USA drängt Rojava dazu türkische Truppen zu stationieren

Laut einer „gut informierten“ Quelle des Nachrichtenportals Al Monitor, übt die USA enormen Druck auf die NES (Autonomous Administration North and East Syria = Autonome Administration Nord und Ostsyrien aus, um sie dazu zu drängen, die Stationierung von türkischen Truppen in Rojava zu erlauben.

Die türkischen Truppen würden eine kleine Sicherheitszone entlang der türkisch-syrischen Grenze errichten, die von Kobane nach Shingal reicht. Es ist unklar, ob es sich dabei nur um türkische Truppen handelt oder um Truppen der Koalition. Ein namentlich nicht genannter Repräsentant der SDF sagte Al Monitor „Dieser Vorschlag wurde uns bereits vorgeschlagen und wir betrachten die Stationierung türkischer Truppen auf syrisch-kurdischem Boden als extrem problematisch. Wir haben der Koalition unsere Position deutlich gemacht“.

Der von Donald Trump neue US-Syrien Beauftragter Jim Jeffrey, wird in den kommenden Tagen erneut nach Rojava fliegen und die Forderungen erneuern. Jim Jeffrey hat bei einer alljährlichen Konferenz der türkischen Lobby in den USA gesagt, die USA würde weiterhin versuchen mit der Türkei eine gemeinsame Lösung zu finden. Jeffrey zufolge, haben die USA und die Türkei noch keinen Plan entwickelt der beide Seiten zufrieden stellt. Sie würden aber weiterhin daran arbeiten. Diese und weitere Aussagen Jeffreys auf der Konferenz, wie dem bezeichnen der YPG als „Lokale“, wurden im türkischen Fernsehen bereits als Sieg gefeiert.

Offiziell bestätigt die SDF nur, dass es einen Plan gäbe die arabischen Elemente der SDF in arabisch bewohnte Gebiete zu stationieren und die kurdischen Elemente in kurdische bewohnte Gebiete. Dieser Plan ist von bilateraler Natur, sowohl die Verwaltung Rojavas als auch die USA stehen hinter diesem Plan.

Die Redaktion von Rojavanews.net möchte betonen das es sich hierbei um Informationen handelt die von einer einzigen anonymen Quelle kommen. Die Quelle auf die sich Al monitor bezieht könnte demnach Falschinformationen verbreiten.

Rojava: Gefängnisse werden saniert und aufgebaut

Derzeit befinden sich schätzungsweise 10.000 Straftäter in Gefängnissen und anderen Hafteinrichtungen der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien (NES). Dabei handelt es sich vor allem um Kämpfer des Islamischen Staates (IS). Aber auch diverse Mitglieder der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA), des Syrischen Heeres (Syrian Arab Army = SAA) oder aber lokale und nationale, wie auch internationale Straftäter. Dabei sind die Ressourcen dazu begrenzt.

Die USA und die Koalition zur Bekämpfung des IS bestätigt nun, dass die NES (Autonomous Administration of North and East Syria) die Ressourcen bekommt, um die Gefängnisse wieder instand zu setzen und neu aufzubauen. Die renovierten Gefängnisse sollen dann die Kapazität haben um mindestens 7000 Insassen zu inhaftieren.

„Die Koalition assistiert bei der Reparatur und Instandsetzung einiger Gefängnisse. Dies ist ein internationales Problem und braucht internationale Lösungen.“, so Kommandeur Sean Robertson, Sprecher des Pentagon.

Nach eigenen Angaben hat die SDF (Syrian Democratic Forces), die Sicherheitskräfte der Autonomen Administration, allein nach der Schlacht um Baghuz mehr als 5.000 IS-Mitglieder gefangen genommen, obwohl bereits vor Beginn der Endphase, auch vor der Massenkapitulation des IS, Experten im Pentagon die Koalition davor warnten das die Kapazitäten der SDF bereits am Limit stehen.

Währenddessen lobt die Koalition die Improvisations Künste der SDF: „Sie haben fantastische Arbeit gemacht. Sie bauen improvisierte Gefängnisse aus dem Nichts. Sie nehmen beispielsweise eine Schule oder eine Fabrik und bauen es in ein Gefangenencamp um. Es ist keine Dauerlösung, aber es reicht für den Moment.“, so ein Sprecher der Koalition.

Die Koalition schätzt, dass ungefähr 3.000 der Gefangenen IS-Kämpfer aus dem Irak stammen, obwohl der Irak bereits ihre Bereitschaft zur Rücknahme signalisiert hat, gibt es noch keine Gespräche zwischen dem Irak und der NES.

Das Schicksal der ungefähr 1.000 ausländischen IS-Kämpfern bleibt ebenfalls weiterhin unklar.

Ein Pressesprecher der Koalition sagt dazu „Die Rückführung der IS Kämpfer in ihre Heimat/Ursprungsländer ist weiterhin die beste Option um die Gefangenen IS-Kämpfer daran zu hindern wieder zu kämpfen“.

Besonders die SDF warnt vor möglichen Überfällen von IS-Schläferzellen auf Gefängnisse. Die SDF hat der Koalition bereits mitgeteilt, dass die SDF und die NES nun eine andere Form der Unterstützung brauchen. Luftschläge sind nur minimal wirksam gegen IS-Schläferzellen.

Erdogan schlägt erneut militärische Lösung vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Montag erneut das Ende der Vorbereitungen für eine militärische Operation gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Manbij und im Osten Euphrats angekündigt.  

„Unsere Vorbereitungen an der Grenze sind abgeschlossen und alles ist betriebsbereit. Wir können jederzeit anfangen. Ich werde dieses Thema unter anderem bei meinem Russlandbesuch von Angesicht zu Angesicht diskutieren.“, sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz.

Erdogan soll gemeinsam mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin das Treffen des Hochrangigen Kooperationsrates zwischen Russland und der Türkei leiten.  

"Nach den Wahlen werden wir die syrische Frage am Boden und nicht am Tisch lösen", sagte Erdogan vor den Kommunalwahlen in der Türkei am 31. März.

Seine Äußerungen kamen mehrere Tage nachdem US-Außenminister Mike Pompeo die Türkei davor gewarnt hatte in die SDF-Gebiete einzumarschieren. Pompeo sprach von "Verheerende Konsequenzen" wenn die Türkei eine einseitige Militäraktion in den Nordosten Syriens anfängt.  

Auf seine Warnungen folgte ein Treffen mit dem türkischen Amtskollegen Melvut Cavusoglu am Rande des NATO-Treffen in Washington.

Die Türkei hatte schon einmal angekündigt, die Vorbereitungen für eine militärische Operation gegen die von den USA unterstützten kurdischen Einheiten der SDF, YPG und YPJ in Manbij und östlich des Euphrat abgeschlossen zu haben.

Die Operation wurde jedoch ausgesetzt, nachdem Ende letzten Jahres US-Präsident Donald Trump den Abzug der USA aus Syrien orderte und Vorschlug, eine sichere Zone östlich des Euphrats zu errichten.

  Die Türkei begann sich im Laufe der Zeit über die unklaren Rückzugspläne aus Syrien zu beschweren, die die USA mit ihr koordinieren sollten. Sie beklagte sich auch über die Mehrdeutigkeit der Pläne der sicheren Zone.

Ankara hat es vermieden, dieses Problem mit Washington zu diskutieren, und seine Beamten bekräftigen, dass diesbezügliche Gespräche geführt werden müssen.
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