Kirkuk: Kurdische Delegation trifft irakischen Ministerpräsidenten al-Mahdi

Kurdische und irakische Flaggen wehen gemeinsam im Wind. Quelle: Unbekannt Kurdische und irakische Flaggen wehen gemeinsam im Wind.
Eine kurdische Delegation, bestehend aus Parlamentariern und diversen Repräsentanten, traf am 20.05. in Bagdad ein, um mit dem irakischen Ministerpräsident Adil Abd al-Mahdi die derzeitigen Spannungen um Kirkuk zu besprechen. Das Treffen, dass im irakischen Parlamentsgebäude stattfand, beinhaltete die gesamte nicht nur die städte Kirkuk und Khanaqin, sondern auch die umliegenden Ortschaften und Dörfer.

Das Treffen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In der darauffolgenden Pressekonferenz erklärte Parlamentssprecher Bashir Hadad, dass vor allem die kritische Situation in den Distrikten Palkana und Sargaran in Kirkuk besprochen wurde. Der Parlamentssprecher sprach von den täglichen Diskriminierungen gegen die Kurden und bezeichnete diese als „Verbrechen gegen die Kurden“ in den Regionen um Kirkuk und Khanaqin.
Bashir Hadad ist zweiter Sprecher des irakischen Parlaments. Er ist KDP-Mitglied und wurde September letzten Jahres mit 185 von 283 Stimmen zum Zweiten Parlamentssprecher gewählt.

Bashir Hadad erklärte, dass die kurdische Delegation den Premierminister darum bat den amtierenden Bürgermeister von Kirkuk Rakan Saeed zu stoppen. “Rakan Saeed duldet und fördert die täglichen Diskriminierungen gegen die Kurden in Kirkuk.”, die Delegation bezeichnet seine Administration als illegal und Verfassungswidrig.
In jüngster Zeit kommt es in Kirkuk zu immer mehr Zwischenfällen, bei denen die Kurden in Kirkuk Opfer von Diskriminierung oder Staatsgewalt werden. Allein in den vergangenen Wochen mussten mehrere kurdische Familien ihre Häuser verlassen, weil arabische Siedler, geschützt durch die Hashd al-Shaabi, ihre Häuser besetzt haben.

In Kirkuk kam es vor wenigen Tagen zum Diebstahl der Ernten kurdischer Bauer (wie Rojava News berichtete). Dabei wurden hunderte Äcker Getreide von den arabischen Nachbarn gestohlen. Dieser Vorfall war ebenfalls Teil des Gesprächsthemas zwischen dem Ministerpräsidenten und der kurdischen Delegation. Nach Hadad hat der Ministerpräsident versprochen die gestohlenen Ernten zu kompensieren und das gestohlene Equipment ersetzen zu lassen. Es wurde nicht näher auf die Kompensierung eingegangen, es hieß nur das die Zahlungen bald folgen werden.

Die Delegation hat auch die Rückkehrer von 150.000 Kurden nach Kirkuk angesprochen.
Nach dem fehlgeschlagenen Referendum am 16. Oktober 2017 und den darauf folgenden Gefechten, sind mehr als 150.000 Kurden aus der Provinz Kirkuk und den umliegenden Dörfern geflohen. Die Delegation hat darum gebeten, diesen 150.000 Kurden eine sichere Rückkehr nach Kirkuk zu garantieren und ihnen ihr Eigentum zurückzugeben. Der Parlamentssprecher Hadad, hat dies nicht weiter kommentiert.
Last modified onDienstag, 28 Mai 2019 16:51