibt einer der drei Zielobjekte in Syrien weiterhin, den kompletten Rückzug iranischer Elemente aus Syrien zu erzwingen. Den Islamischen Staat dauerhaft zu besiegen sei ein weiterer und die Implementation der UN-Resolution 2254 das dritte Ziel.

Der US-Gesandte erklärte in einer Diskussion, dass der Kampf in Syrien im Grunde „eingefroren“ sei und das Assad nicht wirklich siegreich ist. Das Regime kontrolliert nur 60% des Landes während mindestens 50% der gesamten syrischen Population aus Syrien geflohen ist. Diese Situation wird die USA nun dazu nutzen eine Kampagne des wirtschaftlichen und diplomatischen Drucks gegen das Regime einzuleiten um eine politische Lösung zu erzielen.
Russland solle dafür als Mittelsmann fungieren, da die USA keinen Kontakt zu dem Regime in Damaskus hat. Russland hätte nach Jeffrey bereits sein Interesse an dieser Rolle bekundet.

Verbrechen der Besatzer in Efrîn (08. - 10. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens sowie im umliegenden Kurmêncgebirge, wurden von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 8. und dem 10. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen. Dabei gab es eine selbst für die Verhältnisse in Efrîn außergewöhnlich hohe Zahl an Entführungen.

8. April:

Am 8. April plünderte eine türkische Auxiliarmiliz Wohnhäuser im Dorf Tellef nahe Cindirêsê im Südwesten von Efrîn. Ein Haus wurde von den Bewaffneten in Brand gesetzt, wodurch die komplette Inneneinrichtung verbrannte und Teile der Gebäudestruktur kollabierten.

In Cindirêsê kam es außerdem zu Kämpfen zwischen zwei Auxiliarmilizen der türkischen Besatzung, namentlich der Turkmenenmiliz Firqat al-Hamzah einerseits und einem Bündnis der radikalislamischen Ahrar ash-Sham und dem al-Qaida-Ableger Ahrar ash-Sharqiyah. Zu den Kämpfen kam es, nachdem das islamistische Bündnis versucht hatte, die Turkmenenmiliz aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe endeten einige Stunden später, nachdem die türkische Armee interveniert hatte.

9. April:

Im Dorf Erebo nahe Mobeta, einer Kleinstadt westlich von Efrîn, wurden etliche Häuser durch die Turkmenenmiliz „Mehmet Fatih“ ausgeplündert. In dem Dorf, dass rund 550 Einwohner zählt, wurden 25 islamistische Siedlerfamilien angesiedelt. Außerdem wurden etwa 30 Milizionäre in dem Dorf einquartiert. Den 25 kurdischen Familien, die ursprünglich dort beheimatet sind, wird noch immer die Rückkehr in ihr Heimatdorf verwehrt.

Am 9. April wurden außerdem 20 Zivilisten aus zwei Dörfern nahe der Kleinstadt Şera, nördlich von Efrîn, entführt. Unter den Entführten aus den Dörfern Dêrsewan und Kurd Qeleq, die an einen unbekannten Ort gebracht wurden, befanden sich auch zehn Frauen. Den Entführten wurde – wie es bei diesen Menschenrechtsverstößen in den meisten Fällen der Fall ist – vorgeworfen, mit den kurdischen Widerstandskämpfern zu kooperieren. Die Namen einiger der Zivilisten konnten dabei herausgefunden werden. Diese sind Şexo Karz, Fuad Berazî, Şiyar Qenaş, Hesûn Terkî und Hemûda Omer.

10. April:

Am 10. April fand eine derartige Vielzahl an Entführungen statt, wie sie selbst für Efrîn außergewöhnlich ist:

In Şeltê nahe Reco, wurden unter Anschuldigung der Kooperation mit dem kurdischen Widerstand 10 Einwohner entführt. Nach stattlichen Lösegeldzahlungen wurden die meisten von ihnen freigelassen, das Schicksal von Horîk Horo und Ebdîn Hemmo bleibt allerdings weiterhin unklar.

Im äußersten Nordwesten wurden in der Kleinstadt Meydan Ekbis mehrere Zivilisten durch die islamistische Miliz Faylaq ash-Sham entführt. Unter den Entführten befanden sich dabei auch drei Frauen. Lokale Aktivisten konnten dabei die Namen einiger Zivilisten herausfinden. Diese sind Hisên Emanê (63 Jahre alt), Dawûd Emanê, Omer Emanê, Seydo Qenbar, Ekrem Şêxmos und Heci Mîhemed Salih. Die Miliz forderte Lösegeld von den Familien der Entführten.

Am selben Tag wurde außerdem eine Person unbekannten Namens aus dem Dorf Panrikê entführt.

In Êdamê westlich von Reco wurden 14 Zivilisten von den Besatzungsmilizen entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Namen der Entführten lauten Ednan Heci, Elî Heci, Xelîl Selîm, Mistêfa Reşîd, Ebdellê Neşat, Bekr Reşîd, Şûkri Bilêl, Mistêfa Bilêl, Mîhemed Selîm, Yûsif Ebdo, Hisên Osman, Ebdîn Reşîd, Mîhemed Reşîd und Ehmed Ebdo. Für ihre Freilassung wurde jeweils ein Lösegeld von 150.000 syrischen Pfund verlangt.

Am selbigen Tag wurde in der Recostraße in der Innenstadt von Efrîn außerdem der Anwohner Hamûdê Ezzat durch die sogenannte Militärpolizei entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Ezzat ist der Besitzer einer Wäscherei im Viertel Eşrefiyê.

Widerstand:

Am 8. April attackierten kurdische Partisanen ein Fahrzeug der radikalislamischen Ahrar ash-Sharqiyah-Miliz nahe al-Bab im Dorf Girê Cecîr. Es ist unklar, ob bei dem Angriff türkische Auxiliarkämpfer zu Tode kamen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft. Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen, die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien anzusiedeln. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

SDF und NES unterzeichnen UN Kinderschutz-Abkommen

Die Autonome Administration Nord- und Ostsyrien (NES) unterzeichnen gemeinsam mit den Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ein Kinderschutz-Abkommen der Vereinten Nationen (UN). Mehrere Monate haben sich Vertreter aller drei Institutionen zu direkten Gesprächen getroffen, um dieses Abkommen vorzubereiten und zu gestalten.

Das Abkommen soll den Schutz von Kindern im im Krieg heimgesuchten Syrien gewährleisten und die Behörden dazu bringen, mehr für die Schutz von Kindern zu unternehmen. Den Kindern soll eine bessere Zukunft im Bezug auf Sicherheit, Bildung und Gesundheit gegeben werden, trotz der anhaltenden bewaffneten Konflikte im Land. Diese sollen der Ressourcen und Umständen der Autonomen Administration nach und mit der Unterstützung der Vereinten Nationen, den Kindern versichert werden. Ebenso wird die Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren strikt verboten werden.

Das Abkommen zwischen Rojava und der UN wurde gemäß der Resolution 1612 (2005) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, sowie der 1989 unterzeichneten Kinderrechtskonvention und der Genfer Konvention von 1949 und deren Zusatzprotokoll erstellt, die die Versorgung und den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten fordert und sichert.
Das gemeinsame Abkommen wurde unterzeichnet von Virginia Gamba, die Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte, SDF-Generalkommandeur Mazlum Abdi, dem hochrangigen Mitglied der SDF und der Frauenverteidigungseinheit (YPJ) Neirouz Ahmed und dem Co-Vorsitzenden der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien Adb Hamd Al-Mhbash.

SDF-Generalkommandeur Mazlum Abdi, YPJ-Repräsentatin Neirouz Ahmed und der Co-Vorsitzende der Autonomen Administration Al-Mhbash, begrüßen die Unterstützung der Vereinten Nationen für die Umsetzung des gemeinsamen Abkommens und gingen auf die Ursachen der Probleme ein, mit denen Kinder im NES täglich konfrontiert sind.
Während der Diskussion im Palais der Nation hat Al-Mhbash die aktuellen Bedürfnisse der Kinder, sowie alle Dienste und Bemühungen die seine Verwaltung in den letzten sieben Jahren unternommen hat um den Kindern die bestmögliche Zukunft in Bezug auf Sicherheit, Bildung und Gesundheit zu bieten, eingehend erläutert.

Obwohl es noch einen bewaffneten Konflikt in der Region gibt, welches noch Jahrelang gefährlich bleibt, versicherte die Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, dass sie ohne Verzögerung alles geben werden, um die SDF zu unterstützen. Zudem forderte der Sonderbeauftragte, dass die internationale Gemeinschaft sich einsetzen soll, um die Autonome Administration zu unterstützen.

Durch die größere Unterstützung werden Kinder, die sich unter schwierigen Bedingungen in Flüchtlingslagern aufhalten, stärker geschützt. Zudem hofft man, dass eine politische Lösung durch dieses Abkommen stattfindet, da diese Aktion potenziell eine stärkere Rolle in der Syrienkrise spielt und somit eventuell den zerstörerischen Krieg beenden kann.

Verbrechen der Besatzer in Efrin (05. - 07. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens, sowie der umliegenden Kurmêncgebirge, wurde von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 1. und dem 4. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

5. April:

Am 5. April besetzte die sogenannte “Tschetschenengruppe” der pro-türkischen Miliz Sultan Murad-Brigade etwa 40 Häuser und 30 Geschäfte im Zentrum von Efrîn, die vertriebenen Kurden gehörten. Diese Häuser verwenden die Milizionäre nun, um sie an islamistische Siedler aus Ghutah und Homs zu vermieten. Desweiteren stahl die Gruppe einen etwa 300.000 syrische Pfund teuren Kühlschrank aus einem Elektronikgeschäft eines Siedlers aus Homs im Stadtzentrum von Efrîn.

6. April:

Im Dorf Çelbirê nahe Şera haben Milizionäre der türkischen Besatzung 13 Häuser zerstört und Metall aus den Häusern in umliegende Dörfer gebracht. Unter den zerstörten Häusern befindet sich das Gemeindehaus, sowie die Dorfschule. Die Bewohner des Dorfes sind seit der Eroberung des Dorfes durch die Invasoren in Gesamtheit vertrieben und durften noch nicht in das Dorf zurückkehren. Lokale Beobachter vermuten, dass die Häuser zerstört wurden, um an ihrer Stelle eine Militärbasis zu errichten.

Im Dorf Teneb nahe Efrîn wurde am selbigen Tag ein 13-jähriger Junge durch die Kräfte der Besatzung getötet, nachdem diese Granaten auf das Dorf gefeuert hatten. Außerdem wurden mehrere Häuser in dem Dorf durch das Feuer schwer beschädigt.

Am 6. April tauchte außerdem ein Video aus dem besetzten Efrîn auf, dass zeigt wie die Sultan Murad-Brigade, eine rechtsradikalen Turkmenenmiliz unter der Schirmherrschaft der türkischen Besatzer, einem IS-Terroristen Unterschlupf gewährt. In dem Video ist der hochrangige IS-Terrorist Umar Ahmad al-Hajji zu sehen, der aus dem Schlacht von Baghuz bei Deir ez-Zor entkam und für eine Zahlung von umgerechnet mehreren tausend Euro, bei den Milizionären unterkam. Der IS-Kämpfer wurde in Idlib geboren. Nachdem er sich der Terrormiliz angeschlossen hatte, verschlug es ihn jedoch vorübergehend nach Ostsyrien.

7. April:

In Şera wurde der 29 Jahre alte kurdische Einwohner Ciwan Hamid Killî und sein 40-jähriger Bruder Heci durch Milizionäre der türkischen Besatzung entführt. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mit der kurdischen Selbstverwaltung zusammengearbeitet zu haben. Dieser Vorwurf ist ein klassischer Vorwand der Besatzer, um gegen Zivilisten vorzugehen. Heci wurde einige Zeit später wieder freigelassen, während Ciwans Schicksal ungewiss bleibt.

Außerdem berichteten lokale Beobachter am 7. April, dass das Dorf Qitmê östlich von Efrîn inzwischen etwa zu 80% von islamistischen arabischen Siedlern bewohnt wird, während die einheimische kurdische Bevölkerung nur noch weniger als ein Viertel ausmacht. Die anderen befinden sich noch immer im Exil, was sich kaum ändern dürfte, solange die türkische Regierung ihre faschistische Herrschaft über das Umland von Efrîn ausüben kann.

Widerstand:

Am 5. April wurden im Dorf Kimar südöstlich von Efrîn vier Milizionäre der Firqat al-Hamzah getötet. Bei dem Überraschungsangriff konnten zunächst drei Kämpfer getötet werden. Als kurz darauf ein Trupp zur Evakuierung heran eilte, konnten die Widerstandskämpfer der HRE einen weiteren Kämpfer der Besatzung töten und einen anderen verwunden.

Bei Mar’a gelang es einem Scharfschützen der „Widerstandseinheiten von Efrîn“ (HRE), einen Kämpfer der Firqat al-Hamzah tödlich zu treffen.

Durch eine ATGM-Rakete konnten außerdem im Umfeld von Şerawa zwei Milizionäre der Besatzung getötet werden.

In Celbar nordöstlich von Efrîn wurden am Tag darauf, also am 6. April, insgesamt vier Kämpfer der rechtsextremen Miliz „Sultan Murad-Brigade“ von kurdischen Partisanen erschossen. Zunächst wurde ein Bulldozerfahrer getroffen, der damit beschäftigt war, Häuser der Dorfbewohner abzureißen. Bevor sich die Milizionäre verbarrikadieren konnten, wurden weitere drei Kämpfer von kurdischen Scharfschützen tödlich getroffen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien angesiedelt. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Rojava zu Gesprächen mit syrischem Regime bereit

Schon mehrfach wurde von der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien signalisiert, dass sie bereit sind, ernsthafte und kompromissbereite Gespräche mit dem Regime in Damaskus zu führen. Der Hochrangige General der SDF Mazlum Abdi erklärte zuletzt bei einem Treffen in Ain Issa, dass Damaskus die Autonomie der Selbstverwaltung in Rojava akzeptieren und anerkennen muss, um Gespräche zu einem dauerhaften und erfolgreichen Frieden einzuleiten.

Auch das Regime ist daran interessiert Gespräche mit den Kurden im Norden zu führen. Doch vereinzelte Parteien und Fraktionen innerhalb des Regimes widersprechen dem. Allen voran blockiert Russland Gespräche zu den Kurden. Russland fordert die Autonome Verwaltung und die SDF auf, sich dem Regime zu beugen, alle Strukturen und Ortschaften zu übergeben und die SDF in das syrische Herr einzugliedern. Diese Forderungen werden von der Autonomen Verwaltung und der SDF abgelehnt, weswegen es zu keinen ernstzunehmenden Gesprächen zwischen Regime und Rojava bisher kam.

Die SDF kontrolliert momentan in Nordsyrien einen Großteil der Wasser-, Getreide-, Öl- und Gasvorkommen. SDF-General Mazlum Abdi warnt, dass Syrien ohne die Stabilität der von der Autonomen Verwaltung gehaltenen Gebiete ein „Failed State“ sein wird.
Die autonome Verwaltung in Rojava hat dem Regime, laut Aussage des SDF-Generals, eine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der General fügt hinzu: „Das Regime muss die autonome Verwaltung in Rojava anerkennen und sich zu seinen Pflichten, sowohl militärisch als auch innerstaatlich bekennen.“. Damit erinnert die autonome Verwaltung das syrische Regime, an seine Pflichten zu der Befreiung Efrins.

Durch die enormen Brände der Agrarländer in Syrien, hat die autonome Verwaltung in Rojava beschlossen den Handel mit dem syrischen Regime enorm zu rationieren. Die Verwaltung in Rojava kontrolliert momentan 70% der Agrarländer Syriens. Das Regime kann den Getreidebedarf des Landes nicht alleine decken. Eine Situation die in der Bevölkerung weitere Unruhen schüren kann. Bisher wurde nach den Statuten und der eigenen Verfassung Rojavas, Der Handel für ganz Syrien gestattet. Vor allem Agrarprodukte, die zur Versorgung der Bevölkerung Syriens notwendig sind, wurde mit dem Regime gehandelt. Erdöl und -gas wurde nur nach dem eigenen Bedarf gefördert und weiterverarbeitet.
Durch die starken Brände und dem Ausbrennen mehrerer Felder, bleibt der Handel mit dem Regime auf ein Minimum beschränkt um die eigene Bevölkerung im Norden und Osten Syriens zu versorgen. Dadurch ist das Regime gezwungen die Produkte über einen Anbieter auf dem Weltmarkt zu beschaffen. Diese werden um ein vielfaches teurer sein, als die heimische Produktion.

In den vergangen Tagen und Wochen kam es aufgrund dieser Umstände immer wieder zu Spannungen zwischen dem Regime und der SDF. Einige Milizenführer des Regimes drohten mit militärischen Vergeltungsschlägen, sollte die autonome Verwaltung nicht nachgeben.
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