Türkei weitet Militäraktionen in Südkurdistan aus - Drei Peshmerga unter Beschuss

Am Morgen des Mittwoches des 05.06.2019 (05.30 Uhr lokale Zeit) flogen türkische Flugzeuge Luftangriffe auf Dörfer nördlich der Hauptstadt Hewlêr (Erbil) der Autonomen Region Kurdistan.

Die türkischen Flugzeuge nahmen eine Hütte und weitere Infrastruktur einer Farm unter Beschuss, die den dort stationierten Peshmerga gehörte. Das daraus resultierende Feuer, begann die gesamte Plantage zu zerstören und breitete sich in kurzer Zeit auf das Gebäude aus, indem die gesamte Ernte gelagert war.
Die drei Peshmerga vor Ort haben sofort mit den Löscharbeiten begonnen, um die Ernte zu retten. Nur wenige Minuten später, als die Löscharbeiten noch im vollen Gange waren, flogen die türkischen Flugzeuge wieder an und nahmen die drei Peshmerga unter Beschus. Es schlugen weitere Bomben ein und die drei Peshmerga wurden schwer verletzt. Experten gehen davon aus, dass die türkischen Flugzeuge bzw. der Leiter dieser Operation, diesen Angriff genauestens geplant und bewusst im ersten Schritt Brände entfachen lassen hat, um im zweiten Schritt gezielt die lokalen Einwohner anzugreifen, die versuchen den Brand zu löschen.
Bei den dort stationierten Peshmerga handelt es sich um zwei Brüder und deren Cousin. Die genauen Verletzungen der Peshmerga sind momentan noch unklar, es wurde aber bestätigt, dass ein Peshmerga sein Bein verloren hat.

Die erneute türkische Aggression ist Teil der Operation „Kralle“ die am 27.05.2019 von der türkischen Armee gestartet wurde. Ziel dieser Operation ist es, einige Gebiete in der Region Xakurke von den Kämpfern der PKK zu „Befreien“.

Die Operation Kralle hat in den sozialen Medien, nur wenige Stunden nach der Ankündigung, enormen Spott geerntet, als die türkische Armee über die staatlichen Medienorgane, Videos der Operation veröffentlichte. Die veröffentlichten Aufnahmen zeigen keine türkischen Truppen oder ihre Ausrüstung, stattdessen hat die Türkei Aufnahmen aus dem Videospiel „Arma 3“ und „Medal of Honor“ als reale Aufnahmen der türkischen Armee verwendet.
Dieser Schwindel flog nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung auf.

Die türkische Armee hat diesem Debakel kurz danach noch einmal drauf gesetzt als sie die Details der Operation veröffentlichten. Die von den türkischen Aktivisten angepriesene Operation Kralle, welche nach ihnen in einer groß angelegten „Luft-Lande Operation von Kommando Spezialeinheiten im gesamten Gebirge von Südkurdistan“ das ende des Widerstandes einläuten sollte, entpuppte sich als reine Propaganda. Tatsächlich hat die Türkei nur eine Handvoll Teams per Helikopter an Gebirgsspitzen ausgeladen und das in Gebieten in denen die PKK nicht aktiv ist.

SDF: 20 IS-Jihadisten bei Operation festgenommen

Bei einer Operation der Demokratischen Kräfte Syriens (Syrian Democratic Forces - SDF) wurden in der Kleinstadt Al-Shheell 20 IS-Jihadisten festgenommen. Die Pressestelle der SDF hat am Mittwoch eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Operation gegen eine IS-Schläferzellengruppe erklärt.

Die Operation am Mittwoch in den Morgenstunden in der Kleinstadt Al-Shheell (Al-Shuhayl) im Rahmen von Aufräumarbeiten in den ehemals vom IS genutzten Örtlichkeiten statt. Dabei stießen SDF-Einheiten in dem Gebiet auf Waffenlagern und zwei vom IS angelegte Tunnel die noch genutzt wurden. Bei der Operation wurden 20 Jihadisten festgenommen und zahlreiche Waffen mitsamt Munition sichergestellt.

Al-Shheell liegt im Osten der Region Deir ez-Zor. Die gleichnamige Stadt wurde am 5. September 2017 durch kurdische Kräfte vom IS befreit und ist die sechstgrößte Stadt Syriens. Die Mehrheit sind sunnitische Araber, ein relativ hoher Anteil der Bevölkerung sind Kurden.

Seit dem territorialen SIeg gegen die IS mit der Eroberung der letzten Stadt Baghouz am 23.03.2019, bekämpfen die SDF die noch verbliebenen IS-Anhänger in den befreiten Gebieten. Noch immer verstecken sich zahlreiche IS-Schläferzellen, die bereit sind Anschläge auf die Demokratischen Kräfte Syriens zu verüben als Teil einer Racheaktion für die Niederlage des Islamischen Staates.
Der Kampf der SDF gilt der noch verbliebenen Ideologie des IS. Gemeinsam mit der Anti-IS-Koalition, wird dieser Kampf bewältigt.

Die in der Operation festgenommenen Jihadisten werden in die Gefängnisse der SDF eingewiesen und ihre Identität wird dort überprüft.
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