Aktivitäten des Islamischen Staates überschreiten kritische Grenze

In den umstrittenen Gebieten wie Kirkuk und Khanaqin haben die Aktivitäten des Islamischen Staates die kritische Grenze überschritten. Der IS griff die Sicherheitskräfte in Khanaqin (südlich von Slemani) in der vergangenen Woche fünf mal an, warnte der Peshmerga-Kommandeur Jamhur Rostam.

Die umstrittenen Gebiete werden aufgrund der ungeklärten Zugehörigkeit von den Sicherheitskräften des Iraks verwaltet und geschützt. Die Sicherheitskräfte des Iraks sind größtenteils schlecht ausgebildet und gelten als inkompetent und undiszipliniert.

Der Peshmerga-Kommandeur Jamhur Rostam erklärt, dass die Sicherheitslücke in Khanaqin und seinen umliegenden Dörfern, zu der Evakuierung von 20 Dörfern geführt hat. “Die Notwendigkeit diese Menschen zu evakuieren zeigt, wie inkompetent die irakischen Sicherheitskräfte sind.”, so Jamhur Rostam.
Der Peshmerga Kommandeur warnt auch davor, das die Zunahme der Aktivitäten des Islamischen Staates in und um Khanaqin ein Hinweis darauf ist, das der IS sich neu formiert und in naher Zukunft Angriffe ausführen wird, die weitaus verheerender sind.

Die mehrheitlich kurdische Bevölkerung in den umstrittenen Gebieten, fordert bereits seit 2017 die Rückkehr der Peshmerga-Truppen, um die Sicherheit der Bevölkerung in diesen Gebieten zu garantieren.

Der Peshmerga-Kommandeur ruft die kurdischen Politiker dazu auf, in Bagdad eine gemeinsame Front zu bilden. Die gemeinsame Front soll dann im irakischen Parlament durchsetzen, dass die Peshmerga-Truppen in Koordination mit den irakischen Sicherheitskräften in die umstrittenen Gebiete zurückkehren dürfen.
Selbst die internationale Koalition gegen den Islamischen Staat in Irak hat mehrfach in Gesprächen versucht eine ähnliche Koordination durchzusetzen. Bisher trafen alle Bemühungen der Koalition auf Beton.
Der einzige zu verzeichnende Erfolg dieser Gespräche war eine koordinierte Anti-Islamischer-Staat-Operation. Dabei haben irakische Sicherheitskräfte und die Peshmerga, unter der Leitung der Koalition, gemeinsam hochrangige Emire des Islamischen Staates festgenommen.

Experten befürchten, dass der Mangel an Kooperationsbereitschaft der irakischen Sicherheitskräfte, den Weg für den Islamischen Staat ebnet, um sich neu zu organisieren und weitaus verheerende Angriffe auszuführen. Diese Situation wird, wenn die politische Führung nicht interveniert, unweigerlich dazu führen, dass der islamische Staat im Irak wieder auferstehen kann.

Frankreich genehmigt Todesstrafe französischer IS-Mitglieder im Irak

Am Montag teilte das französische Außenministerium mit, dass die irakische Todesstrafe für die festgenommenen IS-Mitglieder mit der französischen Staatsbürgerschaft akzeptiert würde und sich Frankreich nicht einmischen wird.

Das Außenministerium erklärte: “Frankreich lehnt die Hinrichtung seiner Bürger grundsätzlich ab, akzeptiert jedoch die irakische Souveränität. Da die irakische Justiz drei französische Mitglieder des Islamischen Staates zum Tode verurteilt hat, wird sich Frankreich nicht gegen diese Entscheidung stellen.”
"Die französische Botschaft im Irak unternimmt in ihrer Rolle als Anbieter konsularischen Schutzes die notwendigen Schritte, um den irakischen Behörden ihre Position [gegen die allgemeine Todesstrafe] mitzuteilen", heißt es in einer zitierten Erklärung des Außenministeriums.

Das Ministerium fügte hinzu, dass es die Souveränität der irakischen Behörden respektiere und dass die Mitglieder des islamischen Staates "für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden müssen.“
Die Erklärung kam, nachdem das irakische Strafgericht im Bezirk Karkh in Bagdad am Sonntag drei französische Staatsangehörige wegen ihres Beitritts zur Terrororganisation zum Tode verurteilt hatte.
Die drei Männer kämpften zusammen mit dem Islamischen Staat gegen die irakischen Streitkräfte während der Militärkampagne zur Befreiung von Mosul, teilte eine Quelle der irakischen Justiz am Sonntag mit.

"Sie sind keine prominenten Mitglieder von Da'esh, aber sie sind gut ausgebildete Kämpfer", heißt es aus internen Kreisen.
Ihre Namen laut AFP sind Kevin Gonot, Leonard Lopez und Salim Machou. Sie haben 30 Tage Zeit, gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einzulegen.

SDF: 20 IS-Jihadisten bei Operation festgenommen

Bei einer Operation der Demokratischen Kräfte Syriens (Syrian Democratic Forces - SDF) wurden in der Kleinstadt Al-Shheell 20 IS-Jihadisten festgenommen. Die Pressestelle der SDF hat am Mittwoch eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Operation gegen eine IS-Schläferzellengruppe erklärt.

Die Operation am Mittwoch in den Morgenstunden in der Kleinstadt Al-Shheell (Al-Shuhayl) im Rahmen von Aufräumarbeiten in den ehemals vom IS genutzten Örtlichkeiten statt. Dabei stießen SDF-Einheiten in dem Gebiet auf Waffenlagern und zwei vom IS angelegte Tunnel die noch genutzt wurden. Bei der Operation wurden 20 Jihadisten festgenommen und zahlreiche Waffen mitsamt Munition sichergestellt.

Al-Shheell liegt im Osten der Region Deir ez-Zor. Die gleichnamige Stadt wurde am 5. September 2017 durch kurdische Kräfte vom IS befreit und ist die sechstgrößte Stadt Syriens. Die Mehrheit sind sunnitische Araber, ein relativ hoher Anteil der Bevölkerung sind Kurden.

Seit dem territorialen SIeg gegen die IS mit der Eroberung der letzten Stadt Baghouz am 23.03.2019, bekämpfen die SDF die noch verbliebenen IS-Anhänger in den befreiten Gebieten. Noch immer verstecken sich zahlreiche IS-Schläferzellen, die bereit sind Anschläge auf die Demokratischen Kräfte Syriens zu verüben als Teil einer Racheaktion für die Niederlage des Islamischen Staates.
Der Kampf der SDF gilt der noch verbliebenen Ideologie des IS. Gemeinsam mit der Anti-IS-Koalition, wird dieser Kampf bewältigt.

Die in der Operation festgenommenen Jihadisten werden in die Gefängnisse der SDF eingewiesen und ihre Identität wird dort überprüft.

IS-Angehörige auf den Weg in ihre Heimatländer

Nach Angaben der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien (Auch Rojava genannt), haben die Demokratischen Kräfte Syriens (Eng.: Syrian Democratic Forces = kurz SDF) bereits mehr als 100 IS-Frauen und Kinder an die Regierungen ihrer Heimatländer übergeben.

Die autonome Verwaltung gab am Mittwoch den 08.05.2019 bekannt das die Staaten Kasachstan und Schweden sich dazu bereit erklärt haben, Mitglieder des IS mit ihrer staatsangehörigkeit zurückzunehmen. Nach den Angaben der SDF zufolge hat Kasachstan 70 Kinder und 32 Frauen in Gewahrsam genommen. Schweden hat sieben Kinder in Gewahrsam genommen. Die Eltern der Kinder sind bereits im Kampf gestorben.

Auch Irland habe sich dazu bereit erklärt ihre Staatsbürger zurückzunehmen. In Irland existieren momentan keine Gesetzesgrundlagen die es ermöglichen würden, IS-Rückkehrer einzusperren. So wird Lisa Smith eine IS-Kämpferin aus Irland ohne Probleme nach Irland einreisen können und hat in Irland keine Gefängnisstrafe zu befürchten.
In Norwegen berät sich die Regierung momentan allen norwegischen IS-Mitgliedern (IS Frauen und Kinder) die norwegische Staatsbürgerschaft zu entziehen.
Die SDF hat momentan mehr als 1.200 IS-Kämpfer aus über 50 verschieden Staaten in Gewahrsam. Hinzu kommen mehr als 8.000 IS-Angehörige und eine unbekannte Anzahl lokaler IS Kämpfer, deren Zugehörigkeit ungeklärt ist.

Abdulkarim Omar der Ko-Vorsitzende für Auslandsbeziehungen der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien erklärt „Unsere Region ist instabil. Größere Aufstände und Konflikte könnten diesen gefährlichen Menschen eine Gelegenheit liefern, aus dem Gefängnis auszubrechen und vom neuen eine Gefahr für die Welt zu sein.“
Die Autonome Administration in Rojava und die USA drängen die europäischen Staaten dazu, die IS-Kämpfer und angehörige mit der jeweiligen Staatsangehörigkeit zurückzunehmen.

Europäische Staaten wie Frankreich haben einen großen Anteil an IS-Kämpfern in Syrien. Nach Angaben der Autonomen Administration haben französische Repräsentanten bisher auf die Anfragen nicht reagiert. Aus französischen Regierungskreisen heißt es, Frankreich sei am diskutieren mehr Waisenkinder mir zurückzunehmen. Frankreichs Verteidigungsminister Florence Parly sagte „Frankreich bemühe sich die Waisenkinder zurückzunehmen. Wir müssen aber erstmal feststellen, ob sie wirklich Waisen sind.“
Das französische Auslandsministerium gibt bekannt das französische Repräsentanten nach Rojava geschickt wurden um weitere Rückführungsmaßnahmen zu besprechen.

Abu Bakr al Bagdadi im neuen IS Propaganda Video

Das IS Propaganda Studio Al-Furqan hat heute nach jahrelanger Stille ein Video veröffentlicht. In dem 18-minütigen Video wird der Kalif des Islamischen Staates Abu Bakr al Bagdadi gezeigt.

Das Video lässt keinerlei Rückschlüsse über seinen Aufenthaltsort zu, es ist aber zu erkennen das Bagdadi gesund und gut ernährt ist. Die Koalition vermutet er befindet sich in der syrischen Wüste. Die irakischen Behörden glauben, er befindet sich in der Wüste des Iraks und Russland glaubt sie hätten ihn bereits bei Luftschlägen getötet.

Im Video spricht Bagdadi über Sri Lanka, lobt die Terroristen dort für das beitreten in den Islamischen Staat und erklärt diese Angriffe seien direkte Vergeltungsaktionen für den physischen Niedergang des IS in Baghuz. Er lobt auch den Widerstand in Baghuz und gibt erstmalig an, der IS habe mehr als 3000 Soldaten dort verloren.

Abu Bakr al Bagdadi fordert in dem Video seine Gefolgschaft explizit dazu auf, französische Truppen in den afrikanischen Einsatzgebieten wie Mali und Somalia anzugreifen.
Es ist unklar warum er nur dazu auffordert französische Truppen anzugreifen. Viele Aktivisten spekulieren, dass die türkisch-französischen Spannungen dafür verantwortlich sein könnten.

Im Video ist zu sehen wie Bagdadi durch verschiedene Ordner blättert, mit Informationen über alle Einsatzgebiete des IS. Die Ordner tragen als Titel alle Länder wo der IS Strukturen aufgebaut hat. Dazu zählen Soldaten des IS, als auch eine Kommandostruktur und einen Emir der das Einsatzgebiet leitet. Die Titel bzw Einsatzgebiete die im Video gezeigt wurden umfassen Libyen, die Sinai-Halbinsel, Irak, Syrien, Somalia, Yemen, das Kaukasusgebiet, Tunesien, Zentral Afrika und West Afrika. Brisant ist das ein Ordner den Titel „Wilayat Turkiye“ trägt (Staat Türkei). Das ist ein klarer Beweis für die Existenz des IS in der Türkei mit Soldaten und einem Emir.

Neben Bagdadi liegt sein persönliches Gewehr eine AKS-74U mit einem Magazin eines RPK-74. Die Waffe und das Magazin sind ein bekannter Anblick, denn auch Osama Bin Laden trug stets denselben Waffentyp mit dem selben Magazin mit sich herum.
In jihadistischen Kreisen gilt dieses Gewehr als Symbol für den Sieg gegen den Imperialismus, da die Taliban in Afghanistan diese Waffen von den invasiven sowjetischen Truppen erobert haben. Eine Symbol das zugleich auch eine neue Ära einleitet. Eine Ära mit einem neuen meistgesuchten Mann der Welt und einer neuen Symbolfigur des Terrorismus.

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