Logo
Print this page

YPG: Syrisches Regime kann Kurden nicht angreifen

Nuri Mahmoud spricht über Damaskus und Russlands Beziehung zum Krieg in Syrien Quelle: Unbekannt/ANF Nuri Mahmoud spricht über Damaskus und Russlands Beziehung zum Krieg in Syrien
Ein Pressesprecher der YPG erklärt, warum Damaskus keinen Angriff auf die Autonome Administration Nord- und Ostsyrien (NES) tätigen kann und wie das Verhältnis zu Russland ist.

"Wir glauben nicht, dass das Regime die Reife hat uns zu bekämpfen, aber sie bestehen darauf, solche Drohungen ständig weiterzuführen", sagte Nuri Mahmoud, Sprecher der Volksschutzgruppen (YPG). Die YPG/YPJ, die militärische Kraft der Kurden in Nord- und Ostsyrien, sind die führende Kraft der von den USA unterstützten SDF, einem militärischen Bündnis von lokalen Milizen die gegen die IS gekämpft hat und immer noch kämpft. Mahmoud fügte hinzu, dass sie keinen Konflikt mit einer anderen Fraktion in Syrien suchen. "Wir suchen ein Land, in dem sich alle Seiten, Gruppen und Fraktionen treffen können und eine Lösung für Syrien finden", sagte er.

Mahmoud kritisierte auch die Rolle von Russland in Syrien. Russland habe keinen Einfluss mehr. „Die russische Politik hat sich als sehr oberflächlich erwiesen. In Bezug auf Syrien wurden immer wieder kurzfristige Ziele festgelegt. Diese Ziele wurden mit der Türkei vereinbart. Damit ist die Syrienkrise in ein Geschäft umgewandelt worden.“, sagte er.
„Wir sehen Russland nicht als Bedrohung an, da sie keinen Einfluss haben. Sie besitzen nur kleine Stellungen in Syrien und Bedrohungen ihrerseits gab es kaum.“

Er wies auch darauf hin, wie er Russland als "stille Akzeptanz" der von der Türkei unterstützten oppositionellen Kräfte bezeichnete, die Teile Nordsyriens eroberten. „Das russische Militär ist in Syrien präsent, hat aber keinen Einfluss auf Damaskus. Die Kontrolle von Damaskus ist allerdings nicht so bedeutend: In Idlib gibt es Al-Qaida und im Nordwesten auch die türkische Besatzung.“, fügte er hinzu.
"Obwohl Russland ein Garantenstaat ist und behauptet, offiziell vom syrischen Regime eingeladen worden zu sein, hat das Regime gegenüber der Besetzung in Idlib, Afrin, al-Bab, Jarabulus und Azaz geschwiegen."

Die kurdische Autonome Administration hat ihre Bemühungen um ein Abkommens mit Damaskus Anfang des Jahres wieder aufgenommen, nachdem die US-Regierung beschlossen hatte, ihre Truppen aus ihren Gebieten abzuziehen. Die Landschaft hat sich seitdem jedoch dramatisch verändert. Washington entschied, einige Truppen in Syrien zu behalten, und die syrische Regierung richtete neue Drohungen gegen die SDF, wenn sie sich nicht ihrer Herrschaft unterwerfen.

Im Gegensatz zu den aufständischen Gruppen, die gegen Präsident Bashar al-Assad in weiten Teilen Syriens gekämpft haben, stehen die wichtigsten kurdischen Gruppen Damaskus nicht feindlich gegenüber und bekräftigen, dass ihr Ziel darin besteht, die Autonomie innerhalb des syrischen Staates zu wahren.
Damaskus hat die Autonomie der Selbstverwaltung abgelehnt. Der syrische Verteidigungsminister erklärte letzten Monat, der Staat würde die von den Kurden gehaltenen Regionen mit Gewalt zurücknehmen, wenn sich die SDF nicht der staatlichen Autorität unterwerfen würden.
© 2017 Rojava News