Istanbul-Wahl: AKP buhlt um die Gunst von kurdisch-islamischen Geistlichen

in Istanbul stehen bald Neuwahlen an. Quelle: RN Pictures in Istanbul stehen bald Neuwahlen an.
Am 23. Juni ist es soweit und die Bürgermeisterwahl in Istanbul wird auf Druck der AKP wiederholt. Die AKP indes, setzt wieder einmal auf die Stimmen von islamisch-konservativen Kurden.

Verwundert rieben sich Beobachter die Augen, als der türkische Justizminister Gül vergangene Woche verkündet hat, dass die Anwälte des inhaftierten PKK-Führers Öcalan ihn wieder besuchen dürfen. Zuvor wurde ihm dies jahrelang verwehrt. Analysten gehen davon aus, dass dahinter eine perfide Strategie der AKP steckt. Denn Erdogan und seine islamisch-konservative AKP, ist auf die Stimmen der zahlreichen Kurden in Istanbul angewiesen. Diese wichtigen kurdischen Stimmen sind bei den letzten Istanbul-Wahlen deutlich zurückgegangen. Verantwortlich dafür ist das harte Vorgehen des Erdogan-Regimes gegen kurdische Oppositionelle und der Einmarsch ins kurdische Efrin.

Aber auch an anderer Stelle bemüht sich die AKP um kurdische Wähler. Wie das türkische Nachrichtenportal Odatv jetzt berichtet, sollen rund 50 Millionen Lira (rund acht Millionen Euro) ausgegeben worden sein, um sich die Unterstützung kurdischer Islam-Gelehrten zu sichern. Gerade in den armen Stadtteilen Istanbuls leben viele konservative Kurden und genau diese Menschen sollen die sogenannten „Mele“ (kurdisch-islamische Geistliche) für die AKP mobilisieren.

Ob der Plan der AKP aufgeht und sich die kurdische Bevölkerung tatsächlich davon beeinflussen lässt, sehen wir spätestens am 23. Juni, wenn in Istanbul wieder gewählt wird.
Last modified onDienstag, 28 Mai 2019 16:51