Ekrem İmamoğlu gewinnt die Bürgermeisterwahl in Istanbul

Am Sonntag den 23.06. haben die Istanbuler einen neuen Bürgermeister gewählt. Sein Name ist Ekrem İmamoğlu. Damit endet die Neuwahl im gleichen Ergebnis wie die erste Wahl, die durch Erdogan annulliert wurde.

Die erzwungene Neuwahl in Istanbul endete im gleichen Ergebnis: Der Bürgermeisterkandidat der CHP Ekrem İmamoğlu, gewinnt mit erheblichen Vorsprung. Damit endete die 25-Jährige AKP-Herrschaft in Istanbul, trotz Betrügereien durch Erdogan und seiner Partei.
Selbst am Abend zuvor wurde im TV eine ausführliche Sendung über Binali Yıldırım gezeigt. Nach den Regeln der Wahl und der Wahlkommission ist das illegal. Doch schon die Gründe für die Neuwahl sind mit kritischen Auge zu betrachten. Den wurde diese Wahl nach Experte illegal und durch falsche Tatsachen durch die AKP ausgerufen. Ebenso gibt es schwere Anschuldigungen, dass die AKP verzweifelt versucht habe, die Stimmen der Kurden in Istanbul zu sichern. Wie Rojava News berichtete, habe es einen “Brief” vom inhaftierten kurdischen Politiker Abdullah Öcalan gegeben, der die Kurden dazu auffordert, nach eigenem gewissen zu wählen und sich nicht in die Opposition der AKP zu schieben. Damit widerspricht der angebliche Brief die Wahlempfehlung der HDP, die offen dazu aufgefordert haben die Herrschaft der AKP in Istanbul zu beenden und den CHP-Kandidaten zu wählen. Die HDP geht davon aus, dass die AKP verzweifelt versucht habe, Öcalans Namen für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen.

Die Niederlage der AKP wird weitreichende Folgen haben. Nicht nur blamiert sich die AKP bei der Neuwahl und muss den Sieg der CHP akzeptieren, sondern sie verlieren eine der wichtigsten Städte - wenn nicht sogar die wichtigste Stadt - in der Türkei. Sie ist die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei und übt enormen Einfluss auf den Rest der Türkei aus. Nicht umsonst erklärte Erdogan zuvor mehrmals, dass “wer Istanbul verliert, verliert die ganze Türkei”.
Nach den Prognosen einiger Experten zufolge, werden sich andere Städte und Orte ebenfalls dem Beispiel Istanbuls annehmen und eine Veränderung in der AKP-Herrschaft anstreben. Die Menschen sind lange nicht mehr so zufrieden mit der AKP wie sie es einst waren. Außenpolitisch läuft sie gegen eine Wand und zerstören wichtige Beziehungen zu anderen Nationen, die Wirtschaft zerfällt unter dem Druck der Scheinleistung und Missverwaltung und die Bevölkerung spaltet sich zunehmend in verschiedene Lager.

Zu den Wahlen wurden viele internationale Politiker als Wahlbeobachter eingeladen. So auch der deutsch-kurdische Linken-Politiker Hakan Tas aus Berlin. Dieser besuchte die Wahllokale eine nach den anderen und erklärte, dass die Stimmung am Wahltag ruhig und gut war und das die Wähler sehr optimistisch zum Wahlsieg von Ekrem İmamoğlu waren.
Den bisherigen Auszählungen soll Ekrem İmamoğlu mit über 800.000 Stimmen vor Binali Yıldırım liegen. Das genaue Wahlergebnis soll noch veröffentlicht werden.

In der Nacht nach dem Sieg, feierten die Istanbuler ihren neuen Bürgermeister mit Jubel und Feuerwerkskörper. Zuletzt waren die Istanbuler so glücklich zum UEFA-Cup-Sieg von Galatasaray.
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