Attentat auf Mitarbeiter von türkischen Konsulat in Erbil

In Hewler (Erbil), der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan, ist übereinstimmenden Berichten zufolge, ein Mitarbeiter des türkischen Generalkonsulats getötet worden. Das bestätigte das türkische Außenministerium. Weitere Details nannte es nicht.

Laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, ereignete sich der Angriff in einem Restaurant nahe des Konsulats. Demnach soll der Besitzer des Restaurants von einem gezielten Angriff auf die Diplomaten gesprochen haben.
Der Täter habe das Feuer gezielt auf die Konsulatsmitarbeiter eröffnet, nachdem diese das Lokal betreten hatten, berichtet der Restaurantbesitzer laut diversen Medienberichten zufolge. Er soll Zivilkleidung getragen und zwei Waffen bei sich gehabt haben.

Ein türkischer Diplomat starb dem Bericht zufolge noch vor Ort. Zwei weitere Menschen wurden während des Attentats verletzt. Zunächst war die Rede von mehreren Toten. Alle Straßen im Umfeld seien gesperrt.
Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist derzeit nicht bekannt. Türkischen Medien nach, soll es sich bei dem Angreifer um einen PKK-Kämpfer handeln.
Beobachter vermuten, dass auch der türkische Geheimdienst hinter diesen Angriffen stecken könnte, um die Legitimation für weitere Angriffe auf das kurdische Kandil Gebirge und das weitere vorrücken im Nordirak (KRG) zu erhalten.

Fakt ist, derzeit ist unklar wer hinter den Angriffen steckt.

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Zusammenstöße zwischen türkischen Soldaten und der PKK auf kurdisch-irakischem Boden gegeben. Die Türkei unterhält mehrere Militärbasen in der Region und wird von der kurdischen Regionalregierung mit Sitz in Erbil geduldet.

Ministertreffen zwischen Kurdistan und Irak mit guten Aussichten

Ein hochrangiges Treffen zwischen Delegierten der Regionalregierung Kurdistans (KRG = Kurdistan Regional Government) und der irakischen Zentralregierung soll die langjährigen Probleme zwischen Hewler (Erbil) und Bagdad ansprechen und Lösungen für eine gemeinsame Zukunft geben.

An dem Treffen in der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan Hewler (Erbil), nahmen zahlreiche Minister der KRG und der irakischen Zentralregierung teil. Unter ihnen befanden sich ebenfalls der Vorsitzende der Zentralbank des Irak, der KRG-Premierminister Nechirvan Barzani und der Kanzler des Sicherheitsrates der Region Kurdistan, Masrour Barzani.
Es war das größte Treffen dieser Art zwischen Hewler und Bagdad seit der Bildung der neuen Regierung durch Adil Abdul-Mahdi.

Im Anschluss an das Treffen hielten der Planungsminister von KRG, Ali Sindi, und der irakische Handelsminister Mohammed Hashim eine gemeinsame Pressekonferenz ab, auf der sie die positiven Gespräche zwischen beiden Seiten bei der Lösung der anhaltenden Streitigkeiten lobten. Hashim erklärte, dass einige Probleme zwischen Hewler (Erbil) und Bagdad angesprochen worden sind, während andere kompliziertere Themen mehr Zeit bräuchten. Das kurdische Parlament benötige diese Zeit um angemessene Gesetze erlassen zu können, um die Entscheidungen der Zentralregierung zu unterstützen.
Er betonte auch, dass die Zollstellen an den Grenzübergängen und die Einfuhr von Produkten in das Land besprochen wurden.

Unterdessen erklärte Sindi den Reportern, der Zweck des Treffens bestehe darin die Handelszusammenarbeit zwischen Hewler (Erbil) und Bagdad zu erleichtern und auszubauen. Insbesondere nachdem sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten in den letzten Jahren verschlechtert hatten.
Sindi sprach auch über eine mögliche Dezentralisierung der Lizenzvergabe an Fabriken. Demnach könnten Unternehmen und Fabriken in der Autonomen Region Kurdistan ohne Registrierung in Bagdad eröffnet werden. Nach Angaben von Sindi gibt es eine Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen Hewler (Erbil) und Bagdad, um bilaterale Fragen anzugehen und einige Gesetze zu ändern, die das Parlament Kurdistans erlassen hat. Genaue Einzelheiten wurden aber ausgelassen.

Auf der Pressekonferenz wurde ebenfalls angekündigt, dass die irakische Zentralregierung einige Regierungsbüros in der Autonomen Region Kurdistan eröffnen werden, um die Beziehungen zu stärken.

Seit der Bildung der neuen Regierung unter der Führung von Adil Abdul-Mahdi im Oktober letzten Jahres, haben sich die Beziehungen zwischen Hewler (Erbil) und Bagdad erheblich verbessert.

Städtefreundschaft Hewler - Paris

Der Premierminister der Region Kurdistan, Nechirvan Barzani, empfing am Samstag eine französische Delegation, bei der beide Seiten bilaterale Beziehungen zwischen Paris und Hewler (Erbil) diskutierten.

Die französische Delegation, angeführt von der Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, war am Donnerstag in der Hauptstadt der Region Kurdistan angekommen. Der Besuch ist die zweite Reise von Hidalgo in die autonome Region. Der erste war im September 2014 mit dem damaligen französischen Präsidenten Francois Hollande, vier Monate nach der Entstehung und Ausbreitung des sogenannten Islamischen Staates im Irak.

Bei ihrem Treffen mit Premierminister Barzani am Samstag drückte der französische Bürgermeister den Wunsch der Stadt aus, "gute Beziehungen zu Erbil und den übrigen Provinzen in der Region Kurdistan" aufzubauen. Hidalgo fasste zusammen, dass einige Bereiche der Zusammenarbeit zwischen Paris und Erbil, die saubere Energie, Kultur, Transport und Kommunikation umfasst. Sie lobte auch die kurdische Peschmerga, die "die ganze Welt verteidigte, um die gemeinsamen universellen Werte des Zusammenlebens, der Toleranz und des Friedens zu wahren".

Premierminister Barzani begrüßte die Unterstützung von Paris und dankte Frankreich generell dafür, dass er die Region Kurdistan während des Krieges gegen die extremistische Gruppe unterstützt hat, "weil ohne diese Hilfe kein Sieg erreicht worden wäre." Frankreich, eines der wichtigsten Mitglieder der US-geführten Koalition gegen den Islamischen Staat, hat in den letzten Jahren die Region Kurdistan militärisch und humanitär unterstützt. Barzani bekräftigte auch die Entschlossenheit der Region Kurdistan, die Kultur des Zusammenlebens, des Friedens und der Toleranz zu schützen, und versicherte Hidalgo, dass die KRG "diese Prinzipien mit allen Mitteln verteidigen" werde.

Internationale Buchmesse Erbil

Die Autonome Region Kurdistan eröffnet zum 14. Mal die Internationale Buchmesse in Erbil (Hewlêr) und lädt Leseratten, Bücherwürmer und Autoren der ganzen Region zu sich in die Stadt ein.

Seit dem 03.04. ist die Internationale Buchmesse Erbil eröffnet. 10 Tage lang soll die Messer zu besuchen. Begleitet wird die Buchmesse von verschiedenen Veranstaltungen. Verschiedene Musiker geben Auf ein Podium Konzerte und verschiedene Buchautoren sind zu einem Gespräch und einer Fragerunde eingeladen.



Auf der Buchmesse sind zahlreiche Verleger zu finden, welche Bücher aller Arten verkaufen und vorstellen. Ob klassische kurdische Literatur, moderne kurdische Romane oder Bücher aus anderen Teilen der Welt ins kurdische Übersetzt wie zum Beispiel japanische Mangas oder englische Romane. Hardi Omar, der Administrative Direktor der Buchmesse, berichtet das mehr als 300 Verleger aus 21 Staaten an der Buchmesse Teilnehmen. Das sind 20% mehr als die Buchmesse vom letzten Jahr. Nur 40 der 300 Verleger sind kurdisch. 200 Verleger sind arabisch und der Rest aus anderen Teilen der Welt. Mit mehr als eine Million verschiedenen Büchern, schlägt das Herz eines jeden Buchliebhabers höher.



Für die Veranstalter der Buchmesse ist das nicht nur ein Markt zum Verkauf von Büchern, sondern vielmehr der Beginn einer gesellschaftlichen Veränderung zu einem sicheren Kurdistan und einem neuen Irak, in dem die Menschen ihre Sprache und Kultur ausleben können, heißt es auf der Eröffnungsfeier der Messe.

Die bis zum 13.04. laufende Buchmesse erwartet dieses Jahr 100.000 Besucher aus der Region. 
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