Kurdistan: Türkische Soldaten töten jungen Eziden

Ein ezidischer Kurde wird in Zaxo von türkischen Soldaten erschossen. Einen Anlass dafür gab es nach Augenzeugen nicht. Der Şengal-Rat fordert nun Aufklärung von der Zentralregierung in Bagdad.

Am Dienstag den 04.06. wurde der 22-Jährige ezidische Kurde Emin Saleh in der südkurdischen Stadt Zaxo von türkischen Soldaten erschossen. Das Opfer war zu dem Zeitpunkt auf einer Ackerfläche seiner Familie am Ufer des Euphrats, welches sich in der der Nähe des Flüchtlingslagers Çem Mişko befindet. Grundlos eröffneten die türkischen Streitkräfte das Feuer. Saleh starb noch vor Ort. Seine Beisetzung wurde am Donnerstag Nachmittag getätigt.

Der Vater von Emin Saleh, Emre Saleh, forderte bei der Beisetzung seines Sohnes eine klare Haltung von Bagdad und der UN: „Vor fünf Jahren mussten wir unsere Heimat verlassen. Um unseren Unterhalt zu bestreiten, betreiben wir seitdem in der Nähe des Camps Landwirtschaft. Während der Arbeit auf dem Feld, wurde mein Sohn von türkischen Soldaten erschossen. Solange es keine klare Haltung gegen Angriffe wie diese gibt, wird mein Sohn nicht das letzte Opfer sein. Bagdad und die UN müssen endlich handeln.“

Noch am Tag der Beisetzung verurteilte der Şengal-Rat den Mord an Emin Saleh auf das Schärfste. Sie kritisieren zudem das Schweigen der PDK und verlangen die Aufklärung des Falles. Demnach sei dies ein direkter Angriff gegen alle Eziden.
„Obwohl sich der Vorfall in der Autonomen Region ereignet hat, zeigt die PDK keine Reaktion. Diese Haltung kommt einer Billigung des Mordes gleich und das akzeptieren wir nicht. Nach Ansicht des Demokratischen Şengal-Rats richtete sich dieser Angriff nicht gegen einen einzelnen Eziden, sondern gegen den gesamten Ezidischen Glauben. Wir fordern sowohl die Kurdische Regionalregierung, als auch die Zentralregierung in Bagdad auf, die genauen Umstände dieses Vorfalls aufzuklären.“, so der Şengal-Rat in ihrer schriftlichen Stellungnahme.

Das ist nicht das erste Mal, dass türkische Soldaten wahllos kurdische Bürger in der Autonomen Region Kurdistan töten. Immer wieder kommt es zum Mord an Kurden und Kurdinnen durch stationierte türkische Soldaten. Vor einigen Monaten berichteten wir von Rojava News die Stürmung einer türkischen Basis durch Kurden aus der Kleinstadt Sheladize, die die türkischen Soldaten und ihr missachten von Menschenrechten satt hatten.

Hinweise das türkische Armee US-Soldaten tötet

Das US-Militär gibt bekannt, dass Michael A. Thompson ein First Class Private der US Armee in Syrien ums Leben kam. Der 28-Jährige US-Soldat aus Michigan erlag nach Angaben des US-Militärs am Montag den 29.04.2019 seinen Wunden, welche er durch einen „Nicht-kampfbezogenen Zwischenfall“ (Englisch Original: „Noncombat incident“) erlitt.
Laut dem Platoonführer (deutsch: Zugführer) wird der Zwischenfall immer noch untersucht. Michael A. Thompson ist in einem Krankenhaus nahe Kobane verstorben. Die Meldung des Verlustes und des Zwischenfalles und die Erklärung des US-Militärs, wurden erst drei Tage später veröffentlicht.


Die Schwester des Soldaten erklärt in einem Interview „Mein Bruder ist der Armee beigetreten, um denen zu helfen die Hilfe brauchen. Um diejenigen zu beschützen, die sich nicht selbst schützen können.“.
Sie erklärte auch, ihrer Familie wurde erklärt, dass ihr Bruder durch Schüsse gestorben sei und das Michael in einem Telefonat einige Tage vor dem Zwischenfall erzählte, er würde die nächsten Tage wieder auf Patrouille gehen.

In der Nacht zu Montag, dem 29.04., melden mehrere türkische Quellen auf diversen sozialen Medien von einem erfolgreichen Angriff auf eine Patrouille der YPG westlich von Tal Abyad nahe dem Dorf Tel Fender. Die US-Armee patrouilliert, als Teil der Deeskalationsmaßnahmen zwischen der Türkei und der YPG, regelmäßig dieses Gebiet. Laut den türkischen Quellen wurde ein Fahrzeug der Patrouille unter Beschuss genommen und beschädigt.
Die Sprecher der YPG melden an diesem Tag keine Zwischenfälle und auch keine Angriffe der Türkei auf Einheiten der YPG.

Diese Meldungen liefern in den sozialen Medien viel Freiraum und Stoff für Theorien. Einige Aktivisten gehen davon aus, dass die Türkei versehentlich eine Patrouille der US-Armee angriff und den US-Soldaten verwundet haben.
Die verzögerte Veröffentlichung des Zwischenfalles und den Unstimmigkeiten zwischen der offiziellen Erklärung und der Aussage der Schwester seien, Experten zufolge, Indizien das die USA versucht diesen Vorfall zu verschleiern.
Einige Aktivisten argumentieren aber auch entgegen dieser Theorie und verweisen darauf das türkische Quellen regelmäßig Falschmeldungen in die Welt setzen. So kann es sein, dass auch diese Meldung eine Falschmeldung ist. Die Schüsse an denen der US-Soldat Michael A. Thompson gestorben ist, können laut der Gegenargumentation von einer ungesicherten Waffe stammen. Dies würde auch mit der offiziellen Erklärung einhergehen, welche von einer „Nicht-kampfbezogenen Zwischenfall“ spricht.
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