Verbrechen der Besatzer in Efrîn (08. - 10. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens sowie im umliegenden Kurmêncgebirge, wurden von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 8. und dem 10. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen. Dabei gab es eine selbst für die Verhältnisse in Efrîn außergewöhnlich hohe Zahl an Entführungen.

8. April:

Am 8. April plünderte eine türkische Auxiliarmiliz Wohnhäuser im Dorf Tellef nahe Cindirêsê im Südwesten von Efrîn. Ein Haus wurde von den Bewaffneten in Brand gesetzt, wodurch die komplette Inneneinrichtung verbrannte und Teile der Gebäudestruktur kollabierten.

In Cindirêsê kam es außerdem zu Kämpfen zwischen zwei Auxiliarmilizen der türkischen Besatzung, namentlich der Turkmenenmiliz Firqat al-Hamzah einerseits und einem Bündnis der radikalislamischen Ahrar ash-Sham und dem al-Qaida-Ableger Ahrar ash-Sharqiyah. Zu den Kämpfen kam es, nachdem das islamistische Bündnis versucht hatte, die Turkmenenmiliz aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe endeten einige Stunden später, nachdem die türkische Armee interveniert hatte.

9. April:

Im Dorf Erebo nahe Mobeta, einer Kleinstadt westlich von Efrîn, wurden etliche Häuser durch die Turkmenenmiliz „Mehmet Fatih“ ausgeplündert. In dem Dorf, dass rund 550 Einwohner zählt, wurden 25 islamistische Siedlerfamilien angesiedelt. Außerdem wurden etwa 30 Milizionäre in dem Dorf einquartiert. Den 25 kurdischen Familien, die ursprünglich dort beheimatet sind, wird noch immer die Rückkehr in ihr Heimatdorf verwehrt.

Am 9. April wurden außerdem 20 Zivilisten aus zwei Dörfern nahe der Kleinstadt Şera, nördlich von Efrîn, entführt. Unter den Entführten aus den Dörfern Dêrsewan und Kurd Qeleq, die an einen unbekannten Ort gebracht wurden, befanden sich auch zehn Frauen. Den Entführten wurde – wie es bei diesen Menschenrechtsverstößen in den meisten Fällen der Fall ist – vorgeworfen, mit den kurdischen Widerstandskämpfern zu kooperieren. Die Namen einiger der Zivilisten konnten dabei herausgefunden werden. Diese sind Şexo Karz, Fuad Berazî, Şiyar Qenaş, Hesûn Terkî und Hemûda Omer.

10. April:

Am 10. April fand eine derartige Vielzahl an Entführungen statt, wie sie selbst für Efrîn außergewöhnlich ist:

In Şeltê nahe Reco, wurden unter Anschuldigung der Kooperation mit dem kurdischen Widerstand 10 Einwohner entführt. Nach stattlichen Lösegeldzahlungen wurden die meisten von ihnen freigelassen, das Schicksal von Horîk Horo und Ebdîn Hemmo bleibt allerdings weiterhin unklar.

Im äußersten Nordwesten wurden in der Kleinstadt Meydan Ekbis mehrere Zivilisten durch die islamistische Miliz Faylaq ash-Sham entführt. Unter den Entführten befanden sich dabei auch drei Frauen. Lokale Aktivisten konnten dabei die Namen einiger Zivilisten herausfinden. Diese sind Hisên Emanê (63 Jahre alt), Dawûd Emanê, Omer Emanê, Seydo Qenbar, Ekrem Şêxmos und Heci Mîhemed Salih. Die Miliz forderte Lösegeld von den Familien der Entführten.

Am selben Tag wurde außerdem eine Person unbekannten Namens aus dem Dorf Panrikê entführt.

In Êdamê westlich von Reco wurden 14 Zivilisten von den Besatzungsmilizen entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Namen der Entführten lauten Ednan Heci, Elî Heci, Xelîl Selîm, Mistêfa Reşîd, Ebdellê Neşat, Bekr Reşîd, Şûkri Bilêl, Mistêfa Bilêl, Mîhemed Selîm, Yûsif Ebdo, Hisên Osman, Ebdîn Reşîd, Mîhemed Reşîd und Ehmed Ebdo. Für ihre Freilassung wurde jeweils ein Lösegeld von 150.000 syrischen Pfund verlangt.

Am selbigen Tag wurde in der Recostraße in der Innenstadt von Efrîn außerdem der Anwohner Hamûdê Ezzat durch die sogenannte Militärpolizei entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Ezzat ist der Besitzer einer Wäscherei im Viertel Eşrefiyê.

Widerstand:

Am 8. April attackierten kurdische Partisanen ein Fahrzeug der radikalislamischen Ahrar ash-Sharqiyah-Miliz nahe al-Bab im Dorf Girê Cecîr. Es ist unklar, ob bei dem Angriff türkische Auxiliarkämpfer zu Tode kamen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft. Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen, die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien anzusiedeln. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.

Verbrechen der Besatzer in Efrin (05. - 07. April)

Im von der Armee des türkischen Regimes und ihren Auxiliarkräften besetzten Efrîn im Nordwesten Syriens, sowie der umliegenden Kurmêncgebirge, wurde von lokalen Quellen im Zeitraum zwischen 1. und dem 4. April eine große Zahl von Menschenrechtsverstößen durch die Besatzer berichtet, welche sich seit der Invasion vor etwa einem Jahr unvermindert fortsetzen.

5. April:

Am 5. April besetzte die sogenannte “Tschetschenengruppe” der pro-türkischen Miliz Sultan Murad-Brigade etwa 40 Häuser und 30 Geschäfte im Zentrum von Efrîn, die vertriebenen Kurden gehörten. Diese Häuser verwenden die Milizionäre nun, um sie an islamistische Siedler aus Ghutah und Homs zu vermieten. Desweiteren stahl die Gruppe einen etwa 300.000 syrische Pfund teuren Kühlschrank aus einem Elektronikgeschäft eines Siedlers aus Homs im Stadtzentrum von Efrîn.

6. April:

Im Dorf Çelbirê nahe Şera haben Milizionäre der türkischen Besatzung 13 Häuser zerstört und Metall aus den Häusern in umliegende Dörfer gebracht. Unter den zerstörten Häusern befindet sich das Gemeindehaus, sowie die Dorfschule. Die Bewohner des Dorfes sind seit der Eroberung des Dorfes durch die Invasoren in Gesamtheit vertrieben und durften noch nicht in das Dorf zurückkehren. Lokale Beobachter vermuten, dass die Häuser zerstört wurden, um an ihrer Stelle eine Militärbasis zu errichten.

Im Dorf Teneb nahe Efrîn wurde am selbigen Tag ein 13-jähriger Junge durch die Kräfte der Besatzung getötet, nachdem diese Granaten auf das Dorf gefeuert hatten. Außerdem wurden mehrere Häuser in dem Dorf durch das Feuer schwer beschädigt.

Am 6. April tauchte außerdem ein Video aus dem besetzten Efrîn auf, dass zeigt wie die Sultan Murad-Brigade, eine rechtsradikalen Turkmenenmiliz unter der Schirmherrschaft der türkischen Besatzer, einem IS-Terroristen Unterschlupf gewährt. In dem Video ist der hochrangige IS-Terrorist Umar Ahmad al-Hajji zu sehen, der aus dem Schlacht von Baghuz bei Deir ez-Zor entkam und für eine Zahlung von umgerechnet mehreren tausend Euro, bei den Milizionären unterkam. Der IS-Kämpfer wurde in Idlib geboren. Nachdem er sich der Terrormiliz angeschlossen hatte, verschlug es ihn jedoch vorübergehend nach Ostsyrien.

7. April:

In Şera wurde der 29 Jahre alte kurdische Einwohner Ciwan Hamid Killî und sein 40-jähriger Bruder Heci durch Milizionäre der türkischen Besatzung entführt. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mit der kurdischen Selbstverwaltung zusammengearbeitet zu haben. Dieser Vorwurf ist ein klassischer Vorwand der Besatzer, um gegen Zivilisten vorzugehen. Heci wurde einige Zeit später wieder freigelassen, während Ciwans Schicksal ungewiss bleibt.

Außerdem berichteten lokale Beobachter am 7. April, dass das Dorf Qitmê östlich von Efrîn inzwischen etwa zu 80% von islamistischen arabischen Siedlern bewohnt wird, während die einheimische kurdische Bevölkerung nur noch weniger als ein Viertel ausmacht. Die anderen befinden sich noch immer im Exil, was sich kaum ändern dürfte, solange die türkische Regierung ihre faschistische Herrschaft über das Umland von Efrîn ausüben kann.

Widerstand:

Am 5. April wurden im Dorf Kimar südöstlich von Efrîn vier Milizionäre der Firqat al-Hamzah getötet. Bei dem Überraschungsangriff konnten zunächst drei Kämpfer getötet werden. Als kurz darauf ein Trupp zur Evakuierung heran eilte, konnten die Widerstandskämpfer der HRE einen weiteren Kämpfer der Besatzung töten und einen anderen verwunden.

Bei Mar’a gelang es einem Scharfschützen der „Widerstandseinheiten von Efrîn“ (HRE), einen Kämpfer der Firqat al-Hamzah tödlich zu treffen.

Durch eine ATGM-Rakete konnten außerdem im Umfeld von Şerawa zwei Milizionäre der Besatzung getötet werden.

In Celbar nordöstlich von Efrîn wurden am Tag darauf, also am 6. April, insgesamt vier Kämpfer der rechtsextremen Miliz „Sultan Murad-Brigade“ von kurdischen Partisanen erschossen. Zunächst wurde ein Bulldozerfahrer getroffen, der damit beschäftigt war, Häuser der Dorfbewohner abzureißen. Bevor sich die Milizionäre verbarrikadieren konnten, wurden weitere drei Kämpfer von kurdischen Scharfschützen tödlich getroffen.

Weiteres:

Die türkischen Besatzer haben sich bereits in Nachrichten an ihre Milizen offen zu ihren Zielen der ethnischen Säuberung in Efrîn und Umgebung bekannt und auch die Enteignung eines Großteils der Olivenernte, insbesondere des Olivenöls wurde bereits vom türkischen Parlament ohne größeren Aufschrei bestätigt. Das gestohlene Olivenöl wird inzwischen erwiesenermaßen auf europäischen Märkten verkauft.

Der Anteil der kurdischen Zivilbevölkerung, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet siedelt, betrug vor der Invasion über 95% und ist laut Schätzungen inzwischen auf unter 40% gefallen. Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Êzîden und Christen Efrîns, wird durch Schikanen die seit einem Jahr unvermindert anhalten, aus ihrer Heimat verdrängt. Darauffolgend wird versucht islamistische Kämpfer aus anderen Teilen Syriens, zum Teil Brigaden und Korps die gegen die syrische Armee niederlagen erlitten, dort mitsamt ihrer Familien angesiedelt. Die etwa 300.000 Geflohenen werden allesamt enteignet, was offiziell damit legitimiert wird, dass sie "Anhänger kurdischer Parteien" seien.
Subscribe to this RSS feed